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Zusammenfassung

§ 26. Jm Jahre 1415 wurde die Mark Brandenburg2 Kaiser Sigismund an Friedrich I., Burggrafen von Nürnberg, aus dem Hause Hohenzollern zu Lehen gegeben. Sie bestand damals aus den Landschaften Altmark (links der Elde), Mittel- und Uckermark, Prignitz und dem Lande Sternberg, Friedrich II. erwarb hierzu die .Neumark, Albrecht Achilles Krossen und Züllichau, Johann Eicero Zossen, Joachim I. Nestor die Grafschaft Ruppin und Joachim II. Hektor Beeskow-Storkow. Der Jülich-Clevische Erbfolgekrieg (1609-614) brachte die Herzogtümer Cleve, Mark und Ravensberg an Brandenburg und legte damit den Grundstein zur Ausdehnung des Landes über das linke Rheinuser hinaus. Jm Jahre 1618 erfolgte die Belehnung des Kurfürsten Johann Sigismund durch Polen mit Preußen, welches dem Großen Kurfürsten im Jahre 1659 (Friede von Dliva) als freies Land übertragen wurde. Jm Weftfälischen Frieden (1648) erwarb der Große Kurfürst (1640–1688) außerdem die Bistümer Minden, Magdeburg und Halberstadt sowie Hinterpommern. 1657 kamen Stadt Lauenburg und Bütow hinzu.

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References

  1. 1.
    Literatur: Bornhak, Preuß. Staatsund Rechtsgeschichte; 1903. Giese. Preußische Rechtsgeschichte, 1920.Eberh Schmidt, Rechtsentwicklung in Preußen, 2: Aufl. 1929. Schmoller Pteußische Berfassungs-, Berwaltungs-und Finanzgeschichte, 1921. — Das alljährlich erscheinende „Handbuch für den Preußischen Staat“ gibt eine ausgezeichnete übersicht über Organisation und Behörden des heutigen Preußen.Google Scholar
  2. 2.
    Gründung der Nordmark durch Heinrich I. 927, übertragung unter dem Namen „Mark Brandeuburg“ an Albrecht den Bären aus dem Hause Askanien im Iahre 1134; Regiexung der Askanier von 1134 bis 1320, Haus Wittelebach von 1324 bis 1373, Haus Luxemburg von 1373 bis 1411; Berleihung der Kurwürde an den Markgrasen von Brandenburg durch die Goldene Bulle 1356.Google Scholar
  3. 3.
    Den Titel „König von Preußen“ nahm erst Friedrich der Große an, nachdem auch die übrigen Teile Preußens (Westpreußen und Ermeland), die bis 1772 polnisch geblieben waren,hinzu erworben waren.Google Scholar
  4. 4.
    Dex Erste Schlesische Krieg endete mit dem Frieden von Breslau 1742, der Zweite mit dem Frieden von Tresdeu 1745, der Dritte („siebenjährige Krieg“) mit dem Frieden von Hubertusburg 1763.Google Scholar
  5. 5.
    Außer Ravensberg und einem Teil der früheren Grafschaft Mark gehörten bereits das Bistum Minden (seit 1648) und Tecklenburg (seit 1713) zu Preußen.Google Scholar
  6. 6.
    G. 23. Juni 1876 (GS. 169), G. 25. Febr. 1878 (GS. 97). — Lauenburg fiel 1813 an Hannover, wurde 1816 von Preußen an Dänemark abgetreten und 1853 dem dänischen Gesamtstaate einverleibt; 1864 kam es an Preußen und Österreich, wurde 1865 in Personalunion und 1876 endgültig mit Preußen vereinigt.Google Scholar
  7. 7.
    G. betr. die Bereinigung von Helgoland vom 15. Dez. 1890 (RGBl. 207), G. 18. Febr. 1891 (GS. 11). Über Einführung preußischer Gesetze in Helgoland vgl. G. 22. März 1891 (GS. 39), VO. 14. Jan. 1895 (GS. 3), 15. Dez. 1915 (GS. 191) u. a. Erlaß von Steuern für Helgoland VO. 7. Aug. 1922 (RGBl. I 713). Berwaltung von Helgoland G. 21. Juli 1922 (GS. 169), Ausf. VO. zu §6 12. Okt. 1922 (MBliV. 1005). Über Seepolizei vgl. VO. 10. Febr. 1923 (RGBl.I 131).Google Scholar
  8. 8.
    Die Berluste Preußens verteilen sich folgendermaßen (Fläche u. Einwohnerzahl vgl. unten Tabelle § 38 zu Anm.2): 1. Dstpreußen: ganz Stadt-und Landkreis Mernel; teilweise die Kreise Heidekrug, Neidenburg, Dsterode, Ragnit, Tilsit Stadt u. Land; 2. Westpreußen: ganz die Kreise: Bereut, Briesen, Culm, Danzig Stadt, Danziger Höhe, Dirschau, Graudenz Stadt, Schwetz, Pr. Stargard, Strasburg i. Westpr., Thorn Stadt u. Land, Tüchel; teilweise Danziger Niederung, Elbing Land, Flatow, Graudenz Land, Karthaus, Konitz, Löbau, Marienburg i. Westpr.,Marienwerder, Neustadt i. Westpr.,putzig, Rosenberg i. Westpr., Schlochau; 3. Brandenburg:kl. Teil des Kreises Friedeberg N.M.; 4. Pommern: kl. Teile der Kreise: Bütow, Lauenburg i. Pom., Stolp Lanb; 5. PoSen: ganz die Kreise: Adelnau, Bromberg Stadt u. Land, Gnesen, Gosthn, Amn:NoteGoogle Scholar
  9. 9.
    befinbet sich aus S. 65. Grätz, Hohensalza, Iarotschin, Kempen i, Pos., Koschmin, Kosten, Mogilno, Neutomischel, Obormk, Ostrowo, Pleschen, Posen Stadt, Posen Ost, Posen West, Samter, Schildberg, Schmiegel, Schubin, Schrimm, Schroda, Strelno, Wreschen, Wirsitz, Witkowo, Wongrowitz, Znin teilweise die Kreise: Birnbaum, Bomst, Szarnikau, Filehne, Fraustadt, Kolmar i. Pos., Krotoschin, Lissa, Meseritz, Rawitsch: 6. Niederschiesien: Teile der Kreise: Großwartenberg,Guhrau,Miltsch,Namslau; 7. Oberschlesien: gang die Kreise Kattowitz Stadt u. Land, Königshütte Stadt, Pleß; teilweise die Kreise: Beuchen Stadt u. Land, Hindenburg O.-S., Lublinitz, Ratibor, Rybnik, Tarnowitz, Tost-GIeiwitz; kommunale Regelung durch G. 5. Jan. 1927 (GS.1); 8. Schleswig-Holstein: ganz die Kreise: Apenrade, Hadersleben, Sonderburg; teilweise die Kreise: Flensburg Land, Tondern; 9. Rheinprovinz: Teile der Kreise: Aachen Land, Eupen, Malmedy, Monschau, Prüm; Eingehende Angaben vgl.: „Die von Preußen abgetretenen Gebiete“ v. Statist. Landesamt Berlin 1922, nebst Dechblättern. Unbedingt zu vermeiden ist, daß amtliche Dienststellen abgetretene Gebiete im Schriftverkehr als zum Deutschen Reich gehörend behandeln und umgekehrt (Eri. 8. Mai 1926–MBliV. 467–). Schriftverkehr mit dem Saargebiet Erl. 24. Sept. 1927 (MBliV. 953).Google Scholar
  10. 9.
    Gebietsumfang Preußens vgl. §4 Anm. 1 d. W. — Gebietsänderungen Preußens sind möglich: durch das Reich mit Zustimmung Preußens gemäß Art. 18 Abs. 2 oder Art. 78 Abs. 3 RV., durch das Reich ohne Mitwirkung Preußens gemäß Art. 18 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 und 4 RV. und gemäß Art. 45 Abs. 2 RV. bei Friedensschlüssen (vgl. Giese-Bolkmann, Preuß. Berfassung. S. 41s.).— Fläche und Bevölkerungszahl der Länder für Abrechnungen mit dem Reiche vgl. Erl.25.Juni 1923 (RGBl. 576). Die Landesvermessung,vgl.G.7.Okt 1865 (GS. 1033), 7. April 1869 (GS. 729), 3. Juni 1874 (GS. 239), 24. Mai 1901 (GS. 145), Ausf.Anw. 20. Juli 1878 (MBliV. 190), 21. Olt. 1882 (MBliV. 281), 9. Dez. 1890 (MBliV. 1891 S. 6), 1. April 1912 (MBliV. 173), welche bisher durch das Zentraldirektorium der Bermessungen erfolgte, geschieht jetzt durch das Reichsamt für Landesaufnahme. Wegen Anträgen vgl. Erl. 10. Juni 1922 (MBliV. 689), 20. Nov. 1923 (LMBl.362); wegen richtiger Bezeichnung trigonometrischer Punkte Erl. 16. Mai 1923 (RMBi.355), 30. April 1923 (MBliV. 531). Über Schutz trigonometrischer Marksteine vgl. Erl. 1. Juli 1924 (MBliV. 709), 5. April 1927 (MBliV. 391). Alle amtlichen Flächenmaßbezeichnungen haben stets nach ha, a, qm (nicht: Morgen, Ruthen usw.) zu ersolgen (Erl. 3. Mai 1924, LMB1. 166). Wegen Neuerscheinungen der Landesaufnahme und Bezugsstellen der Karten und wissenschaftlichen Schriftwerke vgl. Erl. 9. Jan. 1920 (MBliV. 46), 25. Juni 1921 (MBliV. 304). Beschaffung von Karten der Landesaufnahme für Schulen vgl. Eri. 26. Mai 1921 (HMBl. 131). — Landmesser: Regl. 2. März 1871 (GS. 101), abgeänd. 26. Aug. 1885 (GS 319), 22. Deg, 1887 (GS. 1888 S.4), 26. Febr. 1894 (GS. 18), 25. März 1913 (GS. 36), 27. April 1880 (MBliV. 116), 8. Jan 1886 (MBliV. 5). Borschriften über Prüfung und Ausbildung 23. Febr. 1920 (MBliV. 93, FinMBl. 95); Ausbildung Erl. 23. Dez. 1922 (FinMBl. 1923 S. 31); ferner Erl. 11. Nov. 1921 (FinMBl. 553), 20. Jan 1923 (FinMBl. 62), 29. Sept. 1924 (FinMBl. 207), 6. Juli 1925 (PrBesBl. 157). Vgl. § 313 d. W, Anm. 28. Für Landesgrenzangelegenheiten ist das Reichsministerium des Jnnern zuständig (vgl. Erl 22. Aug. 1919, MBliV. 382; 1. Juli 1924, MBliV. 708). Bei Grenzverletzungen ist der Reg.-Präs. zuständig (§ 2 der Reg Jnstr. 23. Okt. 1817, GS. 248).Google Scholar
  11. 10.
    G. 22. Febr. 1922 (GS. 37). Einführung preuß. Gesetze in Pyrmont: VO. 31. März 1922 (GS. 70), 22. Jan. 1923 (GS. 21), 3. Sept. 1923 (GS. 427), 12.März 1924 (GS. 138); Einführung der Gebührenordnung der Katasterverwaltung durch VO. 3. Juni 1922 (GS. 157); Anschluß an die Ärztekammer der Provinz Hannover durch VO.29.Mai 1922 (GS. 119); Zuweisung zum Oberbergamtsbezirk Klaustal durch VO. 5. Mai 1924 (GS. 485). Übernahme der Schulden als Preuß. Staatsschulden durch § 8 G. 17. Juli 1923 (GS 331). — G, üder die Bereinigung von Waldeck mit Preußen v. 7. Dez. 1928 (RGBl. I 401), G. 25.Juli 1928 (GS. 179). Einführung preuß. G. in Waldeck VO. 15.März 1929 (GS. 11). Einführung der Grundsteuer VO. 8. Mai 1929 (GS, 47), Hauszinssteuer VO. 23.März 1929 (GS. 28); Gewerbesteuer VO.12.Juni 1929 (GS. 67). Einem undedeutenden Gebietsaustausch an der preußisch-französischen Grenze hat Preußen durch G.19. Juni 1926 (GS. 182) zugestimmt.Google Scholar
  12. 11.
    Die Mittl für das stehende Heer, das bereits kurz nach dem Ende des Dreißig-jährigen Krieges 25000 Mann betrug, wurden anfangs durch die sog. Kontribution, eine direkte Steuer, welche auf Stadt und Land verteilt wurde und wobei der Berteilungsmaßstab ständig Gegenstand des Streites war, später durch die sog. Akzise aufgebracht. Letztere war eine Berbindung von Klassensteuer und indirekter Berbrauchssteuer und wurde anfangs von den Stadtmagistraten, später aber (1680) von rein landesherrlichen Behörden, dem Steuerrat, als landesherrliche Steuer verwaltet. Damit war der standische Einfluß auf das Heer und seine Stärke gebrochen.Google Scholar
  13. 12.
    An sich war jeder Bürger, der taugltch war, auch wehrpflichtig; jedoch bestanden weitgehende Ausnahmen, so daß tatsächlich nur die Bauern und unteren Bolksschichten herangezogen wurden. Das Wort „Kantonstystem“ kommt von Kantonen, d. h. Aushebungsbezirken. — Der Dffizierstand blieb dem Adel vorbehalten.Google Scholar
  14. 13.
    Ministerien des Jnnern, des Äußern, der Finanzen, des Kriegs und der Justiz. Vgl. VO. 27. Okt. 1810 (GS. 3), KO. 3. Juni 1814 (GS. 40), 3. Nov. 1817 (GS.289), 11. Jan. 1819 (GS. 2), 17. Jan. 1838 (GS. 11). Die Minister werden vom Könige ernannt, übernehmen durch Gegenzeichnung die Berantwortung.Google Scholar
  15. 14.
    Vgl. VO. 26. Dez. 1808 (GS. 464), 30. April 1815 (GS. 85), 23. Okt. 1817 (SG. 248) (RegJnstr.) und KO. 31. Dez. 1825 (GS. 1826 S. 5). Näheres vgl. unten § 40 d. W.Google Scholar
  16. 15.
    VO.30.April 1815, Jnstr. 31. Dez. 1825 (GS. 1826 S 1). Näheres unten § 39 d. W.Google Scholar
  17. 16.
    Freiherr von Stein, geb. 1757 in Nassau, trat 1787 in den preußischen Staatsdienst, obwohl von Geburt Nichtpreuße, von 1804 bis 1808 Finanzminister, 1812 in Petersburg, 1813 in Dstpreußen und Breslau gegen Napoleon wirkend; seit 1815 nicht mehr politisch tätig, 1831 in Kappenberg in Westfalen, wo er Oberpräsident gewesen war, geftorben. Der nicht ganz so bedeutende Freiherr von Hardenberg, geb. 1750 in Essenrode in Hannover, war 1790 Minister in Ansbach-Bayreuth, trat — gleichfalls als Nicht-preuße — 1792 in den preußischen Staatsdienst, war von 1804 bis 1806 und 1807 vorübergehend Minister des Auswärtigen und von 1810 bis 1822 Staatskanzler; gestorben 1822 in Genua. 17) 19. Nov. 1808 (GS. 324).Google Scholar
  18. 18.
    Fin. Edikte 27. Okt. 1810 (GS. 25), 7. Sept. 1811 (GS. 253). — Das durch das Domänenedikt von 1713 bestehende Berbot der Beräußerung von Domänen wurde durch Haus G. 6. Nov. 1809 (GS. 604) beteiligt; letzteres ist durch G. 23. Juni 1920 (GS. 367) § 41 Ziff. 5 aufgehoben.Google Scholar
  19. 19.
    Ed. 9. Okt. 1807 (GS. 1806–10, S. 170).Google Scholar
  20. 20.
    Beide Ed. 14. Sept. 1811 (GS. 281, 300).Google Scholar
  21. 21.
    Dekl. 16. Mai 1816 (GS. 154).Google Scholar
  22. 22.
    Zwangrechtist ein Recht, krast dessen der Berechtigte von einem andern verlangen darf, daß er bestimmte Bedürfnisse lediglich bei ihm deckt. Bannrecht ist ein Recht, kraft dessen der Berechtigte innterhalb eines bestimmten Bezirks andere von der Ausübung des gleichen Gewerbebetriebes ausschließt.Google Scholar
  23. 23.
    Literatur: Koser,Die preuß.Reformgesetzgebung in ihrem Berhältnis zur französ. Revolution Hist. Zeitschr. 1894). Knapp, Die Bauernbefreiung, 2. Bd., 1887. Lehmann, M. Der Ursprung der Städteordnung von 1808 Preuß. Jahrbücher Bd. 93 S.471 ff.). Meier, E. v., Die Resorm der Berwaltungsorganisation unter Stein und Hardenberg, 2.Aufl., 1912.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Art. 13 der Bundesakte 8. Juni 1815 (GS. 1818, S. 143), Fin. Ed, 27. Okt. 1810 (GS. 25) a. E., § 14 des Ed. 7. Sept. 1811 (GS. 253), § II, XIII Staatsschulden G. 17. Jan. 1820 (GS. 9).Google Scholar
  25. 25.
    Dieser war zum erstenmal gebildet lauf Grund des Pat. 3. Febr. 1847 (GS. 33).Google Scholar
  26. 26.
    Zuerst Sachsen-Weimar. Berf. 5.Mai 1816, alsdann Bayern und Baden 1818 Württemberg 1819 Sachsen 1831.Google Scholar
  27. 27.
    VO. 6. April 1848 (GS. 87), WahlG. 8. April 1848 (GS. 89).Google Scholar
  28. 28.
    Die sog. oktroyierte Berfassung 5. Dez. 1848 (GS. 375), WahlG. 6. Dez. 1848 (GS. 395, 399).Google Scholar
  29. 29.
    VO. 30. Mai 1849 (GS. 205), die das Dreiklassenwahlrecht (vgl. Anm. 33) einführte und bis zur Revolution 1918 galt.Google Scholar
  30. 30.
    Literatur: Anschütz, Die Berfassungsurkunde f. d. preuß Staat, 1.Bd., 1912. Arndt, dass. 7. Aufl, 1911. Meyer-Anschütz, Lehrbuch des deutschen Staatsrechts, 7.Aufl. 1919. Rönne,v. Das Staatsrecht der preuß. Monarchie, 4. Aufl., Bd. 1-4, 1882–84, 5. Aufl. von Zorn, 1899ff. Schulze, H., Das Staatsrecht des Königreichs Preußen (im Handb. des öffentl. Rechts), 2. Aufl. von v. StengeL 1894. Schwartz, Die Berfassungsurkunde f.d. preuß. Staat, 2. Aufl., 1899.Google Scholar
  31. 31.
    Smend, Die preuß. Berfassungsurkunde im Bergleich mit der belgischen. Göttinger Diss. 1904.Google Scholar
  32. 32.
    G. 7. mai 1853 (GS. 181), daraufhin erlassen VO. 12. Okt. 1854 (GS. 541), welche an Stelle der Art. 65-68 der Berf U. v. 1850 getreten ist. Danach gehörten zum Ferrenhaus 1. die volljäyrigen Prinzen des regierenden Hauses, soweit der König sie berief, die Haupter des fürstlichen Hauses Hohenzollern und die Häupter der standesherrlichen Familien und derjenigen Häuser, welche in der Herrenkurie des Bereinigten Landtags von 1847 Sitz und Stimme hatten, endlich die Bertreter der Familien, denen eine erbliche Stimme vom König besonders verliehen wurde; 2 die auf Präsentation vom König Berufenen. Präsentationsberechtigt waren a) die Domstifter Brandenbirg Mersebur und..Naumburg — es handelt sich bei diesen um geistliche Gesellschaften im Sinne der §§ 1218ff. II 11 ALR., die im 10. Jahrhundert von Dtto I. gegründet, mit der Reformation dem Katholizismus verloren gingen, durch den Reichsdeputationshauptschluß hinsichtlich ihres Bermögens den Landesherrn zufielen und dadurch bis heute erhalten blieben. Die bisher ihnen gegenüber dem Könige zustehenden Rechte sind auf das Staats-ministerium übergegangen (Art. 82 Pr.-B.); vgl. auch 6. Kap. d. W. Zur gleichen Gruppe gehört das Kollegiatstift Zeitz —; b) provinzielle Adels-und Grundbesitzerverbände; c) die Landesuntversitäten; d) 51 größere Städie. auf Grund königlicher Belechung, 3. die Jnhaber der vier großen Landesämter im Königreich Preußen (Pberburggraf, Obermarschall, Landhosmeister, Kanzler) und 4. Personen, welche oon der Krone aus besonderem Bertrauen in freier Auswahl und undegrenzter Anzahl zu Mitgliedern ernannt wurden. Vgl. Anschütz, Deutsches Staatsrecht in Holtzendorffs Enzyklopädie der Rechtswissenschast, Bd. 4, 1914, S. 142.Google Scholar
  33. 33.
    Das Dreiklassenwahlrecht, eingeführt durch VO. 30. Mai 1849 (GS. 205), bemißt das Stimmgewicht des Wählers nach seiner Steuerleistung und beruht auf dem Gedanken, daß die Größe des Bermögens dem Jnteresse am Staate proportional ist. Die wahlberechtigten Personen — das waren in Preußen alle mindestens 24 Jahre alten, im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen, mindestens sechs Monate am Wahlort wohnenden, keine Armenunter-Stützung empfangenden Preußen — wurden in drei Abteilungen eingeteilt und zwar so, daß in der ersten Klasse diejenigen Göchstbesteuerten eingereiht wurden, die in ihrem Wahlbezirk ein Drittel des gesamten Aufkommens an direkten Staats-und Kommunalsteuern aufbrachten. Da die Größe der Urwahlbezirke 750-1749 Einwohner umfaßte, war es nicht selten, daß eine einzelne Person alleiniger Wähler der ersten Klasse seines Bezirks war, weil er ein Drittel aller Steuern zahlte. In die zweite Klasse wurden die Nächsthöchstbesteuerten eingegliedert, die wiederum ein Drittel der gesamten direkten Steuern des Bezirks aufbrachten. Alle übrigen Wähler wählten in der dritten Klasse. In den Urwahlbezirken wurde alsdann auf je 250 Einwohner ein Wahlmann gewählt und zwar so, daß Jede der drei Wählerklassen einDrittel, d.h. einen oder zwei Wahlmänner zu wählen hatte. Die Wahlmänner wählten dann ihrerseits die Abgeordneten.Google Scholar
  34. 34.
    VO. betr. die Suständigkeiten der PrReg. usw. 14. Nov. 1918 (GS. 189);vgl. serner unveross. Grundsätze f. d. Zuständigkeit der PrReg., d. Ressortminister u. d. GesamtministerinmS 14. Nov. 1918.Google Scholar
  35. 35.
    Bek. 14. Nov. 1918 (GS. 190).Google Scholar
  36. 36.
    Bek. 16. Nov. 1918 (GS. 191).Google Scholar
  37. 37.
    VO. 15. Nov. 1918 (GS. 191).Google Scholar
  38. 38.
    Bek 13. Nov. 1918 (GS. 189) u. Bek. 30. Nov. 1918 (GS.193). Bermögensauseinandersetzung vgl. § 28 Anm. 1 d. W.Google Scholar
  39. 39.
    VO. 21. Dez. 1918 (GS. 201).Google Scholar
  40. 40.
    Die Wahl erfolgte am 26. Jan. 1919 in allgemeiner, unmittelbarer, gleicher, geheimer Berhältniswahl aller mindestens 20 Jahre alten Deutschen, die am Wahltage mindestens ein Jehr Preußen waren.Google Scholar
  41. 41.
    VO. 18. Febr. 1919 (GS. 31).Google Scholar
  42. 42.
    G. z. vorläuf. Drdnung der Staatsgewalt 20.März 1919 (GS. 53).Google Scholar
  43. 1.
    Literatur: Giese-Bolkmann, Die Preuß. Berfassung 2. Aufl. 1926; Bogels, 2. Aufl. 1927; Waldecker, 2. Aufl. 1928; Stier-Somlo, 1921. Es gab nur einen einzigen (vom Ministerium des Jnnern aufgestellten) Entwurf. Er wurde der Jandesvers. am 25. Febr. 1920 (Drucks. 2000) vorgelegt; 1. Lesung begann am 26. April 1920; alsdann Beratung im 12. (Bers.-)Ausschuß (Drucks. 0674 A,B,C); dessen 1. Lesungvom 16. Juni bis 10.Julil920; 2. Lesung v.24.-29. Sept. 1920; 3. Lesung am 8. Okt. 1920 (Drucks. 3120 A, B, C, D); Bollversamml. 2. Lesung v. 28. Okt. bis 5. Nov. 1920 (Drucks. 3280); 3. Beratung 26. bis 30. Nov. 1920 (Drucks. 3425,3470). Art. 88 PrB. ist dem Wortlaute nach abgeändert durch G. 7. April 1921 (GS. 353) und Art. 12 durch G. 27. Okt. 1924 (GS. 670).Google Scholar
  44. 2.
    Vgl. oben § 9 d. W.Google Scholar
  45. 3.
    Art. 18 RV.Google Scholar
  46. 4.
    Vgl. oben § 9 d. W. bei Anm. 1.Google Scholar
  47. 5.
    Vgl. hierzu Lukas, Die organisatorischen Grundlagen der RV., 1920; Jacobi, Einheits-oder Bundesstaat, 1919; Hatschek, Deutsches u. Preuß. Staatsrecht, 2. Bd. 1922, S. 111ff.; a. M. Giese, RV., 6. Aufl., S. 46f., ebendort weitere Literatur.Google Scholar
  48. 1.
    Art. 1 Pt. B. — Die Bermögensauseinandersetzung zwischen dem Preußischen Staate und den Mitgliedern des früheren Herrscherhauses beruht auf G. 29. Okt. 1926 (GS.267). Wegen Beseitigung der Bezeichnungen „königlich“ vgl. Anm. 24 Abs. 2 dieses §.Google Scholar
  49. 2.
    Hatschek, Staatsrecht I S.35.Google Scholar
  50. 3.
    Art. 2 PrB.Google Scholar
  51. 4.
    Art. 3 PrB.Google Scholar
  52. 5.
    Art 6 I, II PrB. G. 8. Jan. 1926 (GS.21), Auss VO. (LandesabstimmungsO.) 23. Jan. 1926 (GS. 26), Erl. 30. Jan. 1926 (MBliV. 85). — G. §§ 1-16 behandeln da§ Bolksbegehren. Antrag auf Zulassung der Listenauslegung (Erl. 9. März 1927, MBliV.275) ist an Min. d. Jmt. schristlich zu richten, versehen mit 5000, im Falle des Art. 6 Abs. 1 Nr. 1, 3 mit mindestens 20000 Unterschriften. Von der Beibringung der Unterschriften kann abgesehen werden, wenn der Borstand einer Bereinigung den Antrag stellt und die Unterstützung öon 100000 stimmberechtigten Mitgliedern glaubhaft macht (§ 2). Sofern nicht Landtagsauflösung begehrt wird, ist ein ausgearbeiteter Gesetzentwurf beizufügen. Gegen Ablehnung des Antrags steht Anrufung des Staatsgerichtshofs offen (§5). Sird dem Antrage stattgegeben, so folgt nun das Eintragungsverfahren. Der Min. d. Jnn. gibt die Liftenauslegung bekannt. Die Beschaffung der Eintragungslisten und ihre Bersendung ist Sache der Antragsteller; die Gemeindebehörden sind lediglich zu ihrer Entgegennahme und zur Zulassung der Eintragungen verpflichtet (§ 7). Eintragungsberechtigt ist, wer am Tage der Eintragung stimmberechtigt zum Landtage ist. Die Eintragung geschieht eigenhändig. Die Eintragungen stellen das eigentliche Bolksbegehren dar. Nach Ablauf der festgesetzten Frist sammeln die Bertrauenspersonen der Antragsteller die Listen und reichen sie geordnet an den Landeswahlleiter, welcher sie dem Staatsministerium weitergibt. Letzteres prüft, ob ein wirksames Bolksbegehren zu-stande gekommen ist, veröffentlicht seine Feststellung und unterbreitet das Bolksbegehren dem Landtage (§§ 14, 15). Bei Berneinung der Gültigkeit des Bolksbegehrens durch das Staatsministerium entscheidet auf Anrufen eines Bertrauensmanns der Antragsteller das Wahlprüfungsgericht beim Landtage (§16). — Jm Reiche vgl. oben § 16 d.W. Über Finanzfragen, Abgabengesetze und Besoldungsordnungen sind Bolksbegehren unstatthaft (Art. 6 III).Google Scholar
  53. 6.
    Art.6 IV, V; wichtighierArt. 62 PrB. Vgl. das Anm. 5 erwähnte G. §§ 17-25.Google Scholar
  54. 7.
    Art. 42 III PrB.Google Scholar
  55. 8.
    Art. 14 PrB.Google Scholar
  56. 9.
    Art. 6 IV, VI PrB.Google Scholar
  57. 10.
    Preuß. Staatsangehörigkeit ist nicht erforderlich. Vgl.G. §1, RV. Art. 110 Abs. 2.Google Scholar
  58. 11.
    Ob der Wohnsitzbegriff des BGB. (§§7 ff.) maßgebend ist, ist bestritten, vom DBG, i. Pr. BerwBl. Bd. 46 S. 380 bejaht.Google Scholar
  59. 12.
    Art. 4 I PrB.; ob Art. 4 PrB. mit Art. 17 RV., der nur vom Aufenthalt spricht, vereinbar ist, ist bestritten; vgl. Anm. 11.Google Scholar
  60. 13.
    Art. 5 PrB.; weitere Bersahrensvorschristen, die bei allen verfassungsmäßigen Willenskundgebungen des Bolks gelten: Allgemeines, gleiches, geheimes und unmittelbares Stimmrecht; Abstimmungstag ein Sonn-oder allgemeiner Feiertag.Google Scholar
  61. 14.
    Art. 57 PrB.Google Scholar
  62. 15.
    Art. 1 IV PrB.Google Scholar
  63. 16.
    Art. 73 PrB.Google Scholar
  64. 17.
    Alsdann nur, sofern diese es bestimmt.Google Scholar
  65. 18.
    D. h. unter Zustimmung (zwingende Borschrift)Google Scholar
  66. 19.
    Art. 86 Pr.B.Google Scholar
  67. 20.
    Nicht „Mitglied“; Art. 1 I Pr. B. — Die Zustimmung zu Grenzveränderungen des Staates erfolgt durch formelles Landesgesetz (Art. 1 Abs. 2 PrB.); Beispiel: G. 19. Juni 1926 (GS. 182).Google Scholar
  68. 21.
    Vgl. unten 12. Kapitel.Google Scholar
  69. 22.
    Art. 78 RV.Google Scholar
  70. 23.
    Die Farben stammen vom Deutschen Orden; bisher Kab O. 22. Mai 1818, 12. März 1823 (GS.127).Google Scholar
  71. 24.
    Art. 1 III Pr. B. — Außerdem gelten hinsichtlich der Flaggen in Preußen z. Zt. Art. 3 RV., VO.11.April 1921 (RGBl. 483), berichtigt 11. Juli 1922 (RGBl. 630). Über Beflaggung der staatlichen Dienstgebäude sind alle früheren Best. ausgehoben, vgl. ABs. 28.Juli 1920 (JMBl. 405), Erl. 3. Aug. 1920 (HMBl.247), 11. Nov. 1921 (HMBl. 244), 7. Aug. 1920 (MBliV. 1921 S. 149), dieser jedoch nicht für andere als staatliche Gebäude (Erl. 14. Mai 1921, MBliV. 149), serner die Erl. 19., 24., 25. Juli 1922 (Fin-MBl. 416ff.), 19. Jan. 1922 (MBliV. 249), 22., 24., 27. Juli 1922 (MBliV. 717, 759, 725), 28. Nov. 1922 (MBliV. 1136); sür den Bereich der Berw. des Wohlsahrtsmin. Erl. 31. Dez. 1921 (BMBl. 1922 S.25), 30. Juni 1922 — A. 3. 341 —, 28. Juli 1922 (BMBl. 432). Beslaggen von Dienstwohnungen Erl. 25. Juli 1925 (MBliV. 822), 26. Mai 1926 (MBliV. 552). Für das Flaggen durch Körperschaften des öffentlichen Rechts, besonders Gemeinden, G. 17. März 1929 (G S. 23), VO. 29. Juni 1929 (GS. 79). — Dienstslaggen auf Dienstkraftfahrzeugen Erl. 26. Febr. 1926 (MBliV. 227), 6. April 1927 (MBliV. 401). Entfernung des Wortes„Königlich“:Erl. 21. Juni 1919 (MBliV. 290), der Königsbilder: Erl. d. Min. d. Jnnern 24.Dez. 1919 — IVa 12 515 —, 22. April 1920 — I E 241—; monarchischer Hoheitszeichen: Erl. 7. April 1922 (MBliV. 407), 21. Juli 1922 (MBliV. 724), 18. Aug. 1923 (MBliV. 875); auf Akten: Erl. 12. Mai 1927 (MBliV. 499); auf Stempelabdrucken: Erl. 21. Okt. 1922 (MBliV. 1040). An sich gelten die letztgenannten Erlasse auch für Gemeinden, jedoch ist zu bemerken, daß diese Berbände als solche (d.h.in Selbstverwaltungsangelegenheiten) zur Führung des Preuß. Adlers und Dienstsiegels überhaupt nicht befugt sind (vgl. Erl. 18. Jan. und 15. Febr. 1889, MBliV. 1891 S. 52). Vgl. auch oben § 3 d. W. Anm. 8-10. Bek, über das Preuß. Landeswappen 11. Jnli 1921 (GS. 444). Zusammenstellung der Wappen und Flaggen des Reichs und der Länder ist bei Carl Hehmanns Berlag, Berlin W 8, erschienen (1929). Teilnahme von Behördenvertretern an Beranstaltungen und Beflaggung mit den Reichsfarben vgl. Beschl. 17. Okt. 1927 (MBliV. 1061), 14. März 1929 (MBliV.374); bei Beranstaltungen der Religionsgesellschaften Erl. 18. Juli 1929 (MBliV. 609). Erl. über königl. Titel und Wappen 16. Aug. 1873 (GS. 397) und G, über Landestrauer 14. April 1903 (GS. 115) aufgehoben durch § 41 des G. 23. Juni 1920 (GS. 367).Google Scholar
  72. 1.
    Vgl. Art. 9 PrB., ferner LandeswahlG. (LWG.)i. Fassg. 28. Okt. 1924 (GS. 671), Landeswahlordnung (LWD.) i. Fassg. 29. Okt. 1924 (GS. 684). Einen guten Überblick über die bei Neuwahlen des Landtags zu erlassenden Anordnungen sowie über die Abweichungen des Landeswahlrechts vom Reichswahlrecht geben die Erl. 31. Okt. 1924 (MBliV. 1041), 8. Nov. 1924 (MBliV. 1069).Google Scholar
  73. 2.
    Vgl. oben §28 d.W. Anm. 11.Google Scholar
  74. 3.
  75. 4.
    §§ 2,3 LWG. — Vgl. oben § 10 d. S.Google Scholar
  76. 5.
    Die Sahlvorschriften sind denen des Reichs nachgebildet. Vgl. oben § 10 d. W.Google Scholar
  77. 6.
    Die 23 Wahlkreise sind: Ostpreußen, Berlin (jedoch nur der frühere Stadtkreis Berlin), Potsdam I und II, Frankfurt a. O)., Pommern, Breslau, Liegnitz, Oppeln, Magdeburg, Merseburg, Erfurt Schleswig-Holstein, Weser-Ems, Ost-Hannover, Süd-Hannover, Westfalen-Nord, Westfalen-Süd, Hessen-Nassau, Köln-Aachen, Eoblenz-Trier, Düsseldorf-Ost, Düsseldorf-West Die 9 Wahlkreisverbände sind: Ostpreußen-Pommern, Brandenburg I, Braudenburg II, Schlesien, Sachsen, Schleswig-Holstein-Hannover, Westfalen, Hessen-Nassau-Rheinland-Süd, Rheinland-Nord. Die Bedeutung derSahlkreisverbände besteht darin, daß innerhalb ihres Bereichs Kretswahlvorschläge verbunden werden könnenGoogle Scholar
  78. 7.
    Über diese vgl. Näheres § 15 LWG.Google Scholar
  79. 8.
