Zusammenfassung
Wir haben nun die Übersicht über die Arten des modernen Vitalismus zu Ende geführt. Ich leugne nicht die hervorragende Bedeutung der Vitalismen von Pauly, Tschermak und Driesch, insofern sie unverkennbar besondere Lebensleistungen in Betracht ziehen; aber diese Leistungen werden nicht in ihrer eigentlichen Bedeutung gewürdigt, sondern die Vitalismen begründen ihre Wertschätzung des Lebens auf Erscheinungen, die rein für sich genommen, gar nichts für den Vitalismus beweisen. Unverkennbar vermag die individuelle, sinnliche Psyche das Entwicklungsgeschehen zu beeinflussen, wie wir in den Anpassungen sehen, doch ist sie nicht selbst der Spiritus rector, der die Organisierung leitet, und läßt sich, auch mechanistisch ausdeuten. So erweist sich der Psychovitalismus ungenügend. Nicht minder betont Tschermak ganz mit Recht die teleologische Regulation des Stoffwechsels, doch ist ja wesentlich für seinen, Physiovitalismus die besondere Ausdeutung der im Organismus tätigen Energien als doppelsinnig orientierter, worin wir nun aber gerade ein echtes Naturcharakteristikum zu erblicken haben, da der Doppelsinn entropischen und ektropischen Geschehens für die Natur grundlegend ist. Und endlich der Formvitalismus hat durchaus recht, wenn er die organische Formbildung, weil mit einem Entwicklungsgang verbunden, von der anorganischen unterscheidet, doch kann von einem prinzipiellen Unterschied zwischen den organischen und anorganischen Formentfaltungen keine Rede sein.
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