Digitale Revolution in der Chirurgie pp 238-239 | Cite as
Laparoskopische Resektionen gastraler Tumoren — Erfahrungen und Ergebnisse bei 20 Patienten
Zusammenfassung
Zwischen Januar 1991 und September 2001 wurden insgesamt 20 laparoskopische Magenresektionen (3 × B-II- Resektion und 17× atypische Resektion) durchgeführt. Diese Machbarkeitsstudie untersucht klinische und chirurgische Ergebnisse mit einer maximalen Nachbeobachtungszeit von 10 Jahren. Methodik:Die Indikation zur B-II-Resektion war in 2 Fällen ein MALT-Lymphom und ein Magenfrühkarzinom. Die Anastomosen wurden zweimal vollständig intrakorporal, einmal extrakorporal assistiert angelegt. Atypische Magenresektionen wurden in 10 Fällen wegen eines gastrointestinalen Stromatumors (GIST), 2 × wegen eines Myoms und jeweils 1 × wegen einem Neurofibrom, Schwannom, ektopem Pankreasgewebe, Karzinoid sowie Magenfrühcarcinom notwendig. Bei 5 Patienten wurden 6 laparoskopische Simultaneingriffe durchgeführt (Fundoplikatio nach Toupet 2x, Cholezystektomie 2 ×, Colonsegmentresektion bei Adenom 1 ×, Uterusextirpation 1×). Ergebnisse:Die Operationsdauer inklusive der Begleiteingriffe lag für die B-II-Resektionen zwischen 265 und 380 min (Median: 335), für die atypischen Resektionen zwischen 65 und 300 min (Median: 103). Die Dichtigkeit der Klammernahtreihe wurde bei allen Patienten endoskopisch überprüft. Bei einem Patienten war eine laparoskopische Übernähung der Nahtreihe notwendig. Bei 6 Patienten wurden Blutungen aus der evertierten Nahtreihe mit Hilfe von Clips gestillt. Im Rahmen der Colonsegmentresektion kam es zu einer Milzläsion, die laparoskopisch mittels Tabotamb®-Applikation versorgt wurde. Bei einer Patientin mit malignem GIST wurde nach Erhalt der endgültigen Histologie eine offene subtotale Magenresektion angeschlossen. Der postoperative stationäre Aufenthalt betrug im Median 13 Tage (2/3-Resektion) bzw. 9 Tage (atypische Resektion). Während des Untersuchungszeitraums wurde keine Konversion notwendig. Die postoperative Morbidität (1 × hypertensive Krise) liegt bei 5% und die Krankenhausmortalität beträgt 0%. Bislang traten bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 53 Monaten keine Tumorrezidive auf. Schlußfolgerung: Anatomische und insbesondere atypische Magenresektionen können auch wegen Tumoren in ausgewählten Fällen erfolgreich, sicher und ausreichend radikal laparoskopisch durchgeführt werden. Sie stellen somit eine wertvolle Erweiterung des chirurgischen Therapiespektrums dar und sollten zukünftig bei der Indikationsstellung vermehrt Beachtung finden.