    Vgl. § 21 LWG.Google Scholar
  80. 9.
    §§ 10, 15, 16 LWG. Segen Pflicht zur Annahme von Sahlehrenämtern und Befreiungsgründen vgl. §§ 38-40 LWG.Google Scholar
  81. 10.
    §§ 11, 12, 14 LWG. — Über Bergütung der den Gemeinden entstehenden Kosten vgl §.41 LWG.Google Scholar
  82. 11.
    §§ 15-17 LWG.Google Scholar
  83. 12.
    §§ 26-35 LWG.Google Scholar
  84. 13.
    Vgl. Art. 12 PrB. und G. über Prüfung der Wahlen z. Preuß. Landtag und das Wahlprüfungsgericht vom 3. Febr. 1922 (GS. 30) nebst ErgG. 29. Okt. 1924 (GS. 670).Google Scholar
  85. 14.
    Vgl. Anm. 1 zu diesem §.Google Scholar
  86. 15.
    Vgl. §5 LWG.— Die Entscheidung des Wahlprüfungsgerichts ist in jedem Falle für die vorher getätigten Handlungen des betreffenden Abgeordneten ohne Einsluß; sie wirkt insofern ex nunc.Google Scholar
  87. 16.
    Vgl.Art. 36 bis 38 RV. Über die Jmmunität vgl. Erl. 17. Sept. 1923 (MBliV. 961), 19. Aug. 1926 (MBliV. 781, JMBl.1927 (3.54); Beschränkungen des Rechts der Durchsuchung vgl. Erl. 31. Aug. 1923 (MBliV.891). Wegen der Streitfrage, ob die Mitglieder der Zwischenausschüsse nach Auflösung des Landtags Jmmunität genießen, vgl. Erl. 15. Nov. 1924 (MBliV. 1111); Art. 40a RV. i. Fass. d. G. 22. Mai 1926 (RGBl. 1243).Google Scholar
  88. 17.
    Art. 28 PrB.; G.über das Freifahrtrecht und die Entschädigung der Mitglieder des Preuß. Landtags 13. Mai 1927 (GS. 79). — Wegen Benutzung der Freifahrtkarten von Abgeordneten in ihrer Eigenschaft als Landesbeamte vgl. Erl. 6. April 1923 (FinMBl. 170).Google Scholar
  89. 18.
    Art 11 PrB., Art. 39 RV., Erl. 29. Dez. 1920 (MBliV. 1921 S. 3), 4. Juni 1921 (MBliV. 188), 26. Jan. 1921 (FinMBl. 90), 4. Juli 1921 (LMBl. 255). Landtagsabgeordnete dürfen die Berufung zum Schöffenamt ablehnen (§35 Ziff. 1 GBG.).Google Scholar
  90. 19.
    Art. 17 PrB. — Vgl. z. B. VO. 24. Febr. 1921 (GS. 312).Google Scholar
  91. 20.
    Art. 13, 18, 20 PrB.Google Scholar
  92. 21.
    G. 8. Mai 1920 (RGBl. 909).Google Scholar
  93. 22.
    Art. 19 PrB. — Landtagsdrucksachen zu beziehen gemäß Erl. 23. Okt. 1928 (MBliV. 1053).Google Scholar
  94. 23.
    Solche Ausnahmen vgl. Art. 14 Abs.2. Art. 23, 30, 42 Abs. 3, Art. 57 Abs. 5, Art. 58 Abs. 1 PrB.Google Scholar
  95. 24.
    Art. 22, 23 PrB.Google Scholar
  96. 25.
    Vgl. hierüber Maß, Kontrollrecht der Parlamente „Staats-und Selbstverwaltung“ 1924, S. 313.Google Scholar
  97. 26.
    Mit Zweidrittelmehrheit kann die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Jm übrigen regelt die Geschäftsordnung des Landtags das Berfahren. Alle Behörden — auch die Gerichte — sind diesen Ausschüssen gegenüber zur Rechtshilfe verpflichtet. Vgl. Art. 24, 25 PrB.Google Scholar
  98. 27.
    Vgl. Art. 26 PrB.Google Scholar
  99. 28.
    Vgl. Art. 55 PrB. Vgl. § 30 Anm. 20 d.W.Google Scholar
  100. 29.
    Art. 29 PrB.Google Scholar
  101. 30.
    Art. 27 PrB.Google Scholar
  102. 31.
    Dieser bedarf der Zustimmung von mehr als der Hälfte der gesetzlichen Mitgliederzahl, ist also schwerer herbeizuführen, als eine Berfassungsänderung. Zu letzterer bedarf es der Zustimmung von zwei Dritteln der Anwesenden, wobei mindestens zwei Drittel (=66,67%) der gesetzlichen Mitgliederzahl anwesend sein müssen, d. h. also der Zustinnnung von mindestens zwei Dritteln von 66,67% = 44,44% der gesetzlichen Mitgliederzahl, wahrend für die Auflösung über 50% der gesetzlichen Mitglieder stimmen müssen (Art 14, 30 PrB.).Google Scholar
  103. 32.
    Der Bolksentscheid wird herbeigeführt entweder auf Grund eines Bolksbegehrens von einem Fünftel der Stimmberechtigten (Art. 6 PrB.) oder durch Beschluß des Staatsrats (Art. 14 PrB.).Google Scholar
  104. 33.
    Bestr.;a.M.Giese-Bolkmann,S.76.Google Scholar
  105. 34.
    Art. 15 PrB.Google Scholar
  106. 35.
    Art 19, 26 PrB. — Wegen Immunität der Mitglieder des Ständigen Ausschusses nach Auflösung des Landtags vgl. Erl. 15.Nov. 1924 (MBliV. 1111), Art. 40a RV.Google Scholar
  107. 1.
    Außerdem heißt auch das Büro des Ministerpräsidenten „Staatsministerium“. Über dieses sowie eine Aufzählung der Ministerien mit ihrer Zuständigkeit vgl. unten § 35 d. W.Google Scholar
  108. 2.
    Vgl. die „Grundsätze f. d. Erledigung von Geschäften des Staatsmimsteriums“ v. 16. Dez. 1921, die eine Geschäftsordnung des Staatsministeriums darstellen und insbesondere auch feststellen, in welchen Fällen einzelne Fachminister allein im Namen des Staatsministeriums rechtsgültig zu zeichnen befugt sind; sie stellen insofern rechtlich eine Bollmacht für den betreffenden Fachminister dar. Jm übrigen vgl. Art. 44 bis 47 PrB.Google Scholar
  109. 3.
    D. i. der Geschäftsbereich der einzelnen Fachminister.Google Scholar
  110. 4.
    Z. B. gelten für ihr Ruhegehalt usw. Sondervorschriften; vgl. in diesem § Anm. 6. Ferner wegen Bereidigung Art. 56, nicht Art. 78 usw.Google Scholar
  111. 5.
    Wegen letzterer vgl. VO. 16. gebr. 1924 (PrBesBl. 33).Google Scholar
  112. 6.
    Vgl. Art 48 PrB. und G. über Bersorgung der Staatsmimster vom 13. Juni 1924 (GS. 547).Google Scholar
  113. 7.
    Art 56 PrB.Google Scholar
  114. 8.
    Art 57 PrB.Google Scholar
  115. 9.
    Art 58,30 PrB.Google Scholar
  116. 10.
    Art. 59 PrB., sog. Geschästsministerium.Google Scholar
  117. 11.
    Art 82 PrB. — Wegen Genehmigung des Grunderwerbs durch außerpreuß. juristische Personen vgl Erl 28. Jan. 1925 (MBliV.175). Fortgefallen sind insbesondere die Rechte, Orden und Titel zu verleihen (Art. 109 RV.). Mit dem Sode des Jnhabers müssen die meisten Orden an das Staatsministerium zurückgegeben, können aber von den Angehörigen käuflich erworben werden; die Preise für die einzelnen Orden sind bestimmt, vgl Bek 10. April 1926 (MBliV. 369), abg. Bek. 4. März 1927 (PreußBesBl. 51), 4. März 1927 (MBliV. 905); in den Bek Berzeichnis der nicht abzuliefernden Orden. An die Rückgabe der Orden ist alljährlich in den Kreisblättern zu erinnern (Erl. 31. Jan. 1921 — StM. I 429—). Über die Berleihung des Ernnnerungszeichens für Berdienste um das Feuerloschwesen vgl. Erl. 15. März 1926 (MBliV. 289), 18. Febr. 1927 (MBliV.222); ebenso wird die Rettungsmedaille wieder verliehen (Erl. 23. Juli 1925, MBliV. 817, 25. Sept. 1925, MBliV. 1003, 5.März 1926, MBliV. 224, 26. Juni 1926, MBliV. 623, 8. Mai 1928, MBliV. 521); doch nicht mehr für Rettungstaten, die langer als drei Jahre zurückliegen (Erl. 22. Febr. 1927 — MBliV.219 —). Der „Pour le mérite“ für Wissenschaft und Kunst gilt nicht als Orden im Sinne der RV., sondern gleichsam als Abzeichen der Bereinigung seiner jeweiligen Inhaber. — Eheinbiläumsgescheuke Erl.30.März 1926 (MBliV. 323), 9. Dez. 1926 (MBliV. 1069), 31.Mai 1927 (MBliV. 581), (Termin!) 22. Febr. 1929 (MBliV. 153). — Benachrichtigung der Zentralinstanz vor einem 100. Geburtstag vgl. Erl. 13. Febr. 1928 (MBliV. 131), 18. Juli 1929 (MBliV. 609). Die Berleihung von Kriegsauszeichnungen ist endgültig eingestellt (Eri 7. März 1925, MBliV. 299). Tragen von Abzeichen im Dienst durch Beamte ist verboten (Erl. 15. Juli 1925, MBliV. 857). Folgerichtig wäre es, daß nach dem Fortfall von Titeln Amtsbezeichnungen für Kommunalbeamte niemals mehr vom Staatsministerium verliehen werden könnten; die Praxis steht hinsichtlich der Amtsbezeichnung „ Oberbürgermeister“ auf einem anderen Standpunkte(Erl.2<Sept.1919,MBliV.390). Die Berleihung von Adelsprädikaten kommt gleichfalls nicht mehr in Frage. Der Adel ist ein Bestandteil des Namens (Art. 109 Abs. 3 RV.), mit Unrecht halt das RG. (Beschl. v. 1. März 1926, Zeitschr. f. Standesamtswesen S. 98) die Abwandlung des Namens weiblicher Adliger im amtlichen Betkehr für zulassig. Das ehemalige Adelsprädikat (Fürst, Gras usw.) ist indeklinabel (Erl. 5., Sept. 1928 — MBliV. 939 —). — Die VO., betr. Annahme des vollen Familiennamens durch uneheliche, an Kindesstatt angenommene und für ehelich erklärte Kinder adeliger Personen, vom 3. Nov. 1919 (GS. 179) ist durch VO. 12. Mai 1922 (GS. 115) wieder aufgehoben. Die Standesvorrechte des Adels sind beseitigt; mit ihnen ist eine große Anzahl älterer Gesetze, Berordnungen und Berträge aufgehoben (vgl. G. 23. Juni 1920, besonders §41). Beseitigt sind auch die Borrechte bezüglich der Führung der Standesregister (VO. 4. Juni 1926, GS. 182). Namen det Mitglieber der vormals landesherrlichen Familie in Preußen VO. 27. Nov. 1923 (GS. 548). In Zusammenhang hiermit stehen die VO. über Auflösung der Familiengüter vom 10. März 1919 (GS. 39) und die VO. über Familiengüter vom 30. Dez. 1920 (GS. 1921 S. 77), 7. Jan. 1922 (GS. 5), 3. März 1922 (GS. 49), 4. April 1924 (GS. 199) II, für Oberschlesien: VO. 23. Sept. 1922 (GS. 296). AusführBest. vgl. JMBl. 1922 S. 23. Das Heroldsamt ist aufgehoben (VO. 3. Nov. 1919, GS. 180). Akademische Grade Art. 109 RV., VO. 30. Sept. 1924 (GS. 605).Google Scholar
  118. 12.
    Hierüber vgl. unten 6. Kapitel.Google Scholar
  119. 13.
    Art. 49 PrB.; z. B. dem Reiche, anderen Ländern sowie dem Papste gegenüber (Art. 78 Abs. 2 RV.). Nach außen hin ist stets in allen wichtigeren Fragen für eine einheitliche Stellungnahme der preußischen Ressorts Sorge zu tragen (MinPräs Schreiben 30. April 1924, StM. I 4105).Google Scholar
  120. 14.
    Art. 52 PrB.Google Scholar
  121. 15.
    Art. 53 PrB.; vgl. oben 113 d. W. 16) Art. 50 PrB.Google Scholar
  122. 17.
  123. 18.
    Art.40Abs.3 PrB.Google Scholar
  124. 19.
    Art. 51, 40 Abs. 4 PrB.Google Scholar
  125. 20.
    Art. 55 PrB; — Näheres vgl. unten §32 d.W., Peterei Berw.-Arch. Bd.31,S.375Google Scholar
  126. 21.
    Über geschäftliche Behandlung von Gnadengesuchen vgl. Erl. 7. März 1919 (JMSBl. 69); Zuständigkeit und Berfahren vgl. Erl. 26. Aug. 1919 (JMBl. 405),27.Okt. 1919 (MBliV. 462), 12. Mai 1923 (MBliV. 538). Wegen Ausübung des Begnadigungsrechts für die Fälle, in denen einer Gesamtstrafe Einzelstrasen verschiedener Länder zugrunde liegen, vgl. JMBl. 1914 S.571; 1919 S. 411; 1920 S. 569; 1923 S. 737, RMBl. 1923 S. 1033. Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen das Begnadigungsrecht nicht den Ländern, sondern dem Reichspräsidenten zusteht, nämlich dann, wenn das Reichsgericht in erster und letzter Instanz erkannt hat (§§ 452 ff. StPO., § 134 G BG., ferner G. 18. Dez. 1919, RGBl. 2125; VO. 3. Nov. 1920, RGBl. 1866; Art. 48 Abs. 2, Art. 105, 59 RV.). An sich sind Reichsamnestien, gleichfalls auf die eben erwähnten Fälle beschränkt (bestr.). Jm übrigen vgl. Art. 49 RV., ferner G. 4. Aug. 1920 (RGBl. 1487), Vf. 7. Aug. 1920 (JMB1. 397). Vgl. § 179 d. W. Anm. 2.Google Scholar
  127. 22.
    Art. 54 PrB. — Neben diesen auf der Verfassung beruhenden guständigkeiten weist eine Reihe von EinzelG. dem Staatsministerium besondere Befugnisse zu (z. B. Auflösung von Gemeindevertretungen nach den GemeindeverfassungsG.).Google Scholar
  128. 1.
    Art. 31, 32 PrB. — Nach der VO. 31. Dez. 1925 (GS. 1926 S. 7), 13. Febr. 1926 (GS. 51) entsenden Ostpreußen 3, Brandenburg 5, Berlin 8, Pommern 4, Grenzmark 3, Niederschlesien 6, Oberschlesien 3, Sachsen 7, Schleswig-Hol-stein 3, Hannover 6, Westfalen 10, Rheinprovinz 14, Hessen-Nassau 5, Hohenzollern 1 Bertreter in den Staatsrat, der also z. Zt. aus 80 (gegen bisher 77) Bertretern besteht. — Der Name „Staatsrat“ ist dem Worte „Reichsrat“ nachgebildet. Zwischen der staatsrechtlichen Stellung beider bestehen aber grundlegende Unterschiede, von denen nur folgende genannt seien: Der Reichsrat besteht aus Bertretern der Länder und der preußischen Provinzen, der Staatsrat nur aus Provinzialvertretern; diese werden für den Reichsrat von den Provinzialausschüssen, für den Staatsrat von den Provinziallandtagen ernannt; die Reichsratsvertreter sind an Aufträge ihrer Landesregierungen — außer den preußischen Provinzialvertretern — gebunden,die Staatsratsmitglieder nicht. Für letztere gilt der Grundsatz der Inkompatibilität, für die Reichsratsmitglieder nicht. Die Folgen des Einspruchs des Reichsrats bei der Gesetzgebung sind andere als die des Einspruchs des Staatsrats. Hervorzuheben ist, daß der Staatsrat — ebenso wie der Reichsrat — nicht als zweite Kammer anzusehen ist, wenn er auch Ansätze zu einer solchen zeigt; diese Feststellung ist u. a. praktisch deshalb wesentlich, weil die besonderen Borschriften der RV., welche den Mitgliedern der Landtage besondere Borrechte zubilligen (vgl. z. B. Art. 37, 38 RV.), nicht ohne weiteres für die Staatsratsmitglieder gelten. Vgl. Anm. 3 a. Bezug der Staatsratsdrucksachen Erl. 26. Nov. 1926 (MBliV. 1023), 1. Sept. 1928 (MBliV. 921).Google Scholar
  129. 2.
    Art. 33 PrB., ferner G. über die Wahlen z. Staatsrat vom 16. Dez. 1920 (GS. 1921 S. 90) nebst Ausf. Anw. des Min, d. Innern vom 20. Febr. 1921 (MBliV. 50), VO. 28. Febr. 1921 (GS. 317), Erl. 21. Jan. 1926 (MBliV.66). G. betr. vorläufige Wahlen zum Staatsrat in der Prov. Tberschlesien und Abänd. des Art.88 der PrB. 7.April 1921 (GS. 353).Google Scholar
  130. 3.
    Art. 34 PrB. 3a)Art.35 PrB. Die Gültigkeit dieser Borschrift ist bestritten, da der Staatsrat weder ein Landtag (Art. 36 RV.) noch eine Kammer (§ 11 GtGB.) ist. Entgegen der besonders in der Praxis herrschenden Meinung ist Art. 35 PrB., soweit er sich auf gerichtliche Berfolgung bezieht, wegen Widerspruchs mit Art. 105 RV. als ungültig anzusehen.Google Scholar
  131. 4.
    Art. 36 PrB. — Erl. 7. Aug. 1922 (MBliV.795) und fast gleichlautend Erl. 2. Nov. 1922 (FinSNBl. 762).Google Scholar
  132. 5.
    Art. 41 PrB. — G. betr. Reisekosten und Aufwandsentschädigung f. d. Mitglieder und den Präsidenten des Staatsrats 25.Juli 1922 (GS. 197), § 2 abgeänd. d. VO. 28. Sept. 1923 (GS. 447), G. 10. Nov. 1925 (GS. 160).Google Scholar
  133. 6.
    Art. 37, 38, 39 PrB.Google Scholar
  134. 7.
    Vgl. unten § 32 d. W.Google Scholar
  135. 8.
    Art;40 PrB.Google Scholar
  136. 1.
    Vgl. nachstehende Tabelle aus Peters, Der Weg der Gesetzgebung im Reich und in Preußen in tabellarischer Übersicht, i. Beamten-Jahrbuch 1924 G. 377ff. — Jm übrigen vgl. oben §§ 15ff.Google Scholar
  137. 2.
    Vgl. Art. 42 PrB.Google Scholar
  138. 3.
    Jedes neue G., das auch nur materiell den Berfassungsvorschriften zuwiderläuft — nicht bloß, wenn es formell den Wortlaut der Berfassung abändert —, bedarf der erwähnten qualifizierten Mehrheit. — Vgl. auch § 29 Anm. 23 d. W.Google Scholar
  139. 4.
    Mindestzahl derer, die zustimmen müssen, ist demnach 44,4% der gesetzlichen Mitglieder des Landtags. Vgl. oben Anm.31 zu § 29 d. W.Google Scholar
  140. 5.
    Vgl oben § 15 und § 30 Anm. 20 d. W.Google Scholar
  141. 5a.
    Bezugspreis z. Zt. vierteljährlich 1,05 RM. (Bel 13. Aug. 1928 — GS, 191 —). Einzelnummern zu beziehen durch von Decker’s Berlag, Berlin W 9, Linkstr. 35.Google Scholar
  142. 6.
    Vgl. G. über Berkündung von Rechtsverordnungen vom 9. Aug. 1924 (GS. 597), nachgebildet dem ReichsG. 13. Okt. 1923 (RGBl.I 959). — Hinsichtlich der Einschränkung öffentlicher Bekanntmachungen vgl. G. 4. März 1924 (GS. 123).Google Scholar
  143. 7.
    Es bestehen z. Zt. in Preußen solgende Ministerialblätter: 1. Ministerialblatt f. d. innere Berwaltung, 2. Fmanzministe-rialblatt, 3. Preuß. Besoldungsblatt, 4. Ministerialblatt der Handels-und Gewerbeverwaltung, 5. Ministerialblatt der Berwaltung für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, 6. Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung, 7. Justizministerialblatt, 8. Bolkswohlsahrt (Amtsblatt des Min. f. Bolkswohlsahrt). — Nicht mehr fortgeführt werden das Ministerialblatt f. Medizinal-und Unterrichtsangelegenheiten und das Blatt des Ministeriums für öffentliche Arbeiten; beide sind in den eben erwähnten Mm.-Blättern ausgegangen. Als Berössentlichungsorgane der Regie-rungen bestehen in den einzelnen Bezirken die Regierungsamtsblatter. Vgl. G. 10. April 1872 (GS.357), Erl. 10. April 1924 (MBliV. 405), 20. April 1927 (MBliV. 437), letzterer die Beilagegebühr betr. — Gemeinden und Gutsbezirke sind zum Halten des Amtsblatts ihres Bezirks verpflichtet (G.10.März 1873, GS.41); Ausnahmen vgl. Erl. 31. Aug. 1921 (MBliV. 288). Bezugspreis Erl. 23. Aug. 1925 (MBliV. 885). Dinformat Erl.27.Mai 1926 (MBliV. 518). Unterlassung von Amtsblattveröffentlichungen Erl. 9. Okt. 1925 (MBliV. 1020). Über Beröffentlichung amtlicher Bek. der Polizei vgl. Erl. d. Min. d. Jnn. 2. Okt. 1926 — II D 1114 —, 11. Jan. 1927 (MBliV. 55), der Gerichte Erl. 11. Nov. 1926 (JMBl. 397). — Über gebührenPflichtige Bek. vgl. Erl. 17. Jan. 1927 (MBliV. 72, PreußBesBl. 35). Wegen Pauschsumme f. Beroffentlichung abhanden gekommener Wandergewerbe-und Kraftfahrzeugführerscheine vgl. Erl. 2. Juli 1923 (MBliV. 747). Wegen Kosten der Beröffentlichungen des Reichswasserschutzes Erl. 27. Nov. 1922 (MBliV. 1159). Keine kostenfreie Aufnahme der Bek, der standischen gemeinnützigen Jnstitute mehr (Erl. 24 März 1925, MBliV. 354). Kosten der Bek. von Straßensperrungen Erl. 15. April 1926 (MBliV. 371).Google Scholar
  144. 8.
    Grundsätzlich durchgeführt wird die Beröffentlichung aller Erlasse im Bereiche der inneren Berwaltung (MBliV. 1922 S.3, 1927 S. 1), deren Ministerialblatt hierin führend ist.Google Scholar
  145. 9.
    Die geplanten Sammlungen des deutschen Reichsrechts und preußischen Landesrechts scheinen über Anfange nicht hinausgekommen zu sein.Google Scholar
  146. 1.
    Es handelt sich auch hier nur um die ordentlichen Behörden, während die zahlreichen Sonderbehörden, die sich an diese Berwaltungen anschließen, unter den Sonderabschnitten dieses Werks aufgeführt werden.Google Scholar
  147. 1.
    Vgl. oben § 26 d. W, am Ende.Google Scholar
  148. 2.
    Behörde im Gegensatz zum Beamten ist das von der Einzelperson unabhängige Amt, das auch eine Mehrheit von Beamten umfassen kann und beim Wechsel der Person fortdauert. Begriffsbestimmung: RGSt. Bd. 32 S. 366. Den Strafantrag bei Behördenbeleidigung kann auch die unmittelbar vorgesetzte Behörde stellen (StGB. §196).Google Scholar
  149. 3.
    Der Geschäftskreis der preußischen Behörde endet naturgemäß im allgemeinen an der Landesgrenze; gelegentlich wird allerdings durch Staatsverträge auch über diese hinausgegangen. So bestehen zahlreiche Berwaltungs-(auch Gerichts-)gemeinschaften mit anderen deutschen Ländern (z.B. G. 10. Sept. 1928 — GS. 199).Google Scholar
  150. 4.
    Auch der Einnahmen.Google Scholar
  151. 5.
    Auch der Berwaltungs-und Disziplinargerichte.Google Scholar
  152. 1.
    Über den Unterschied zwischen büromäßiger und kollegialer Berfassung vgl. § 39 Anm. 30 b. W.Google Scholar
  153. 2.
    VO. 27. Okt. 1810 (GS.3) erg. KO. 3. Juni 1814 (GS.40), 3. Nov. 1817 (GS. 289), 1.Jan. 1819 (GS.2) und Bek. 17. Jan. 1838 (GS.11).Google Scholar
  154. 3.
    VO. 1810 (Abschnitt Staatsminisier). Wichtig war der Übergang vom Provinzialzum Realstystem (Fachminister statt Provinzialminister) vgl. §26 d.W. — Befugnis zum Erlaß reglementarischer Anordnungen KO. 4.Juli 1832 (GS. 181), von Polizeiverordnungen § 197 d. W., von Ausführungs-verordnungen Art.51 PrB.Google Scholar
  155. 4.
    Der heutige Staatsrat hat eine andere Stellung (vgl. § 31 d. W.).Google Scholar
  156. 5.
    Auswärtiges, Krieg, Justiz, Finanzen und Jnneres.Google Scholar
  157. 6.
    Die Zuständigkeit, soweit sie nicht gesetzlich festliegt, wird vom Staatsministerium geregelt. Mitbestimmungsrecht des Landtags: Art. 47 II PrB.Google Scholar
  158. 7.
    Art. 44 PrB. In diesem Abschnitt ist nicht die politische Seite der Zuständigkeit, sondern nur die verwaltungsmäßige zu erörtern, vgl. im übrigen § 30 d. W. Zur Bertretung der Minister sind Gtaatssekretäre bestellt. Dienstflagge der Staatsminister und Staatssekretäre: Erl. 26. Febr. 1926 (MBliV 227).Google Scholar
  159. 8.
    Art. 47 III PrB. Berfügungen, die alle Ressorts betreffen, insbesondere auf beamtenrechtlichem Gebiete ergehen daher „im Namen des Ministerpräsidenten und sämtlicher Staatsminister“.Google Scholar
  160. 9.
    Berfassungsmäßige Zuständigkeiten vgl. oben § 30 d. W.; gesetzliche Zuständigkeiten: Auflösung kommunaler Bertretungen (§ 51 Anm. 9), Eingemeindungen (§ 53 Anm. 8).Google Scholar
  161. 10.
    Die hierfür maßgebenden Grundsätze datieren vom 16. Dez. 1921. Jm wesentlichen handelt es sich um diejenigen Angelegenheiten, welche auf Grund Erl. 10. Aug. 1914 (GS. 153) von der Krone an das Staatsmimsterium delegiert waren. Vgl. § 30 Anm. 2 d. W.Google Scholar
  162. 11.
    Vgl. § 30 d. W.Google Scholar
  163. 12.
    Preußen unterhält eine Gesandtschaft in Bayern, Konsulate in Hamburg, Bremen und Lübeck. Beim Batikan fungiert der Botschafter des Reichs auch als preußischer Gesandter. Beim Preußischen Staatsministerium sind beglaubigt Gesandte von Bahern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig, Anhalt, Bremen und Lübeck sowie Konsuln von Bayern, Sachsen und Oldenburg.Google Scholar
  164. 13.
    Vgl. Art. 79 RV.; §§ 12 ff. des Wehrgesetzes vom 23. März 1921 (RGBl. 329). S. auch § 410 d. W.Google Scholar
  165. 14.
    Zur Wahrnehmung der besonderen oftpreußischen Jnteressen (Folge des Korridors!). Seit 1920.Google Scholar
  166. 15.
    § 267 d. W.Google Scholar
  167. 16.
    Den Bertrieb der Gesetzsammlung bebesorgt ein Privatverlag (GS. 1927 S.202).Google Scholar
  168. 17.
    Die frühere Generalordenskommission ist ausgelöst. Jhre Abwicklung erfolgt durch den Ministerpräsidenten.Google Scholar
  169. 18.
    Berössentlichungsorgan: „Amtlicher Preußischer Pressedienst“.Google Scholar
  170. 19.
    Vgl. 4. Kap. d. W.Google Scholar
  171. 20.
    Hier wie überall ist eine etwa bestehende „Zentralabteilung“ nicht besonders ausgeführt. Es werden nur die Berwaltungs-abteilungen erwähnt.Google Scholar
  172. 21.
    Ministerialblatt: Justizministerialblatt (JMBl.).Google Scholar
  173. 22.
    Die Strafanstalten ausschließlich der Polizeigefängnisse Erl. 14. Dez. 1917 (GS. 1918, S. 11).Google Scholar
  174. 23.
    Dem Justizministerium unterstellt sind:a)dasjuristische Landesprüfungsamt (G. 6. Mai 1869, GS. 656; GBG. § 2 und AG. GBG. § 1; G. über die Zulassung der Frauen zu den Ämtern und Berufen der Rechtspflege 19. Juli 1922, RGBl. I 573; Ausbildungsordnung 11. Aug. 1923, JMBl. 588; zweite Änderung vom 27. März 1924, (JMBl.134); b) das Landesamt für Familiengüter, die oberste Auslösungsbehörde für Familiengüter (ZwangsauflösungsVO. 19.Nov. 1920, GS. 496; §§ 27ff. VO. 3. März 1921, GS. 339; Nr. 6 Geschäftsordnung 26. März 1921, JMBl.231. Bei diesen Geschäften ist auch der Landwirtschastsminister beteiligt.)Google Scholar
  175. 24.
    Erl. 17. April 1848 (GS. 109).Google Scholar
  176. 25.
    Erl. 7. Aug. 1878 (GS+. 1879 S. 25), G. 13. März 1879 (GS. 123).Google Scholar
  177. 26.
    Erl. 4. Nov., 22. Dez. 1887 (GS. 1888 S. 4).Google Scholar
  178. 27.
    28) Bek. 16. Febr. 1921 (GS. 350).Google Scholar
  179. 29.
    Bereinigt die frühere Gtatsabteilung und die Berwaltungen der direkten und indirekten Steuern. Unter der Leitung der Finanzabt. stehen: a) die Generalstaatskasse (KO. 3. Nov. 1817, GS. 289; sie umfaßt sämtliche Zweige der Staatsverwaltung) mit der Hauptbuchhaltern (Jnstr. 15. Dez. 1858, MBHB.1859 S.26); b) die Preußische Staatsschuldenverwaltung (von der Reichsschuldenver-waltung geführt: §23 der Staatsschuldenordnung 12. März 1924, GS. 132, VO. 31. März 1924, GS. 194; ihr fleht ein parlameuterischer Staatsschuldenausschuß zur Seite §24 a.a. O.); c) die Preußische Staatsbank (Seehandlung). Jetzige Bezeichnung durch G. 25. Febr. 1918 (GS. 15) — beigegeben ist ihr ein beratender Ausschuß (Staatsmin. Beschl. 6. Jan. 1925, 11. März 1926, (GS. 123) — nebst dem staatlichen Leihamt Regl. 8. Febr. 1834, GS. 23; Erl. 12. Ang. 1850, GS.370; VO. 23.Nov.1923, GS. 535, §5); d) die Preußische Zentralgenossenschasts-kasse, meist „Preußenkasse“ genannt (G. i. d. Fassg. vom 8.März 1924, GS. 173; beratender Ausschuß vgl. §§ 73ff. ebendort; G. 28. April 1928, G. S. 105); e) die Generaldirektion der allgemeinen Witwenverpflegungsanstalt (vgl. §77 Anm. 7 d. W.). f) die Beamtenfursorgebehörden: Durch Beschl. 28. Jan. 1921 (MBliV.94) dem FinMin, unterstellt, welcher überhaupt die Federführung in allen vermögensrecht-lichen Beamtenfragen besitzt. GeschäftsO. 12. Aug. 1920 (MBliV. 334). Es kommen in Betracht 1. das Fürsorgeamt für Beamte auf den Grenzgebieten, 2. das Fürsorgeamt für Lehrpersonen, welche die Bersorgung und Unterbringung der auf den abgetretenen Gebieten verdrängten sowie die Betreuung der auf den besetzten Gebieten ausgewiesenen mittelbaren Staatsbeamten und Lehrpersonen sowie ihrer Hinterbliebenen durchführen (UnterbrmgungsG. 30.März 1920, GS. 63). Die beiden Fürsorgeämter, deren Aufgaben teilweise den Reg Pras, und Reg. übertragen sind (Erl. 29. Juni 1926 — PrBesBl.97 —) sind zugleich Beschlußbehörden. Über ihnen steht 3. das Oberfürsorgeamt für Beamte und Lehrpersonen auf den Grenzgebieten (angegliedert an OBG. Federsührung durch FinMin.; vgl. §§ 3ff., §§ 11f., § 13 UnterbringungsG.) als Beschlußbehörde zweiter Jnstanz. Diese Behörden befinden sich in der Abwicklung. g) Die srüher rein preußische Generallotteriedirektion sührt jetzt die Geschäfte der als selbständige rechtsfähige Anstalt errichteten „Preußisch-Süddeutschen Staatslotterte“, welcher alle deutschen Länder außer Hamburg und Sachsen angeschlossen sind: GS. 1928 S. 169. Vgl. auch MBliV. 1924 S.1207.Google Scholar
  180. 30.
    Ministerialblatt: Finanzministerialblatt (FinMBl.) und Preußisches Besoldungsblatt (PrBesBl.).Google Scholar
  181. 31.
    Unter ihrer Leitung stehen: a) die Akademie des Bauwesens (Erl. 7. Mai 1880, GS. 261, Bek. 16. Febr. 1921, GS. 350; b) das Technische Oberprüsungsamt zur Prüfung f. d. Staatsdienst im Baufach (Vorschr. 13. Nov. 1912).Google Scholar
  182. 32.
    Ministerialblätter: Zeitschrift für Bauwesen, Zentralblatt der Bauverwaltung und „Denkmalpflege und Heimatschutz“.Google Scholar
  183. 33.
    Vorschr. 5. Juli, 21. Sept. 1927(FMinBl. Nr. 17/18). Vgl § 26 Anm. 9 (mitte) d. W.Google Scholar
  184. 34.
    Von 1814 bis 1819 bestand daneben ein besonderes Ministerium der Polizei. Von 1832 bis 1842 führte das Ministerium des Jnnern die Bezeichnung „Ministerium des Jnnern und der Polizei“.Google Scholar
  185. 35.
    Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten wurde nach Übergang von Eisenbahn und Wasserftraßen auf das Reich (Art.89ff, 97ff.RV.) aufgelöst (G. 15. Aug. 1921, GS. 487). Die bei Preußen verbliebenen Zuständigkeiten wurden auf die anderen Minister verteilt.Google Scholar
  186. 36.
    Ein Teilder Gewerbepolizei ist wieder dem Ministerium des Jnnern zurückgegeben: Presse, Pfandleiher, die an öffentlichen Orten ihre Dienste anbietenden Gewerbetreibenden, Kleinhandel mit Getränken, Gast-und Schankwirtschaft, Schauspieler, Schausteller und Musiker (auch beim Wandergewerbe), wobei der Kultusminister mitwirkt (vgl. Erl. 17. März 1852, GS. 83, und 30. Juni 1858, GS. 501, die allerdings zum Teil heute überholt lind). Die Baupolizei untersteht jetzt dem Minister für Bolkswohlfahrt (vgl. unten ϰ). Zust. Berteilung zwischen MdJnn. und JustMin. bei Gnadenakten: Erl. 2. Nov. 1926 (MBliV. 981); zwischen Mdjnn. und LandwMin. in Klagesachen: Erl. 14. Jan. 1929 (MBliV. 75).Google Scholar
  187. 37.
    Ju den grundsätzlichen Fragen der allgemeinen Landesverwaltung wirkt der Finanzminister mit.Google Scholar
  188. 38.
    Beröffentlichungen erfolgen durch das Ministerialblatt für die Preußische innere Berwaltung (MBliV.), in welchem seit 1922 nahezu sämtliche allgemeinen Erlasse ausschließlich abgedruckt werden (Erl. 6. Dez. 1921 MBliV. 1922 S. 1; vgl. MBliV. 1929 S. 1).Google Scholar
  189. 39.
