Teil II: Sitzungsbericht pp 93-94 | Cite as
Die Rekonstruktion des Stirnhöhlenausführungsganges mit Glasionomerzement
Zusammenfassung
Die Stirnhöhlenoperation von außen kann man im wesentlichen unterscheiden in den klassischen extranasalen Eingriff über einen Augenbrauenrandschnitt nach Jansen-Ritter und in osteoplastische Verfahren mit oder ohne Obliteration der Stirnhöhle; — ein Eingriff der häufig über einen koronaren Bügelschnitt ausgeführt wird. Das Vorgehen nach Jansen-Ritter ist immer noch das am meisten verbreitete Verfahren und wird insbesondere bei Frontobasisfrakturen Anwendung finden. Neben anderen Schwachpunkten (z. B. der Auslösung der Trochlea mit möglichen, konsekutiven Doppelbildern) ist bei dieser Technik die Rekonstruktion des Stirnhöhlenausführungsganges problematisch. So kann es in bis zu 30% der operierten Stirnhöhlen zu einem Verschluß des Ausführungsganges kommen mit der Folge der Entwicklung von Muko- oder Pyozelen. Auch eine großzügige Mediandrainage und eine Schleimhautplastik können einen solchen Verschluß in vielen Fällen nicht verhindern. Daher wird häufig ein Platzhalter eingelegt. Trotz langen, mehrwöchigen Verweilens eines solchen Platzhalters — dabei handelt es sich meist um ein Silikonrohr — kann durch Narbenzug oder appositionelles Knochenwachstum auch schon nach kurzer Zeit eine komplette Abschottung der Stirnhöhle von der Nasenhaupthöhle möglich sein.