Die seitlich niedergelegten Processus uncinati

  • Ulrich Ecklin

Zusammenfassung

Häufig vermögen die Processus uncinati dem Gewicht der nachrückenden Wirbelkörpernichtstandzuhalten. Mit zunehmender Gewalt werden sie auseinander-gedrückt.
Abb. 65

Halswirbelsäule eines 89jährigen Mannes. Obere drei Bandscheiben gut erhalten. Bei der vierten Bandscheibe erkennen wir die schräg nach außen gekippten Processus uncinati, die infolge der hohen statischen Beanspruchung samt ihrem Gegenpol in symmetrischer Weise stark sklerosiert sind (Pfeile). Die Wirbelkörperendplatten sind sonst frei von Sklerosierung

Abb. 66

Halswirbelsäule eines 74jährigen Mannes. Bei der untersten Halsbandscheibe sind die Processus uncinati bis zur Horizontalen niedergelegt (Pfeile). Eine dünne Schicht von Faserknorpel vermag die Stöße nicht genügend zu dämpfen: Es kommt zu Sklerosierung nicht im Uncovertebralbereich, sondern in der ganzen Ausdehnung der Knochenendplatte (Skl)

Statisch ist diese Schräglage wohl kaum günstig (Baertschi). Die nötige Festigkeit muß durch sehr starke, umschriebene Sklerosierung der Uncovertebralregion herbeigeführt werden, was bei der vierten Bandscheibe C5/6 in Abb. 65 deutlich zum Ausdruck kommt. Im Extremfall können die Processus uncinati bis zur Horizontalen niedergelegt werden, wie die unterste Halsbandscheibe der in Abb. 66 reproduzierten Halswirbelsäule eines 74jährigen Mannes zeigt. In solchen Fällen treten die knöchernen Deckplatten der Wirbelkörper in Kontakt miteinander und entlasten die Uncovertebralregion. Die Sklerose — als Ausdruck der Stoßbelastung — findet sich deshalb jetzt in den zentralen Teilen der knöchernen Deckplatte und nicht mehr im Uncovertebralbereich. Wie nahe die Wirbelkörper aneinanderrücken können, zeigt die seitliche Röntgenaufnahme (Abb. 67):
Abb. 67

Seitliches Röntgenbild der Halswirbelsäule in Abb. 66. Infolge der Ausbiegung der Processus uncinati können sich die Wirbelkörper bis zur Berührung nähern. Sie sind wie Quader zu einer Säule übereinander gestellt. Die Zeichen der Osteochondrose und die ventralen Randzacken sind ausgeprägt. In den unteren Segmenten besteht eine Kyphose. (74jähriger Mann)

Abb. 68

Halswirbelsäule einer 79jährigen Frau. Die seitlich ausgebogenen Processus uncinati führen zu einer starken Verbreiterung vornehmlich der unteren Wirbelkörper. Die in flachem Bogen durchziehenden Zwischen-wirbelspalträume verleihen der Wirbelsäule ein einer chinesischen Pagode ähnliches Aussehen

Die Wirbelsäule sieht wie eine aus Quadern aufgebaute gerade Säule aus. Die Lordose fehlt in den unteren Segmenten vollkommen. Die Randwülste und die Deckplattensklerose sind ganz ausgesprochen.

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© Springer-Verlag OHG / Berlin · Göttingen · Heidelberg 1959

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  • Ulrich Ecklin

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