Die Zeit zwischen der Erstmanifestation der Erkrankung und dem Ende der Beobachtungszeit: Der Verlauf
Zusammenfassung
Ähnliche methodische Einschränkungen wie für den Begriff „Ausgang“ gibt es auch für den Begriff „Verlauf“. Ein methodisches Problem besteht in der „Egalisierung“ der beiden Begriffe (Marneros et al. 1990a). Der „Ausgang“ ist ja nur eines von mehreren kriteriologischen Merkmalen des Verlaufs. Der Verlauf beinhaltet alle Phänomene und Symptome, die während der Gesamtlebenszeit des Patienten nach Ausbruch der Psychose auftreten (Angst 1986). Bei der Beschreibung und Evaluierung des Verlaufes müssen außer dem „Ausgang“ auch die Art des Beginns, Anzahl und Länge von Episoden, Zyklen und Intervallen, die Gesamtsymptomatologie und die Art der jeweiligen Episode, die Suizidalität, die „Aktivität“ oder „Inaktivität“ der Erkrankung etc. berücksichtigt werden. Die Begriffe „Verlauf“ und „Ausgang“ werden nicht selten undifferenziert und pauschal unter dem Begriff „Prognose“ zusammengefaßt. So wird das eine Mal unter der Bezeichnung „gute Prognose“ etwa „wenige Rezidive“ oder „seltene Rezidive“ verstanden, und das andere Mal unter der gleichen Bezeichnung das Fehlen von persistierenden Alterationen nach kurzem oder langem Verlauf der Erkrankung. Die Entstehung von Behinderung und persistierenden Alterationen ist nicht immer abhängig von der Verlaufsform der Psychose und auch nicht unbedingt abhängig von Art und Zahl der Episoden.
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