    Dem Ministerium des Jnnern unterstehen außerdem: a) (gemeinsam mit dem Finanzmimster) die Prüfungskommission für höhere Berwaltungsbeamte (§ 67 Anm. 14 d. W.), b) das Statistische Landesamt (KO. 28. Mai 1805; jetziger Name: Erl. 24. April 1905, GS. 232), c) das Domkapitel in Brandenburg (unmittelbar) und (durch den Oberpräsidenten von Sachsen) die Domstifter in Merseburg, Naumburg und Jeitz, d) das Polizeiinsritut Berlin, die höhere Polizeischule in Eiche, die Polizeischule für Leibesübungen in Spandau und für Technik und Berkehr in Berlin, e) der Polizeipräsident in Berlin (§ 42), f) der Deutsche Sparkassen-und Giroverband. Träger der Deutschen Girozentrale, Deutsche Kommunalbank; er hat durch Erl. 17. Okt. 1921 Körperschaftsrechte erhalten. Die ministerielle Aufsicht ist ähnlich der Kommunalaufsicht geregelt. Neue Satzung genehmigt d. Erl. 12. Juni 1924; vgl auch § 64 Anm. 1 d. W., g) das Bersicherungswesen, soweit nicht das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung zuständig ist, insbesondere die Berbände öffentlicher Feuerversicherungsanstalten (Satzung 28. Aug. 1914, RAnz. 216), öffentlicher Lebensversicherungsanftalten (Satzung genehmigt durch Erl 24. Nov. 1911) und öffentlichet Unfall-und Haftpflichtversicherungsanstalten (Satzung 9. Jan. 1926) und der öffentlich-rechtliche Hagelversicherungsverband (Satzung 6. März 1928).Google Scholar
  190. 40.
    Jetzige Bezeichnung Bek. 15. Nov. 1918, ZBIU. 674. MinBlatt: Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung (ZBIU.).Google Scholar
  191. 41.
    Die über die Zuständigkeit anderer Minister hinausgehende Befugnis zu reglementarischer Regelung gewisser Gegenstände der Unterrichtsverwaltung erstreckt sich auch auf die „neuen Provinzen“: VO. 5. Sept. 1877 (GS. 215).Google Scholar
  192. 42.
    Die Bolkshochschulen (vgl. Art. 148 RV.) unterstehen nicht unmittelbarer staatlicher Leitung; sie werden vom Staate lediglich unterstützt.Google Scholar
  193. 43.
    44) Unter dem Ministerium stehen die wissenschaftlichen und Kunstinstitute (§267 d. W.),die Universitäten, die technischen Hochschulen (§274 d.W.), die Hochschule für Leibesübungen (frühere Landesturnanftalt: Erl. 28. Sept. 1921), die Sachverständigenkammern, die schulwissenschaftlichen Prüfungskommissionen, die Charité (öffentliche Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit, begründet 1727, Organisation: 7. Sept. 1830, GS. 133; Zuständigkeit des Ministeriums KO. 17. April 1846, GS. 166) sowie gemeinsam mit dem Finanzministerium die Landesschulkasse und die Landesmittelschulkasse (§ 271 d. W.).Google Scholar
  194. 45.
    Vgl. unten ι.Google Scholar
  195. 46.
    Eri. 25. Juni 1848 (GS. 159) Nr.5.Google Scholar
  196. 47.
    Gestütwesen Erl. 11. Aug. 1848 (GS. 228), das Deichwesen Erl. 26. Nov. 1849 (GS. 1850 S. 3) unter Mitwirkung jetzt des Handelsministers,die Jagdpolizei G. 7.März 1850 (GS. 165), die Landesrentenbank —in Gemeinschaft mit dem Finanzministerium (vgl. obenε)—das Tierheil-(Beterinär-)wesen Erl. 27. April 1872 (GS. 594), das Grundkreditwesen Erl. 10. Sept. 1874 (GS. 310), 13. Aug. 1876 (GS. 397), zum Teil unter Mitwirkung des Wohlfahrtsministeriums, die ländlichen Fortbildungsschulen Erl. 24. Jan. 1895 (GS. 77).Google Scholar
  197. 48.
    Erl. 7. Aug. 1878 (GS. 1879 S. 25) G. 13.Mär§ 1879 (GS. 123).Google Scholar
  198. 40.
    Vgl. Anm. 35. Die nicht auf das Reich übergegangenen Wasserläufe 1. Ordnung, Wahrnehmung der wasserwirtschaftlichen Jnteressen Preußens gegenüber dem Reich, Durchführung des Art. 97 RV. und die sich daraus ergebende Abwicklung, Wegewesen (vgl. Anm. 36).Google Scholar
  199. 50.
    MBl. der preußischen Berwaltung für Landwirtschaft, Domänen und Forsten (LMBl.). Zu nennen ist auch die Zeitschrift für das gesamte Agrar-und Wasserrecht (Berlin, Parey).Google Scholar
  200. 51.
    Zum Berwaltungsbereich des Ministeriums gehören: 1. die Preußische §auptlandwirtschaftskammer, die Landwirtschaftskammern (§342 d. W.), die landwirtschaftlichen Hochschulen (Berlin, Bonn-Poppelsdorf vgl. § 343 d. W.), daneben die Aufsicht über das mittlere und niedere landwirtschaftliche Unterrichtswesen(§ 343 d.W.), die staatlichen landwirtschaftlichen Bersuchsund Forschungsanftalten (Abt. I), 2. die forftlichen Hochschulen in Eberswalde und Hann.-Mnden mit den Forstprüfungskommissionen Abt. III), 3. die Haupt-und Landgestüte, der Prüfungsausschuß für Tierzuchtbeamte (Abt. IV), Prüfungsordnung 18. Okt. 1923 (LMBl. 988) mit Änderungen (daselbst 1924 S.54, 711, 1925 G.289, 416). 4. das Landesveterinäramt (VO.13.Mai 1910 GS.65, ehrenmitglieder: VO.2.Juni 1926, GS.222); der ständige Ausschuß für das Abdeckereiwesen (Erl. 29. Okt. 1923, LMBl. 932), der Tierärztekammerausschuß G. 13.April 1928 — GS. 57) und die tierärztlichen Hochschulen in Berlin und Hannover (Abt. V), 5. das Oberlandeskulturamt (G. 3. Juni 1919, GS. 102; vgl. §41 d. W.), die Deutsche Ödlandkultur G. m. b. H. (eine privatrechtliche Gründung des Landwirtschaftsministeriums und des Reichsarbeitsministeriums zum Zwecke der Kultivierung privater Heide-und Moorländereien mit Hilfe von Erwerbslosen), die staatliche Bermittlungsstelle für Ansiedler (Erl. 9. April 1927 — LMinBl. 314), die ZentralmoorKommission, die Landesanstalt für Gewässerkunde(Erl. 14.April 1902) (Abt. VI).Google Scholar
  201. 52.
    Erl. 7. Aug. 1878 (GS. 1879 G. 25), G. 13. März 1879 (GS. 123) vgl. oben Anm.46.Google Scholar
  202. 53.
    Vgl. oben Anm. 35.Google Scholar
  203. 54.
    Rechte auf dem Staatsvertrag vom 31. März 1920 (GS. 97) vgl. § 324 d. WGoogle Scholar
  204. 55.
    G. 15. Aug. 1921 (GS. 487).Google Scholar
  205. 56.
    Soweit nicht andere Ministerien auf Grund ihrer Spezialzuständigkeiten in Frage kommen (Erl. 1. Sept. 1926 in „Die Landgemeinde“ 1926 S.391). Für Wegeenteignungen z. B. das Landwirtschaftsministerium. Berteilung der Zuständigkeiten im Luftfahrwesen zwischen Min. d. Jnn. und Hand.-Min.: Erl. 27. Okt. 1925 (MBliV. 1233).Google Scholar
  206. 57.
    Beschl. 7. Nov. 1919 (GS. 173).Google Scholar
  207. 58.
    Ministerialblatt der Handels-und Gewerbeverwaltung (HMBl.); Zeitschrift für das Berg-, Hütten-und Salinenwesen im preußischen Staate.Google Scholar
  208. 59.
    Leiter ist der Oberberghauptmann. Dieser Abt. unterstehen das Grubensicherheitsamt (Erl. 18. Jan. 1922, RAnz. Nr. 21), die Geologische Landesanstalt, die Berg-Anm.: NoteGoogle Scholar
  209. 60.
    befinbet fich auf S. 95. akademie in Clausthal-Zellerf eld nebst den bei den Technischen Hochschulen in Aachen und Berlin bestehenden bergbaulichen Abteilungen, die Bergprüfungskommission, die Oberbergämter; der Staat als Aktionär der Preuß. Bergwerks-und Hütten-A.-G. (welcher das Eigentum am staatlichen Bergwerksbesitz übertragen ist: G. 26. Juli 1926 — GS. 234 —) wird von ihr und dem FinMin, vertreten.Google Scholar
  210. 60.
    Jhrer Aufsicht unterstehen die Jndustrie-und Handelskammern, ihr Landesaueschuß (Erl. 12. Juli 1919, HMBl. 195) und die Landesauftragsftelle zur Wahrung der preußischen Gewerbeinteressen beider Bergebung öffentlicher Auftrage.Google Scholar
  211. 60a.
    Aussicht über die Handwerksklammern: G. 11. Febr. 1929 — RGBl. I 21.Google Scholar
  212. 61.
    Vgl. aber die Zuständigkeit des Wohlfahrtsminifterinms (vgl. unten ϰ).Google Scholar
  213. 62.
    Vgl. auch oben Anm. 36.Google Scholar
  214. 63.
    Jhr unterstehen die Technische Deputation für Gewerbe (Publ. 16. Dez. 1808, GS. 361, Nr, 8), und das Prüfungsamt für Gewerbeaussichtsbeamte.Google Scholar
  215. 64.
    Jhr unterstehen das Landesgewerbeamt (VO. 7. Febr. 1921, GS. 261), die gewerblichen Fortbildungsschulen und die Staatliche Porzellanmanusaktur.Google Scholar
  216. 65.
    Jhr unterstehen die vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten übernommenen wasserverkehrswirtschaftlichen Fragen, ferner der Kraftfahr-und Lustverkehr; sie vertritt (gemeinsam mit dem Finanzministerium) den preußischen Staat in der Preußischen Elektrizitäte-AG. (G. 24. Okt. 1927 — GS. 197).Google Scholar
  217. 66.
    StaatsminBeschl. 7. Nov. 1919 (GS. 173).Google Scholar
  218. 67.
    68) Staatsmm.Beschi. 5. Mai 1922 (Landtags-Drucks. 1921/22 Nr. 2892).Google Scholar
  219. 69.
    StaatsminBeschl. 6. April 1923 (GS, 1924 G. 26).Google Scholar
  220. 70.
    Min.Bl.: „Bolkswohlsahrt“ (BMBl.).Google Scholar
  221. 71.
    Jhr unterstehen der Landesgesundheitsrat, durch StaatsminBeschl. 30. April 1921 (GS. 369) als beratendes Organ errichtet (in ihm sind einige der früheren Mimsterialkommissionen ausgegangen); Geschästsordnung 25. Sept. 1921 (BMBl.20), der Ärztekammerausschuß (vgl. G. 30 Dez. 1926 — GS. 359), der ärztliche Ehrengerichtshos, der Apothekerkammerausschuß, die Zahnärztekammer, das Jnstitut für Jnsektionskrankheiten „Robert Koch“, die Landesanstalt für Wasser-, Boden-und Lufthygiene (GeschAnw. 27. Aug. 1901,MMBl. 237) und die hygienischen Jnstitute, die Nahrungsmitteluntersuchungsanstalten und die medizinischen Prüfungsausschüsse.Google Scholar
  222. 72.
    Sie bearbeitet alle bevölkerungs-und sozialpolitischen Maßnahmen auf diesem Gebiete, soweit es sich nicht um rein landwirtschastliche Siedlungen handelt, Baupolizei und Städtebau einschließlich der Kommunalaussicht in dieser Beziehung. Jhr unterstehen der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (§ 41 d. W.), die Preußische Landespfandbriefanstalt (als Körperschast des össentlichen Rechts durch Satzung Anm.: NoteGoogle Scholar
  223. 73.
    befinbet fich auf G. 96. vom 22. Juli 1922 gegründet), die Zentralstadtschaft (Satzung 23. Jan. 1922; die Stadtschaften beruhen auf dem G.8. Juni 1918, GS. 98), die am 1. Okt. 1920 errichtete Prüfungsstelle für statische Berechnungen.Google Scholar
  224. 73.
    Jhr unterstehen der Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege (zur Durchführung der VO. 15. Febr. 1917, RGBl. 143; PrAusf Best. 19. Febr. 1917, MBliV. 65: Genehmigung und Überwachung öffentlicher Sammlungen zu Wohlfahrtszwecken, Bekämpfung des Wohlfahrtsschwindele), das „Potsdamsche Große Waisenhaus“ (1724 gegründete Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit).Google Scholar
  225. 1.
    Vgl. § 48 Anm.9, VO. 1. Aug. 1879 (GS. 573), G. 22.Mai 1902 (GS. 145).Google Scholar
  226. 2.
    Vgl.§70d.W.,G.21.Juli 1852(GS. 465), VO. 25. Sept. 1867 (GS. 1613), 9. April 1879 (GS. 345), 18. Febr. 1919 (GS. 29), G. 4. Aug. 1922 (GS. 208), Ausf-Best, das., § 14 G. 25. mai 1926 (GS. 163). Nach dem G. 15.Juli 1924 (GS. 578) können auch stellvertretende Mitglieder ernannt werden. Das ist geschehen.Google Scholar
  227. 3.
    G. 3.Juli 1875, 2. Aug. 1880 (GS. 328) §§ 17-30a und § 88. § 29 Abs. 1 i. d. Fassg. des G. 27. mai 1888 (GS. 226), G. 12. Juni 1929 (GS. 85), Regul. 22. Febr. 1892 (MBliV. 133), Nachträge 15. mai 1893 (MBliV. 123), 3. Sept. 1920 (MBliV. 312). 13. Juni 1925 (MBliV. 1259).Google Scholar
  228. 4.
    VO. 12. märz 1924 (GS. 130). Die Organisation dieses Senats entspricht der des früheren Landeswasseramts (§§ 370-373 des Wassergesetzes).Google Scholar
  229. 5.
    § 28 des G. 3. Juli 1875,2. Aug 1880.Google Scholar
  230. 6.
    An die Stelle des früheren Disziplinarsenats (G.8. mai 1889, GS.107, § 1) find für die Geltungsdauer des BeremsachungsG. 13. mai 1918 (GS. 54), d. h. bis auf weiteres (G. 3. Jan. 1928, GS. 1), der Erste und der Neunte Senat getreten.Google Scholar
  231. 7.
    Jn der Begründung seiner Entscheidüngen sucht das OBG. die allgemeinen Grundsätze des öffentlichen Rechts klarzulegen und dadurch dieses Recht auszubauen, insbesondere wo es auf älteren Borschriften beruht. Die Großtat des DBG, ist die vollkommene Neuschöpfung des materiellen Polizeirechts. Sammlung der Entscheidungen seit 1877, 83 Bande mit Hauptregister zu Bd. 1-50, 51-65, 66-80 (Berlin, Earl Heymann). Die auf dem Gebiete des Wasserrechts ergehenden Entscheidungen werden auch in der „Zitschrift für Agrarund Wasserrecht“ fortlaufend veröffentlicht, Einreichung von Gefchäftsübersichten: Erl. 15. Mai 1926 (MBliV. 470).Google Scholar
  232. 8.
    Vgl. § 35 d. W. Anm. 29f, § 79 d. W. Anm. 2.Google Scholar
  233. 9.
    G. 27. März 1872 (GS. 278); Geschäftsgang das. §§7,8 und Regul. 22. Gept. 1873 (GS. 458) mit Nachträgen (§ 5) 11.Mai 1877 (GS. 130), (§6) 27.Juli 1874 (GS. 294), (§§ 7, 24, 28, 35) 28. Mai 1912 (GS. 95); G.22.März 1912 (GS.29); vgl. auch Art. 68 PrB.Google Scholar
  234. 10.
    Während früher die Preußische Oberrechnungskammer gleichzeitig die Geschäfte des Rechnungshofes des Deutschen Reiches miterledigte, ist heute, umgekehrt, der Ehefpräsident des Rechnungshofs gleichzeitig Chefpräsident der Oberrechnungskammer.Google Scholar
  235. 1.
    VO. wegen verbesserter Einrichtung der Provinzial-, Polizei-und Finanzbehörden v.26.Dez. 1808, VO. wegenverbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden v. 30. April 1815 (GS. 85), Reg Jnftr. 23. Okt. 1817 (GS. 248), OPJnstr. 23. Okt. 1817, 31. Dez. 1825 (GS. 1826 S. 1).Google Scholar
  236. 2.
    Unter „Dekonzentration“ versteht man die Abgabe von staatlichen Geschäften von oberen auf untere Behörden zur selbständigen Entscheidung — undeschadet des Anweisungsrechts der oberen Jnstanzen.Google Scholar
  237. 3.
    Man bezeichnet auch diese Art der Berwaltung als „Selbstverwaltung“ (im politischen Sinne) und zwar in Anlehnung an die bahnbrechenden Schriften von Gneist, auf deren Einfluß diese Bestimmungen zurückgehen. Er sah in der obrigkeitlichen — im Gegensatz zu der gemeindlichen, „wirtschaftlichen“ — Selbstverwaltung eine besonders wirksame Gegenwehr gegen die Alleinherrschaft der beamteten Bureaukratie. Selfgovernment im englischen Sinne war ihm Führung der Staatsgeschäfte durch ehrenamtliche Laien. Ein typischer Fall in Preußen, ähnlich dem englischen Friedensrichter, ist der Amtsvorsteher.Google Scholar
  238. 4.
    Den Plan selbst hatte auch Stein gehabt; die von ihm angeordneten Laienbeirate, welche in die Regierungskollegien eingefügt werden follten, sind aber nicht zur Wirksamkeit gelangt.Google Scholar
  239. 5.
    „Dezentralisation“ im engeren Sinne.Google Scholar
  240. 6.
    LBG. 30.Juli 1883 (GS. 195); Änderungen sind erfolgt G. 27. April 1885 (GS. 127), 21. März und 29. April 1887 (GS. 61 u. 127), 8. mai 1889 (GS. 107), 24. Juni 1891 (GS. 175), 15.Mai 1916(GS. 58), 15. u. 16. Nov. 1920 (GS. 1921 S. 1 u. 65), VO. 12. März 1924 (GS. 130), G. 25.Mai 1926 (G S. 163) § 12 sowie durch das Bereinfachungsgesetz (vgl. § 36 d. M. Anm. 6), ausführlicher Kommentar von Friedrichs, 1910; von Brauchitsch, Bd. 124. Aufl. 1928.Google Scholar
  241. 7.
    Der Behördenaufbau erfolgt im allgemeinen in drei Stufen: oberste, höhere und untere Behörden. Die preußische Gesetzgebung kennt für die allgemeine Berwaltung unter den Zentralbehörden (obersten Staatsbehörden) die Provinzial-und Bezirksbehörden (früher als „Provinzialbehörden“ zusammengefaßt) und die Kreisbehörden; die unter den Kreisbehörden stehenden Berwaltungsorgane sind, soweit sie selbständig sind, Kommunalbehörden. Nebeu ihnen sieht der Amtsvorsteher.Google Scholar
  242. 8.
    Vgl.§§41, 46 d.W.Google Scholar
  243. 1.
    LBG.§1. Die VO. 30. April 1815 § 1 sah zehn Provinzen vor („alte Provinzen“); von ihnen wurden Cleve-Berg und Großherzogtum Niederrhein 1822 zur Rheinprovinz vereinigt; ihr traten das Fürstentum Lichtenberg (Kreis St. Mendel), KO. 25. März 1835 (GS. 43) und das Oberamt (jetzt Kreis) Meisenheim, G. 24. Febr. 1872 (GS. 171), hinzu. Die Provinzen Ost-und Westpreußen wurden 1829 zu einer Provinz Preußen vereinigt, durch G.19.März 1877 (GS.107) aber wieder getrennt. Die Provinz Schlesien wurde durch G.14. Okt. 1919 (GS. 169) und 25. Juli 1923 (GS.344)in Ober-und Niederschlesien geteilt. Aus der Provinz Brandenburg schied die Stadt Berlin auf (LBG. §1). Die Bergrößerung Berlins (Anm. 3) brachte eine weitere Berkleinerung der Provinz mit sich. Zu diesen Provinzen, sowie zu Pommern, Posen, Sachsen, Westfalen traten als „neue Provinzen“ 1866: Schleswig-Holstein Erl. 17. Juni 1868 (GS. 620), Anschluß des Kreises Herzogtum Lauenburg G.23.Juni 1875(GS. 109), Helgoland G. 18. Febr. 1891 (GS. 11); vgl. hierzu oben§ 26 d. W. Anm. 7; Hannover: VO. 22. Aug. 1867 (GS. 1349), Bereinigung der früheren Berghauptmannschaft Clausthal mit dem Regierungsbezirk Hildesheim VO. 17. Juni 1868 (GS. 671), Bereinigung des Jadegebietes G.23. März 1873 (GS. 107), Bereinigung Pyrmonts G. 22. Febr. 1922 (GS.37); Hessen-Nassau und Frankfurt a. M. VO. 22. Febr. 1868 (GS.273), Erl 7. Dez. 1868 (GS 1056), Bereinigung Waldecks G. 25. Juli 1928 (GS. 179). Die Reihenfolge für die Aufzählung der Provinzen ist in Art. 32 PrB. bestimmt.Google Scholar
  244. 2.
    Die östlich der neuen polnischen Genze (des „Korridors“) gelegenen Teile von Westpreußen wurden der ProvinzGoogle Scholar
  245. 3.
    Die neue Stadtgemeinde Berlin ist durch G.27. April 1920 (GS. 123) durch umfangreiche Eingemeindungen entstanden.Google Scholar
  246. 4.
    Die Einrichtung des Regierungsbezirks Sigmaringen beruht auf VO. 17. Jan. 1852 (GS. 35).Google Scholar
  247. 5.
    Vgl. Übersicht folgende Seite.Google Scholar
  248. 6.
    VO. 30. April 1815 §§ 35, 36 — Kreiseinteilung in Schleswig-Holstein VO. 22. Sept. 1867 (GS. 1587) § 1, Kreis Herzogtum Lauenburg G. 23. Juni 1876 (GS. 169) § 6; Hannover LBG. § 2 Abs. 2 und KrO. 6. Mai 1884 (GS. 181 § 1 Abs. 1 und Anlage A. — Hessen-Nassau KrO. 7. Juni 1858 (GS. 193) § 1 Abs. 1 und Anlage A. Hohenzollern G.7. Okt.1925 (GS. 132), Ostpreußen und Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen G. 21.Juli 1922 (GS. 171): Der Kreis Bomst wird vom Landrat in Züllichau mitverwaltet. Helgoland G. 21. Juli 1922 (GS. 162) (Bildung eines eigenen Berwaltungsbezirks unter einem Landrat); die nicht zum Saargebiet geschlagenen leite der Kreise St. Mendel und Merzig bilden eigene Restkreise (Sitz in Baumholder und Wadern) unter Kreisverwaltern G. 20. Juli 1922 (GS. 156) VO.15.März 1926 (GS. 104); der Restkreis Tondern führt die Bezeichnung „Südtondern“: VO. der Staatsreg. 19. Nov.. 1920 (MBliV. 394). Jm Bolksstaat Hessen heißen die Berwaltungsbezirke ebenfalls Provinzen und Kreise, während in Bayern, Württemberg und Sachsen die höheren Berwaltungsbezirke als Kreise bezeichnet werden. a) Die Berlegung bon Potsdam nach Charlottenburg ist angeorbnet durch Eri. 14. März 1918 (MBliV. S.47). b) Der Sitz bes Oberpräsidenten ist einstweilen von Schleswig nach Kiel verlegt durch Eri. 24. März 1917 (MBliV. S. 99). c) Ohne Saargebiet (1486 qkm). d)Ohne Saargebiet; dieses hatte 1925: 671748 Einwohner. e) einschl. 3. waldeckischet.Google Scholar
  249. 7.
    Die Bildung von Stadtkreisen ersolgt jetzt nur durch Gesetz: G. 29. Juni 1929 (GS. 137) § 50.Google Scholar
  250. 8.
    Die Landgemeinde Helgoland bildet einen eigenen Kreis (G.21. Juli 1922, §26 d. W. Anm. 7).Google Scholar
  251. 9.
    Das gleiche muß auch nach § 2 LBG. für die Regierungsbezirke der Provinz Hannover gelten, welche insofern anders behandelt sind, als die anderen Regierungs bezirke.Google Scholar
  252. 10.
    Jedoch ist das Landeskulturamt in Frankfurt a. D. nicht nur für die Provinz Brandenburg, sondern auch für Pommern (das eigene Landeskulturamt G. 25.Nov.1920, GS. 619, ist noch nicht errichtet; Sitz soll Stettin werden: G. 5. Okt. 1923, GS. 463), für die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen (Staatsmin Beschl. 28. Jan. 1921, GS. 298; bei eintretendem Bedürfnis soll ein eigenes Landeskulturamt errichtet werden: G. 25. Nov. 1920, GS. 619, § 2) und die Stadt Berlin zuständig; das LKA. in Breslau zugleich auch für die Provinz Oberschlesien (VO. 20. Juni 1817, GS. 161); das LKA. Merseburg zugleich für den Kreis Herrschaft Schmalkalden (der Provinz Hessen-Nassau: Staatsmin Beschl. 28. Jan. 1921) und Thüringen (Bertr. 3. Dez. 1926, GS. 320) sowie für das Jetzt bayerische Gebiet Coburg, hier aber nur noch zur Abwicklung (GS. 1923 S. 17); das LKA. Münster zugleich für den Kreis Grafschaft Schaumburg (der Provinz Hessen=Nassau: VO.12.März 1924, GS. 130) und das Land Schaumburg-Lippe (GS. 1912 S. 130); das LKA. Düsseldorf zugleich für die Hohenzollernschen Lande (G. 23. Mai 1885, GS. 143); das LKA. Kassel zugleich für den Kreis Wetzlar (Rheinprovinz) (VO. 15. März 1924, GS. 190); das Landesar-beitsgericht Körn auch für das oldenburgische Birkenseld (VO. 23. Suni 1927 GS. 123).Google Scholar
  253. 11.
    Oberbergamter bestehen in Breslau (für Oberschlesien, Niederschlesien, Ofipreußen und Grenzmark Posen-Weftpreußen), Halle a. S. (für Brandenburg, Pommern, Berlin einschließlich kleinerer Exklaven), Clausthal-Zellerfeld (für Hannover ausschließlich Aurich und Osnabrück, für den Regierungsbezirk Kassel und für Schleswig-Holftein)Dortmund (für die Regierungsbezirke Aurich, Osnabrück, Minden, Münster und Teile der Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf) und Bonn (für die Rheinprovinz und den Regierungsbezirk Arnsberg, soweit nicht OBA. Dortmund zuständig ist, den Regierungsbezirk Wiesbaden, die Hohenzollerischeu Lande, die ehemals waldeckischen Kreise und den oldenburgischen Gebietsteil Birkenseld). Allgemeines Berggesetz §188; Erl. 29. Juni 1861 (GS. 429), 28. Nov. 1900 (GS. 375), 30. Sept. 1870 (GS. 573), 24. Juni 1867 (GS. 884), 25. Mai 1867 (GS. 735), 6. März 1867 (GS. 351), GS. 1869 S. 78, 3. Febr. 1868 (GS. 69).Google Scholar
  254. 12.
    Justizbehörden und Gerichte vgl. §§ 156 ff. d. W.Google Scholar
  255. 1.
    Publik. 1808, VO.30.April 1815§§2,3; Jnstr. 31. Dez. 1825 (GS. 1826 S. 1); Berhältnis zum Minister § 12, 13. Der Oberpräsident von Brandenburg ist zugleich Oberpräsident von Berlin LBG. §41ff. In Hohenzollern werden die Zuständigkeiten von dem Regierungspräsidenten und den zuständigen Ministern wahrgenommen: VO. 7. Jan. 1852 (GS. 35, LBG. §§ 5,18, VO. 14. Juni 1910 (GS. 154). In der Provinz Grenzmark Posen Westpreußen tritt in gewissen Fällen gleichfalls der zuständige Minister an die Stelle des Oberpräsidenten, weil dieser gleichzeitig die Geschäfte des Regierungspräsidenten wahrnimmt: G. 21. Juli 1922 (GS. 171) § 4 Abs. 3.Google Scholar
  256. 2.
    Oberregierungsräte, Regierungsräte und-assessoren. Zeichnungsrecht der Bürobeamten: Vf. 27. Juli 1921 (MBliV. 251). Polizeigeneralreferate: Erl. 19. Aug. 1926 (MBliV. 779).Google Scholar
  257. 3.
    Früher „Oberpräsidialrat“. Die zuständigen Minister können eine anderweite Bertretung anordnen.Google Scholar
  258. 4.
    Jnstr. § 1 III, § 11 Abs. 2, 3. Hiernach kann der Minister im Einzelfalle Entscheidungen delegieren.Google Scholar
  259. 5.
    Der Oberpräsident hat dann ein Recht zu Anordnungen gegenüber allen, Anweisungen der Zentrale überhaupt unterworfenen Behörden (nicht also gegenüber Berichten).Google Scholar
  260. 6.
    Jnstr. 1 II 4-8, 111.Google Scholar
  261. 7.
    Daselbst § 1 I, 22−4Google Scholar
  262. 8.
    LBG. § 17. Diese besteht neuerdings wieder (gesetzlich: vgl. Anm. l) in Schneidemühl, tatsächlich auch in Oppeln.Google Scholar
  263. 9.
    Zwischeninstanz sollte er nach der ausbrücklichen Bestimmung der Jnstr. § 1 II und VO. 30. April 1815 (GS. 85) § 4 nicht sein. Die dort vorgesehene Regelung des Aufsichtsund Beschwerdeentscheidungsrechts ist unklar: Der Oberpräsident hat, soweit nicht gesetzlich etwas anderes bestimmt ist. Jedenfalls kein Recht, Beschwerden selbständig und materiell zu entscheiden, er hat vielmehr lediglich auf Abhilfe zu wirken, wobei den unteren Behörden Antrag auf Entscheidung durch die Zentrale offensteht. Das allgemeine Aufsichtsrecht des Oberpräsidenten beschrankt sich auf die Beobachtung der Berwaltung auf ihre Ordnungsmäßigkeit im ganzen (Jnftr. §§ 4, 7). Daher fiel, als das OBG. die Wohnungszwangswirtschaft für eine staatliche (Auftrags-) Angelegenheit erklärte, die bisher auf § 7 ZuftG. gefolgerte Zuständigkeit des OP. zur Entscheidung von Beschwerden über die Regierungs-präsidenten fort: Min. f. Bolksw. 10. Juni 1924 — II. 6.1968 — (nichtveröffentlicht); vgl. OBG. i. Pr.Berw Bl. 45 164.Google Scholar
  264. 10.
    Die Geschäfte der Reichswasserftraßen-verwaltung werden in der Provinzial-und Ortsinstanz vorläufig von den Landesbehörden für Rechnung des Reichs geführt. Wasserbaudirektionen (Wasserstraßendirektionen) unter dem Oberpräsidenten als Chef bestehen in Ostpreußen, Pommern, Westfalen, §annover,Sachsen(Elbstrombauverwaltung), Schlesien (Oderstrombauverwaltung unter Anm.: Noten 11) und 12) befinden sich auf S. 103, dem Oberpräsidenten von Niederschlesien), Rheinprovinz (Rheinstrombauverwaltung), wahrend in den übrigen Provinzen die Geschäfte von den Regierungspräsidenten bzw. dem Polizeipräsidenten in Berlin geführt werden. Leiter der Direktionen sind Strombaudirektoren (Wasserbaudirektoren). Die ständige Bertretung des Oberpräsidenten in Fällen der Behinderung erfolgt auch hier durch den Bizepräsidenten.Google Scholar
  265. 11.
    G. 27. Juli 1877 (RGBl. 54). Sie sind zum Teil den Wasserftraßenbehörden unterstellt.Google Scholar
  266. 12.
    Wassergesetz 7. April 1913 (GS. 53 §§367-369; VO. 7. Jan. 1914 (GS. 53). Die Wasserstraßenbeiräte, die nach Stromgebieten geordnet sind, sind Organe des Reichs: VO. 26. Jan. 1925 (RGBl. II 5), vgl. § 338 d. W.Google Scholar
  267. 13.
    Jnftr.§12.Google Scholar
  268. 14.
    Jnftr. § 3. Nach VO. 27.Juni 1845 (GS. 440) wurde die Ernennung des jeweiligen Borsitzenden besonderer Anordnung vorbehalten. Gemäß KO. 28. Nov. 1881 (MBliV. 1882 S.45) sollte die Bertretung des Oberpräsidenten durch den Regierungspräsidenten am Orte erfolgen, welcher die Stellung eines ständigen Direktors einnahm. Jnzwischen haben alle Provinzen (außer Grenzmark Posen-Westpreußen; für Hohenzollern ist das Provinäialschulkollegium Koblenz zuständig) besondere Bizepräsideuten erhalten.Google Scholar
  269. 15.
    Jnftr.§12; Ersatz der ehemaligen Generalkommission. § 41 d. W.Google Scholar
  270. 16.
    AG. zum Reichssiedlungsgesetz vom 15. Dez. 1919 (GS. 1920 S.31) §30.Google Scholar
  271. 17.
    Vgl. § 61 d. W.Google Scholar
  272. 18.
    19) Für die Binnenwässer: vgl. § 119 II des Fischereigesetzes 11.Mai 1916 (GS.55) und Fischereiordnung 29.März 1917, 16.März 1918 (LMBl. 51), 27. März 1923 (LMBl. 438). Die Fischerei in den Küstengewässern untersteht dem Regierungspräsidenten (dem besondere Oberfischmeister zugeteilt sind).Google Scholar
  273. 20.
    G. 30. Mai 1908 (RGBl. 349); AG. 3. Juni 1912 (GS. 129), Erl. 9. Juni 1912 (GS. 192).Google Scholar
  274. 21.
    Früher Medizmalkollegium VO. 30. April 1815 §41; Staatsmrn Beschl. 30. April 1921 (GS. 372).Google Scholar
  275. 22.
    Borbehaltlich abweichender Satzungsbestimmungen: G. 25. Juli 1910 (GS.241).Google Scholar
  276. 23.
    G. 30. Juni 1894 (GS. 126), 16. Dez. 1920 (GS. 1921 S. 40); vgl. § 343 d. W.Google Scholar
  277. 24.
    G. 30. Dez. 1926 (GS. 353) §48; vgl. § 240 d. W.Google Scholar
  278. 25.
    G.21. April 1923 (GS. 123).Google Scholar
  279. 26.
    (55. 13. April 1928 (GS. 57).Google Scholar
  280. 27.
    28) Danben führt der Oberpräsident die Aussicht über verschiedene provinzielle Sondereinrichtungen, z. B. Emschergenossenschaft usw., und ist Borsitzender kleinerer Fachausschüsse: Kleingartenbeirat, Ausschul für Kriegerehrungen usw.Google Scholar
  281. 29.
    Nach der Jnstr.: Genehmigung von Apotheken, gemeinnützigen Anstalten, öffentlichen Kollekten in der Provinz außer Kirchenkollekten vgl. Erl. 15. Febr. 1927 (MBliV.513); Sparkassen: Regl. 12. Dez. 1838 (GS. 1839 S.5), Synagogensatzungen G. 23. Juli 1847 (GS. 263); Ausspielungen Erl. 2. Nov. 1868 (GS. 991); Bestätigung der Amtsvorsteher östl. KrO. 13. Dez. 1872 (GS. 81 S. 180) und G. 18. Juli 1919 (GS. 118). Ernennung kommissarischer (Land-) Bürgermeister in Westfalen und der Rheinprovinz: §8 G.27. Dez. 1928 (GS. 211), Wahrnehmung der Rechte des Staates gegenüber der evangelischen Landeskirche (BO 4. Aug. 1924, GS. 594) und der katholischen Kirche (VO. 24. Okt. 1924, GS. 731); gesundheitspolizeiliche und zum Teil Sckrnlaufsicht über Provinzialanstalten: Erl. 12. Mai 1897 (G S. 227), 10. Juli 1906 (GS. 371), 26. Febr. 1912 (GS. 27); Überwachung der Reblausbekämpfung G. 27. Febr. 1878, 23.März 1885 (GS. 97). Dem Oberpräsidenten sind weiter eine Reihe von Zuftändigkeiten im Wassergesetz und den verschiedenen Hochwasserschutzgesetzen übertragen worden. Die umfangreichen Zuftändigkeiten, die dem Oberpräsidenten im Laufe der Zwangswirtschaft zugewiesen waren, sind inzwischen weggefallen. Besonders wichtig sind die Zuständigkeiten als zweite Jnstanz der Kommunalaufsicht. Polizeiverordnungsrecht vgl. §197 d. W.Google Scholar
  282. 30.
