Achtundfünfzigster Kongress pp 257-259 | Cite as
Zur Vorbeugung von Gelbsuchtsübertragungen
Zusammenfassung
Von der amerikanischen Forschergemeinschaft, der die Züchtung der Gelbsuchtserreger auf bebrüteten Hühnereiern in unbegrenzten Passagen geglückt ist, wurde mir jetzt ebenfalls ihre Zerstörbarkeit durch die Siedetemperatur des Wassers bestätigt. Und zwar träfe sie auf das Virus sowohl der epidemischen Gelbsucht als auch des homologen Serumikterus zu, die wir auch aus diesem Grund mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als identisch erachten. Die Viren werden mit Sicherheit durch 20 Minuten langes Kochen zerstört; möglicherweise genügen schon Sekunden. Die geforderte einstündige Erhitzung des ärztlichen Handwerkzeuges auf 160° ist nur allzu geeignet, die Aufmerksamkeit von der Hauptgefahr abzulenken. Wenn nämlich die Gelbsucht durch gekochte Spritzen so häufig übertragen wurde, mußten diese offenbar nach dem Kochen erneut infiziert werden. In der Regel dürfte das in den zu ihrer Verwahrung dienenden sterilisierenden Lösungen geschehen. Das ergab sich auch unmittelbar aus dem Erlöschen des Salvarsanikterus in Mannheim, nachdem wir mit der Ärzteschaft die ausnahmslos trockene Verwahrung der ausgekochten Spritzen verabredet hatten. Als sonstige blutige Übertragungsquelle kommen noch Bluttransfusionen in Betracht, in epidemiebildendem Ausmaß aber wohl nur bei Vermischung zahlreicher Blutkonserven, wie sie vermeidbar ist. Außerdem dürfte das Blut noch die vorwiegende Ursache der gehäuften Gelbsuchtsübertragungen auf Schwestern und Ärzte sein. Sie hörten in unserem Krankenhaus sofort auf, wo schließlich die Erkrankungen auf 27 in einem Jahr angestiegen waren, als wir das Anlegen von Gummihandschuhen bei blutigen Eingriffen an Gelbsuchtskranken anordneten. Hierdurch wurden im wesentlichen nur die Kinderschwestern nicht geschützt.
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