Klinische Erfahrungen mit intracervikaler Prostaglandin-E2-Applikation zur Geburtseinleitung

  • Ch. Stumpf
  • H. Schonlau
  • F. Hübner
  • P. Kesternich
  • H. Jung
Conference paper

Zusammenfassung

Eine Geburtseinleitung ist heute an eine medizinische Indikation gebunden. Als Indikationen zur Geburtseinleitung betrachten wir eine schwere mütterliche Grunderkrankung, den vorzeitigen Blasensprung nach 24 Stunden und mehr, das Amnioninfektionssyndrom, die Präeklampsie bei mütterlicher und kindlicher Gefährdung, Blutungen verschiedener Genese, die Plazentainsuffizienz oder die Rhinkompatibilität. In einer prospektiven Studie nahmen wir in den Jahren 1986 und 1987 bei 119 Patientinnen eine Geburtseinleitung bei geburtsunreifer Cervix mittels intracervikaler Prostaglandin-E2-Applikation (0,5 mg PGE2 in 1,5 ml Tylose-Gel) vor und verglichen den kindlichen Zustand post partum mit dem Restkollektiv der nicht eingeleiteten Lebendgeburten des gleichen Zeitraumes. Nach einem ersten Einleitungsversuch kam es in 66,4% aller Fälle innerhalb von 24 Std. zur Geburt. Bei sehr unreifer Cervix ≤8 Punkte [1] lag der Einleitungserfolg beim vorzeitigen Blasensprung signifikant höher als bei intakter Fruchtblase, während bei reiferem Ausgang-Score von mehr als 8 Punkten kein Unterschied bestand. Beim Vergleich der Erst- und Mehrgebärenden bezüglich des Einleitungserfolges, der Geburtsdauer und der Sectiofrequenz, ergaben sich unabhängig von der Cervixreife statistisch gesichert bessere Ergebnisse zugunsten der Mehrgebärenden. Uterine Überstimulationen in Form von Polysystolien und/ oder Dauerkontraktionen mit pathologischen CTG-Mustern registrierten wir in 12,8% aller Fälle.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • Ch. Stumpf
    • 1
  • H. Schonlau
    • 1
  • F. Hübner
    • 1
  • P. Kesternich
    • 1
  • H. Jung
    • 1
  1. 1.Medizinischen Fakultät der RWTH AachenFrauenklinikDeutschland

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