    Nach der Art der Besetzung der Behorden unterscheidet man zwei Systeme: Jm Bürosystem (auch Präfektursystem genannt) gipfelt die Behörde in einem einzelneu Beamten, der für alle Maßregeln allein verantwortlich ist. Jm Kollegialstystem besteht die Behörde aus mehreren Beamten, die nach Mehrheitsbeschluß entscheiden. Während bei der Einrichtung der Berwaltung das Kollegialsystem vorherrschte (Regierungen, Generalkommissionen, Konsistorien), gibt Preußen neuerdings dem Bureau system den Borzug, da es eine raschere Durchführung notwendiger Maßnahmen, stärkere Entwicklung der leitenden Persönlichkeit und wirkungsvolle Berantwortlichkeit ermöglicht. So sind die kollegialischen Generalkommissionen noch neuerdings zu bureaukratischen Landeskulturämtern umgewandelt worden: G.3.Juni 1919 (GS. 102). (Auch die neue Gerichtsverfassung hat den Einzelrichter mit erhöhter Zuständigkeit begabt.) Hand in Hand damit ist allerdings die Ausscheidung besonderer Spruchkollegien gegangen, welche für diejenigen Entscheidungen zuständig sind, die stärker in die Rechtssphäre des Einzelnen eingreifen. — Dienstflagge des OP. an Kraftfahrzeugen vgl. § 40 Anm. 12 d. W.Google Scholar
  283. 31.
    Regul. für die Provinzialräte vom 28. Febr. 1887 (MBliV. 35) mit Änderungen 15. Dez. 1921 (MBliV. 1922 S. 6), 18. Dez. 1922 (MBliV. 1194). Geschäftsübersichten Erl. 20. Dez. 1927 (MBliV. 1157). Besonders bedeutungsvoll ist die Mitwirkung des Provinzialrats beim Erlaß von Provinzialpolizeiverordnungen: LBG. § 139.Google Scholar
  284. 32.
    Zweitinstanzliche Beschlußbehörde gegenüber dem Bezirksausschuß bildet in Wasser-und Fischereisachen jedoch das OBG. (Wasserwirtschaftlicher Senat) vgl. §36 d.W.Google Scholar
  285. 33.
    G.25.Juli 1922 (GS. 195), WahlPrüfung daselbst § 2.Google Scholar
  286. 34.
    LBG. § 10 Abs. 2.Google Scholar
  287. 35.
    Der Provinzialrat ist bei Anwesenheit von 5 Mitgliedern, einschließlich des Borsitzenden, beschlußfähig. Bei Stimmengleichheit hat der Borsitzende den Stichentscheid (LBG. § 15). Jm Bezirks-und Kreisausschuß ist die Regelung anders, vgl. § 40 Anm. 30 und § 45 Anm. 11 d, W.Google Scholar
  288. 1.
    VO. 26. Dez. 1808 (GS.464) und 30. April 1815 (GS.35). Bis 1804 hießen die später zu Oberlandesgerichten gewordenen Provinzialjustizkollegien „Regierungen“. Die Regierungen hatten zunächst 2, von 1825 ab 4 Abteilungen; von diesen wurde die eine allmählich zur selbständigen Provinzialsteuer-(später Oberzoll-) Direktion.Google Scholar
  289. 2.
    Reg Jnstr. 23. Okt. 1817 (GS. 248). Erg KO. 31. Dez. 1825 (GS. 1826 S. 5) und Geschäftsanw. von demselben Tage (KA.IX 821); diese Bestimmungen sind geändert und vielfach ersetzt durch die Grundzüge für eine vereinfachte Geschäftsanweisung,— die also im einzelnen von den Regierungspräsidenten auszugestalten ist, — Erl. 10. Juni, G. 15. Juli, 23. Sept. 1910 (MBliV.251 und 265), erstere ergänzt 20. Jan. 1913 (MBliV. 49), 21. März 1921 (MBliV. 87), 3. Mai 1921 (MBliV. 123), 30. Juni 1921 (MBliV. 206), 27. Juli 1921 (MBliV. 251), 22. Dez. 1921 (MBliV. 1922 S. 9), 18. Febr. 1922 (MBliV. 408), 29.Jan. 1925 (MBliV. 131).Google Scholar
  290. 3.
    Jn Hohenzollern VO. 7. Jan. 1852 (GS. 35), ogl. VO. 19. Nov. 1928 (GS. 26), in Schleswig-Holstein Erl. 20. Juni 1868 (GS.620), in §efsen-Nassau VO., 22. Febr. 1867 (GS.273). In Hannover, wo zunächst die Landdrosteien für die innere Berwaltung, die Konsistorien für Kirchen-und Schulfachen und die Finanzdirekton für direkte Steuern, Domänen und Forsten zuständig blieben, ist die Einrichtung der Regierungen in der durch das LBG. geschaffenen Form am 1. Juli 1885 eingeführt: LBG. §§ 2, 25-27, Hann. KrO. § 120.Google Scholar
  291. 4.
    Reg Jnstr. § 1, vgl. oben § 37. Die früher teilweise den Regierungen übertragene Berwaltung der Gemeinheitsteilungen und Ablösungen ist auf die (generalkommissionen, jetzt Landeskulturämter, übergegangen (vgl. LBG. § 23). Zur Berwaltung der indirekten Steuern wurden Oberzolldirektionen eingerichtet; sie sind jetzt in den Reichsfinanzbehörden aufgegangen, ebenso wie die Berwaltung der Mehrzahl der direkten Steuern. Der Übergang der kirchlichen Bermögensverwaltung auf die (jetzt rein kirchlichen Behörden der) Konsistorien beließ der Regierung nur gewisse kleinere Aufsichtsrechte und die Berwaltung der Patronale; das gleiche gilt für die kathotische Kirche. — Jm Schulwesen stehen nur die Bolks-, Bürger-(Mittel-) und Privatschulen unter der Regierung, die höheren Schulen und die Lehrerbildungsanstalten unter den Provinzialschulkollegien. Auch in Meliorationsangelegenheiten ist neuerdings die Zuständigkeit der Regierung zugunsten der Landeskulturbehörden eingeschränkt worden: Sasser-G. § 274. G. 5. Mai 1920 (GS. 351). Allgemeine Befugnisse und Obliegenheiten der Regierungen Reg Jnstr. §§ 6-10, Gesch Anw. II A, insbesondere geschäftlicher Berkehr mit auswärtigen Behörden RegJnstr. § 9, Erl. 10. Juni 1894 (MBliV. 102) und 6. April 1906 (MBliV. 157, vgl. MBliV. 1907 S. 241), wonach die für die Justizbehörden gegebenen Borschristen sinngemäß anzuwenden sind. Der Berkehr mit Reichszentralbehorden und dem Auslande ist durch die preußischen Zentralbehörden zu leiten, Erl. 23. Juli, 18. Dez. 1923 (PrBesBl. 7, 235), Erl. 19. Aug. 1926 (MBliV. 783). Berkehr mit dem Saargebiet Erl. 24. Sept. 1927 (MBliV. 953). Besonders wichtig ist noch heute für die Zwangsgewalt der Regierungen (nicht des Regierungspräsideuten: § 132 LBG.) Reg Jnstr. § 11 Abs. 1 nebst VO. 26. Dez. 1808 (GS. 1817 S. 282) §§ 42, 48, KO. 31. Dez. 1825 D XII und Rhein. Ressortreglement 20. Juli 1818 § 18 (KA. II 619). Der Oberpräsident und die Regierungen können von der Einziehung dem Staate gebührender Einnahmebeträge absehen und Desekte niederschlagen, wenn die Einziehung mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist. VO. 8. Nov. 1910 (MBliV. 1911 S. 2).Google Scholar
  292. 5.
    Der Regierungspräsident ist Landes-polizeibehorde (vgl. § 187). Eine provinzielle Organisation ist neuerdings in den Landes-kriminalpolizeistellen geschaffen: Erl. 20. Mai, 10. Nov). 1925 (MBliV. 569, 1188). Jhnen ist die bisherige Landesgrenzpolizei eingegliedert, Erl. 7. Febr. 1927 (MBliV. 168). Zur Landespolizei gehört auch die Aufsicht über Kleinbahnen, welche in eisenbahntechnischer Hinsicht durch die Reichsbahndirektionen ausgeübt wird, die insoweit als „Reichsbahndirektion-Kleinbahnaufsicht“ als preußische Behörde tatig werden: KleinbahnG. 28. Juli 1892 (GS.225), Schlußprotokoll zum Eisenbahnvertrag „zu §24 Nr. 8“ (RGBl. 1920 S.791).Google Scholar
  293. 6.
    Soweit nicht die Landeskulturbehörden zuständig sind, vgl. Anm.4.Google Scholar
  294. 7.
    Die Katasterverwaltung ist von der Abteilung III auf den Regierungspräsidenten nach Einrichtung der Reichsfinanzverwaltung übergegangen. Erl. 29. März 1920 (FinMBl. 108) Nr. III. Geschäftsanweisung für die Katasterverwaltung bei den Regierungen: (VI) vom 15. Sept. 1924.Google Scholar
  295. 8.
    Die Kreiskassen sind nach Einrichtung der Reichsfinanzverwaltung statt der Abteilung III dem Regierungspräsidenten unterstellt worden: Erl. 11.Mai 1920 (FinMBl. 165).Google Scholar
  296. 9.
    VO. 4. Aug. 1924 (GS. 594), 24.Okt. 1924 (GS. 739).Google Scholar
  297. 10.
    Vgl. § 39 Anm. 10 d. W.Google Scholar
  298. 11.
    Mit diesen staatsfiskalischen Augelegenheiten war bis zur Einrichtung der Reichsfinanzverwaltung auch die preußische Steuerverwaltung verbunden. Neuerdings ist der Regierung wieder die Bearbeitung der Gewerbesteuer übertragen worden, doch handelt es sich lediglich um Aussichtsbefugnisse. VO. 23. Nov. 1923 (GS. 519) usw. § 63.Google Scholar
  299. 12.
    LBG. § 24. Dienftflagge an Kraftfahrzeugen, Erl. 26.Febr.1926(MBliV.227).Google Scholar
  300. 13.
    Die Amtsbezeichnung ist durch Anlage 1 zu § 1 BDG, eingeführt.Google Scholar
  301. 14.
    Die zuständigen Minister können eine andere Bertretung anordnen LBG. § 20. Geschieht das nicht, so erfolgt die Bertretung des Regierungspräsidenten und des Bizepräsidenten durch einen (den dienstältesten) Regierungsdirektor.Google Scholar
  302. 15.
    Dirigent der Abteilung des Jnnern, für gewöhnlich „Präsidialabteilung“ genannt, ist der Bizepräsident. An größeren Regierungen sind jetzt daneben aber noch ein oder mehrere Regierungsdirektoren angestellt.Google Scholar
  303. 16.
    Jn Sigmarmgen findet eine Scheidung in Abteilungen nicht statt. Die Mitglieder der Regierung werden zugleich in den dem Regierungspräsidenten überwiesenen Angelegenheiten beschäftigt: § 21 LBG. In Stralsund und Aurich fehlt die Schulabteilung: LBG. § 22. Bei kleineren Regierungen sind die Dirigentengeschäfte mehrerer Abteilungen vereinigt. In dieser Beziehung sind neuerdings die formellen Borschristen der Reg Jnstr. nicht mehr ausdrücklich geändert, sondern es ist den Bedürfnissen entsprechend verfahren worden. Die Forstverwaltungen von Marienwerder, Liegnitz und Osnabrück sind aufgelöst und ihre Geschäfte den Regierungen in Königsberg, Frankfurt und Breslau sowie Hannover übertragen worden (vgl. LMBl. 1924 S.125, 311). Die Abteilung III hat ihren Namen behalten, obwohl die Steuerverwaltung, soweit sie bei Preußen verblieben ist, im wesentlichen (Ausnahmen vgl.Anm. 11) Jetzt dem Regierungspräsidenten unterstellt ist. Unterschrift: vgl. Land MinBl. 1927 S. 591.Google Scholar
  304. 17.
    An größeren Regierungen sind jetzt weitere Regierungsdirektoren als Mitdirigenten bestellt worden.Google Scholar
  305. 18.
    RegJnstr. § 43, KO.D II 3 Abs. 3, Gesch Anw. II D.Google Scholar
  306. 19.
    Reg Jnstr. § 45, KO. 31. Dez. 1825; DII5, Gesch Anw. IIE. Geschäftsanw. für die „Reg.-und Kassenräte“ 25. Aug. 1916 (MBliV. 201); Mitwirkung in Schutzpolizeifachen Erl. 28. Jan. 1922 (MBliV. 133). Gcschäftsanw. für die Rechnungsämter v. 19. Juni 1929 (FinMBl. 87).Google Scholar
  307. 20.
    GteschAnw. II D Abs. 1 Bollziehung Grl. 4. Mai 1889 (MBliV. 89).Google Scholar
  308. 21.
    Reg Jnstr. § 42. — Boraussetzung ist für Regierungsmitglieder und Dirigenten mit Ausnahme der technischen Räte und Justitiare die Befähigung zum höheren Berwaltungsdienst. Zu Dirigenten der Schulabteilung können auch aus dem Schulfach hervorgegangene Beamte (ohne diese Befähigung) ernannt werden, § 10 G. 10. Aug. 1906, 8. Juli 1920 (GS. 378/388). Justitiare müssen die Befähigung zum Richteramt haben (Reg Jnstr. § 44. Ges. 1906 § 12).Google Scholar
  309. 22.
    Medizinalräte Reg Jnstr. §47; Bauräte a. a. O. § 48; die früheren etatsmäßigen Bauinspektoren Erl. 3. Mai 1890, GS. 131 und VO. 31. Mai 1890, MBliV. 92) führen jetzt die Amtsbezeichnung Regierungs-und Baurat; Gtewerbeschulräte Erl. 6. Dez. 1899 (GS. 1900 S. 77); Gewerberäte Erl. 27. April 1891 (GS. 165) und 27. Jan. 1898 (GS.5); Bersicherungsräte Erl. 28. Sept. 1897 (GS. 409); Meliorationstechnische Bauräte (jetzt Regierungs-und Bauräte) Erl. 5. Febr. 1912 (GS. 93); Betermärräte Erl. 15. Jan. 1913 (GS. 16); Schulräte Reg Jnstr. § 46 und VO. 27. Juni 1845 (GS. 440); Steuerräte (früher Katasterinspektoren) Erl. 28. Aug. 1906 (GS. 401), Forsträte Erl. 18. Sept. 1850 (GS.489) und Forstassessoren Erl. 24. Aug. 1892 (MBliV. 321); Kassenräte (Anm. 19). Nicht aber die Reg.-und Landjägerräte Erl. 11. Okt. 1926 (MBliV. 931) Nr. 30.Google Scholar
  310. 23.
    Auch die Oberregierungsräte der allgemeinen Berwaltung sowohl wie die technischen Oberregierungsräte sind als Dezernenten in den wichtigeren Dezernaten beschäftigt. Über die Berteilung der Geschäfte zwischen Berwaltungs-und technischen Dezernenten: Erl. 17. Okt. 1925 (MBliV. 1123). „Generalreserate“ für Polizeisachen: Erl 19. Aug. 1926 (MBliV. 779), vgl. § 39 Anm. 2 d. W.Google Scholar
  311. 24.
    Reg Jnstr. §§ 22,34-36 Gesch.A. III, IV Abs. 9; Erl. 9. Febr. 1884 (MBliV. 15) III Abs, 8. Berhalten der Regierungsbeamten Reg Jnftr. § 38, KO. 31. Dez. 1825 D. X. Der Bizepräsident zeichnet „Jn Bertretung“, alle übrigen dem Regierungspräsidenten beigegebenen Beamten „Jm Auftrage“: Grundzüge für die vereinfachte Gieschäftsanweisung (vgl. Anm. 2) X und XI. Zeichnungsrecht der Bürobeamten: Vf. 30, Juni 1921 (MBliV.206). Kassenanweisungen: Vf. 18. Febr. 1922 (MBliV. 408). Berichte an die vorgesetzten Behörden sind vom Regierungspräsidenten oder seinem Bertreter zu vollziehen: Erl. 21. März 1921 (MBliV. 87), 6. Dez. 1924 (MBliV. 1173); in solchen Berichten sind die Berichterstatter und Mitberichterstatter anzugeben: Reg Jnstr. § 32, Erl. 4. April 1921 (MBliV. 88).Google Scholar
  312. 25.
    Reg Jnstr. § 5, KO. 31. Dez. 1825 D V (Abs. 2 geändert Erl. 21. Sept. 1905, GS.403), VI; G.8. April 1847 (GS.170) § 4 Abs. 2.Google Scholar
  313. 26.
    Es besteht jetzt ein siebenköpfiges Disziplinargericht, zusammengesetzt auf dem Präsidenten, dem Abteilungsdirigenten des Geschäftsbereichs, dem der Angeschuldigte angehört, und fünf ein für allemal bestimmten Regierungsmitgliedern (BereinfachungsG., vgl. § 36 d. W. Anm. 6). Erl. 5. Juni 1918 (MBliV. 122).Google Scholar
  314. 27.
    Die Frage der Durchführung des Bürosystems auch in den Abteilungen II und III wird neuerdings wieder erörtert; die bisherigen Borschläge sind nicht Gesetz geworden.Google Scholar
  315. 28.
    LBG. § 35.Google Scholar
  316. 29.
    Das BereinfachungsG. hat das frühere Berbot der Beschäftigung dieser Mitglieder in der „Präsidialabteilung“ (LBG. § 31 Satz 1) aufgehoben. Erl. 5. Juni 1918 (MBliV. 122).Google Scholar
  317. 30.
    LBG. §§ 28-34, 48, 49 Vf. 9. Febr. 1884 (MBliV. 14) IV, V. Durch VO. des Staatsmin. können örtliche oder fachliche Abteilungen eingerichtet werden: LBG. § 29; das ist (mit örtlicher Teilung) geschehen in Düsseldorf (VO. 28. Mai 1888, GS. 136, 3. Febr. 1912, GS. 12) und Arnsberg (VO. 6. März 1891, GS.31). Zuständigkeit und Berfahren vgl. § 48 d. W. Disziplinarverhältnis der Mitglieder und Stellvertreter § 70 d. W. Anm. 16. Ebensowenig wie für den Provinzialrat besteht für den Bezirksausschuß eine zwingende Borschrift über die Befetzung; zur Beschlußfähigkeit bedarf es nicht der Anwesenheit aller Mitglieder, vielmehr genügen 5, darunter 2 beamtete, in Angelegenheiten der öffentlichen Fürsorge sogar 3, wenn darunter ein gewähltes Mitglied ist: LBG. § 33, VO. 17. April 1924 (GS. 210). Jm Gegensatz zum Provinzialrat hat der Borsitzende aber keinen Stichentscheid, bei Anwesenheit einer geraden Anzahl von Mitgliedern scheidet vielmehr bei der Abstimmung ein Mitglied aus. LBG. § 33 Abs. 2.Google Scholar
  318. 31.
    Vgl. § 39 Anm.33, LBG. § 28 Abs.4,5.Google Scholar
  319. 32.
    Regul. für die Bezirksausschüsse 28. 28. Febr. 1884 (MBliV. 37), 24. Jan. 1921 (MBliV. 29). Geschaftsüberkichten für das Berwaltungsstreitversahren: Erl. 12. Juni 1928 MBliV. 614), für das Beschmßverfahren: Erl. 20. Dez. 1927 (MBliV. 1157).Google Scholar
  320. 33.
    Reichsversicherungsordnung §§ 61 ff. VO. über Gefchäftsgang und Berfahren 24. Dez. 1911 (RGBl. 1095); preußische Geschäftsanw. 12. April 1916 mit Nachtrag 13. Jan. 1923. VO. 17. Nov. 1928 (RGBl. I 391). Daneben sind die für die Regierungen erlassenen Anweisungen maßgebend. Zeitschristenbezug Erl. 20. März 1923 (MBliV. 310). Einrichtung der Oberversicherungsämter: Bek. zur Ausf. der RVO.7.Dez. 1911 (RGBl.509), 24. Dez. 1911 (RGBl. 1095); im Regierungsbezirk Arnsberg bestehen zwei Oberversicherungsämter, eines davon in Dortmund. Neben diesen allgemeinen Behörden gibt es einzelne besondere Oberversicherungsamter.Google Scholar
  321. 34.
    Der Regierung sind in loser Form noch angegliedert die staatlichen Schlich-tungsausschüsse (VO. 30. Okt. 1923 — RGBl. I 1043 — VO. 10. Dez. 1923 — RGBl. I 1191 — Berfahrensvorschriften 29. Dez. 1923 — RGBl. 1924 I S. 9).Google Scholar
  322. 35.
    Jnfolgedessen scheidet der Bizepräsident in allen Fragen, die nach der RVO. zu erledigen sind, aus; dagegen verbleibt es bei der Regel des § 20 LBG. in allen dienstpragmatischen Angelegenheiten, z. B. Urlaubsregelung: VO. 6. Dez. 1912 (Anhang zur GeschAnw.). Die selbständige Zeichnung des Expedienten ist durch den Nachtrag zur Gesch Anw. ähnlich wie bei den Regierungen geregelt, vgl.Anm.24; Zeitschristenbezug: Erl. 13. Jan. 1926 (MBliV. 39).Google Scholar
  323. 36.
    §§ 147 ff. Angestelltenversicherungs-gesetzes, vgl. § 398 d. W.Google Scholar
  324. 37.
    Vgl. §§ 135, 413 d.W. VO. l.Febr.1919 (RGBl.149) Art. II §2; G. 10. Jan. 1922 (RGBl. S. 59). Die für das Oberversiche-rungsamt geltenden allgemeinen Anweisungen haben auch hier Gültigkeit. Von der Möglichkeit, abgezweigte Spruchkammern zu bilden, ist besonders in der Zeit der Durchführung des Reichsversorgungsgesetzes vielsach Gebrauch gemacht worden. Die Kosten tragt das Land: G.4. Aug. 1924 (RGBl.I 677) Art. I Nr. 1.Google Scholar
  325. 38.
    Reg Obersekretär (früher-Oberinspektoren,-Jnspektoren,-Obersekretäre) — gehobener Bürodienst, Bes.-Gruppe 4 — und Reg Sekretäre — einfacher Bürodienst, Bes.-Gruppe 6. — Den planmäßig angestellten Bürobeamten konnen einzelne Angelegenheiten zur selbständigen Bearbeitung übertragen werden, Jeichnungsrechtvgl. Anm. 24. Ausbildungs-und Prüfungsbest. Erl. 25. April 1925 (PrBesBl. 117). Abgrenzung der Arbeitsgebiete zwischen Obersekretaren (bei der Polizei): Erl. 18. Dez. 1925 (MBliV. 1285).Google Scholar
  326. 39.
    Reg Büroassistenten, Kanzlisten (Bes.-Gruppe 8, 9).Google Scholar
  327. 40.
    Amtsmeister (Bes.-Gruppe 10a), Amtsgehilfen (Bes.-Gruppe 11).Google Scholar
  328. 41.
    Vgl. § 80 d. W.Google Scholar
  329. 42.
    Überdie Regierungsamtsblatter vgl. § 32 d. W. Anm. 7.Google Scholar
  330. 1.
    Vgl § 39 Anm. 14 und § 272 d. W.Google Scholar
  331. 2.
    Vgl. § 38 Anm. 10 und § 46 d. W. G. 3. Juni 1919 (GS. 101) AAnw. 3. Juni 1919 (LMBl. 101) nebst Geschäftsordnung für die Spruchkammern. Die gewählten Mitglieder scheiden in zweijährigem Wechsel aus. Difziplinarstellung G. § 6. Disziplinargericht ist das Oberlandeskulturamt. Für das Berfahren gilt das LBG. (G. § 17). Beschluß-fähigkeit bei Anwesenheit des Borsitzenden oder seines Stellvertreters und von vier Mitgliedern. Bei Stimmengleichheit hat der an Lebensalter Älteste den Stichentscheid.Google Scholar
  332. 3.
    § 38 Anm. 11 d. W., BergG. § 190. Es hat innerhalb seines Geschäftskreises die Befugnisse und Berpflichtungen der Regierung. Es gelten also die Reg Jnstr. und die Gesch Anw. auch sür sie. Jwangsbesugnisse VO. 26. Dez. 1808 § 48 und Reg Jnstr. Es ist Aufsichts-und Rekursinstanz für die die Bergrevierbeamten.Google Scholar
  333. 4.
    Berggesetz § 194a. Eingefügt durch G. 14. Juli 1905 (GS. 307), Gesch Anw. 8. Dez. 1905. Für jede Provinz wird eine Abteilung des Bergausschusses gebildet.Google Scholar
  334. 5.
    Jn §ohenzollern dem Landgericht in Hechingen: G. 28. Juli 1909 (GS. 677).Google Scholar
  335. 6.
    Dagegen Revision beim Oberverwaltungsgericht: § 192a. Beschlußfähigkeit und Abstimmung ist wie beim Bezirksausschuß geregelt.Google Scholar
  336. 7.
    G. 5. Mai 1920 (GS. 286). AusfAnw. 4.Juni 1920 (MBliV. 220) vgl.Anordn. des Staatsmin. 17. April 1923,23.Juni 1924 (MBliV.473, 731). Sitz Essen. Vgl. auch unter § 63 d. W.Google Scholar
  337. 8.
    Der Berbandspräsident tritt teils an die Stelle des Regierungspräsidenten, teils an die des Oberpräsidenten. G. §§ 24-26 vgl. Ausf Anw. Die Oberaufsicht führt der Minister für Bolkswohlsahrt, vgl. § 35 Anm. 72 d. W.Google Scholar
  338. 9.
    G. § 26. Er tritt an die Stelle des Bezirksausschusses und des Provinzialrats. Die §§ 32-34 LBG. gelten auch für ihn. Sein Berfahren regelt sich nach dem Regulativ für die Bezirksausschüsse (vgl. § 40 Anm. 32 d. W.).Google Scholar
  339. 1.
    LBG. § 42.Google Scholar
  340. 2.
    LBG. §42. Der Oberpräsidentnimmt, soweit nicht andere Behörden für zuständig erklärt sind, die Geschäfte einer „Präsidialabteilung“ der Regierung wahr.Google Scholar
  341. 3.
    Vgl. § 189 d. W. Übertragung der Berliner Wasserstraßen Vf. 18.Juni 1908(MBliV. 1909 S. 172),Jnvalidenunterstützungssachen Erl. 26. Jan. 1881 (G S. 14); Kirchenaussicht; VO. 4. Aug. und 24. Okt. 1924 (GS. 594 und 731). Die dem PolPräs. unterstehende Landeskriminalpolizeistelle Berlin hat eine über den Bereich von Berlin hinaus-gehende guständigkeit: sie ist preußisches Landeskriminalpolizeiamt: Erl. 20.Mai1925 (MBliV. 569). Vgl. auch § 48 Anm. 11 d. W. 4) Jetziger Name: Staatsmin Beschl. (MBliV. 1922 S. 1067). Sie ist auf der an Stelle der Regierung von Berlin im Jahre 1821 eingerichteten „Ministerial-, Militär-und Baukommission“ hervorgegangen und übernahm von der ausgelösten Direktion der direkten Steuern deren Aufgaben, soweit sie nicht auf die Reichsfinanzbehörden übergingen.Google Scholar
  342. 5.
    LBG.§43; G. 27. April 1920 (GS. 123) § 39; GeschäftsverteilungErl. 22. Febr. 1921 (MBliV. S. 55), 19. Mai 1923 (MBliV. 594).Google Scholar
  343. 6.
    LBG. § 43, JuftG. §161 und Sonder-gesetze. Berfahren vgl. § 48 Anm. 27 d. W.Google Scholar
  344. 7.
    An seiner Stelle entscheidet, soweit er in erster Jnstanz zuständig ist, der Ober-präsident, soweit es sich um zweitinstanzliche Entscheidungen handelt, der Minister. Berfahren vgl. § 48 Anm. 27 d. W.Google Scholar
  345. 8.
    G. 27. April 1920 § 45; für das Fachund Fortbildungsschulwesen besteht eine besondere Abteilung unter dem Minister für Handel und Gewerbe (diese Angelegen-heiten werden sonst vom Regierungspräsi-deuten bearbeitet). (Vgl. G. 12. Jan. 1922, GS.29).Google Scholar
  346. 9.
    Bek. 7. Dez. 1911 (RGBl. 509). Snm.: Mote 1) befindet fich auf G. 113.Google Scholar
  347. 1.
    Das ist ausdrücklich anerkannt für das Kulturamt G.3.Juni 1919 (GS. 101) §8, Eichamt RG. 30. Mai 1908 (RGBl. 349) § 18, Bergrevier: BergG. § 188. Bez. des Kreisarztes vgl. G. 16. Sept. 1899 (GS. 172) §4.Google Scholar
  348. 2.
    §3 der KrO’en. Die Bestimmung des Sitzes des Landratsamtes ist Teil der Organisationsgewalt. Die Kommunalver-waltung ist am Sitze des Landrats zu führen, vgl. z. B. Erl. 19. Sept. 1925 (MBliV. 984), betr. die Beilegung des Landratsamtes des Kreises Franzburg von Franzburg nach Barth.Google Scholar
  349. 1.
    KrO. 13. Dez. 1872 (GS. 1881 S. S. 180) §74 in der Fassung der VO. 18. Febr. 1919 (GS. 23) § 12, entsprechende Borfchriften in den anderen Kreisordnungen, doch fehlt sie in Hohenzollern: Amts-und Landesordnung 9. Okt. 1900 (GS.323).Google Scholar
  350. 2.
    Öftl. KrO. § 75 Abs. 1 und die entsprechenden Borschriften in den anderen KrO’en, nicht jedoch in Hohenzollern. Die Wahl erfolgt im Wege der Berhältntswahl: G. 18. Juli 1919 (GS. 118) § 7, nach näherer Borschrift des Kreisausschusses. Die 1919 gewählten Kreisdeputierten bleiben bis Ende 1929 im Amt: G. 29. Okt. 1928 (GS. 197).Google Scholar
  351. 3.
    Der Landrat wird in kürzeren Behinderungsfällen (soweit nicht ein Regie-rungsassessor vorhanden ist: Erl. 22. Okt.1925; MBliV. 1124) durch den Kreisobersekretar (in staatlichen Angelegenheiten) vertreten. Für die kommunale Berwaltung kann der Kreis-ausschuß ein Mitglied wählen: Östl. KrO. §75 Abs. 2. Die Bertretung durch den Kreisdeputierten bedarf der jedesmaligen Beauftragung durch den Regierungspräsi-deuten. Tagegelder und Reisekosten werden in diesem Falle vom Staat gezahlt: Erl. 7. Juli, 18. Sept. 1923 (MBliV. 774 u. 963). Die Bestellung eines staatlichen Kommissars ist durch das Borhandensein von Kreis-deputierten aber nicht auegeschlossen: OBG. Bd. 10, S. 24. In Hohenzollern erfolgt die Bertretung durch den andern Landrat: Amts-u. LandesO. § W. — Berrechnung der Dienstbezüge des Regierungsassesfors: Erl. 7.Jan. 1926 (MBliV. 21).Google Scholar
  352. 4.
    Vgl. § 60 Anm. 2 d. W. In Hohen-zollern ist die Bezeichnung Oberamtmann jetzt auch durch Landrat ersetzt worden: G. 7. Okt. 1925 (GS. 132).Google Scholar
  353. 5.
    Befähigung zum höheren Berwal-tungsdienst wird nur für die Landräte in Hohenzollern verlangt: G. 8. Juli 1920 (GS.388) Art.I zu 4. Der Kreistag kann alle „geeigneten“ Personen vorschlagen, VO. 18. Febr. 1919 (s. Anm. 1). — Dienst-flagge der Landräte: Erl. 6. April 1927 (MBliV.401).Google Scholar
  354. 6.
    VO. 30. April 1815 (GS.85) §44, LBG. § 18. Doch kann auch die Regierung den Landrat zu einzelnen Geschäften heran-ziehen.Google Scholar
  355. 7.
    So die Jnstr. 31. Dez. 1816, welche zwar nicht formell publiziert wurde und infolgedessen keine Gesetzeskraft besitzt, aber als interne Geschästsanweisung doch anzu-sehen ist, weil sie seinerzeit den Regierungen zur Nachachtung mitgeteilt wurde. Erweiterte Zuständigkeit in Kassensachen: Erl. 6. April 1912 (MBliV. 112), 26. Aug. 1922 (MBliV. 852).Google Scholar
  356. 8.
    Jnstr. 1816, VO. 30. April 1815 § 33. 9) LBG.§3; östl. KrO. §§ 76, 77. Da hiernach, soweit nicht anderes vorgesehen ist, die früheren Bestimmungen aufrecht erhalten sind, muß § 36 VO. 1815 noch als gültig angesehen werden, wonach in Sachen der Staatsverwaltung der Landrat die Aussicht über den ganzen Kreis, also auch über kreisangehörige Städte führt. Ein Überrest dieser Bestimmung ist die Anordnung, daß Städte unter 10000 Einwohnern ihren gesamten Schriftwechsel mit der Regierung durch den Landrat zu leiten haben. Erl. 21. Jan. 1860 und 18. Okt. 1873 (MBliV. 17 u. 309); vgl. bez. der Aufsicht in Fürsorgesachen: Erl. W. März 1927 (BMBl.416) Zwangsbefugnisse § 132 LBG. Polizeiverordnungsrecht § 142 LBG. (vgl. § 197 d. W.).Google Scholar
  357. 10.
    Vgl. § 60 d. W.Google Scholar
  358. 11.
    LBG. § 36; Dienststellung des Ausschusses und seiner Mitglieder §§39, 40, 48, 49; Beschlußfähigkeit ostl. KrO. § 138, LBG. § 40. Bei Anwesenheit einer geraden Zahl scheidet das jüngste gewählte Mitglied bei der Abstimmung aus. Regul. für die Kreis-und Stadtausschüsse W. Febr. 1884 (MBliV. 41), 24. Sept. 1919 (MBliV. 181). Der Kreisausschuß fungiert ferner als„Maldschutzgericht“ (vgl. § 359 d. W.) und alsDiszi-plinargericht I. Jnstanz (vgl. § 70 Anm. 16 d. W.). Geschäftsübersichten vgl. § 40 d. W. Anm. 32.Google Scholar
  359. 12.
    LBG. §§ 37, 38, östl. KrO. § 170. Dienststellung, Zuständigkeit und Berfahren wie Anm. 10. Jm Gegensatz zum Kretsaus-schusse muß im Stadtausschuß der Borsitzende oder ein Mitglied zum Richteramt oder höheren Berwaltungsdienst befähigt sein: LBG. § 37. Dagegen ist die Anwesenheit dieses Mitgliedes zur Beschlußfähigkeit nicht nötig: Erl 18.März 1877 (MBliV. 114).Google Scholar
  360. 13.
    Das gilt namentlich von den rheini-schen Stadtkreisen.Google Scholar
  361. 14.
    Jn Städten mit Bürgermeisterverfassung der Bürgermeister mit den Beigeordneten, LBG. § 4. Die Mitwirkung eines besonders vorgebildeten Mitgliedes ist nicht nötig. In Hannover haben die sogenannten „selbständigen Städte“, (vgl. § 47 Anm. 1 d. W.), das gleiche Recht.Google Scholar
  362. 15.
