Zusammenfassung
Scheinbar schwerelos gleiten zwei Rotmilane mit weit ausladenden Schwingen im blauen Frühlingshimmel dahin. Den Auftrieb in der lauwarmen Luft nutzend, ziehen die beiden Greifvögel langsam ihre Kreise. Hin und wieder, als habe er daran besonderen Spaß, zieht einer der beiden Milane seine Flügel ein und läßt sich im Sturzflug fallen. Der andere Vogel macht es ihm sogleich nach. Kurz bevor sie den Erdboden, einen frisch gepflügten Acker, erreichen, breiten die beiden Greife ihre Schwingen aus, fangen damit den freien Fall ab und schweben anschließend langsam davon. Nicht nur der Autofahrer, der gerade an der Bundesstraße 180 zwischen Naumburg und Eisleben rastet, bewundert das rasante Schauspiel der beiden Vögel. Auch der pflügende Landwirt hält seinen Ackerschlepper für einen Moment an, um den Milanen zuzuschauen. Als die Vogel wieder langsam kreisend an Höhe gewinnen, kommen die beiden Beobachter ins Gespräch. Nach dem vielen Regen der vergangenen Wochen käme der Sonnenschein nun gerade recht für die Feldarbeit, sagt der Bauer. Die stählernen Pflugscharen blitzen dabei in der Sonne. Der feuchte Boden, der noch an ihren Spitzen hängt, macht einen gesunden Eindruck. Der Landwirt bückt sich und hebt einen Klumpen der dunklen, gerade vom Pflug umgelegten Krume auf. „Die Schwarzerde liegt hier bis zu sechzig Zentimeter dick,“ sagt er zufrieden und fügt stolz hinzu, das sei einer der besten Böden Deutschlands. Mit seinen schwieligen Händen bricht der Landwirt den Klumpen in kleine Stücke. Die Erde ist feucht, aber nicht schmierig. Sie ist fest, ohne zusammenzukleben. Auf dem Acker ergibt sie einen satten, kräftigen Boden, der sich dennoch leicht bearbeiten läßt.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.