Bodenökologie interdisziplinär pp 43-53 | Cite as
Die Erfassung von Bodentiergemeinschaften: Die Variabilität beim Einblick in ein undurchsichtiges, heterogenes Medium
Zusammenfassung
Die Organismen sind der Erfassung ihrer Lebenszusammenhänge unterschiedlich gut zugänglich. Die ökologischen Informationen, die wir über sie gewinnen können, sind weitgehend geprägt durch unsere Möglichkeiten, die Organismen zu beobachten. Hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Organismengruppen: Pflanzen lassen sich immer wieder aufsuchen. Sie können zu verschiedenen Zeiten erneut untersucht werden; über die Identität der jeweiligen Individuen gibt es bei entsprechender Datenaufnahme keinen Zweifel. Die Methoden der Vegetationskunde und die Aussagen, die sie treffen kann, basieren in entscheidendem Umfang auf der guten Beobachtbarkeit, die mit der Ortsgebundenheit ihrer Objekte zusammenhängt. In der Zoologie dagegen haben wir es überwiegend mit beweglichen Organismen zu tun. Deswegen ist die Beobachtbarkeit oft erheblich eingeschränkt. Aber auch hier gibt es ausgeprägte Unterschiede. Während beispielsweise revierbildende Brutvögel trotz ihrer hohen Mobilität bei geeignetem Vorgehen ganztägig beobachtet werden können, sind im Boden lebende Organismen viel schwieriger zu erfassen. Schon Organismen wie Maulwürfe (die aus der Perspektive der Bodenökologie immerhin zur „Megafauna“ gezählt werden) lassen sich hinsichtlich ihrer Lebenstätigkeiten meist nur indirekt bzw. nur mit großem technischen Aufwand in ihrem Lebensraum unter Freilandbedingungen beobachten. Für die Bodenfauna im allgemeinen gelten Einschränkungen in noch verstärktem Umfang.
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