    Die Zuständigkeit der Magistrate ist sehr begrenzt: ZustG. §§ 109, 114, VO. 31. Dez. 1883 (GS. 1884 S. 7), 30.Juli1900 (GS. 308), G. 19. Mai 1908 (GS. 133). Für das Berfahren in diesen Angelegenheiten gelten die Borschriften des LBG. Die Erreichung der Einwohnerzahl kann auch durch die amtliche Fortschreibung nachgewiesen werden. Erl. 5. März 1924 (MBl. iB. 241).Google Scholar
  363. 16.
    Für den Stadtausschuß des Stadtkreises Berlin können durch Ortsgesetz fachliche oder örtliche Abteilungen gebildet werden. Die Mitglieder sind Mitglieder der Bezirksämter. Sie werden vom Magistrat gewählt: G. 27. April 1920 (GS. 123) § 40.Google Scholar
  364. 17.
    Reichsversicherungsordnung §§ 36 bis 60). Übertragung der Befugnisse des Bersicherungsamts gegenüber Betriebskran-kenkassen der Wasserbauverwaltung auf Ober-und Reg.-Präs.: Erl. 14. Jan. 1914 (MBliV. 82), 17. Febr. 1915 (MBliV. 47).Google Scholar
  365. 18.
    Für ihn werden Stellvertreter ernannt, dabei kann jetzt auch für den Vorsitz in Spruch-und Beschlußsachen, also nicht nur für die Erledigung der laufenden Geschätte, ein Bureaubeamter (Kreisober-sekretar, Kreisversicherungsobersekretär) als Stellvertreter bestellt werden. Erl. 1912, 7. Jan. 1923 (HMBl.42), 24. Juli 1921 (HMBl.250).Kostentragungbeidenftaat-lichen Bersicherungsamtern Erl. 8. Juli, 11. Okt. 1912 (MBliV. 200, 273), 6. Juni 1921 (MBliV. 179) Geschäftsübersichten VO. 17. Nov. 1927 (RGBl. I 391), Geschäftsgang und Berfahren VO. 24. Dez. 1911 (RGBl. 1107), Zuziehung eines vereidigten Schriftführers Erl. 6. März 1914. Zeitschriftenbezug: Erl. 20. März 1923 (MBliV. 310), 13. Jan. 1926 (MBliV. 39).Google Scholar
  366. 19.
    Erl. 14. Mai 1912 (MBliV. 160).Google Scholar
  367. 20.
    § 39 RVO., Erl 4. Juli 1912 (MBliV. 235).Google Scholar
  368. 21.
    Anstellung der Kreissekretäre durch den Reg Präs.: Erl. 5. Juni 1926 (MBliV. 554). Außerdem unterstehen dem Landrat als dem leitenden Beamten der Kreiskommunal-verwaltung (vgl. §60 d. SS.) Kreisbeamte. Es setzt sich die Doppelstellung des Landrats also im Bureau weder in der Weise fort, daß die staatlichen Beamten auch die kommunalen Bureaugeschäfte erledigen, noch in der Weise, daß die Kommunalbeamten die staatlichen Angelegenheiten versehen (wie es im Stadtkreis der Fall ist). Sicherstellung der Geldbeträge:Erl. 17. Febr. 1927 (MBliV. 277), 5. Juni 1928 (MBliV. 597). Die sächlichen Berwaltungskosten sind (wie bei allen Lokalbehörden) durch eine Dienstaufwandsentschädigung pauschaliert: Erl. 9. April 1925 (MBliV. 414) Eiserne Portovorschüsse: Erl. 21. Sept. 1927 (MBliV 943).Google Scholar
  369. 1.
    G. 16. Sept. 1899 Dienstanweisung 1. Sept. 1909, insbesondere Berhältnis zum Kreisausschuß und zur städtischen Berwaltung: G.§6.Google Scholar
  370. 2.
    Eine zusammenfassende Dienstan-weisung besteht nicht.Google Scholar
  371. 3.
    Vgl. § 40 Anm. 7 und Geschäfts-anweisung (V) 21. Febr. 1912. Auskünfte und Gutachten Erl. 22. Febr. 1929 (FMinBl. 30).Google Scholar
  372. 4.
    Dienstanweisung für die Ortsbau-beamten 1. Dez. 1910.Google Scholar
  373. 5.
    Vgl. § 40 Anm. 8 d. W. Kassenordnung 28. Dez. 1926 (FinMinBl. 1927 S. 133). Besugnisse des Landrats: daf. § 4 und 2, Revision Erl. 30. Dez. 1925 (FinMBl. 1926 S. 2).Google Scholar
  374. 6.
    Die Jeßt übliche Bezeichnung ändert an dem Charakter der bureaukratischen, vom Gewerberat allein geleiteten Behörde nichts. Jhm ftehen Affiftenten und Affiftentinnen, fowie Affefforen zur Seite, ähnlich wie dem Landrat (Landratsamt). Jm einzelnen vgl. AussAnw. zur GewO. Ziff-253-258, Erl. 27. April 1891 (GS. 165). Borbildungs-und Prüfungsordnung 7. Sept. 1897 (MBliV.1898 S.29), häusig abgeändert, zuletzt 5. Dez. 1923 (HMBl.416). Amtsbezeichnungen Erl. 15.Juni 1920 (HMBl. 177). Gewerbereferendare und-affefforen Erl. 15. Mai 1907 (EMBl. 182), 20.San. 1904 (HMBl.23). Beftimmungen über Gewerbeinfpektionsaffiftenten: HMBl. 1918 S. 148. Den Gewerbeauffichtsbeamten ftehen für die Durchführung gewerbehygienifcher Maßnahmen einige Gewerbemedi-zinalräte zur Seite: StaatsminBefchl. 9. Sept. 1921 (GS. 1922 S. 28), Dienftanw. 19. April 1922 (HMBl. 75). Sie find zwar hiernach Dezernenten der Regierung, haben aber nur die Befugniffe der Gewerbeauffichtsbeamten, find alfo nicht Mitglie-der der Regierung im Sinne der Reginftr. (Vgl.§40 Anm. 22 d.S.). Dienftanw. für die Gewerbeauffichtsbe-amten 23. März 1892 (MBliV. 160), 7. Jan 1914 (HMBl. 9). Jahresberichte: Erl. 20. Suni 1925 (HMBl. 158). Zu-fammenarbeit mit den Kreis-und Stadt-fürforgerinnen Erl. 27. Okt. 1924 (HMBl. 275), 23.Juni 1925 (HMBl. 156); Berhältnis zu den Kreisärzten (Erl. 24.San. 1901 (EMBl. 174).Google Scholar
  375. 7.
    Jeßige Bezeichnung Erl. 7. Aug. 1920 (LMBl. 277). Es gibt ferner einige Kultur-und Wafferbauamter, welche rein preußifche Angelegenheiten bearbeiten. (Wegen der Wafferbauamter, welche mittelbare Reichs-behörden find unb infofern unter der Wafferftraßen-[Strombau-ufw.] direktion [vgl § 39] ftehen und auch die preußischen Zustandigkeiten wahrnehmen, fowie wegen der weiteren Spezialbaubehörden, wie Hafenbauämter ufw. vgl. § 355 d. W. Sie find hier nicht aufgeführt, weil fie nicht überall vorhanden find.)Google Scholar
  376. 8.
    GewO. § 139b.Google Scholar
  377. 9.
    Die Schulverwaltung ist infofern noch nach den früheren Grundsätzen organifiert, als trotz der Einführung hauptamtlicher, überall vorhandener Kreisbeamten (vgl. auch a 144 RV.) die Regierung noch immer die erste Instanz bildet, foweit nicht der Kreisausfchuß in gewiffen äußeren Schulangelegenheiten einzutreten hat. Eine Delegation von Quständigieiten an die Kreisfchulinstanz hat bisher nur in geringem Umfange ftattgefunden, während in allen anderen Ber-waltungszweigen die Mittelbehorde im wesentlichen zweitinftanzlich, als Aufficht, tätig wird. In Schleswig-Holftein bilden Landrat unb Kreisfchulrat zufammen eine Kollegialbehörde, das „Schulvifitatorium“.Google Scholar
  378. 10.
    G. 3. Junt 1919 §§ 21 ff., AusfAnw. Nr. III; vgl. § 41 Anm. 2 d.W. — Die Organifation der Ausemanderfetzungsbehorden beruhte bis zu diesem Gefetz aus dem Grundfatz der Regierungsinftruktion, die Mittelbehörde erftinftanzlich tätig werden zu laffen (vgl. § 37 d. W. und hier Anm. 9): Der unter der Generalkommiffion stehende Spezialkom-miffar war lediglich Organ der General-kommiffion, ohne erhebliche eigene Zuftän-digkeiten zu besitzen. Das G. hat durch De-konzentration den Schwerpunkt der Ber-waltung in die Kreisinftanz verlegt.Google Scholar
  379. 11.
    G. 1919 § 11 AusfAnw. Nr. I, 3-5. Die Dienftaufficht sührt über alle Beamte der Kulturamtsvorfteher. Difziplinarbefugniffe befitzt er dagegen nicht gegenüber den ihm beigegebenen höheren Beamten und Bermeffungsbeamten. Jft die Leitung der vermeffungs-und kulturtechnifchen Arbeiten einem Bermeffungs-beamteu übertragen, fo hat auch diefer die Dienftaufficht über die technifchen Beamten des Kulturamtes, nicht jedoch Difziplinar-befugniffe, a. a. O.Google Scholar
  380. 12.
    Eine befondere Dienftanw. befteht nicht. Die Aufgaben ergeben fich aus dem G, 30. Mai 1908 (RGBl.349).Google Scholar
  381. 13.
    BergG. § 189. Die Berwaltung des staatlichen Bergwerksbefitzes wurde auch vor der Schaffung der „Preußag“ (vgl. §35 Anm. 59 d. W.) nicht von diefen, rein ho-heitlichen Bergpolizeibehörden, fondern in befonderen Direktionen geführt.Google Scholar
  382. 14.
    Soweit nicht ftaatliche Polizeiver-waltungen beftehen, vgl. § 189 d. W. über das Berhaltnis der ftaatlichen Schutzpolizei zu den Gemeindebehorden vgl. § 195 d. W.Google Scholar
  383. 15.
    Vgl. G. 16. Sept. 1899 § 3 Abf. 4.Google Scholar
  384. 1.
    Vgl. § 51 d. W. — (Eine eigene Stellung nehmen die „selbständigen“ Städte in Hannover ein, die, obwohl kreisangehörig, doch die fonft den Kreisbehörden der inneren Berwaltung übertragenen Geschäfte der Landesverwaltung wahrzunehmen haben. Hann. KrD. § 27 (weitere Befugniffe vgl. § 45 Anm. 14 d. W.). Praktifch wirkt fich diefe Sonderftellung, nachdem einige diefer Städte Stadtkreife geworden find, andere eine (Einwohnerzahl von mehr als 10000 erreicht haben, noch aus für: (Einbeck, Nort-heim, Ofterode, Duderftadt, Bremervörde, Buxtehude, Aurich, Papenburg und Bad Pyrmont (G. 22. Febr. 1922, GS. 37).Google Scholar
  385. 2.
    G. 11. März 1850 (GS. 265) § 2. In den Nachkriegsiahren hat die gahl der ftaat-lichen Polizeibehörden ftark zugenommen. Vgl auch § 189 d. W. Anm. 11.Google Scholar
  386. 3.
    Weftf. LGO, rhein. LGO. 23. Juli 1845, G 27. Dez. 1927 (GS. 211), vgl. §58 d. W.Google Scholar
  387. 4.
    Jn den ehemals pofenfchen leiten der Provinz Grenzmark Pofen-Weftpreußen be-fteht noch die (Einrichtung der Diftriktskom-miffare, ftaatlicher befoldeter Beamten, welche die Drtfpolizei auf dem Lande wahr-nehmen.Google Scholar
  388. 5.
    Vgl. auch § 46 d. SS. Anm. 13.Google Scholar
  389. 1.
    Vgl. § 37 d. SB. Anm. 2 und 5.Google Scholar
  390. 2.
    Vgl. § 1 d. W. a. E.Google Scholar
  391. 3.
    Die kollegiale Berfaffung der Bermögensverwaltungsbehörden (Abteilung für Domänen und Forften, Lotteriedirektion, Staatsbank) beruht auf der Erwägung, daß es hierbei weniger auf Schnelligkeit ankomme, als auf eine Sicherung durch Bermehrung der Kontrolle. Au§ diefen gründen herrfchte die kollegiale Berfaffung früher auch in der PrivatwirtFchaft vor (Borftand von Aktien-gesellfchaften usw.), wird heute aber vielfach durch das (bureaukratifche) Generaldirektoren-fyftem ersetzt.Google Scholar
  392. 4.
    Das hangt zum großen Teil mit dem Beftreben nach möglichfter Einheitlichkeit zufammen: die Befchlußehörden find an Weifungen nicht gebunden.Google Scholar
  393. 5.
    Die Gemeindeaufficht wird in zwei förmlichen Jnftanzen unterhalb des Mini-fters geführt. ZuftG. § 7, 24.Google Scholar
  394. 6.
    Vgl. § 39 d. WGoogle Scholar
  395. 7.
    GBG. kennt eine solche „General-klausel“ in § 13. Jm preußifchen Berwal-tungsrecht findet fie fich nur fur Polizei-Verfügungen, welche, gleichgültig auf welchem Gebiet fie ergehen, mit der Klage anfechtbar find, wenn behauptet wird, daß durch Nicht-anwendung oder unrichtige Anwendung des beftehenden Rechts der Klager in feinen Rechten verletzt fei, oder daß die tatfächlichen Borausfetzungen nicht vorhanden gewefen feien, welche die Polizeibehörde zum Erlaß der Beifügung berechtigt haben würden: LBG. § 127. — Grundsätzlich kann man höchftens feftftellen, daß im Zweifel das formlofe Ber-waltungsverfahren ftattfindet und daß, wenn Kreis-(Stadt-)Ausfchuß oder Bezirksausfchuß zuftändig find, sie im Zweifel im Befchluß-Verfahren entfcheiden: §54 Abf. 3 LBG.Google Scholar
  396. 8.
    Vgl. die „Wahlflage“ nach § 128 LBG. und die Schlußklage nach § 127 a. a. D. Die Klage der Kommunalbeamten gegen Ordnungsftrafen tritt erft ein, wenn diefe in der zweiten Berwaltungsinftanz beftätigt find; im formlichen Difziplinarverfahren find die Berwaltungsgerichte fofort zuftandig: § 20 ZuftG., § 157 LBG. Sn füddeutfchen Län-dern und in Österreich tritt der Berwaltungs-gerichtshof immer erst nach Erledigung des verwaltungsmäßigen Jnstanzenzuges in Tä-tigkeit. ähnlich bei dem bisherigen reichsrecht-lichen Berwaltungsstreitverfahren (Reichs-wirtschaftsgericht).Google Scholar
  397. 9.
    Die fachliche Zuständigkeit der Befchlußbehörden und Berwaltungsgerichte wird durch Geseß bestimmt: LBG. §§ 4, 7, 54; nur die Zuständigkeiten, die nach Reichs-recht durch Berwaltungsgerichte wahrzu-nehmen find, können durch BD. geordnet werden: G. 27. April 1885 (GS.127). Die sachliche Zuständigkeit der Berwaltungs-behorden kann durch die übergeordneten Minister geregelt werden, soweit das Gesetz nicht entgegensteht. Zweisel zwischen den Berwaltungsbehörden entscheidet die gemeinsame übergeordnete Behörde; die Berwaltungsgerichte haben ihre Zuständigkeit von Amts wegen wahrzunehmen: LBG. § 113. Zuständigkeitsstreit zwischen Gerich-ten und Berwaltung (einschl. Berwaltungs-gerichten: LBG. a. a. D.) wird durch Er-lebung des Kompetenzkonflikts an den Gerichtshof zur Entscheidung von Kom-petenzkonflikten gebracht (vgl. § 36 d. W.), doch darf dem Reichsgericht nicht vor-gegriffen werden: BD. 1. Aug. 1879 (GS. 573) und G. 22. mai 1902 (GS. 145), LBG. § 113 (vgl. Erl. 13. Febr. 1926 — MBliV. 133 —). Diefes Berfahren findet bei Streit zwischen Berwaltungsgericht und Berwal-tungsbehorde jedoch nicht statt: LBG. § 113; hier wird vielmehr ein negativer oder posi-tiver Kompetenzkonslikt vom DBG. ent-fchieden. Zuständigkeitsüberschreitungen von Beschlußbehörden können durch Aufechtungs-klage nach § 126 LBG. aus der Welt ge-schasst werden.Google Scholar
  398. 10.
    LBG. §§57, 58: soweit Grundstücke in Frage stehen, ist deren Lage entscheidend; ergeben sich dann noch Zweifel, so regelt sür das Berwaltungsstreitverfahren das über-geordnete Berwaltungsgericht, im Befchluß-verfahren die Aufsichtsbehörde die Zuständig-fett; im übrigen ist maßgebend der Wohnsitz oder Sitz des Beklagten.Google Scholar
  399. 11.
    So konnte das Staatsmin. die Forst-Verwaltungen an einzelnen Regierungen auslösen und an andere benachbarte Regierungen übertragen. Vgl. § 40 Anm. 16. d. W. Ebenso ist die Zuständigkeit der Ehefs der Wasserbaudirektion (Dberpräsidenten oder des Regierungspräsidenten von Potsdam) über die Provinz oder den Regierungs-bezirk durch organisatorische Anordnung aus-gedehnt worden. Vgl. auch die Regelung der Landeskriminalpolizei Erl. 20. max 1925 (MBliV. 569), 19. Sept. 1925 (MBliV. 989),wobei der Geschaftsbereich der Landeskriminal-polizeistelle über den Bezirk der Landespoli-zeibehörde ausgedehnt wurde (vgl. auch § 42 Anm. 3 d. W.). (Sine solche Bestimmung kann allerdings die Zuständigkeit der Ber-waltungsgerichte und Beschlußbehörden nicht ändern, daher mußte durch G. 14. März 1924 (GS. 137) das WasserG, dahin ergänzt wer-den, daß in solchen Fällen, in benen einer Behörde über ihren Geschäftsbezirk hinaus die Aufsicht über Wassergenossenschaften übertragen wird, damit auch die Zuständig-feit des Bezirksausschusses, welcher für diese Behörde zuständig ist, sich auf den fremden Bezirf insoweit ausdehnt.Google Scholar
  400. 12.
    Die Bestimmungen der Reginstr. find sehr allgemein gehalten und die Ge-schästsanweisungen beziehen sich mehr auf den innerbehördlichen technischen Betrieb.Google Scholar
  401. 13.
    Fristen und damit eine gewisse for-melle Beschwerde kommen vor z. B. in ZustG.§ 7 und LBG § 133. Abgesehen davon ist nach § 50 LBG. die Befugnis der Aufsichtsbehörde zur Erteilung von An-Weisungen an die nachgeordneten Behörden und zur Außerkraftsetzung ihrer Bersügungen bestehen geblieben. Dadurch ist die soge-nannte Aufsichtsbeschwerde, frist-und formlos, sanktioniert. Sie ist kein eigent-iiches Rechtemittel, sondern gibt der Aus-sichtsbehorde nur einen Hinweis aus angeb-liche Unrichtigkeiten und regt ihr Einschreiten nach §50 LBG. an (dieser enthält einen allgemeinen Grundsatz, der auch ohne gesetz-Iiche Borfchrist für alle Behörden gilt). Es ist also Sache der Aufsichtsbehörde, inwie-weit sie eingreifen will. Wie aus der Zahl der einlaufenden Beschwerden in gewisser Weise auf die Güte der Berwaltung und ihre Einfühlung in Land und Leute ge-schlossen werden kann, so hängt es ander-seits von der Art, wie die obere Behörde Aussichtsbeschwerden behandelt, abgesehen öon dem durch die Personalpolitik zu schaffen-den Bertrauensverhältnis innerhalb des Behordenorganismus, ab, inwieweit das so sehr wichtige Berantwortungsgefühl der handelnden Organe entwickelt und gepflegt wird. grundsätzlich abzuschaffen ist die Auf-sichtsbeschwerde nicht, schon wegen der parla-meuterischen Beantwortung der Qentral-behorde.—Neuerdings hat das österreichische Berwaltungsverfahrensgesetz einen Bersuch zu einer Einschränkung gemacht, indem es ein Eingreifen der Aufsichtsbehörden ablehnt, so-bald die untereninstanzen zwei gleichlautende Bescheide erteilthaben.— Abweichung beiPo-lizeiverfügungen vgl. Anm. 6 unb § 198 d. W.Google Scholar
  402. 14.
    Auch diese Borschrift dient der Wah-rung der Zuständigkeit der Berwaltungs-gerichte.Google Scholar
  403. 15.
    LBG. §§ 51–53; wegen der Berech-nung der Fristen ZPD. §§221, 222, 224 und BGB.§§ 187-193. Fristen für die Bern-fung LBG. § 85, Revision § 95, weitere Be-schwerde § 121, Polizeisachen § 129.In vielen Fällen hat das Gesetz diese eingebürgerte und ausreichende Frist nichtbeachtet, sondern Son-derbestimmungen getroffen. In Steuer-fachen ist eine Fristvon einem Monat üblich, vgl. §112d.W. Zur Berhütung von Nachteilen sür das Publikum find die Behörden ange-wiesen, möglichst Rechtsmittelbelehrungen zu erteilen: Erl. 7. Febr. 1922 (MBliV. 155). Im Beschlußverfahren — und das gleiche gilt auch von etwaigen Fristen im Berwaltungsverfahren — kann formlos Wiedereinsetzung gegen die Fristver-säumnis gewährt werden, insbesondere durch Erteilung eines sachlichen Bescheides: LBG. §52.Google Scholar
  404. 16.
    Vgl. die Regulative (§36 Amn. 3, §39 Anm. 32, § 40 Anm. 32, § 45 Anm. 11 d. W.)Google Scholar
  405. 17.
    LBG. § 60.Google Scholar
  406. 18.
    Nach LBG. § 157 gelten besondere Borschriften für das Disziplinarverfahren und Gewerbekonzessionsstreitigkeiten. Eben-so bez. der Gewerbesteuersachen, wo das OBG. über die Rechtsbeschwerde nach den Borschriften der RAbgO. entscheidet: BD. 23. Nov. 1923 (GS. 519) § 35, G. 15. Okt. 1925 (GS. 135) §4.Google Scholar
  407. 19.
    Im Gegensatz zu dem in den süd-deutschen (Staaten und in Öfterreich gelten-den Recht ist das preußische Berwaltungs-gerichtsverfahren dem Zivilprozeß insofern grundsätzlich gleichgestaltet, als es zwei Par-teien kennt, die öffentliche Behörde also auch vor Gericht erscheinen muß mit lediglich den-selben Rechten wie der private Klager oder Beklagte, während bei jenem System (wel-ches Sich übrigens auch im Reichsrecht durch-gesetzt hat und im preußischen Beschlußver-fahren die Regel ist), das Berfahren mehr einem förmlichen System der Beschwerde-entscheidung gleicht. Wenn das Gesetz die öffentliche Behörde nicht bezeichnet, welche als Kläger oder Beklagter aufzutreten hat, so wird diese Partei in Preußen sogar durch Ernennung eines Kommissars des öffentlichen Interesses konstruiert: §74 Abs. 3 LBG. Die Grundsätze der ZPD. können aber nicht unmittelbar augewendet werden, wo sie nicht, wie vielfach, vom Gesetz selbst in bezug genommen sind, wenn sie auch in manchen anbeten fällen zur Auslegung herangezogen werden können und müssen. Eine besondere Abweichung ergibt sich schon aus der Geltung der oben erwähnten Amts-(oder Untersuchungs-) Maxjme, die nur ge-legentlich von Grundsätzen der (zivilprozes-sualen) Parteinaxime durchbrochen wird, z. B. durch die Beschränkung der Entschei-dung auf die vorgeladenen Parteien und die erhobenen Ansprüche. Es herrscht serner Amtsbetrieb, nicht Parteibetrieb. Die Gel-tendmachung des Anspruchs vor Berwal-tungsgerichten unterbricht die Bewährung: §220 BGB. — Ausschließung und Ab-lehnung von Gerichtspersonen LBG. § 61s.; Ablehnung wegen Befangenheit vgl OBG. in PBBl. 48 S. 403; Berfahren in erster Instanz §§ 63 bi§ 81, insbesondere Bei-ladung § 70, öffentliche mündliche Berhand-lung §§ 71 bis 81.Google Scholar
  408. 20.
    LBG. § 73. Neuerdings find be-sondere öffentlich-rechtliche Anwälte, „Ber-waltungsrechtsräte“ geschassen: G. 25. Mai 1926 (GS. 163); Erl.9. Juni 1926 (MBliV. 654); Zulassungsgebühren Erl. 30. Junt 1926 (MBliV. 627).Google Scholar
  409. 21.
    Diese erweiterte Besugnis des Bor-sitzenden ist durch das BereinfachungsG. ge-fchaffen worden: §§64. 67 LBG. in der Fassung des genannten Gesetzes.Google Scholar
  410. 22.
    LBG. §§ 82-92, in Polizeiioftensachen nur Revision: G. 2. Aug. 1929-(GS. 162). In Streitigkeiten zwischen Fürsorgeverbän-den ist statt des OBG, das Bundesamt für das Heimatwesen zustandig. Bei der Klage gegen Beringungen des Iugendamts ist Berufung an das Reichsverwaltungsgericht (oder Reichs-gericht) vorgesehen, vgl. § 16 AG. RIWG. Mündliche Anmeldung (ohne Protokoll) ge-nügt nicht: DBG, im PBBl.48 S.267.Google Scholar
  411. 23.
    LBG. §§ 82, 83,93. — Bei Streitigkeiten über öffentliche Abgaben besteht eine Revisionssumme von 100 RM.: Bereinf. Ges. und BD. 2. Iuli 1926 (GS. 192); Erl. 19. Aug. 1926 (MBliV. 791 ), in Polizeikostensachen: 1000 MR.; DBG. in PBBl.48 S.94. Wiederaufnahme des Berfahrens LBG. §§ 100, 101, ZPO. §§ 78 bis 589. — Beschwerden über die Leitung des Berfahrens §§ 110, 111; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand § 112.Google Scholar
  412. 24.
    Daselbst §§ 102-109. larif BD. 24. Des. 1926 (MBliV. 1927 S. 3) Kostenfreiheit und Armenrecht LBG.§1075 und 109 in der Fassung des Tarifs. Festsetzung, Berrechnung und Einziehung durch den Borsitzenden des Gerichts LBG.§108 in der Fassung des BereinfachungsG.; Festsetzung: Erl. 26. Iuli 1927 (MBliV. 781); die zivilprozeßrechtlichen Gebühren der Zeugen und Sachverständigen gelten auch hier, LBG. § 106. Jedoch ist die Erstattung von Rechtsanwaltskosten für Berhandlungen vor dem Kreisausschuß überhaupt nicht, vor dem Bezirksausschuß und dem DBG, nur für die Wahrnehmung einer mündlichen Berhandlung vorgesehen: LBG. §103. Ge-richtliche Geschäfte auf Ersuchen der Ber-waltungsgerichte find kostenfrei, G. 99 (G8. 326) §7. Die Stempelfreiheit des Berfahrens (LBG. § 102) umsagt nicht die Boll= machten, Erl. 26. Juni 1896 (MBliV. 116 und Stempelsteuergesetz vom 27. Okt. 1924 [GS.627] Tarifftelle 19). Die Koften und die (durch das BGB. nach ?G. Art. 103 nicht berührten) Ansprüche aus ihre Erstattung verjähren in vier Jahren: AG. BGB. Art. 8.Google Scholar
  413. 25.
    LBG. § 117. Dies gilt nicht für das Dberverwaltungsgericht (Wasserwirtschaftlicher Senat).Google Scholar
  414. 26.
    §auptfall: GewO.§21.Google Scholar
  415. 27.
    LBG. §§ 115-126, BD. 12. März 1924 (GS. 130). Das Berfahren vor der Spruchkammer des Landeskulturamts und des Dberlandeskulturamts richtet sich nach dem LBG. (G. 3. Juni 1919 §17), das des Kulturamtsvorstehers nach den Auseinandersetzungsgesetzen. Ergänzend kann der Minister eingreisen. Das Berühren des Bergrevierbeam-ten und des Dberbergamts ift — nur in einzelnen Punkten — geregelt in §§ 191 ff. des BergG. Ob der Dberpräsident und Polizeipräsident von Berlin, die an die Stelle von Beschlußbehorden treten, an die formellen Borschriften dieses Ber-fahrens gebunden sind, ift ftreitig. OBG. (7.Iuni 1887, Bd. 2 S. 528) verneint die Frage, doch wohl mit Unrecht (vgl. Brau-chitsch, 23. Aufl., zu § 43 LBG.).Google Scholar
  416. 28.
    § 14 und Tarifftelle 16 der Ber-waltungsgebührenordnung 30. Dez. 1926 (GS. 327).Google Scholar
  417. 20.
    Die Gerichtshaltungskosten für den Kreis-und Stadtausschuß tragt der betrefsende Kommunalverband, dem dafür auch die aufkommenden Gebühren zufließen; die Kosten des Bezirksausschusses, des Bergausschusses, der (Spruchkammer sowie der obersten Gerichte und Beschlußbehorden tragt der Staat, dgl. diejenigen des Pro-vinzialrats mit Ausnahme jedoch der Entschädigungen der gewählten Mitglieder, die die Provinz zu leisten hat: östl. PrD. § 100.Google Scholar
  418. 30.
    § 132 LBG.; BD. 6. Febr. 1924 (RGBl. I 44), Erl. 30.Iuni 1925 (MBliV. 747), 28. Dez. 1928 (MBHB. 1929 S. 19), 11. Iuni 1929 (MBliV. 490). Eine Überschreitung der durch MinErl. festgesetzten Höchstsätze macht, sofern nicht mehr als 1000 RM. verhängt werden, die betreffende Haßnahme freilich nicht rechtsungültig. Der Dberpräsident hat Zwangsbesugnisse nur, insoweit er Wasserpolizeibehorde ist: Wasser-gesetz § 346, oder in Berlin an Stelle des Reg Präs. zuständig ist; im übrigen muß er, wie der Minister, die Durchführung seiner Anordnungen durch eine andere Behörde erzwingen lassen (im Wege der Rechtshilfe). gwangsbefugnisse der Regierung vgl. § 40 Anm. 4 d. W.; des Dberbergamts (BergG. § 190 Abs. 4) und des Landeskulturamts wie die der Regierung; des Kulturamtsvorstehers wie die des Landrats, jedoch ohne die polizeilichen Besugnisse: G. 3. Iuni 1919 § 14. Für die Reichssinanzbehorden § 202 RAbgD.Google Scholar
  419. 31.
    LBG. § 132, 133. Die Geldstrasen unterliegen der Beitreibung im Berwal-tungswege, doch ohne vorgängige Anmah-nung. Erl. 15.März 1888 (MBliV. 90). Die Haft wird nach StGB. §§ 28, 29 berechnet.Google Scholar
  420. 32.
    AGZPD (Bek: GS 1899 S. 388) § 5, BD. 15. Nov. 1899 (GS. 543) und zahlreiche Ergänzungen. AusfAnw. 28. Nov. 1899 (Amtsblätter) mit mehreren Ergänzungen). Neueste Fassung der BD. nebst AussAnw. bei v. Brauchitsch, Bd. l, 1925 (S.216ff.) Beträge unter 0,50 Goldmark sollen nicht mehr beigetrieben werden: Erl. 31. März 1924 (PrBesBl. 93). Welche Geldbeträge der Einziehung im Berwaltungszwangsverfahren unterliegen, richtet sich nach den Spezialgesetzen; wo diese keine Bestimmung treffen, gelten die „Exekution§ordnungen“: für die Rhein-Provinz (einschl. Meisenyeim) 24. Nov). 1843 (GS. 351), für Westfalen 30. Iuni 1845 (GS. 444), für die östlichen Provinzen 30.Iuli 1853 (GS. 909), für Neuvorpommern und Rügen 1. Febr. 1858 (GS. 85), für die neuen Provinzen 22. Sept. 1867 (GS. 1553), für das Herzogtum Lauenburg G. 23. Aug. 1871 (Off. Wochenblatt 325), §ohenzollern G. 26. Febr. 1874 (GS. 87). Teilweise ist hiernach noch vorpreußisches Recht in Geltung geblieben. In diesen Borschriften find übrigens auch einzelne privatrechtliche Forderungen dem Berwaltungs-Zwangsverfahren unterworfen, wie die Ansprüche des Fiskus aus Pachtgeldern und Holzkaufgeldern. (BD. von 1808 § 42 und Kab.O. v. 1825.) Beschlagnahme der Staatsschuldbuchforderungen G. 27. Mai 1910 (GS. 55) § 11. Für die Beitreibung find vielfach an Stelle besonderer Bollstreckungs-beamter die Gerichtsvollzieher zur Beifügung gestellt (vgl. § 6 der BD.): Gerichts-vollzieherordnung 23. März 1914 (IMBI. 289) §§ 17, 18, Vf. 14. Iuni 1923 (IMBl. 439) und 28. Iuli 1925 (PrBefBl. 123) für die staatliche Kreiskassenverwaltung sowie 21. Iuli 1924 (IMBl. 282) für die Domänen-verwaltung.Google Scholar
  421. 33.
    G.9. Iuni 1925 (RGBl. 256); gilt auch für Abgaben auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal, G. 14. Nov. 1922 (RGBl. II 783). 34) Wegen der durch die neueren Steuer-gefetze eingeführten Berzugszinsen vgl. § 110 Anm. 19 d. W. Das öffentliche Recht kannte bis dahin Berzugszinsen nicht.Google Scholar
  422. 1.
    Österreich hat neuerdings ein Ber-waltungsverfahrensgesetz erlassen, welches auch in gewisser Weise den Geschäftsgang, insbesondere Beweisführung, Entscheidungs-fristen, Anfechtung usw., regelt. Für Preußen find im allgemeinen die Reginstr., die GeschAnw. für die Regierungen und die Grundzüge 15. Iuli 1910 (MBIiB. 251) (vgl. § 40 Anm. 2 d. W.), Erl. 29.Ian. 1925 (MBliV. 131), maßgebend, welche auch bei anderen Behörden gelten. Die Bureaureform hat in letzter Zeit starke Fortschritte gemacht, vgl. Erl. 12. Dez. 1928 MBliV. 1189).Google Scholar
  423. 2.
    (Sine „urschriftliche“ Erledigung tragt sehr zur Beschleunigung bei und ist, soweit es die Rücksicht auf die Aftenvollstandigkeit zulaßt, weitgehend durchzuführen. ist die Rückgabe erforderlich, so werden die Schreiben „unter Rückerbittung“ (U. R.) abgesandt; dieses Berfahren kann im allgemeinen aber nur im Berkehr zwischen Behörden angewandt werden.Google Scholar
  424. 3.
    Die eigenhändige Bollziehung sindet jetzt nur noch in Ausnahmesallen statt. Erl. 3. Mai 1921 (MBliV. 123), 22. Dez. 1921 (MBliV. 1922 S. 9), 16. April 1929 (PrBesBl. 102). Sie wird erfordert für Berichte an vorgesetzte Behörden: Erl. 6. Dez. 1924 (MBliV. 1173); und auch für Urkun-den bedarf es ihrer weiterhin. Gine beglaubigte Unterschrift gilt nicht im Berfahrensrecht vor Gerichten oder Pacht-und Mietemigungs-amtern: KG.4.Mai 1925 (Zeitschrift sür Agrar-und Wasserrecht 5. S.270). Die Entsch. v. 31. März 1926 (PBBl. 47 S. 565) stellt sich, wohl richtig, auf den anderen Standpunkt, daß es Sache des innereu Dienstbetriebes ist, ob Urschrift oder be-glaubigte Abschrift übersandt wird, vgl. MBliV. 1928 6. 297. Die Berweudung von Stempeln zur Bonziehung ist zugelassen für Landrate, Erl. 16. Dez. 1893, anwend-bar aus Bürgermeister und staatliche Polizei-behörden 9. Iuni 1894 (MBliV. 101). Wirksamkeit bei Polizeiverfügungen wird vom Kammergericht verneint, vom DLG. Düsseldorf bejaht (Pr. Gemeindezeitung1926 S. 81). Befugnis des Reg Präf. zur Genehmi-gung der Stempelverwendung Vf. 30. Okt. 1925 (MBliV. 1148). Geschäftliche Be-handlung von Postsendungen vgl. Erl. 12. März 1928 (PrBesBl. 104), Portodienst-marken Erl. 7. März 1928 (PrBesBl. 103).Google Scholar
  425. 4.
