Begutachtung
Zusammenfassung
Grundlagen der psychiatrischen Begutachtung stellen die persönliche Exploration und Untersuchung des zu Begutachtenden dar. Im Rahmen des Betreuungsrechts sind psychiatrische Gutachten vor allem erforderlich bei einer Betreuerbestellung, bei der Anordnung eines Einwilligungsvorbehaltes oder einer Unterbringung nach Betreuungsrecht. Im klinischen Alltag wird zudem häufig die Frage der Einwilligungsfähigkeit oder der Geschäftsfähigkeit einer Person an die psychiatrischen Sachverständigen herangetragen. Ein großer Teil der psychiatrischen gutachterlichen Tätigkeit fällt in das Gebiet des Sozialrechts. Dabei geht es etwa um die Beurteilung des Vorliegens möglicher psychischer Störungen bzw. damit einhergehender Leistungseinbußen, die jeweils Grundlage für Renten- und Entschädigungsleistungen sind. Im Rahmen des Strafrechts werden die psychiatrischen Sachverständigen vor allem mit der Einschätzung der Schuldfähigkeit betraut. Immer müssen bei Begutachtungen auch mögliche Simulations- und Aggravationstendenzen bedacht werden.
Weiterführende Literatur
- Foerster K, Bork S, Kaiser V, Grobe T, Tegenthoff M, Weise H, Badke A, Schreinicke G, Lübcke J (2007) Vorschläge zur MdE-Einschätzung bei psychoreaktiven Störungen in der gesetzlichen Unfallversicherung. MedSach 103: 52–56Google Scholar
- Grisso T, Appelbaum PS (1998) Assessing competence to consent to treatment. A guide for physicians and other health professionals. Oxford University Press, New YorkGoogle Scholar
- Helmchen H, Kanowski S, Koch HG (1989) Forschung mit dementen Kranken: Forschungsbedarf und Einwilligungproblematik. Ethik Med 1: 83–98Google Scholar
- Dreßing H, Habermeyer E (Hrsg), begründet von Venzlaff U, Foerster K (2015) Psychiatrische Begutachtung. Ein praktisches Handbuch für Ärzte und Juristen, 6. Aufl. Urban & Fischer, MünchenGoogle Scholar
- Schneider F, Weber-Papen S (2012) Begutachtung. In: Schneider F (Hrsg) Facharztwissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg, S 595–609CrossRefGoogle Scholar
- Schneider F, Frister H, Olzen D (2015) Begutachtung psychischer Störungen, 3. Aufl. Springer, HeidelbergGoogle Scholar
- Winckler P, Foerster K (1996) Zum Problem der »zumutbaren Willensanspannung« in der sozialmedizinischen Begutachtung. Med Sach 92: 120–124Google Scholar
Testliteratur
- AnhangGoogle Scholar