Zusammenfassung
In Basel, der Handelsstadt am Rhein, uralt, reformiert und reich, tagt der 1. Internationale Kongreß für Physiologie. Die Gastfreundschaft der Stadt ist herzlich und grenzenlos. Italiener, Franzosen, Deutsche, Engländer und Amerikaner tragen vom io. bis 12. September 1889 ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Dem Brauch der Zeit entsprechend werden neben den Vorträgen auch zahlreiche Experimente vorgeführt. Zwei Institute der 1460 von Pius II gegründeten Universität sind Schauplatz des Geschehens. Das anatomisch-physiologische Institut, Vesalianum genannt, trägt den Namen des Begründers der neuzeitlichen Anatomie. Das physikalische Institut Bernouillanum ist nach der berühmten Basler Wissenschaftler-Dynastie Bernouilli benannt. In fast jeder Ecke der schönen Institutsräume wird diskutiert und demonstriert. Die Preise für Hunde und Kaninchen sollen damals in der Kantonshauptstadt merklich gestiegen sein. Eigenartig vertraut klingt die Klage eines zeitgenössischen Berichterstatters: »Wichtige Vorträge und Demonstrationen finden zur gleichen Zeit in verschiedenen Gebäuden statt, und ein Einzelner ist außerstande, über alles aus eigener Erfahrung zu berichten.« 1986, beim X. Weltkongreß für Kardiologie in Washington, hallen die Wände des Convention Center von den gleichen Klagen wider.
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