    Der Registrator führt auch das Tage-buch. Bielfach wird die Registratur gleichzeitig von dem bearbeitenden Bureaubeamten ge-führt, weil auf diese Weise unnötige Wege gespart werden können. Das wird aber nur dort möglich sein, wo das Arbeitsgebiet des Bureaubeamten in sich so geschlossen ist, daß nicht doppelte Akten (auch in anderen Expedi-tionen) geführt zu werden brauchen. Neuer-dings wird die tagebuchlose Aktenhaltung bei einfach gegliederten Behörden vielfach empfohlen. Aussonderung und Bernichtung alter Akten Erl. 10. Nov. 1876 (MBliV. 254); bei der Justiz Vf. 6., 8. Sept. 1900 (IMBl. 569, 575, 577), 31. Juli 1923 (MBliV. 821), 28. Okt. 1928 (JMBI. 417), (?. 31.Quli 1923 (MBliV. 821); der Rechnungen und Belege § 85 d.W. Registraturvorlagen über alteAkten „Grundzüge“ XVI Abs. 10. Aus den Akten dürfen keinerlei Teile entfernt werden: Staatsmin.Beschl. 18. Dez. 1923 (HMBl. 1924 S. 82), Beseitigung früherer §oheits-bezeichnungen Erl. 31. Dez. 1925 (MBliV. 1926 S. 3), 12. Mai 1927 (MBliV. 499).Google Scholar
  426. 5.
    Die sogenannten Dinformate Erl. 4. Febr. 1924 (PrBesBl. 56), welche auch für die Bordrucke gelten: Eri. 8. Juni 1925 (PrBesBl. 147), 27. Mai 1926 (MBliV. 518). Prüfung der Papiersorten: Vorschr. d. Staatsmin. 28. Jan. 1904 (MBliV. 110, Erl. 15. April 7. Aug. 1910 (MBliV. 114, 295), 14. Juli 1911 (MBliV. 210), 24.Jam 1913 (MBliV. 30). Diese Bestimmungen waren während des Krieges zum Teil außer Kraft gesetzt, gelten aber jetzt wieder nach Maßgabe der Erl. 10. Jan. 1926 (PrBes-Bl. 9) Prüfungsgebühren Erl. 22. Okt. 1925 (MBliV. 1124). Belegung der Papierprü-fung Erl.21. Okt. 1926 (PBesBl. 182), Prü-fung der Tinte Erl 31. Dez. 1924 (PrBes-Bl.1925, S.2), von Siegellack Erl. 4. Sept. 1928 (PrBesBl. 267), Berwendung von Tintenstift Erl. 22.Juli 1911 (MBliV. 211). Schwarze Farbbänder bei Schreib-maschinen: Erl. 16.Juni 1926 (MBliV. 653).Google Scholar
  427. 6.
    Gewöhnlich werden die Beifügungen der Minister und Dberpräsidenten „Erlasse“ genannt. Rundverfügung oder Runderlaß ist eine Anordnung, die sämtliche Dienststellen einer bestimmten Berwaltung betrifft.Google Scholar
  428. 7.
    Berichte, die an mehrere Behörden gehen, müssen sämtliche Empfänger ent-halten: Erl. 4. Febr. 1927 (MBliV. 127).Google Scholar
  429. 8.
    Reg Jnftr. § 32 und GeschAnw. vgl. Erl. 21. März 1921 (MBliV. 87), 6. Dez. 1924 (MBliV. 1172). Das gilt, da auch für sie die RegSnftr. Geltung hat, für Landeskulturamter, Dberbergämter und Provinzialschulkollegien.Google Scholar
  430. 9.
    Bei mehrstelligen Zahlen siud die Gruppen zu drei Ziffern durch Zwischen-raum, die Dezimalstellen durch Komma zu bezeichnen StaatsminBeschl. 8. März 1881 (MBliV.90). Als gesetzliche Zeit ist in Deutschland die mittlere Sonnenzeit des 15. Langengrades festgesetzt. G. 12. März 1893 (RGBl. 93). 24 Stunden Zeit: Erl. 15. Juli 1927 (MBIiB. 711). Temperatur-angaben find nach dem hundertteiligen Ther-mometer (Celsius) zu machen, Wärmemengen nach Kilokalorien und Kilowattstunden zu be-zeichnen G. 7. Aug. 1924 (RGBl. I 679). Abkürzung „RM“: VO. 10. Okt. 1924 (R.-GBl. II, 383), „RM“: Erl. 24. Febr. 1927 (FMBl. 39).Google Scholar
  431. 10.
    G. 28. Aug. 1876 (GS. 389). Dieses Gesetz ist durch Art.1 PrB. grundsätzlich ausrecht erhalten, doch können nach Art. 73 a. a. D. die Provinzen eine andere Amts-sprache in gemischtsprachigen Landesteilen neben der deutschen Sprache zulassen. Das ist bisher nicht geschehen. Unberührt von dieser preußischen Regelung bleiben natürlich das Reichsrecht (RV. Art. 113, GBG. § 113) und die Grundsätze des internationalen Ber-kehrs. Reichsrechtlich find durch das deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien vom 15. Mai 1922 (RGBl. II S 209) 140ff. in Oberschlesien zugunsten der polnischen Sprache Ausnahmen gemacht.Google Scholar
  432. 11.
    Dazu Berwaltungegebührenordnung 30. Dez. 1926 (GS. 327). In Kraft ge-blieben find noch AussAnw. 29. Dez. 1923 (PrBesBl. 247), Richtlinien 15. Aug. 1924 (PrBesBl. 289) 15.Jan.1925 (PrBesBl. 16). Kein Rechtsweg: PrBesBl. 1926, S. 57.Google Scholar
  433. 12.
    Eiucheitskurzschrist (vgl. PrBesBl. 1927 S. 152). — Die Modernisierung des Geschäftsganges kommt nur langsam weiter. Jmmerhin nimmt die Berwendung von Bureaumaschinen und die Auswertung von Erfahrungen der Privatwirtschaft zu.Google Scholar
  434. 13.
    Abgekürzt: Diwiv. Berlin W 8, Ehar-lottensir. 50.Google Scholar
  435. 1.
    Den ersten Kreis bezeichnet man als den der (Selbstverwaltungsangelegenheiten; ihn definiert die preußische Berfassung als „die selbständige Berwaltung der gesetzlich obliegenden oder freiwillig übernommenen Angelegenheiten durch eigene Organe“; den zweiten als Auftragsangelegenheiten, desi-niert als „die Berwaltung von staatlichen Angelegenheiten zwar durch eigene Organe des Selbstverwaltungskörpers, aber als Drgane des Staates“ (Art.72). Diese Begriff-bestimmung entspricht im wesentlichen der heutigen Praxis. Nicht in dem Charakter der einzelnen Angelegenheiten liegt der Unter-schied —es ist eine Frage der Rechtspolitik, in welche von beiden Gruppen der Gesetzgeber eine bestimmte Aufgabe einreiht — sondern in der Rechtstechnik: ob der Gemeinde die eigene Berantwortlichkeit bleibt oder ob sie Anweisungen unterworfen ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine solche Auftrags-Angelegenheit der Gemeinde als solcher oder einzelnen Organen übertragen wird: die preußische Gesetzgebung bevorzugt den zwei-ten Weg, weil auf diese Weise die Anweisung leichter durchgesetzt werden kann. feine Unterart dieser Gruppe bilden diejenigen Angelegenheiten der allgemeinen Landes-verwaltung, welche zwar nicht als gemeind-liche, aber auch nicht nach Einzelanweisung zu erledigen, find z. B. das Beflaggen kom-munaler Dienstgebäude ((G. 17. Mäxz 1929 — GS.23,BD.29.Jnni 1929 — GS.79 — ), insbesondere auch die Tätigkeit der von der Gemeinde zu unterhaltenden Gerichte (Ber-waltungsgerichte) und Beschlußbehörden. Vgl. auch die Schiedsmannsordnung 3. Dez. 1924 (GS.751). Vgl. Peters, Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung in Preußen, Berlin 1926, insbes. S. 36ff., 186ff.Google Scholar
  436. 2.
    „Kommunalverband“ hat einen dopgelten Sinn: insofern damit ein Berband von Einwohnern mit einem bestimmten Gebiet bezeichnet werden soll, ist auch eine einzelne Gemeinde ein Kommunalverband (den Gegensatz bildet der reine Personen-verband, Berein u. a., aber z. B. auch der offentlich-rechtliche Berband einer Berufsgenossenschast des Bersicherungs-rechts); „Kommunalverband“ kann aber auch als „Berband von Kommunen“ aufgefaßt werden, und dann fallen unter den Begriff die engeren Gemeindeverbande, die Kreise, die Provinzen, die Zweckverbände. Die neuere Gesetzessprache unterscheidet ge-wohnlich jetzt „Gemeinden“ und „Ge-meindeverbande“ und unter diesen engere und weitere (im Schrifttum findet sich ge-legentlich auch die Unterscheidung nach Ge-meindeverbanden erster und höherer Ord-nung).Google Scholar
  437. 3.
    Wahrend also die Staatsbehörden von oben nach unten organisiert wurden, wurden die Gemeindeverbände von unten nach oben aufgebaut.Google Scholar
  438. 4.
    § 26. d. W.Google Scholar
  439. 5.
    Damit hat Preußen und im wesent-lichen auch Deutschland, den Mittelweg ein-geschlagen zwischen dem streng zentralistischen Frankreich, das die Selbftöerwaltung nur als ganz genau umschriebenes und eng um-grenztes Glied der staatlichen Berwaltung iennt, und England, welches die gesamte örtliche Berwaltung bis aus die Justiz und einen Teil der Polizei der Gemeinde und Grafschaft verweist und dem Staate nur eine ergänzende Tätigkeit beläßt. Dieser formelle Unterschied wird aber infolge einer grundsätzlich verschiedenen Einstellung zur Selbstverwaltung materiell in Deutschland und England sich nicht gleichmäßig aus-wirken: Denn während in Deutschland zwar formelle Schranken der Selbstverwal-tung bestehen, ist sie in der Übernahme von Aufgaben völlig frei, sie besitzt die sogenannte Totalität, die nur insoweit beschränkt ist, als Aufgaben gesetzlich anderen Stellen vor-behalten find (vgl. DBG. Bd. 12 S 155, Bd. 19 S. 175), während in England jede Über-nahme einer neuen Aufgabe eine Ermächti-gung des Gesetzgebers erfordert: private bill.Google Scholar
  440. 6.
    Ursprünglich sollte eine gemeinsame Regelung für Stadt-und Landgemeinden stattfinden, jedoch wurden die Gemeindeord-nung und die Kreis-, Bezirks-und Provin-zialordnung vom 11. Mrz 1850 (GS. 213, 251) wieder außer Kraft gesetzt, G. 24.Mai 1852 (GS 238). Die verschiedenen, seit 1922 im Landtag beratenen Entwürfe find nicht Gesetz geworden. Das Eingemeindungs-recht ist neu für ganz Preußen durch G. 27. Dez. 1927 (GS. 211) geregelt.Google Scholar
  441. 7.
    Die kommunalständischen Ber-bände befassen sich mit der Berwaltung von Kredit-unb Wohlfahrtsanstalten und Stiftungen; sie gehen auf die Gesetzgebung der zwanziger Jahre zurück. Zur Zeit bestehen noch die der Niederlausitz, der Dberlausitz, unb die sieben Provinziallandschaften in Hannover (für die Fürstentümer Kalenberg, Gottingen und Grubenhagen; für das Für-stentum Lüneburg; für die Grafschaften Hoya und Diepholz; für das Herzogtum Bremen und Berden; für das Fürstentum Osnabrück; für das Fürstentum Ostfries-land; für das Fürstentum Hildesheim) BD. 22. Sept. 1867 (GS. 1635). Aufgehoben find die Berbände für die Kurmark, für die Neumark, für Hintet-, Alt-und Neuvor-pommern und für die Altmark (G. 12. Juli 1929 — (GS. 85). Weiter ist das Programm des §128 Abs. 4 östl.ProvD. noch nicht ausgeführt. — Die Regierungsbezirke bilden, abgesehen von Kassel, Wiesbaden und Sig-maringen (vgl. § 62 d. W.) keine Berbände.Google Scholar
  442. 1.
    Grenzanderungen erfolgen teils durch Gesetz, teils im Beschlußverfahren, teils durch das Staatsministerium: G. 27. Dez. 1927 — GS. 211 — Tenor: Erl. 13. Nov. 1928 (MBliV. 1099). — Jedes Grundstück im preußischen Staat gehört zu einer Gemeinde: östl. StO §2, östl.LGD. §2-„kommunal-freie“ Grundstücke find einzugemeinden —, jede Gemeinde zu einem Kreise, ieder Kreis zu einer Provinz (Abweichungen s. unten). Wie das Staatsgebiet für die obrig!eüliche Tätigkeit der Gemeinden unb Gemeinde, verbände die äußere Begrenzung bildet, so wird es grundsätzlich auch für die wirtschaft-liche Betätigung maßgebend sein müssen. Das ist besonders scharf für die Sparkassen zum Ausdruck gebracht, Erl. 23. Mai 1924 (MBliV. 579) und gilt nach den von der Zentralinstanz genehmigten Satzungen auch für die Kommunalbanien. — Berfahren zur Feststellung zweifelhafter Grenzen: ZustG. §§ 9, 26. Ausflug der Organisationsgewalt des Staates ist es, daß auch die Namen der Selbstverwaltungskorper nicht dem Selbst-verwaltungsrecht unterliegen. Die Ände-rung von Ortsnamen (und sinngemäß auch für Kreisnamen) ist dem Staatsministerium vorbehalten, soweit nicht gesetzliche Fest-legung erfolgt ist. Die Schreibweise wird landespolizeilich festgestellt, DBG. 38, 421. Zuständigkeit des Regierungspräsidenten zur Benennung von Borwerken und ähn-lichen Anlagen ohne kommunale Selbstän-digleit, Erl. 1. Aug. 1982 (MBliV. 256), 13. Okt. 1928 (MBliV. 1021). — Vgl. wegen der Schreibweise „Koblenz“ Erl 14.Mai 1926 (MBliV. 508). Ortsnamen mit unterscheidendem Borfatzwort find ohne, die aus mehreren Stammworten zusammen-geseßten dagegen mit Bindestrich zu schrei-ben: Erl 9. Okt. 1910 (MBliV. 299). Name und Zugehörigkeit des Ortes zum Berwaltungsbezirk find durch ausgestellte Ortstafeln kenntlich zu machen. KO. 25.Aug. 1820, Erl. 23. Jan. 1928 (MBliV. 291), 9. Aug. 1929 (MBliV. 765).Google Scholar
  443. 2.
    Östl. LGO. § 5, östl. StO. § 59, östl. KrO.§2,östl. ProvD. §1. Wegen der Zweck-verbände vgl. § 63 d. W. Sie genießen als solche eine Reihe von Borrechten: Befreiung vom Stempel, von Gerichtskosten in An-gelegenheiten der öffentlichen Fürsorge, Recht auf Fundsachen, Haftung für Beamte (§ 68 d. SS.), Zahlungen und Aufrechnung wie beim Fiskus, Beurkundung der Grund-stücksübertragungsverträge durch eigene Be-amte (AGBGBa. 12 § 2), Befreiung von der Eintragungen flicht. Sonderfteuung im Kon-kurse. Gerichtsstand ZPO. §§ 17, 22, LBG. §57, Zustellungen ZPO. §§ 171, 184, Zwangsvollstreckung: EGZPD. (in der Fassung des G. 17. Mai 1898, RGBl. 332, Art. II §3) §153, Anh. §153 zur Preu-ßischen Gerichtsordnung, gemeines Recht und rheinisches Ressortreglement: G. 7.März 1822; Erl. 17. Nov). 1847 (MBliV. 277), 18. Juli 1881, 24. März 1882 (JMBl. 160, 59), ZustG. §§ 174, 334. Nach diesen, voneinander zum Teil stark abweichenden, Borfchriften darf im Gebiete des gemeinen Rechts die Zwangsvollstreckung erst nach einer acht-tägigen §oflichkeitsfrist vorgenommen wer-den, während im altpreußischen und rhei-nisch-franzosischen Rechtsgebiet die Mit-wirkung der Aufsichtsbehörden (Beschluß-behörden) vorgesehen ist, dort, indem sie mit dem Bollstreckungsgericht zusammen über die Art der Zwangsvollstreckung zu befinden haben, hier, indem sie allein, unter Ausschaltung der ordentlichen Gerichte, ent-scheiden. Diese materiellen Borschristen gel-ten auch sür Kreise und Provinzen, doch greift hier die Zuständigkeitsregelung des ZG. nicht ein, so daß die Aufsichtsbehörden insoweit nicht durch die Beschlußbehörden ersetzt sind.Google Scholar
  444. 3.
    Die Frenzen der Aussicht find im geschriebenen Recht nicht eindeutig festgelegt. Das DBG. hat aus dem Wesen der Aussicht in Anlehnung an § 139b der (nicht mehr gel-tenden) rev. StD. von 1831 den Grundsatz abgeleitet, daß die Aussichtbehorden dafür zu sorgen haben, daß die Berwaltung fortwäh-rend in dem vorgeschriebenen Gange bleibe und angezeigte Störungen beseitigt werden (DBG. Bd.25 6.46; Bd.28 6.95; Bd.35 S.118). Dieses Ergebnis entspricht dem preu-ßischen Staatsgrundrecht des ALR., welches den Staat den Korporationen und Gemein-den gegenüber für befugt erklärt, zur Abfchaf-fung von Mißbräuchen und Mängeln der inne-ten Berfassung und zur Wiederherstellung der guten Ordnung zweimalige mittel vor-zukehren (II, 6 § 191). Der Grundsatz gilt im Sweifel auch gegenüber anderen Körper-schaffen. Was das Berhältnis zur gemeind-lichen Selbstverwaltung betrifft, so spricht im geltenden Recht östl. ProvO. § 115 (und ähnlich rhein. GemO. § 114) materiell das gleiche aus, daß die Aufsichtsbehörden dar-über zu wachen haben, „daß die Verwaltung den Bestimmungen der Gesetze gemaß ge-sührt und in geordnetem Gange erhalten werde“, befchränkt formell aber die Aussichts-behorden auf den Gebrauch der „ihnen in diesem Gesetze zugewiesenen Mittel“. Jene Begrenzung muß auch für die Kommunal-auffichtsbeschwerde, wie sie in §7 ZustG. erwähnt, gelten. Diese Borschrist gibt, wenn auch die Praxis vielfach anders verfahrt, der Aufsichtsbehörde nicht die Mög-lichkeit zur materiellen instanziellen Ent-scheidung, wie sie innerhalb eines einheit-lichen Behördenausbaus möglich ist, sondern die Beschwerde kann nur als Anregung aus-gesaßt werden, aus Grund der vorgetragenen vermeintlichen Unregelmäßigkeiten von den Mitteln, die das Gefeß der Aufsichtsbehörde in die §and gibt, Gebrauch zu machen. Da-nach fann eine unzweckmäßige, aber nicht gefeßwidrige Maßnahme aus dem Gebiete der Selbstverwaltung nicht durch die Auf-sichtsbehörden verhindert werden, soweit nicht Sondervorschriften bestehen. Tatsäch-lich wird ja vielfach die Gemeinde der Auf-faffung der Aufsichtsbehörde sich fügen, um andere Eingriffe zu Vermeiden. — Auf-fichtsbehörden find die Kreis-und Mittel-behorden (näheres vgl. unten). Die Aufficht ist in zwei Instanzen gegliedert (zweite Jnstanz bei Provinzen ist der Minister). Über ihnen steht die „Oberaufsicht“ des Ministers, der, wie es auch §50 Abs. 3 LBG. aus-spricht, innerhalb seiner Zuständigkeit in jeder Lage eingreifen fann (vgl. § 48 Anm.13 d. W.). (Der Begriff der „Oberaufsicht“ der älteren GemeindeG. — östl. StO. § 76, rhein. GemO. § 114 u. a. — deckt sich mit dem heutigen Begriff der „Aufsicht“). Die Kommunalaufsichtsvorschriften begründen anderseits auch eine Amtspflicht zugunsten der Gemeinden (RG. in PrBBl. 49, 636). Näheres hierüber vgl. Peters, Gren-zen der kommunalen Selbstverwaltung in Preußen 1926.Google Scholar
  445. 4.
    Genehmigung oder Bestätigung, ohne weiche die betreffenden Beschlüsse nicht rechtswirfsam werden können.Google Scholar
  446. 5.
    Beschlüsse von Körperschaften „welche deren Befugnisse überschreiten oder die Gesetze verletzen“, werden beanstandet, d.h. in ihrer Wirksamkeit gehemmt, bis auf Klage der Körperschaft vom Berwaltungs-gericht die Unrechtmäßigfeit der Beansfan-dung festgestellt ist. Ein Beschlug, dem Landbund beizutreten, überschreitet z. B. die Befugnisse einer Gemeinde Erl. 15. Sept. 1922 (MBliV. 935). Jm Gegensatz hierzu werden gesetzwidrige Beschlüsse von staat-lichen Beschlußbehörden durch Klage gegen diese beseitigt, vgl. §48 d. W.Google Scholar
  447. 6.
    „Unterläßt oder verweigert“ eine Gemeinde „die ihr gesetzlich obliegenden, von der Behörde innerhalb der Frenzen ihrer Zuständigkeit festgestellten Leistungen aus den Haushaltsetat zu bringen oder außer-ordentlich zu genehmigen“, so verfügt die Aufsichtsbehörde die Eintragung in den Etat oder die Feststellung der außerordent-lichen Ausgabe: sogenannte Zwangsetati-sierung ZustG. § 19 usw., Erl. 30. Dez.1890 (MliB.1891 S.6). Über dieBoraussetzungen — es kann sich nur um Pflichtaufgaben han-deln — DBG. 46 S. 11. Ein zivilrechtlicher Anspruch wird als Rechtsgrundlage für eine Zwangsetatisierung nicht angesehen: DBG, in PrBBl. 50, S. 572. Die Zwangsetati-sierung zwecks Rückzahlung fälschlich ver-aniagter, aber rechtskräftiger Steuern ist nicht zulässig: DBG. in MBliV.1915 S.183. Wichtig OBG, in PrBBl. 50, 175. Die Bollstreckung erfolgt durch die Ztoangsnuttel des § 132 LBG. gegen den verantwortlichen Beamten (z. B. Anordnung einer Kassen-anweifung). g. F. für im Berwaltungs-zwangsverfahren einzuziehende Beträge durch Pfändung usw. Eine gewisse zwangs-weise Festsetzung von Einnahmen er-möglicht § 59 KommAbgG. in der Fassung der Noüelle von 1921 (vgL § 149 d. W.). Die Berpfändung von Reichssteueranteilen wird von der Praxis für zulässig gehalten, damit wohl auch die Pfändbarkeit in dem oben gezogenen Rahmen (Anm. 2), Aus den in Anm. 3 erwähnten Grün-den (vgl. auch die angeführte Stelle des ALR.) folgert das DBG. auch das Recht des Staates, in denjenigen Fällen, in denen die berufenen Drgane der Selbstverwaltung entweder in der Ausübung ihrer Dbliegen-heiten gehindert find oder ihre Dbliegen-heiten fortgesetzt in einer den Interessen der Gemeinde oder des Staates wider-sprechenden Weise ausüben, in denen also im Wege der Einzelanordnung keine Abhilfe geschaffen werden kann, an Stelle der behin-derten Drgane Kommissionen oder Kom-missare einzusetzen (z. B. PrBBI. 49, 848). Diese Maßnahme wird regelmäßig dann notwendig, wenn infolge Umwandlung der Gemeindeverfassung (Berleihung der Städte-ordnung an Landgemeinden), infolge der Ungültigkeitserklärung einer Wahl oder schließlich infolge der Erledigung der Bor-fteherstelle und wiederholter Bersagung der Bestätigung deS Nachfolgers alle oder ein-zelne der verfassungsmäßigen Drgane nicht vorhanden find (vgl. § 33 Abs. 4 östl. StO.). Für den Fall der Auflösung einer Bertretung ist in ZustG. §§ 173, 333 Bestimmung ge-troffen. (Über die Kontinuität der Ber-tretung im übrigen vgl. DBG. in PrBerw. Bl. 46 S. 173.)Google Scholar
  448. 7.
    Bestätigung. Ein Überrest aus der Zeit des Absolutismus ist es, daß nach den Berfassungsgesetzen der Städte in Neuvor-pommern und Rügen (und Frankfurt a. M.) der Staat auf Grund einer Präsentation von drei Kandidaten den Bürgermeister zu ernennen hat Dadurch, daß in der letzten Zeit auf die Präsentation mehrerer ver-zichtet unb die eine vorgeschlagene Person ernannt wird, hat dies Recht allerdings praktisch seine Bedeutung oerloren.Google Scholar
  449. 8.
    Ordnungsstrafen seitens der Auf-sichtsbehorde — mit gewissen Ausnahmen—, Einleitung des förmlichen Difziplinarver-fahrenS ügl. § 70 Anm. 16. d. W.Google Scholar
  450. 9.
    Bestimmte Boraussetzungen find dafür nicht gegeben. Sie wird verfügt, wenn der geordnete Gang der Berwaltung anders nicht hergestellt werden kann, wenn insbesondere eine Bertretung beschlußunfähig wird und versucht werden soll, durch Neu-wahl eine arbeitsfähige Berfammlung zu-ftande zu bringen. Die Auflösung ift teils gesetzlich vorgesehen und dann dem Staats-ministerium übertragen, teils wird ihre Zu-lässigkeit neben dem Gesetz auS Erwägungen wie in Anm. 6 gefolgert und würde dann jeder KommunalaufsichtSbehorde zustehen (in Hannover). In der PraxiS wird das Recht aber auch hier durch das Staatsmini-sterium ausgeübt.Google Scholar
  451. 10.
    Vgl. § 50 Anm. 1 d. W. Auch § 2 des PolizeiverwG.: „Die Ortspolizeibeam-ten find verpflichtet, die ihnen von der vor-gefetzten (Staatsbehörde in Polizeiangelegen-Reiten erteilten Anweifnngen zur Ausfüh-rung zu bringen“. §43 Abf. 3 de§ Bolks-fchulunterhaltungsgefetzes: (die Schuldepu-tation) „handelt dabei als Organ der Schul-auffichtsbehörde und ist verpflichtet, infoweit ihren Anordnungen Folge zu leisten“. — Das gilt naturgemäß nicht bei Berichten (Berwaltungsgerichten) und Befchlußbehör-den. Rier besteht die Dienstaufficht nur in einer Aufficht über die formelle Gefchäfts-führung, vgl. LBG. § 48, 79, 120.Google Scholar
  452. 11.
    Nur die Provinzialordnung gibt dem Landesdirektor das Recht, in Geschäften der Kommunalverwaltung „die vermittelnde und begutachtende Tätigkeit der Kreis-, Amts-und Gemeindebehörden in Anfpruch gu nehmen“: öftl. ProvD. § 92. Gine ge-wiffe Solidarhaftung der Gemeinden ufw. untereinander begründet das Unterbrin-gungsG. (vgl. § 79 Anm. 2 b. W.), unb den-felben Gedanken nimmt das G. 26. Febr. 1926 (GS. 53), insbef. §§45ff., auf.Google Scholar
  453. 12.
    Es führt also nicht der höhere Ber-band über den unteren eine Aufficht. Die Mitwirkung des Kreisausfchuffes bei der Aufficht über die Berwaltung der Land-gemeinden gefchieht nicht in feiner Eigenschaft als Kommunalbehörde, sondern als staat-liche Befchlußbehörde, daher ist an diesen Geschäften in der Provinzialinstanz nicht der Provinzialausfchuß, fondern der Pro-vinzialrat beteiligt, feine gewisse Ausnahme bedeutet AB. zur Fürsoxge Pfl. BD. 17.Aprü 1924 (GS. 210) § 16, wo dem Kreisausschuß das Recht zur Abänderung von Beschlüssen de§ Gemeindevorstandes zugestanden ist.Google Scholar
  454. 13.
    Dabei macht sich in der letzten Zeit die Neigung bemerkbar, Ausgaben mehr und mehr statt den Gemeinden den Kreisen zu übertragen: vgl. die Fürsorgepslicht §§ 380 ff. d. W.Google Scholar
  455. 14.
    In dieser Beziehung ist jetzt eine Rationalisierung insofern eingetreten, als fowohl das westliche Amt gegenüber den Gemeinden, wie auch der Kreis gegenüber seinen Gemeinden Ausgaben mit der Wir-kung übernehmen können, daß den Gemein-den diese Angelegenheiten entzogen find (sog. „Kompetenz-Kompetenz“, vgl. § 58 d. W. und G. 29. Jnli 1929 — GS. 137-§§ 43 ff.).Google Scholar
  456. 15.
    Das spricht deutlich aus die Fürs.-PflBD. § 17 vgl. auch RGZ. Bd. 107 S. 202. G. 27. Dez. 1927 sordert in § 1 bei Eingemeindungsverhandlungen Loyalität gegenüber dem Kreis.Google Scholar
  457. 16.
    Nur die Provinzialordnung kennt — mit Ausnahme der Pslicht zur Übernahme von Wahlehrenämtern: § 18 des Provinzial-landtagswahlgesetzes 7. Okt. 1925 (GS.123) — diese Amtspflicht nicht.Google Scholar
  458. 17.
    Wiederum gilt eine Ausnahme bezüg-lich der Provinzialsatzungen: (Sie dürfen sich nur aus die Verfassung des Provinzial-verbanden beziehen (östl. ProvD. §8, vgl. aber bez. der „Autonomie“ § 61 d. W.). (Gemeinde-und Kreissatzungen können aud) in die Ber-hältnisse des einzelnen eingreisen: öftl. KrD. § 20, östl. StO. § 11, östl. LGD. § 6.Google Scholar
  459. 18.
    Wahrnehmung staatlicher Berwal-tungsgeschaste durch Behörden der Gemein-den §47, der Kreise §45, der Provinjen § 390 d. W., Kommunalbehördenhaben Postsendun-gen aneinander zu frankieren: Erl.28. Dez. 1912 (MBliV. 1913 S. 13). Rechtshilfepflicht von Semeindebehorden gegenüber Bersor-gungsbehorden Erl. 13. Dez. 1925 (MBliV. 1280), Arbeitsämtern: § 205 ABBG. Entschädigung für die Besorgung von Ge-schäften der FinÄmter Erl. 5. Okt. 1923 (RMBI. 972).Google Scholar
  460. 19.
    Aus dieser Eigenschaft des Gemeinde-vorftandes ergibt sich das Recht und — nötigenfalls auf Anweisung — die Pflicht zur Beanstandung von Gemeindebeschlüffen (vgl. Anm. 5). — Kommunalbeamten-recht vgl. §79 d.W.Google Scholar
  461. 20.
    Die Gebühren verbleiben der Ge-meinde usw. BerwaltungsgebührenG. § 2 in der Fassung des G. 27. Nov. 1925 (GS. 162), vgl. Erl. 12. Jan. 1926 (PrBesBl.5) unb §49 Anm. 11 d.W.Google Scholar
  462. 21.
    Dies ist der oben erwähnte Grundsatz der Totalitat der Gemeindezwecke, vgl. §50 Anm.5 d.W. Als neuere Betriebs-form hat sich der „gemischt-wirtschaftliche Betrieb“ entwickelt, wonach öffentliche (auch staatliche: vgl. die „Preufsag“) Anstalten in Formen des Privatrechts oder Landes-rechts geführt werden, um so den vielfach hierfür zu schwerfälligen Borschriften der Gemeindeverfassungsgesetze zu entgehen.Google Scholar
  463. 22.
    Eine überschreitung der der Gemeinde so gezogenen Befugnisse wird durch Be-anstandung verhindert, vgl. Anm. 5.Google Scholar
  464. 1.
    Die Reichsfinanzstatistik ergab für 1928 an Steuereinkommen des Reichs: 5,65, der Lander: 3,31, der Gemeinden und Ge-meindeverbände: (1926) 3,57 Milliarden RM.Google Scholar
  465. 2.
    Dotationen find Zweckznwendun-gen mit allgemeiner Zweckbestimmung, ohne Berpflichtnng, die Einzelverwendung nach-zuweisen. Andere Zuwendungen heißen Beihilfen oder Betriebszuschüsse. Sie spielen eine besonöere Rolle in England, werden in Preußen aber wegen der mit ihnen verbundenen Ginfchränkung der Selbstverwaltung (Auferlegung von Bedingungen) nicht gern gesehen, wenn auch wegen der Unzulänglichkeit de§ Finanzausgleichs häufig erbeten und gewährt. Beihilfen werden na-mentlich auf dem Gebiete des Schulwesens (vom Staate an die Gemeinden b§w. Schul-verbände: §268 b. W.) und des Wegebaus (von Kreisen an Gemeinden, von Provinzen an Kreise) gewährt.Google Scholar
  466. 3.
    (ginnahmequellen find auch die An-leihen. Das Abgabenrecht der Gemeinden und Gemeindeverbände wird wegen des Zusammenhanges mit dem Reichs-und Landessteuerrecht mit diesem dargestellt in §§ 149 ff. d. W.Google Scholar
  467. 4.
    ZustG. § 19, östl. LGO. § 141, östl. KrO. § 180, östl. ProvO. § 121, Erl. 30. Dez. 1890 (MBliV. 1891 S. 6); Boraussetzungen DBG. Bd.46, S.11; vgl §51 Anm. 6 d. W.Google Scholar
  468. 6.
    Vgl. östl. LGD. §119; östl.StO. § 66, östl. KrO. § 127, östl. ProvO. § 101. Gin bestimmtes Muster ist nicht vorgeschrieben. Die neue Reichsfinanzftatiftik (BD. 23. Juni 1928 — RGBI. I 205) wird aber allmählich zu einem allgemeinen Schema führen. Reüision der Stabtkasscn vgl. Erl. 17. Junt 1924 (MBIiB.672). Berdingungswesen Erl. 27. Nov. 1925 (MBliV. 1229).Google Scholar
  469. 6.
    Pflicht zur Auslegung östl. LGD. § 119 öftl. GtD. § 66. Beröffentlichung durch den Druck ift vorgeschrieben in öftl. KrO. § 127, öftl. ProvD. § 101. erhöhte Publizität ift durch die Finanzftatiftik eingeführt (Erl. 5. April 1929 — MBliV. 288). Die augenblickliche Wirtschaftslage hat es mit sich gebracht, daß der Aufstellung der Boranschläge im Einblick auf die nötige Sparsamkeit seitens der Aufsichtsbehörden erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird vgl. Erl. 22. März 1929 (MBliV. 242).Google Scholar
  470. 7.
    Grundsätze für Kommunalanleihen Erl. l.Tuni 1891 (MBliV. 84), 6. Aug. 1892 (MBliV. 321), 3. Dez. 1900, 19. Aug. 1902 (MBliV. 147), 23. Aug. 1907 (MBliV. 261). Die derzeitige Lage der Wirtschaft hat zu einer wesentlichen Berscharfung der für Kommunalanleihen geltenden Grundsätze genötigt. Maßgebend find für Inlands-anleihen jetzt Erl. 9 Jan. 1924 (MBliV.46), 27. Jan. 1925, 30. Mai 1925 (MBliV.134, 634). Begriff des vorübergehenden Kredits, des kurzfristigen Kredits und der Anleihe Erl. 1. Aug. 1925 (MBliV. 857). Die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber erfordert die Genehmigung der Mmifter des Innern und der Finanzen Erl. 31. Jan. 1900 (MBliV. 81), 9. Jan 1924, 30. mai 1925. Beröffentlichung des Berluftes von Inhaberpapieren Erl 14. Mai 1917 (MBliV 146). — Anleihen der Garantieverbande bei ihren eigenen Sparkassen Erl. 30. Nov. 1920, 25. Mai 1923 (MBliV.409, 607), 28. Dez. 1925 (MBliV. 1926 S. 13).Google Scholar
  471. 8.
