Zusammenfassung
Die Erfahrung lehrt, daß sehr zum Nachteil der Frauen die zerstückelnden Operationen bei den Ärzten im allgemeinen so gefürchtet sind, daß sie nur im äußersten Notfalle und deshalb häufig zu spät angewandt werden, während ihre jetzt hoch entwickelte Technik keineswegs eine solche Zurückhaltung, ja sogar Scheu rechtfertigt. Gerade hier hat in der jüngsten Entwicklungszeit der Geburtshilfe der menschliche Erfindungsgeist so ausgezeichnete Werkzeuge geschaffen, die die Verkleinerung des Kindes in verhältnismäßig einfacher und für die Mutter mehr und mehr ungefährlicher Weise gestatten, daß es wohl an der Zeit ist, daß mit den alten, eingewurzelten und ungerechtfertigten Vorurteilen aufgeräumt wird und die Ärzte das Vertrauen gewinnen, daß sie nunmehr wohl imstande sind, gegebenenfalls Geburtsschwierigkeiten auf diese Weise viel leichter und ungefährlicher zu überwinden als durch das nutzlose Erzwingen der Geburt des unzerstückelten, toten Kindes mit Hilfe von Zange oder Wendung und Extraktion. Als Grundsatz muß hier aufgestellt werden, daß es in allen Fällen für die Mutter eine Erleichterung des Geburtstraumas darstellt, wenn die schon tote oder verlorene Frucht nicht im ganzen, sondern verkleinert oder zerlegt zutage gefördert wird.
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