Informatik ’98 pp 401-403 | Cite as
Entwicklung sicherheitskritischer eingebetteter Systeme: Der ESPRESS-Ansatz
Zusammenfassung
Software wird heute in zunehmendem Maße in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt, wo Fehler katastrophale Folgen haben können. Deshalb muß sicherheitskritische Software besonders sorgfältig entwickelt werden.
Das Tutorium stellt einen Ansatz zur Entwicklung von Software fur sicher-heitskritische eingebettete Systeme vor, der im Projekt ESPRESS entwickelt wurde. ESPRESS ist ein vom Bundesministerium ffir Bildung, Wissenschaft, Forschung and Technologie (BMBF) gefördertes Verbundprojekt mit Partnern aus Industrie, Forschungseinrichtungen and Universitäten.
Der ESPRESS-Ansatz verwendet formale Spezifikationstechniken, da formale Spezifikationen genauer analysiert werden können als informelle and weil eine formale Spezifikation zur werkzeuggestützten Ermittlung von Testfällen and Testdaten and zur automatischen Testauswertung herangezogen werden kann. Die verwendete Spezifikationssprache ist eine Integration der Statemate-Sprachen [HLN+90] and der Z-Notation [Spi92], die in der Industrie vergleichsweise weit verbreitet sind.
Ein Nachteil formaler Techniken liegt darin, daft sie für Softwareingenieure in der Regel nicht einfach zu handhaben sind. Oftmals werden Benutzer formaler Techniken mit einem reinen Formalismus konfrontiert, für den es keine „Bedienungsanleitung“ gibt. Der ESPRESS-Ansatz legt deshalb besonderen Wert auf eine angemessene methodische Unterstützung seiner Benutzer.
Ein weiterer Schwerpunkt des ESPRESS-Ansatzes ist die angemessene Werkzeugunterstützung des Entwicklungsprozesses. Hier wurden verschiedene kommerzielle Werkzeuge mit speziellen ESPRESS-Werkzeugen zum Editieren von Spezifikationen, zur Typüberprüfung and zur Validation integriert.
Bild 1 gibt einen Überblick über den von der ESPRESS-Methodik abgedeckten Teil des Systementwicklungsprozesses, nämlich die Entwicklung einer sicherheitskritischen Softwarekomponente.
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