    Östl. LGD. § 114, öftl. StD. § 50, öftl. KrO. § 176, öftl. ProvD. § 119. Eine Genehmigung von Anleihen ift lediglich für die Rezeßftadte in Neuvorpommern nicht vorgesehen. Mit Rücksicht auf die Er-haltung der Währung gelten für aus-ländifche Kredite Sonderbeftimmungen: Nach dem G. 21. März 1925 (RGBl. I 27) bedarf die Aufnahme jeder — also auch vorübergehenden — Schuld im Auslande der Genehmigung, wenn sie nach Landesrecht nicht ohnehin vorgesehen ist. Seitdem inzwischen das G. 9. Juli 1925 (GS. 89) das preußische Recht entsprechend ergänzt hat, Erl. 30. Juli 1925 (MBliV. 835), ift das Reichsgesetz nur noch für die langfriftigen Auslandsanleihen der erwähnten Städte in Borpommern von Bedeutung. Für Auslands-kredit jeder Art find maßgebend die zwischen der Reichsregierung und den Landern ver-einbarten Richtlinien, welche auch die Be-schlußbehorden binden (vgl. G. 1925). An-leihen, die hiernach nicht ohne weiteres zur Genehmigung geeignet erscheinen, können der „Beratungsstelle“ vorgelegt werden. Jhr steht auch die Entfcheidung über alle Bürg-schaften gegenüber dem Auslande zu. Vgl. auch Erl. 4. Wai 1928 (MBliV. 501).Google Scholar
  472. 9.
    Östl. LGD. § 70, östl. StO. § 49, öftl. KrO. § 8, östl. ProvD. § 6. Die früher für Landgemeinden, Städte und Kreise be-stehende Borschrist, daß die Beräußerung von Grundstücken der Genehmigung bedürfe, ist für Städte und Kreise durch das Berein-fachungsG. dahin geändert worden, daß der Erlös veräußerter Grundstücke und grund-stücksgleicher Rechte nurnicht zur Deckung lau-fender Ausgaben verwendet werden darf (östl. StO. §51, östl. KrD. §176a). Der Borbehalt der Genehmigung zur Beräußerung von Ge-genstanden von geschichtlichem, wissenschast-lichem oder künstlerischem Wert (ostl. LGD. § 114, östl. StD. § 50) beruht auf Erwägun-gen der Denkmalspflege, weniger der Kom-munalaufsicht.Google Scholar
  473. 1.
    Preußen umfaßt (Anfang 1929) 1092 Städte, 29518 Landgemeinden, 578 Gutsbezirke.Google Scholar
  474. 2.
    Die Entwicklung der Städte beucht auf dem Marktrecht, welches als Privileg vom Kaiser oder Landesherrn verliehen wurde. Mit ihm wurden häufig andere Pri-vilegien verbunden, insbesondere die Befrei-ung von der allgemeinen Gerichtsbarkeit, so daß die Abhängigkeit vom Landesherrn oder Grundherrn (Mediatstädte) allmählich schwand. Diese Privilegien wurden in bedeutenderen Städten zu Stadtrechten ausgebildet, welche wiederum anderen Städ-ten verliehen wurden („Lübisches, Soester, Kölnisches, Magdeburgisches, Kulmer Recht“ ). Gerichtsbehörde war das Schöffenkollegium, welches unter einem ernannten Schultheiß stand. Au§ ihm entwickelte sich später der Rat, der den Schultheiß durch einen ge-wählten Bürgermeister ersetzte. Die Wähl-barkeit zum Rat war auf die vornehmeren Geschlechter beschränkt. Neben und gegen ihn traten die aufblühenden Zünfte, die später degenerierten und in Ermangelung einer Überwachung vielfach eine völlige Entartung der Berwaltung herbeiführten. — Anders war die Entwicklung der Land-gemeinden. Sie beruhten auf der gemein-schaftlichen Mark (Flurzwang, Dreifelder-wirtschaft) und der gemeinsamen Benutzung der in Wald, äßeide, Gewässern usw. be-stehenden Allmende. Die Gemeinde be-stand daher aus den Anteilsbesitzern der geteilten und ungeteilten Feldmark, den Markgenossen,in deren „Realgemeinden“ erst in neuester Beit die nichtberechtigten Besitzer kleiner Hofe, dieBüdner, Katner, §auslerusw. aufgenommen wurden; sie alle in ihrer Ge-samtheit bildeten dann die Personal-(poli-tischen) Gemeinden. Die erste Anerkennung der Gemeinde als Körperschaft sprach ALR. II 7 § 18 aus. Die Neuordnung der Gemeindeverfassungen erfolgte jedoch erst sehr viel später, obwohl seit Beginn des 19. Jahrhunderts die wirtschaftlichen Ber-hältmsse völlig umgewandelt wurden. Sie geschah zunächst in der Rheinprovinz und in Westfalen und fand fur die östlichen Pro-vinzen erst mit der Landgemeindeordnung von 1891, weiche die Reste der gutsherr-lichen Aufsicht beseitigte, ihren Abschlug.Google Scholar
  475. 3.
    Vgl. § 26 d. W.Google Scholar
  476. 4.
    Die Giß. 19. Nov. 1808 (GS. 324) übertrug nach den Borschlagen der berühm-ten „Nassauer Denkschrift“ den Gemeinden die Berwaltung des Gemeindevermogens, der zum öffentlichen Unterricht, Wohltätig-feit und sonstigen öffentlichen Kommunali-tätsbedürfnissen bestimmten Anstalten, die Berwaltung gewisser Zweige der niederen Gerichtsbarkeit und die örtliche Polizei. Diese Städteordnung wurde in den spater erworbenen Landesteilen in einer ver-änderten, die Staatsaufsicht stärker betonen-den Fassung als „Revidierte Städteordnung“ 17. März 1831 (GS. 9) eingeführt.Google Scholar
  477. 5.
    Vgl. § 79 d. W.Google Scholar
  478. 6.
    Vgl. § 52 Anm. 3 d. W.Google Scholar
  479. 7.
    Ges. 27. Dez. 1927 (GS. 211).Google Scholar
  480. 8.
    Das erwähnte Gesetz hat alle bis-herigen Unterschiede innerhalb Preußens be-seitigt. Materiell ist neu, daß es jetzt nicht mehr der Zustimmung der Beteiligten be-darf, und daß die Frage der Notwendigkeit und Zweckmäßigfeit lediglich von den zu-ständigen Behörden unter dem Gesichts-punkt des öffentlichen Wohles nach pflicht-gemäßen Ermessen zu beurteilen ist. Aus dem bisherigen Recht ist allerdings noch die Offizialbeschwerde an das Staatsministe-rium übernommen worden. Vgl. II Ausf-Anw. MBtiB. 1928 S. 199. Erl. 23. Okt., 13. Nov. 1928 (MBliV. 1055, 1099). Frist für die Anhörung Erl. 15. Aug. 1928 (MBliV. 885) Rechtswirkung der Umgemeindung und Auseinandersetzung: III Ausf Anw.MBliV. 1929 S. 95. — Berfahren bei Etenzstreitig-keiten ZustE. § 9, 26. G. betr. steuerliche Borteile in eingemeindeten Ortsteilen 25. Febr. 1920 (GS. 61). Ausf Anw. 26. April 1920 (MBliV. 163). Rückwirkung von Eingemeindungen auf die Bewirke der Krankenkassen: Erl. 27. Aug. 1926 (BMBl.855).Google Scholar
  481. 9.
    Borbehaltlich einer Forensalsteuer-Pflicht derjenigen, welche, ohne in der Gemeinde zu wohnen, dort Grundbesitz haben oder ein Gewerbe betreiben.Google Scholar
  482. 10.
    gür den Begriff des Wohnfißes ist BGB. §7 entsckeidend, (vgl. Wahlordnung § 101). Eine Person mit mehrfachem Wohnsitz ift auch in mehreren Orten wahlberechtigt. Darüber, daß diese Auffassung mit der Ber-fassung vereinbar ist, vgl. OBG. in Pr. BerwBl. Bd. 46 S. 380.Google Scholar
  483. 11.
    Das Wahlrecht ift entsprechend der RV. (Art. 17 Abs. 2) und der PrB. (Art. 74) jetzt für das gange Staatsgebiet einheitlich geregelt durch das Gemeindewahlgesetz in der Fassung der Bek. 12. Febr. 1924 mit Abänderungen vom 14. Jum, 24. Juli 1924 (GS. 99, 521, 591), 31.Dez. 1926 (GS. 367), Bek. 1. Nov. 1928 (GS. 207), nachdem bereits durch eine Reihe früherer Gesetze die wesentlichsten der bisherigen Einschränkungen beseitigt waren. Die Wahlberechtigung deckt sich mit dem aktiven Wahlrecht zum Reichstag und Landtag mit dem Unterschiede, daß ein sechsmonatiger Wohnsitz im Gemeindegebiet erfordert wird (vgl. Anm. 10 und §§ 10, 29). Ebenso wie bei Reichstag und Landtag sind geregelt die Borausfetzungen der Wählbarkeit, der Ausschlug von Wahlberechtigung und Wählbarkeit und die Gründe für die Behinderung in der Ausübung. Die Wahlzeit beträgt grund-fätzlich auch 4 Jahre, doch besteht da§ Bestreben, die Wahlen möglichst gleichzeitig durchzuführen, wodurch bisher gewisse Ber-schiebungen entstanden find. — Der Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte, Entmündigung usw. ist von den Juftizbehörden mitzuteilen, Erl. 28. Mörz 1922 (MBliV. 355). — Wahlordnung 25. Juli 1929 (MBliV. 647) Ber-bindung von Wahlen Erl. 25. Juli 1929 (MBliV.695).Das frühereForensalwahl-recht und das Wahlrecht der Ehrenbürger bestehen nicht mehr. Borausfeßung für die Ausübung der Wahlberechtigung ist die Eintragung in die Bürgerliste oder der Befitz eines Wahlscheines, G. §2. Die Wahl ist unmittelbar, ceheim und gleich; sie ist eine Berhältniswahl nach dem System der d’Hondtschen Hochftzahl, G. §6. Listen-verbindung und Bildung von Wahlbezirken ist unzulässig, G. § 5, W O. § 12, 42. Wahl-prüfung, Ausscheiden, Ersatz und Nachrücken G. § 6-8, vgl. ZustG. § 10, 27. Die Mehrheit der Unterzeichner des Wahlvor-schlages kann die Reihenfolge des Nachrückens anderweit bestimmen. Entsprechend den Grundsätzen der Berhältniswahl finden keine regelmäßigen Ergänzungswahlen statt, es werden vielmehr die Bertretungen jedesmal vollständig für die ganze Wahlzeit gewählt, Infolgedessen ist die Borschrift, wonach die Gemeindevertreter ihre Tätigkeit bis zur Einführung der neugewählten fortsetzen, nicht mehr in Kraft (OBG. im Pr-BerwBl. Bd.46 S. 173), vielmehr endet die Zuständigkeit der alten Bertretung mit der Berkündung des Wahlergebnisses der neuen Wahl. Anders ist es, wenn die Gemeindevertretung aufgelöst ist; ZustG. §17, 33. Wegen der Ausnahmebestimmungen für Helgoland und Berlin vgl. § 57, 62 Anm. 1 d. W. Vgl. von Leyden, Das preußische Gemeindewahlrecht seit der Staatsumwälzung. Berlin 1925, mit Nachtrag von Loschelder, 1929.—Der alte Bürgerrechtsbegriff hat seine Bedeutung allerdings für das Gemeindegliedervermögen behalten.Google Scholar
  484. 12.
    Der Gemehtdevertreter wird durch Handschlag auf die gewissenhafte Ausübung seiner Obliegenheiten verpflichtet, G.18.Juli 1919 (GS.118) §19. Die Berpflichtung und der formelle Einführungsakt sind Bor-aussetzungen für die Ausübung des Mandats (OBG Bd.41 S.40und im PrBerwBl. Bd. 10 S.562).Eine nicht ernstlich gemeinteBerpflich-tung gilt als Berweigerung und bewirft das Ruhen des mandats: Erl. 4. Juni, 27.Juli 1924 (MBliV.613, 803). — Pflicht zur Übernahme von Ämtern: östl. StO. §74, östl. LGO. § 65. Da ein Gemeindevertreter kein „Amt“ bekleidet, kann er durch einseitige Erklärung die Wahl ablehnen oder das Mandat niederlegen (OBG. Bd. 40 S. 36). Geschieht das aber ohne zureichenden Grund, so kann die Gemeindevertretung die in den an-geführten Borschriften vorgefehenen Rechts-folgen verhängen, d. h. Ausschließung von dem Recht der Teilnahme an der Ber-tretung für bestimmte Zeit oder Auferlegung steuerlicher Nachteile. Bei einem Widerstreit der eigenen Jnteresfen mit denen der Ge-meinde darf der betr. Bertreter nicht an der Berhandlung teilnehmen (östl. StO. § 44, rhein. GemO. § 65 usw.). Nicht beteiligt in diesem Sinne ist ein Bertreter, wenn es sich um die wirtschaftlichen Interessen seines Standes usw. handelt, Erl. 7. mai 1920 (PBliB. 165).Google Scholar
  485. 1.
    Weder das Gemeinde-(Kammerei-) noch das Gemerndegliedervermogen kann durch Gememheitsteilung in Privatver-mögen umgewandelt werden, wohl aber letzteres in Gemeindevermogen: OBG. Bd. 8 S. 136, vgl. auch östl. LG0. § 69. — Nicht zum Gemeinde-und Gemeinde-gliedervermogen gehört das im Eigentum der Körperschaften und Stiftungen oder einzelner Klaffen von Gemeindegliedern (Interessenten) befindliche Bermogen (Genossenschaftsforsten wie Anm. 3, Nutzungen aus Gemeinheitsteilungen, gemeinschaft-lichen Jagdbezirken § 368 d. W.).Google Scholar
  486. 2.
    Vgl. § 51 d. W.; östl. LGO. § 114 er-wahnt gleich den übrigen neueren Gemeinde-Ordnungen neben den genehmigungspflichti-gen Beraußerungen auch einseitige Scheu-kungen und Berzichtleistungen. Die Ber-wendung von Stammkapitalien erfordert ihrem Wesen nach die gleiche Behandlung, bedarf aber nur nach der rhein. LG0. § 97, Abf. 1 der Genehmigung. — Die Bermogens-stücke sind im Lagerbuche nachzuweisen, östl. StO. § 71.Google Scholar
  487. 3.
    Jn den sieben östlichen Provinzen G. 14. Aug. 1876 (GS.373). — Die Frist in § 11 ist auf zwei Wochen herabgesetzt, LBG. § 51, die Zuständigkeit dagegen nicht geändert, ZustG. § 16, 30. AusfJnstr. 21. Juni und 19. Juli 1877 (MBliV. 259, 204) — Westfalen und Rheinprovinz VO. 24. Dez. 1816 (GS. 1817 S. 57) nebst KO. 12. Aug. 1839 (GS. 266), Gohenzollern G. 22. April 1902 (GS. 95). Umfang (1924) etwa 1,1 Mill ha — Gemeindeforstbeamte § 79 d. W. — Diese Borfchriften gelten auch für Anstalts-und Genoffenfchaftsforsten. Genehmigung von Sonderhieben Erl. 15. Jan. 1924 (MBIiB. 77).Google Scholar
  488. 5.
    Östliche Provinzen G. 1876 § 8, 9, Rheinprovinz G.15.Mai 1856 (GS.435) Art. 23 und VO. 1. März 1858 (GS. 103).Google Scholar
  489. 5.
    Fürstentum §ilde§heim VO.21.Okt. 1815 Nr. I und II; Fürstentum Kalenberg, Göttingen, Grubenhagen G. 1810 und Bek, 26. Juli 1859 (Hann. (GS. I 725 und 739), ausgedehnt aus Hohenstein (G. 30. Okt. 1860 (das. 164) und Pyrmont (G. 22. Febr. 1922 (GS. 37); Kurhessen (G. 29. Juni 1821 Kurh. GS. 29) § 132, Ausschreiben 28. Aug. 1824 (das. 71) — Nassau Ed. 1816 und BD. 24. Juli 1854 (Nass. BBl. 160) Erg. 7. Juni 1885 (GS. 193 § 116 Abs. 2 und G. 12. Okt. 1897 (GS. 411). Ähnlich in den vormals bayerischen, hessen-darmstädtischen und hom-burgischen leiten; Hohenzollern (G. 1902 (Anm. 3). — Geltung auch für Anstalts-und Genossenschaftsforsten § 359 b. W. — In den nicht erwähnten Landesteilen unterliegen die Gememdesorsten nur der auch für andere Bermogensstücke üblichen Bermogensauf-sicht.Google Scholar
  490. 6.
    Vgl. § 50 d. W. Uuter diese Aufgaben sallen zahlreiche der Gemeinde gesetzlich übertragene, welche materiell im eiuzelnen in den folgenden Abschnitten darzustellen sind: Berpslichtung zur Haltung der GS. und des Amtsblatts, zu Leistungen an das Reichsheer, zur Mitwirkung bei der Steuer-verwaltung, zur Besorgung der Standes-amtsgeschäfte, zur Iragung von Polizeiver-waltungskosten, zum Schadensersatz bei Auf-rühr, zu Einrichtungen bei übertragbaren Krankheiten, zur Mitwirkung bei der öffeut-lichen Fürsorge, zur Unterhaltung der Bolks-schule, zur Stierhaltung, zum Wegebau, zur Reinhaltung öffentlicher Wege, zur Errich-tung von Wohnungsämtern; zur Mitwirkung bei Reichs-, Landes-, Provinzial-unb Kreis-wahlen §§ 10, 29 d. W. usw. Wahrend des Krieges war eine besonders bedeutsame Tätigkeit der Gemeinden diejenige auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung. Als Selbftverwaltungsangelegenheit wird die Regelung des Gebrauchs von Namensstem-peln anerkannt: Erl. 17. Febr. 1926 (MBliV. 153).Google Scholar
  491. 7.
    Steuer-unb Beitteibungsrecht §§ 52, 48, Zwangsbefugnisse des Gemeindevor-stehers § 48 d. W. Diese können ausnahms-weise auch in Selbstverwaltungsangelegen-heiten gegeben sein: Wohnungsgesetz 28. März 1918 (GS. 23) Art. 6§ 1 Abs. 1, § 3. Über die Wahrnehmung staatlicher Berwaltungsgeschäste durch Gemeindebehörden vgl. § 50 d. W, Berwaltung der genossen-fchaftlichen durch Auseinandersetzung be-gründeten gemeinschaftlichen Angelegenhei-ten § 348 d. W., der Jagdangelegenheiten § 368 d. W., Teftamentserrichtung bei Ge-fahr im Berzuge und dreimonatiger Gültig. feit während der Lebenszeit des Erblassers (Dorfteftament) BGB. §§ 2249, 2250, 2252, EG.Art. 80, Anw. 4. April 1928 (MBliV. 500). Beurkundung durch Beamte der Jugendämter G. 24. Dez. 1926 ((GS. 369). Gebühren für Handlungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit und Geschäfte als gericht-licher Hilfsbeamter verjähren in vier Jahren: AG. Art. 8. Gebühren und Stempel für die Aufnahme von Nottestamenten: Erl. 22. Nov 1923 (JMBl. 725).Google Scholar
  492. 8.
    So die neueste Formulierung in östl. LGO. § 6; ganz ähnlich östl. StO. § 11. Auf ortsstatutarifche Regelung wird in einer Reihe von Spezialgesetzen verwiesen: im Kommunalabgabenrecht, Feuerlöschwesen, bei Berhinderung von Berunstaltung, Bau-fluchtlinien, Kaufmanns-unb Gewerbege-richt, Jugendwohlfahrtspflege, Arbeits-nachweiswesen, Fortbildungsschulpflicht, Kommunalbeamtenrecht § 79 d. W. Es zeigt sich, daß bei der Übertragung von neuen Aufgaben an die Gemeinden die Einrichtung im einzelnen der Regelung durch die Ortssatzung wohl theoretisch überlassen wird, insbesondere die Bil-dung der erforderlichen Organe, daß aber die neueren Gesetze auch hierbei durch bis ins einzelne gehende Normativbestimmungen die Freiheit der Entschließung stark einengen. Vgl. z. B. die Borschriften über die Bildung der Jugendämter in G. 29. März 1924 (GS. 180) § 3ff. — In einzelnen Gesetzen werden die Ortssatzungen oder Drtsftatute als „Ortsgesetze“ bezeichnet, so im Gesetz über die Bildung der Stadtgemeinde Berlin. Dieser von der Staatsregierung auch in den Entwurf der Städte-und Landgemeinde-Ordnung übernommene Ausdruck ist bei den Beratungen der Entwürfe im Landtage je-doch wieder durch „Ortssatzung“ ersetzt wor-Google Scholar
  493. 3.
    Die zahl der Gemeindevertreter be-tragt mindestens 6, höchstens 144: BD. 31. Jan. 1919 (GS. 15); Einschränkung der Saht: Erl. 12. März 1924 (MBliV. 295). Für die Wahl gilt das Gemeindewahlges. (vgl. § 53 Anm. 11 d. W.).Google Scholar
  494. 4.
    östl. L(GD. §49; Stimmrecht: G. 18. Juli 1919 ((GS. 118) § 1. Wahlberech-tigung in der Gemeindeversammlung G. 14. Juni, 24. Juli 1924 § 2.Google Scholar
  495. 6.
    Grundsätzlich ehrenamtlich. In grö-ßeren Landgemeinden (über 3000 Ein-wohner) können besoldete Beamte angestellt werden, östl. LGD. §75. Aufwandsent-schädigung: § 86 dasetbft, besoldete Gchöffen: östl. LGD. § 75 Abs. 3 in der Fassung des (G. 20. Mai 1902 (GS. 143). Sur Wahl zum besoldeten Gemeindevorsteher oder Schöffen wird Sohnsitz in der Gemeinde nicht erfordert. Sperrvorschrift für be-soldete Gemeindevorstände: Erl. 31. März 1928 (MBIiB. 369).Google Scholar
  496. 6.
    GemeindewahlG. § 9. Bei dieser Wahl haben der Gemeindevorsteher und die Schöffen kein Stimmrecht, wenn sie nicht gleichzeitig auch gewählte Mitglieder der Gemeindevertretung sind, G. 14. Juni, 24. Juli 1924 § 1. Sie zählen für die Be-rechnung der Gesamtzahl der Gemeinde-verordneten dann als Gemeindevertreter. Der Gemeindevorsteher wird in Mehrheits-wahl, die Schöffen werden nach Berhältnis-wahl gewählt. Die äBahldauer hängt von der der Gemeindevertretung ab. Bestäti-gung durch den Landrat, der sie nur mit Zustimmung des Kreisausschusses versagen darf. Rechte und Pflichten östl. LGD. § 88, insbesondere in der Polizeiverwaltung §§ 90, 91, StPD. § 157. Die Zwangsbe-fugnisse (§48) stehen ihm nur in staat-lichen, nicht in Gemeindeangelegenheiten zu (vggl. §50 Anm. 1 d. S.). Difziplinar-verhältnis LGD. § 143, 144 und (gegenüber dem Amtsvorsteher) östl. KrD. § 65. AusfAnw.III (MBliV. 1892 6.1) ? III und IV. Als Amtszeichen find Gchulzenstabe und Armbinde gestattet, KD. 1. unb Erl. 26. Mai 1843 (MBliV. 1855 S. 135). In den Dienstsiegeln darf der preußische Adler nicht geführt werden: Erl. 28. Jan.,15. Febr 1891 (MBliV.52), 6. Dez. 1925 (MBliV. 1267). Dorfgerichte §164 d. W. — Auf-hebung der Lehn-und Erbschulzen östl. KrD. §§ 41-45.Google Scholar
  497. 7.
    Sustandigkeitsverteilung: östl. LGD. §§ 102, 103; Geschäftsgang §§ 104-112, Ber-waltung des Bermogens: § 113-116 Anw. III C 1-4. Zuläffigkeit des Einkaufsgeldes: das. § 72, von weichem aber nicht die Sahl-berechtigung abhangig ist: BD. 24. Jan. 1919 (GS. 13) §4. Finanzwesen: östl. LGD. §§119-121, Anw. III C 5-11. Der Bor-anschlag kann für ein bis drei Jahre auf-gestellt werden, § 119, das Rechnungsjahr lauft vom 1. April bis zum 31.März: G. 14. Juli 1893 (GS. 152).Google Scholar
  498. 8.
    Bertretung durch die Schöffen; Rege-lung durch den Borsteher; übungsgemäß er-folgt fie durch den dienstältesten, bei glei-chem Dienstalter durch den an Lebensjahren ältesten Schöffen. Die Zahl der Schöffen kann von 2 bis auf 6 erhöht werden.Google Scholar
  499. 9.
    östl. LGD. §74 Abf. 6.Google Scholar
  500. 10–15.
    ßstl. LGD. §§ 117, 118, 88 Abs. 45. Gemeinoepolizeibeamte § 79, 195 d. W. Feld-unb Forsthüter § 372 d. W. Berück-sichtigung von Berforgungsberechtigten § 79 d. S. Anm. 2.Google Scholar
  501. 16.
    Dieser Sortlaut hat lediglich die Be-deutung, daß die Bertretung des Landrats in Angelegenheiten der Gemeindeaufficht nicht dem Kreissekretär, sondern dem beson-ders gewählten Kreisausschußmitglied zu-kommt (soweit nicht die Bertretung ander-weit geregelt ist vgl. § 45): DBG. Bd. 19 S. 34; Bd. 26 S. 143.Google Scholar
  502. 17.
    Östl. LGD. §§ 139-145, vgl. §51 d.W. Bürgschaftsübernahme ist genehmigungs-pflichtig, Erl. 30. März 1928 (MBliV. 353).Google Scholar
  503. 18.
    LGD. 10. Juli 1892 (GS. 154). Ge-meindevorstand: Gemeindevorsteher und ein bis sechs Stellvertreter. Gemeinde-Vertretung: Gemeindevorsteher, erster Stell-Vertreter und gewöhlte Gemeindeverordnete. Dder Gemeindeversammlung. Die in Anm.7 erwähnten Gesetze gelten auch hier. —Jn den Kirchspielslandgemeinden der Kreise §ufum, Norderdithmarfchen und Süder-dithmarschen sind die Dorfschaften und Bauernschaften als öffentliche Körperschaften für rein örtliche Zwecke (Nebenwege, Feld-hüter, Nachtwächter, Feuerlöschwesen) be-stehen geblieben. Öber ihre rechtliche Natur vgl. §58 d.W. Anm. 5. Für Helgoland besteht ein besonderes Gemeindeftatut, LGD. §121 a–f AusfAnw. 14. Juli 1892. Aus Grund der Ermächtigung des verfaffungs-ändernden Reichsgesetzes 6. Aug. 1920 (R-GBl. 1566) hat da§ Pr. G. 11. Dez. 1920 (GS. 541) die BD. 24. Jan. 1919 (GS. 13) mit der Maßgabe für anwendbar erklärt, daß für das Sahirecht ein fünfjähriger Sohnfitz erforderlich ist. Das Gemeinde-wahlgefetz gilt nicht in Helgoland, § 20 daf.Google Scholar
  504. 19.
    LGD. für Hessen-Nassau 4. Aug. 1897 (GS. 301). Der Gemeindevorsteher heißt Bürgermeister, § 45 Abs. 1; er kann in Gemeinden über 1200 Einwohnern mit Be-soldung angestellt werden, § 46 Abs. 2. Ein kollegialer Gemeindevorstand kann wie im Osten eingeführt werden (Gemeinderat); in Gemeinden über 500 Einwohner bildet er die Regel, §§ 45, 60; in größeren Gemein-den können Drtsbezirke unter Bezirksvor-stehern gebildet werden: § 62. Die Mitwir-kung der Drtsbehorden (Drtsgerichte) in der freiwilligen Gerichtsbarkeit ist aufrecht erhalten. In Gemeinden mit kollegialem Ge-meindevorstand sind der Beigeordnete und die Schossen von der Beratung in der Ge-meindevertxetung ausgeschlossen. Diese Bor-schristen gelten voxlausig sür alle ehemals waldeckischen Gemeinden, auch die sog. „Stäble“ VO. l5. Mäxz 1929 (GS. 11).Google Scholar
  505. 20.
    Die auch sür die beiden Städte (Sig-maringen und Hechingen) maßgebende Hohenzollernsche Gemeindeordnung 2. Juli 1900 (GS. 189) hat die frühere Bürger-zur Ginwohnergemeinde gemacht (§§7, 8), die land-und forstwirtschaftlichen Nutzungen der besonders berechtigten Gemeindeangehö-rigen (Allmandgut) neu geregelt (§§ 38-52. vgl. G. 30. Okt. 1925, GS. 153) unb die Gemeindesteuern neu gestaltet. Gemeinde-vorstand: Bürgermeister und Schöffen, in Gemeinden mit koliegialischem Gemeinde-vorstand (über 300 Einwohner) Bürger-meister, Beigeordneter und Schossen. Zu-sammensetzung und Bersahren der Ge-meindevertretung ist wie nach der östl. LGD. geregelt. Der Gemeindevorstand wird in Gemeinden unter 1000 Einwohnern von allen Wahlberechtigten gewählt.Google Scholar
  506. 21.
    Bgl, § 58 d.W. Westsälische Landge-meindeordnung 19. März 1856 (GS. 265) KrO. 31. Quli 1886 (GS. 217). Reg Jnstr. 9. Mai, 31. Juli 1856 (MBliV. 147, 198) Erl 31. Mäxz 1919 (MBliV. 188). Eigenartig ist die Borschrist, wonach der Landrat von Vorsitz in der Gemeindevertretung übernchmenkann (ohne Stimmrecht): § 180 wests-LGD. Rheinische Gemeindeordnung 23. Juli 1845 (GS. 523), aus die Land-gemeinden beschrankt und ergänzt G. 15. Mai 1856 (GS. 435), KrD. 30. Mai 1887 (GS. 209), Reg Jnstr. 18, 31. Juli 1856 (MBliV. 166, 221). Erl. 31. März 1919 (MBliV. 155). Der jetzige Wortlaut ist zusammengestellt MBliV. 1928 S. 214. Weidgerichte und SchuItheißen und Schössen im gemeinrechtlichen Gebiet: GemD.: § 1742. Das GemeindewahlG. unb die übrigen oben angeführten Borschristen der Nachkriegs-gesetzgebung gelten auch sür die westlichen Provinzen.Google Scholar
  507. 22.
    Die Landbürgermeistereiverfas-sung des rheinischen Rechts beruht aus sranzöfischen Grundsötzen.Google Scholar
  508. 23.
    wests. LGD. § 42, rhein. GDF. 77.Google Scholar
  509. 24.
    Hann. LandgemeindeG. und Bek. 28. April 1859 (hannt GS. I 393, 409). ErgG. 17. März 1911 (GS. 25) und KrD. 6. Mai 1884 (GS. 151), §§ 21, 35-39, ZustG. §§ 24-37. Hann. Landesversassungsgesetz 6. Aug. 1840 (hann. GS.I 141) §§46, 48, 52-54, 57-59, 78, ergänzt G. 5. Sept.1848 (daselbst 261), G. und Bek. 28. April 1859 (daselbst 389 und 397). Besondere Drtsvor-stehet: §22 Abs. 2 Die harnt. Gesetzgebung hat den Gebanken der sreien Selbstverwal-tung sür die Landgemeinden schon ver-hältnismäßig früh zum Ausdruck gebracht, hatte aber, da sie an der Zentralisation der Polizei (beim — Jetzigen — Landrat) festhielt, auch weniger Gchwierigkeiten als Preußen zu überwinden, wo erst die Neu-schopfung des Amtsvorstehers erfolgen und seine Bewährung abgewartet werden mußte.Google Scholar
  510. 25.
    Vgl. § 11 ff. des G. mehrere Ausf. Erl. MBliV. 1927: S. 1171; 1928: 96, 199, 440, 883, 984, 1021; 1929: 157. Landtagsdrucks. 616 /1928.Google Scholar
  511. 26.
    Es können auch für einzelne Teile besondere Gutsvorsteher bestellt werden. Jrgendeine Beschränkung bezüglich der Person besteht nicht.Google Scholar
  512. 1.
    Geschichte § 53 d. W.Google Scholar
  513. 2.
    Östl. StO. § 36. Ausnahmen vgl.Google Scholar
  514. 2a.
    G. 29. Juli 1929 (GS. 137) § 42; Sonderregelung in Krefeld-Uerdingen: G. 29. Juli 1929 (GS. 91) § 7; Berlin, vergl. § 57 d. W.Google Scholar
  515. 3.
    StO. 30. Mai 1853 (GS. 261) und Jnstr. 20.Juni 1853 (MBliV. 138).Google Scholar
  516. 4.
    Statutarische Anordnungen StD. § 11, Jnstr. VII, Beispiele: StD. §§ 5, 12, 21, 29, 59, 70 und viele andere Falle in Spezial-gesetzen. — Die Autonomie erstreckt sich nur aus die körperschaftliche Berfassung und Berwaltung der Gemeinde, nicht auf die Begründung neuer Rechtsverbindlichkeiten, soweit nicht ausdrücklich solches zugelassen ist: DBG. Bd. 16 S.48. Einführung von (Stadträten Erl. 19. Dez. 1896 (MBliV. 1897 S. 2), 12. Juni 1909 (MBliV. 163).Google Scholar
  517. 5.
    StD. § 1 Abs. 1. Besondere Rege-lung für Flecken Abs. 2 und ZustG. §22 Abs. 1. — Östl. LGD.§1 Abs. 2. Auch Städte fonnen zur Landgemeindeordnung übergehen, daselbst. Eingemeindung StD. §2 vgl. § 53 d. W., Zusammenschluß zu Zwecköerbänden § 63 d. W.Google Scholar
  518. 6.
    StD. §§ 10, 35-37; Geschäftsführung §§ 38-48, ZustG. §§ 10, 11, 17 Jnstr. Nr. XIII. Die Befugnis zur Beratung und Beschlußfassung und somit auch das Peti-tionsrecht beschränk sich auf Gemeinde-angelegenheiten: DBG. Bd. 13 S. 89; Bd. 41 G. 34. Die Jahl der Stadtverordneten beträgt mindestens 11, höchstens 100 (Erhöhung in gewissem Rahmen durch Drts-statut: WahlG. §4).Google Scholar
  519. 7.
    Die besoldeten Mitglieder werden in Mehrheitswahl für zwölf Jahre, unbesoldete nach Berhältniswahl für die Dauer der Wahlzeit der Stadtverordnetenversammlung gewägt: GememdewahlG. § 9, StD. §31, vgl. aber die Sperrvorschrift: § 55 Anm. 6 d.W.; Wahl auf Lebenszeit ist nicht mehr zulässig: GemWahlg. §14. Die Magi-stratsmitglie der sind Beamte, sie be-dürfen sämtlich der Bestätigung: StD. § 33, Zuständigkeit ZuftG. §13: Die Amtszeit endet mit der Einführung der Neugewählten: Wahlgesetz §9. Besondere Bestätigung der Polizeibeamten § 195 d. W. Die Amts-bezeichnung „Dberbürgermeister“ wird vom Staatsministerium verliehen, meist an die leitenden Beamten der Stadtkreise; vgl. § 30 Anm. 11 d. W. Die Bezeichnung der Magistratsmit-glieder als Stadtrate (in der Regel in Städten über 10000 Einwohnern) oder Ratsherren (in der Regel inStädten über 5000 Einwohnern) kann durch Drtsstatut ein-geführt werden: KD.15. Febr. 1873 (MBliV. 59). Der Leiter der Finanzverwaltung heifit Kämmerer: StD. § 29. Die Amtsbezeich-nung „Stadtältester“ fann den Magistrats-mitgliedern nach neunjähriger Amtszeit von den städtischen Körperschaften verliehen werden. Titel dürfen die Städte im übrigen nicht mehr verleihen. Wegen des Ratstitels vgl. DBG. Bd. 63, S. 1 und PrBerwBl. Bd. 17 S. 224, anderseits PBBl. 49, S. 42, und die Erl. 19. und 23. gebr. 1929 (MBliV. 159, 160). Bereidigung der Magistrats-mitglieder wie der Beamten § 67 d. W. — Beurlaubung der Magistratsmitglieder unb Bürgermeister Erl. 5. Dez. 1867, insbeson-dere für Polizeiverwalter Erl. 10. Dez. 1898 (MBliV. 1989 S. 6).Google Scholar
  520. 8.
