Die Syphilis pp 294-304 | Cite as
Syphilis des Ohres
Zusammenfassung
Das Gehörorgan wird von der erworbenen und der angeborenen Syphilis oft befallen. Die Ohrerkrankung kann im primären, sekundären oder tertiären Stadium auftreten. Beim äußeren und Mittelohr kommen syphilitische Erkrankungen wenig vor, dagegen erkranken das Labyrinth, der N. acusticus und sein zentrales Ausbreitungsgebiet viel häufiger, als früher angenommen wurde. Bereits wenige Monate nach der Infektion, oft schon mit Ausbruch des Exanthems, können die ersten Schädigungen des Ohres auftreten. Sie zeigen sich in beträchtlicher Verkürzung der Kopfknochenleitung bei normalem oder fast normalem Hörvermögen und in Störungen der reflektorischen Erregbarkeit des Vestibularapparates. Daß diese Veränderungen auf syphilitischer Grundlage beruhen, wird durch die Angabe der syphilitischen Ansteckung, durch spezifische Merkmale in anderen Regionen des Körpers, vor allem durch die Blutuntersuchung nachgewiesen. Schwierig wird die Diagnosestellung, wenn diese Kennzeichen fehlen und solange die Wassermann-Reaktion im Anfangsstadium der Syphilis noch seronegativ ist. Dann kann man allein auf Grund der erwähnten Funktionsstörungen der N. cochlearis und vestibularis die Ohrerkrankung als syphilisverdächtig ansehen.
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Literature
- 1).Beyer: Lues des Mittelohres. Passow- Schäfersehe Beiträge. Bd. 16, Heft 4/6. 1921. (Verlag S. Karger.)Google Scholar