Therapie und neues postoperatives Nachbehandlungskonzept osteosynthetisch versorgter Frakturen des oberen Sprunggelenkes

  • C. Simanski
  • D. Lehnen
  • N. Kawel
  • B. Bouillon
  • T. Tiling
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

In der Literatur werden unterschiedliche Nachbehandlungskonzepte osteosynthetisch versorgter Frakturen des oberen Sprunggelenkes diskutiert. Einheitlich wird dabei jedoch das obere Sprunggelenk für mindestens sechs Wochen ruhiggestellt oder entlastet. Ziel dieser prospektiven Machbarkeitsstudie war es, Patienten mit stabil osteosynthetisch versorgter oberer Sprunggelenksfraktur einer frühfunktionellen, frühbelastenden Nachbehandlung zuzuführen und das postoperative Outcome bis zu 12 Monaten postoperativ zu erfassen. Material und Methode: Von 1/1999–2/2001 wurden 33 Patienten mit uni-, bi- und trimalleolären OSG-Frakturen in unserer Klinik stabil osteosynthetisch versorgt und nach einem frühfunktionellen, frühbelastenden Therapiekonzept nachbehandelt. Ausschlußkri-terien für dieses Nachbehandlungskonzept waren osteosynthetisch instabile, kindliche und offene Frakturen, schlechte Patientencompliance und nicht Vorliegen des Patienteneinverständnisses. Die Patienten wurden nach der dritten postoperativen Woche in einer Sprunggelenksorthese belastet und die Zeit bis zum Erreichen der Vollbelastung und der Wiederaufnahme der täglichen Aktivitäten ermittelt. Das postoperative Outcome der Pat. wurde anhand einer systematischen Follow up Untersuchung nach 3,6, und 12 Monaten u.a. durch die subjektive Syptomevaluierung (‚Olerud Score‘) ermittelt. Der Olerud Score vergibt 100 Pkt. in 9 Kategorien (Schmerzen, Steifigkeit, Schwellung, Treppensteigen, Laufen, Springen, Hocken, Gehhilfen, Arbeiten). Die Summe wird in vier Gruppen eingeteilt: Bis 30 Pkt. ‚schlecht‘, bis 60 Pkt. ‘zufriedenstellend’, bis 90 Pkt. ‘gut’ und > 90 Pkt. ‚exzellent‘. Ergebnisse: Es konnten 17 Pat. mit klinisch instabiler unimalleolärer Weber B-, 12 Pat. mit unimalleolärer Weber C-Fraktur, 2 Pat. mit bimalleolärer Weber B- und 2 Pat. mit trimalleolärer Weber C-Fraktur eingeschlossen werden. Das Patientendurchschnittsalter betrug 48 Jahre, der Body-Mass-Index 27, die durchschnittliche OP-Zeit 64 min und die Krankenhausverweildauer 10,8 Tage. Alle Pat. belasteten spätestens nach der dritten postoperativen Woche teil, nach durchschnittlich 7,2 Wochen voll (2–12 Wochen). Nach 7,4 Wochen (1-18 Wochen) gingen die operativ Behandelten wieder ihren gewohnten privaten und beruflichen Tätigkeiten nach. Bezüglich des Gesamtergebnisses des Olerud Scores zeigte sich bereits nach drei Monaten im Mittel eine ‚gute’ sprunggelenksfunktion (73 Pkt.), die sich nach sechs Monaten auf 81 Pkt. und nach 12 Monaten auf nahezu ‚exzellente ‘Ergebnisse verbesserte (89 Pkt.). Schlußfolgerung: Ein frühfunktionelles, frühbelastendes Nachbehandlungskonzept bei stabil osteosynthetisch versorgter OSG-Fraktur ist möglich, vorrausgesetzt der Patient besitzt eine ausreichende Compliance. Gemessen am Olerud Score erreichen diese Patienten bereits nach drei Monaten ‚gute ‘Ergebnisse und nach zwölf Monaten nahezu exzellente Funktionsergebnisse. Damit scheint sich sowohl die Zeit bis zur Vollbelastung als auch bis zur Erlangung der vollen Funktion deutlich zu verkürzen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • C. Simanski
    • 1
  • D. Lehnen
    • 1
  • N. Kawel
    • 1
  • B. Bouillon
    • 1
  • T. Tiling
    • 1
  1. 1.Unfallchirurgische Abteilung, II. Chirugischer LehrstuhlUniversität zu KölnKölnGermany

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