    Für die selbständige Stellung des Magistrats ist bezeichnend die Beanstan-dung spflicht gegenüber rechtswidrigen Be-schlüssen der Stadtverordneten ZustG. § 15. Gleiches Recht hat der Bürgermeister gegen-über Beschlüssen des Magistrats, daselbst. Staatsaufsicht in vermögensrechtlicher Be-ziehung § 52 d, W., in Steuersachen § 149 d. W. Genehmigung zur Abtragung von Stadtmauern KD. 20. Juni 1830 (GS. 113), Jnstr. 31. Dft. 1830, Erl. 28. Aug. 1857 (MBliV. 144).Google Scholar
  521. 9.
    StD. § 10 u. 56; Geschäftsgang StD. § 58 Abs. 1, Jnstr. Nr.XIII Abs. 1 Die-das. angezogene Jnstruktion f. Stadtmagi-ftrate v. 25. Mai 1835 ist, obwohl vielfach veraltet, zur Auslegung noch heranzuziehen. Zeichnung von Berichten Erl. 6. Dez. 1924, 16. gebr. 1925 (MBliV. 1173, 204).Google Scholar
  522. 10.
    StD. §59. Sie bestehen entweder aus Mitgliedern des Magistrats allein oder aus solchen und Stadtverordneten oder aus beiden und anderen Einwohnern der Stadt. Die Bürgerdeputierten und Stadtverord-neten werden von der Stadtverordneten-versammlung nach dem Berhältniswahl-foltern: G.18.Juli 1919 (GS. 118) §16, gewählt (Wahldauer für die Dauer der Wahl-zeit der Stadtverordnetenversammlung), die Magistratsmitglieder werden vom Bürger-meister ernannt. Das Gesagte gilt von allen, auch den für Zwecke der allgemeinen Landes-verwaltung gewählten Deputationen, über die Eigenfchaft des Sparkassenvorstandes als Deputation: DBG. i. PrBerwBl. 45 S.300. Die Mitglieder der Deputationen sind sämtlich Beamte (DBG. Bd. 25 S.415). Sie können ihr Amt daher nicht durch ein-seitige Erklärung niederlegen. Gewählte Deputationsmitglieder können vor Ablauf ihrer Amtszeit durch übereinstimmenden Beschluß des Magistrats und der Stadt-verordnetenversammlung entlassen werden, StD. § 75. Jnfolge dieser Sondervorschrift ist nach Rechtsprechung und Praxis ein Disziplinarverfahren ausgeschlossen.Google Scholar
  523. 11.
    Vgl. die weiteren Abschnitte unten.Google Scholar
  524. 12.
    StD. §58 nebst ZustG. §20; StD. §§62, 63; Jnstr.Nr.XIV; Geschäfte als Amtsanwalt § 161 d. SB., Standesbeamter § 173 d. W., Drtspolizeiöerwalter § 189 d. W. — Befugnis zur Berhängung von 2Sar-nungen und Berweisen gegen Magistrats-mitglieder: DBG. Bd. 17 S.443. Revision der Stadtkassen Erl. 17. Juni 1924 (MBliV. 672).Google Scholar
  525. 13.
    StD. §§ 72f.; ZustG. §§16,17.-Der Gemeindevorstand heißt auch hier Magistrat, Erl. 20. März 1856 (MBliV. 91). Hierbei ist eine ortsstatutarische Erhöhung der Stadtverordnetenzahl nicht zulässig. — Diese Berfassung findet sich generell — ab-gesehen von den Landgemeinden (§ 55) — in den Städten der Rheinprovinz, vielfach in äöestfalen und in den Städten §ohen-zollerns (vgl. Anm. 15).Google Scholar
  526. 14.
    ZustG. §§ 7, 16; Jnstr. Nr. XVI und (Streitsachen) ZustG. § 21. Beanstandung der Beschlüsse StD. § 57, ZustG. § 15; Aus-lösung der Stadtverordnetenversammlung StD. § 79, ZustG. § 17, Disziplinarbestra-fung § 70, im übrigen vgl. § 51 Anm. 3—9. Aussicht über die Polizeiverwaltung § 189 d.W. Anm. 3 Berlin vgl. § 57 d. W.Google Scholar
  527. 15.
    StD. für Westfalen 19. März 1856 (GS. 237), Jnstr. 9. Mai und (zu § 52) 31. Juli 1859 (MBliV. 144 und 198), erstere erg. Erl. 13. Okt. 1873 (MBliV. 300).-StD. für die Rheinprovinz 15,Mai 1856 (GS. 406), Jnstr. 18. Juni und (zu §49) 31. Juli 1856 (MBliV. 161 und 221), erstere ergänzt Erl. 13. Okt. 1873 (MBliV. 300). Berleihung dieser StD. an Städte unter 10000 Einwohner Erl. 15. Mai 1856 (GS. 405) und Jnstr. 18. Juni 1856 (MBliV. 164). Das Rechnungsjahr lauft vom l.Aprü bis §um 31. März. Die Aufsicht ist wie in den östlichen Provinzen geregelt. Die abweichen-den Borschriften westf. StD. §§ 76, 77, rhein. StD. §§ 80, 81, sind weggefallen und durch ZustG. § 7 ersetzt.Google Scholar
  528. 16.
    Wests. StD. §§ 72, 73, rhein. StD. §§9, 28, 66-68 verb. mit §§35, 53, 74. Einzelne weitere Abweichungen enthalten §§ 46, 32, 71, vgl. auch das BereinfG. Das bei Bürgermeisterverfasfung dem Bür-germeister als Borsitzendem der Stadtver-ordnetenversammlung zustehende Stimm-recht auch bei der Wahl des Bürger-meisters und der Beigeordneten ist durch die neuere Gesetzgebung nicht berührt wor-den, ABest. zum G. 14. Juni 1924 (MBliV. 781; vgl. §54 Anm. 11 d. W.) Nr. III 2 Satz 2.Google Scholar
  529. 17.
    Schleswig-Holsteinische Städte-und Fleckenordnung 14. April 1869 (GS. 589); Einf. in Lauenburg G. 16. Dez. 1870 (Dffiz. Wochenbl. 521). Gemeinde-verfassungsgesetz für Frankfurt a. M. 25. März 1867 (GS. 401). Finanzielle Aus-einandersetzung mit dem Staate G. 5. März 1869 (GS. 379).Google Scholar
  530. 18.
    Schl.-Holst. StD. §§ 44, 32, Franks. GBG.§§ 35, 40, 42. Der Erste Bürger-meister von Frankfurt wird vom Staats-ministerium aus drei von der Stadtver-ordnetenversammlung präsentierten Kandi-daten auf zwölf Jahre (WahlG. § 14) er-nannt. — In Säleswia-öolftem werden die besoldeten (G. 18. April 1928 — GS. 99) Magisiratsmitglieder von der wahl-berechtigten Bürgerschaft gewählt und zwar aus drei von der Stadtverordnetenver-sammlung präsentierten Kandidaten. Die Mitwirkung des Magistrats bei der Prä-sentation ist durch BD. 31. Jam 1919 (GS. 15) § 3 aufgehoben, vgl. G. 14. Juni 1924 § 5. Die Präsentation erfolgt, wenn es sich um mehr als eine Stelle handelt, nach den Grundsätzen der Berhältniswahl, die Wahl durch die Bürgerschaft nach rela-tiver Mehrheit; die Stimmabgabe ist ge-heim: G. 18. Juli 1919 (GS. 118) § 7 Abs. 2. Bei gleichzeitiger Erledigung mehrerer Stel-len kann die Wahl in einem Wahlgange vorgenommen werden, G. 10. April 1919 (GS. 83).Google Scholar
  531. 19.
    StD. für Gefsen-Nassau 4. Aug. 1897 (GS. 254). In Städten bis 1200 (Sin-wohner erhalten die Bürgermeister regel-mäßig nur eine Dienstaufwandsentschädi-gung: § 69. Die vereinfachte Berfassung (ohne Magistrat) ist in allen Städten zulässig, §§ 83, 84. Feld-und Drtsgerichte und Feld-geschworene sind aufrecht erhalten, § 68. Die Jnstr. für die östliche StD. (vgl. Anm. 9) gilt auch in §essen-Nassau, Erl. 27. Nov. 1900 (MBliV. 281). Die Wahl-berechtigung der unbesoldeten Magistrats-mitgliederund Schöffen zur Wahl des Bürger-meisters und der Beigeordneten (§ 34 StD. war durch G. 18. Juli 1919 § 5 für die Wahl der unbesoldeten Beigeordneten, sie i st jetzt überhaupt und dauernd aufgehoben worden: G. 14. Juni 1924 § 3 in der Fassung des G. 24. Juli 1924. Diese Borschriften gelten auch im ehemals waldeckischem Gebiet; vgl, aber § 55 Anm. 19 d. W.Google Scholar
  532. 20.
    SustG. §§ 7-22, westf. StD. §§ 76 bis 82, rhein. StD. §§ 81-87, schl.-holst. StD. §§ 91, 92. Frankf. §§ 79-83, Gessen-Naffau §§ 87-92.Google Scholar
  533. 21.
    G. 31. Wai 1853 (GS. 291), JustG. §§ 7-21, G. 30. Juli 1899 (GS. 141) § 17. Die Ernennung erfolgt nicht mehr auf Lebenszeit, sondern aus zwölf Jahre: GE-meindewahlgesetz § 14.Google Scholar
  534. 22.
    Hann. StD. 24. Juni 1858 (Hann. GS. I 141), JustG. §§ 7—21. Stellung der selbständigen Städte § 47 Anm. 1 d. W. Ernennung und Pensionierung städtischer Beamter Erl. 8. Mai 1867 (GS. 728).Die Wahl erfolgt jetzt lediglich durch die Bürgervor-steher:BD. 24. Jan. 1919. § 6 Absl,undzwar nicht mehr auf Lebenszeit, sondern auf zwölf Jahre, Gemeindewahlgesetz § 14.Google Scholar
  535. 23.
    Vgl. § 55 Anm. 20 d. W.Google Scholar
  536. 1.
    ZweckverbandsG. für Groß-Berlin 19. Juli 1911 (GS.123). Die Berfassung war ähnlich der der anderen Zweckverbände (vgl §63 d. W) geregelt.Google Scholar
  537. 2.
    Änderungen G. 7. Okt. 1920 (GS. 435), 17. Dez. 1920 (GS. 623) § 56, 24. ApriI 1922 (GS. 96), BD. 8. Febr. 1924 (GS. 73) § 91, BD. 26. Aug. 1925 (GS.109) Art. II. AusfBest. 29. Juni 1920, 17. Okt. 1920, 22. Febr. 1921,2. Aug. 1921 (Min BliB.279, 365, 55, 237).Google Scholar
  538. 3.
    G.1920 § 11; mindestens zwölf Magi-ftratsmitglieder müssen unbesoldet sein. Öbergangsvorschriften wegen der Beamten: G. 21. Febr. 1920 (GS.49), 11.März 1921 (GS.339).Google Scholar
  539. 4.
    G. 1920 § 8.Google Scholar
  540. 5.
    G. 1920 § 9ff., BD. 30. Juli 1921 (GS.445); BD. 26. Aug. 1925 (GS.109), Wahlordnung 26. Aug. 1925 (MBliV. 911, 11. Aug. 1929 (MBliV. 747). Die Stadt ist in 15 Wahlkreise eingeteilt, in welchen Kreiswahlvorschläge aufgestellt werden. Die Reststimmen kommen einer Stadtliste zugute, ähnlich wie bei den Wahlen zum Landtag (Landesliste).Google Scholar
  541. 6.
    Die sind aber keine juristische Personen.Google Scholar
  542. 7.
    G. 1920 §§ 14ff. Das Bezirksamt besteht aus sieben, in der Regel besoldeten, Mitgliedern. Der Borsitzende führt die Bezeichnung „Bürgermeister“. Das Bezirksamt ist ausführendes Drgan des Magistrats.Google Scholar
  543. 8.
    Die Bezirksversammlung besteht aus den innerhalb des Bezirks gewählten Stadt-öerordneten und besondere gewählten Be-zirksverordneten.Google Scholar
  544. 9.
    G. 1920 § 27. Jm Falle der Nicht-einigung findet ein Schiedsverfahren statt, das. §28.Google Scholar
  545. 1.
    Jn dem besonderen Sinne des „Ber-bandes von Gemeinden“ vgl. § 50 Anm.2 d. W.Google Scholar
  546. 2.
    G. §§ 2-10, A. A. v. 25. Febr. 1928 (MBliV. 199). Die Gemeindebeamten wer-den vom Bürgermeister ernannt; er hat ver-pflichtende Urkunden mit zu vollziehen, hat beratende Stimme in der Gemeindever-tretung und ift Drgan des Landrats als Auf-sichtsbehörde. — Der Bürgermeister und die Beigeordneten werden jetzt gewählt, sie unterliegen der Bestätigung, gegen deren Bersorgung ein Rechtsmittelzug bis zum Staatsministerium eröffnet ist. Kommissar-bestellung wie in anderen Landesteilen. In Westfalen kann der Landrat den Borfitz in der Amtsvertretung übernebmen: § 80 Abf. 2 LGO.Google Scholar
  547. 3.
    Die unmittelbare Wahl ist eingeführt durch § 10 des Gemeindewahlgefetzes. Die Zahl der gewählten Abgeordneten richtet sich nach dem Amtsstatut. Der Bürger-meister ist grundsätzlich Ehrenbeamter: wests. KrD. § 27. Ruhegehaltsregelung G. 31. Dez. 1926 a II.Google Scholar
  548. 4.
    Schlesw.-holst. LGD. § 121c ff. Jm einzelnen ist die Berfaffung verfchieden ge-regelt: Jm Kreise Süderdithmarschen z. B. sind die Bauerschaftsvorsteher geborene Mit-glieder der Bertretung; während das OBG (Bd. 69 S. 143) die einzelnen Bauerfchaften nicht als Landgemeinden auffaßte, fondern als „unvollkommene kommunale Gebilde“ be-zeichnete, alfo die Kirchspielslandgemeinden als die untersten Körperschaften ansah, haben das GemeindewahlG. § 9, G. 14. Juni, 24. Juli 1924 (G8.551, 591) §1 und die herrschende Ansicht in der Literatur sie unter den Landgemeinden begriffen und damit die Kirchspielslandgemeinden als Gemeinde-verbände anerkannt. Die „Köge“ im Kreise Husum sind wasserrechtliche Deich-und Siel-verbände, die als Gemeinden nicht angesehen werden können (vgl. Begründung zum Ent-wurf der Landgemeindeordnung, Landtags-drucksache 1. Sßahlper. Nr. 4041 zu § 140). Die Kogsvorsteher bleiben daher geborne Mitglieder der Kirchspielslandgemeindever-tretung, wo sie es bisher waren.Google Scholar
  549. 1.
    Gendarmerie-Edikt 30. Quli 1812 (G6. 141) Abschn.I, II.Google Scholar
  550. 2.
    Nach dem Edikt 1812 sollten die sieben bedeutungsvollsten Städte im Staate „in chren bisherigen Berhältnissen als besondere, den Kreisen gleichgestellte Körperschaften“ bleiben, die Städte zweiter Klasse und die ländlichen Gemeinden aller Gattungen unter Einschluß der Dominialhöfe aber in demKreis-verband vereinigt werden. Diese Kreise sollten „das, wa§ in den Städten erster Klasse geleistet wird, durch ihre Zusammensetzung wirken“.Google Scholar
  551. 3.
    G. 5. Juni 1823 (GS. 129) und Son-dergesetze für die einzelnen Provinzen. Kommunale Aufgaben waren im wesent-lichen das Landarmenwesen mit der Ber-waltung der sozialen Anstalten.Google Scholar
  552. 4.
    Diese ständische Grundlage sollte nach Art. 105 BU. aufgehoben werden, und es erging auch die Kreis-und Provinzialordnung 11. März 1850; sie wurde aber nicht durch-geführt, vielmehr ist jene Berfassungsvor-schrift selbst bald beseitigt worden: G. 24.9Mai 1853 (GS.238).Google Scholar
  553. 5.
    Es war logisch, daß das Abgabenrecht dieser Berbände im wesentlichen auf die schlüsselmäßige umlegung der Fehlbeträge auf die eingegliederten Körperschaften (Gemeinden, Gutsbezirke, b§w. Kreise) be-schränkt wurde.Google Scholar
  554. 6.
    Auf preußischen Antrag wurde mit Rücksicht auf die Provinziallandtage von der Ausdehnung der Borschrift in Art. 17 auf die Gememdeverbande ausdrücklich abgesehen.Google Scholar
  555. 7.
    WahlG. für die Provinziallandtage und Kreistage 7. Okt. 1925 (GS. 123), 29. Okt. 1928 (GS. 197), AusfAnw. vom gleichen Tage (MBliV. 1063 und 23. Nov. 1928 (MBliV. 1119), Wahlordnung 25.Juli 1929 (MBliV. 667). Berhaltniswahl nach dem „Hareschen“ Srstem. Wahrend bezüglich des Kreises der unmittelbare Zusammenhang des Wahlers zur Kreisvertretung durch die Bestimmung gesichert wird, daß der Krets nur einen Wahlbezirk bildet, versucht das G. für die Provinziallandtage eine Ber-tretung, wenn nicht der Kreiskorporation als solcher, so doch der Kreisbevolkerung zu sichern, soweit das mit den allgemeinen Grundsätzen vereinbar ist. Daher werden Bezirkswahlvorschlage in den Kreisen auf-gestellt, auf welche ohne Zuhilsenahne einer Provinzialliste die Abgeordneten nach den Regeln des Berhaltniswahlrechts verteilt werden. Listenverbindung ist für die Pro-vinz zulässig. Wahlberechtigung und Wahl-barkeit sind ebenso wie für den Landtag geregelt. Die Zahl der Abgeordneten wird nach der Ginwohnerzahl vor der Wahl fest-gestellt. Wahlprüfung, Nachrücken, Aus-scheiden, Wahldauer sind für Kreise und Provinzen gleich. Kommentar zum Wahl-gesetz: von Leyden, Berlin 1926. Nachtrag von Loschelder, Berlin 1929.Google Scholar
  556. 8.
    Die Berfassung ist keine zweikörper-schaftliche, denn die Entscheidungen werden nur entweder durch den Ausschuft oder die Bertretung getroffen, und sie ist auch nicht der Bürgermeisterverfassung (§56 d. W.) vergleichbar, weil der Einzelbeamte nur die laufenden Geschäfte führt und nicht zu eigenem Rechte, sondern im Auftrage oder unter Aufsicht des Ausschusses.Google Scholar
  557. 9.
    Der Entwurf einer einheitlichen neuen KreisD. ist von der Staatsregierung im Jahre 1923 dem Staatsrat vorgelegt worden (Drucksache 311), aber bisher an den Land-tag nicht weitergegeben worden. Ein amt-licher Entwurf einer neuen ProvinzialD. ist bisher nicht bekannt geworden.Google Scholar
  558. 10.
    und zwar jetzt auch — entgegen § 3 KrD., § 4 ProvD. — soweit es sich um die geringste Änderung von Gemeindegrenzen handelt, die gleichzeitig Kreisgrenzen sind: G. 27. Dez. 1927 (GS. 211). Einschließlich des Ausscheidens von Stadten innerhalb des Kreises: G. 29. Juli 1929 (GS. 137) §50.Google Scholar
  559. 1.
    KrD. für die östlichen Provinzen vom 13. Dez. 1872, 1. März 1881 (GS. 180), KrD. für Hannover vom 6. Mai 1884 (GS. 181), KrD. für Gessen-Nassau vom 7. Juni 1885 (GS. 193), gilt auch in den früher waldeckischen Kreisen G. 25. Juli 1928 GS. 179), KrD. sür Westfalen vom 31. Juli 1886 (GS. 217), KrD. für die Rheinprovinz vom 30. Wai 1887 (GS. 209), KrD. für Schleswig-Holstein vom 26. Wai 1888 (GS. 139). In der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen gilt jetzt durchweg die östl. KrD.: DstmarkG. 21. Juli 1922 (GS. 171) § 3. Soweit nichts anderes angegeben ist, decken sich die Borschriften der KrDen. mit den hier angeführten der östl. KrO. — Literatur: Eonstantin-Stein, Die deutschen Landkreise. 2 Bde. 1926.Google Scholar
  560. 2.
    Die bisherigen Amtsverbande in Hohenzollern heißen ietzt auch Kreise: G. 7. Okt. 1925 (GS. 132). Es bestehen deren nur zwei.Google Scholar
  561. 3.
    Die Zahl der Kreistagsabgeordneten ist gesetzlich festgelegt (mindestens 20): WahlG. § 34.Google Scholar
  562. 4.
    Die Wahlzeit endigt mit der Wahl-zeit des Kreistags, jedoch bleiben die Gewähl-ten bis zum Eintritt der Nachsolger im Amte: §§42, 31, 45 des WahlG. Die Kreisaus-schußmitglieder sind Beamte, östl. KrD. §133. Disziplmarverhältnisse: §39 LBG. Es können für sie Stellvertreter gewählt werden: BereinsachungsG. Art. 4 Nr. 2; geschieht das, so ist Stellvertreter nach den Regeln der Berhaltniswahl der Ersatzmann: § 24 Abs. 2, 42 des Wahlgesetzes. Die Wahl-Prüfung erfolgt von Amts wegen. G. 25.Juli 1922 (GS.195), §§2, 5.Google Scholar
  563. 5.
    Vgl. § 45 d. W. Jm Kreistag hat der Landrat kein Stimmrecht. Die Bertretung wird durch den Regierungspräsidenten geregelt, der zur ständigen Bertretung bestellte Regierungsassessor hat die Bertretung im Borsitze des Kreistags im allgemeinen nicht, ügl. Erl. 22. Okt 1925 (MBliV. 1124).Kreis-deputierte vgl. § 45 d. W. Erl. 15. Okt. 1874 (MBliV. 258). Jm übrigen vgl. OBG. in PBBl. 50 S. 103. Der Kreistag wird vom Landrat mindestens zweimal jährlich einberufen, nötigenfalls auf Antrag von einem Biertel der Abgeordneten, östl. KrD. 118. Für kürzere Behinderungsfälle, in denen für die staatliche Berwaltung der Kreis-sekretär die Bertretung führen würde, kann — mangels eines staatlichen Hilfsarbeiters — der Kreisausschuß einen besonderen Ber-treter wählen, östl. KrD. § 136 Abs. 2, Bor-schlagsrecht des Kreistags für die Besetzung erledigter Landratsstellen vgl. § 45 d. W. 6) Buständigkeiten in dieser Beziehung vgl. östl. KrD. § 134. Beschlußfähigkeit ift bei Anwesenheit von drei Mitgliedern (ein-schließlich des Borsitzenden) vorhanden. Jst eine gerade Anzahl von Mitgliedern an-wesend, so scheidet das jüngste Mitglied bei der Abstimmung aus, östl. KrD. § 138. Die lausenden Geschäfte der Berwaltung führt der Landrat; er vertritt den Kreis-ausschuß nach außen, östl. KrD. § 137.Google Scholar
  564. 7.
    Während des Krieges z. B. die Gr-nährungswirtschaft, jetzt Wohnungswirtwirtschaft u. a. m. Er hat aber keine selbständigen polizeilichen Befugnisse.Google Scholar
  565. 8.
    Vgl. § 45 d. W. Jhm entspricht in Stadtkreisen (vgl. § 38 d.W.) der Stadtausschuß (§45 d.W.). Der Kreis ist auch Sektion der landwirtschaftlichen Unsall-berufsgenossenschaft (vgl. § 396 d. W.).Google Scholar
  566. 9.
    Genehmigung bestimmter Beschlüsse, Beanstandung (durch den Landrat, nötigenfalls auf Anweisung des Regierungspräsidenten), Zwang§etatisierung, Znsormations-recht, östl. KrD. §§ 176ff. in der Fassung des Bereinfachung§G. Art. 4. Die Auslosung des Kreistags und die Genehmigung von Kreissatzungen erfolgt durch das Staatsministerium, daselbst §§ 176 Nr. 1, 179, vgl. ZustG. §§ 2, 4. Über den Begriss der „Beschlüsse, die eine neue Belastung zum Gegen-standehaben“vgl. DBG.3.Febr.1916 (MBl. iB. 105). Erl. 18. Febr. 1927 (MBliV. 188). 30. März 1928 (MBliV. 353).Google Scholar
  567. 10.
    Neuere Selbstverwaltungsangelegenheit z. B. Geschlechtskrankensürsorge: BD. 24. Aug. 1927 (GS. 171).Google Scholar
  568. 1.
    ProvD. für die östlichen Provinzen Dom 29. Juni 1875, 22. März 1881 (GS. 233), ProvD. für Hannover vom 7. Mai 1884 (GS. 237), ProvD. für Hessen-Nassau vgl. §62 Anm.5 d.W., ProvD. für Westfalen vom 1. Aug. 1886 (GS.254), 6.Okt. 1911 (GS.209), ProvD. für die Rheinprovinz oom 1.Juni 1887 (GS, 249), ProvD. für Schleswig-Holstein vom 27. Mai 1888 (GS. 191). Die östl. ProvD. gilt auch in der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen: G. 21. Juli 1922 (GS.171) §4. Auch hier werden nur die Borschriften der östl. ProvD. angeführt, sofern die anderenProv Den. nichts anderes bestimmen. Abweichungen besonderer Art vgl. § 62 d. W.Google Scholar
  569. 2.
    Östl. ProvD. §§ 25, 26. Der Pro-vinziallandtag erledigt seine Geschäfte in „Tagungen“, welche oft längere Zeit dauern, Eine kurze Bertagung führt noch nicht zur Schließung. Zuständigkeiten des Provinzial-landtags östl. ProvD. §§ 34ff. Gefchäfts-ordnung östl. ProvD. § 33, Wahlgesetz § 32. Die Zahl der Abgeordneten ist gesetzlich festgelegt (mindestens 30): WahlG. §3.Google Scholar
  570. 3.
    Mindestens sieben, höchstens dreizehn Mitglieder, östl. ProvD. §§ 45 ff. dazu tritt der Borsitzende und als geborenes Mitglied der Landeshauptmann. Die Beschränkungen der Wählbarkeit (§47 Abs. 5) sind Jetzt weggefallen: G. 16.Juli 1919 (GS. 129) § 8. Beschlußfähigkeit bei Anwesenheit von mehr al§ der Halfte der Mitglieder. Der Borsitzende hat Stichentscheid. Teilnahme-recht des Landtagsvorsitzenden und der oberen Beamten östl. ProvD. § 56, Zuständigkeiten §§ 58ff. das.Google Scholar
  571. 4.
    Bis auf Brandenburg haben alle Provinzen jetzt die Amtsbezeichnung „Landeshauptmann“ eingeführt.Google Scholar
  572. 5.
    Jn Hannover ist für die Leitung der laufenden Gefchäfte eine Koüegialbehorde, das Landesdirektorium, gesetzlich beibehalten worden, welches sich aus dem Landes-hauptmann und zwei Schatzräten zusammensetzt. Hier ist der Landeshauptmann weder Mitglied des Provinzialausschusses, noch kann er als solches gewählt werden. Jm übrigen hat nur die Provinz Sachsen entsprechend der Ermächtigung in §93 östl. ProvD. ihren Landesräten beschließende Stimme gewährt, so daß auch hier ein Kol-legialsystem besteht. Der Landeshauptmann hat aber die gleichen Rechte im Provinzial-ausschuß wie in den anderen östlichen Provinzen. Er vertritt also die Provinz allein nach außen (östl. ProvD. § 90), was in Han-nover dem Landesdirektorium obliegt (Hann. ProvD. §§ 87ff.).Google Scholar
  573. 6.
    Vgl. östl. ProvD. §§ 31, 56 (Teil-nahme an den Sitzungen des Provincial-landtags und Provinzialausschusses §98); Drdnungsstrafen können nur im förmlichen Berfahren verhängt werden.Google Scholar
  574. 7.
    Reste davon finden sich in östl. ProvO. § 34, I, §61.Google Scholar
  575. 8.
    Landarmen-und Wohltätigkeitsan-stalten, Fürsorgeerziehung, Sozialanstalten, Forderung von Kunst und Wissenschaft, Feuersozietatswesen, Provinzialhilfskassen, Landesmeliorationswesen, Straßenwesen. Die Provinzen Dber-und Niederschlesien haben kraft Gesetzes eine öffentliche Lebens-und §aftpflichtversicherung einzurichten: G. 28. Okt. 1926 (GS. 292). Vgl. wegen der Provinzialfonds in Hannover G.7. März 1868; im Regierungsbezirk Hassel G. 16.Sept. 1867, erg. G. 16. März 1879, AG. 25.März 1869, im Regierungsbezirk Wiesbaden ohne Frankfurt G.11.März 1872. Die Gleich-stellung der übrigen Landesteile erfolgte durch G. 8. Juni 1875 (GS. 497); die Do-tationen wuben durch G. 2. Juni 1902 (GS. 167) erhöht. Jetzt sind die Dotations-betrage neu geregelt. Die Berpflichtung zur Erfüllung der s. Z. übertragenen Auf-gaben aber ist unberührt geblieben, PrAG. AG. zum FinanzausgleichsG. 30. Okt. 1923 (GS. 487) § 40. Vgl. auch § 96 d. W. Die Provinz ist Trager der landwirtschaftlichen Unfallversicherung und der Tnvalidenver-sicherung (vgl. § 396 d. W.).Google Scholar
  576. 9.
    PrB.Art.31 ff. vgl.§ 31 d. W. Jm Ge-gensatz zu dem früheren Recht, wonach die Provinziallandtage zu den staatlichen Gesetz-entwürfen Stellung nehmen oder sie gar beschließen sollten (vor Erlaßder Berfassung), ist hier eine Beteiligung an der Zentrale ge-schaffen: WahlG. 16. Dez. 1920 (GS. 1921 S.90), Zahl der Mitglieder BD. 31. Dez. 1925 (GS. 1926 S. 7, 51: im ganzen 80). Entfchädigung G. 25. Juli 1922 (GS. 197) BD. 28. Sept. 1923 (GS. 447). G. 10. Nov. 1925 (GS. 160). Dberschlesien: G. 7. April 1921 (GS. 353).Google Scholar
  577. 10.
    PrB. Art. 73.Google Scholar
  578. 11.
    PrB. Art. 72. Gin solches Gesetz ist bisher erst für Dberschlesien ergangen: G. 25. Juli 1922 (GS. 205). Der Gesetzgeber hat aber in Berücksichtigung des Berfassungs-grundsatzes das Tatigkeitsgebiet der Provin-zen schon erweitert, z. B. Tugendwohl-fahrtspflege.Google Scholar
  579. 12.
    Vgl. §§39, 40 d.W. Neuerdings über-tragt der Gesetzgeber gelegentlich dem Pro-vinzialausschuß auch Aufgaben, die an sich einer staatlichen Befchlußbehorde zukommen würden: Grünflachengefetz.Google Scholar
  580. 13.
    PrB. Art. 86: Dberprasident, Regie-rungsprasident, Borsitzender des Provinzial-schulkollegiums und Präsident des Landes-kulturamts.Google Scholar
  581. 14.
    Die neue Stellung der Provinz als der Trägerin des föderalistischen Elements im Einheitsstaat Preußen drückt am beften die PrB. aus, wenn sie von der „Gliederung des Staates in Provinzen“ Spricht: Art. 71 Abs. 1. Die Provinz ist also nicht nur Berwaltungsbezirk und Kommunalverband, fon-dern auch politisches (Blieb des Staates. Ginen gewissen Ausdruck findet diese Auffassung auch in der Tatsache, daß die Provinzen Provinzialfarben (außer Schleswig-Holstein) und Provinzialwappen führen, was von den Kommunalverbanden im allgemeinen nur den Städien zusteht.Google Scholar
  582. 15.
    RV. Art. 63, vgl G. 24. März 1921 (RGBl.440), G. 3. Juni 1921 (GS.370), Ausf Anw. 15. Juni 1921 (MBliV. 186) Wahlen in Schlesien BD. 11. Febr. 1926 (GS. 43) vgl § 13 d. M. Die Provinzialver-treter führen Stimmen Preußens, sind aber in ihrer Stimmabgabe an Weisungen des Staatsministeriums nicht gebunden. Entschädigung BD. 7. Nov. 1922, 28. Sept. 1923 (GS.441, 448).Google Scholar
  583. 1.
    G. 18. Febr. 1891 (GS. 11) § 3, Ge-meindewahlrecht: G. 11. Dez. 1920 (GS. 541) — fünfjähriger Wohnsitz! —, jetzige Berwaltung: G.21. Juli 1922 (GS. 169). Vgl. § 26 d. W. Anm. 7.Google Scholar
  584. 2.
    Schl.-holst. KrD. § 145, BD. 24.Aug. 1872 (GS. 343 und 1883 S. 35).Google Scholar
  585. 3.
    Ausschluß von der Provinz: G. 27. Mai 1888 (GS. 191) Art. V. Seine Beziehungen zur Provinz erschöpfen sich darin, daß er zur Teilnahme an den Geschäften der allgemeinen Landesverwaltung (vor allem Wahlen) drei Abgeordnete in den Provinziallandtag entfendet, ögl. WahlG.§44 und AusfAnw. dazu. Schlesw.-holst. ProvD. § 1a. Das Bermogen wurde ihm bei der Einverleibung in den Preußischen Staat überwiesen: Jnkorporationsgesetz 23. Juni 1876 (GS. 169).Google Scholar
  586. 4.
    Vgl. PrB. Art. 32, Reichsratsgesetz (§ 61 Anm. 15) § 1 Abs. 2.Google Scholar
  587. 5.
    Hessen-Nassau ProvD. 8. Juni 1885 (GS.247). Bermogensrechtliche Regelung infolge Einfügung der Stadt Frankfurt a.M. in den Bezirksverband Wiesbaden und veränderte Abgrenzung der beiden Bezirksverbände, BD. 10. und 15. März 1886 ((GS. 45 und 47), Regulativ für die Berwaltung des Berbandes Kassel 11. Nov. 1868 (GS. 999), Wiesbaden 17. Juli 1871 (GS.289). Von wirtschaftlichen Aufgaben sind der Provinz gemeinsam nur die Landesversicherungsanstalt und die Berwaltung der land-und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft.Google Scholar
  588. 6.
    Amts-und Landesordnung 2. Juli 1900 (GS.324). Das Provinzial-und Kreistag§wahlgesetz gilt nunmehr auch hier, so daß die wesentlichen Besonderheiten weg= gefallen sind.Google Scholar
  589. 7.
    S.21. Juni 1922 (GS. 171), Auss-Anw. 21. Juli 1922, 29. Marz 1923 (MBliV. 767, 383), Geschäfte der Abwicklungsstelle Erl. 14. April 1923 (MBliV.439). Geschäfts-kreis Erl. 14. April 1923 (MBliV. 439). Die Geschäste führt vom 1. April 1926 ab der Dberpräsident in Gchneidemühl als Über-leitungskommissar.Google Scholar
  590. 1.
    ZweckverbandsG. 19. Juli 1911 (GS. 1145). Zweckverbande, welche die Wege-baulast übernehmen, gelten als Wegever-bände im Sinne des Wegerechts: G.§8. Die Bestimmungen über Feuerspritzenver-bände und Stierhaltungsverbande werden durch das ZweckverbG, nicht berührt: da-selbst §25 Abs. 3 — Das G.28. Okt. 1926 (GS. 292) gestattet auch den Provinzen Ober-und Niederschlesien, sich zu Zweckverbänden zusammenzuscharen. — Die Bersassung der Schulöerbände ist besonders geregelt (vgl. § 268 d. W.).Google Scholar
  591. 2.
  592. 3.
    G. §§ 9-24. Über die Bedeutung des § 22 vgl Kammergericht in PrGemeinde-zeitung 1926 S.81.Google Scholar
  593. 4.
    G. 5. mai 1920 (GS. 286) G. 29. Juli 1929 (GS, 91) § 62;Ausf Anw. und WahlO. 4. Juni 1920 (MBliV. 220, 237) Bs. 27. Juli 1920 (MBliV. 318). Vgl. oben § 41 d. W. Anm. 7-9. Der Berbandsvorsteher heißt „Berbandsdirektor“.Google Scholar
  594. 1.
    Der Gesetzgeber hat sie bisher nur erwähnt in dem G. 29.Juli 1929 (GS. 137) § 45, wonach die „provinziellen Spitzen-verbände“ BorSchläge für die Besetzung der Schiedssteile zu machen haben, welche aus Anlaß von Streitigkeiten über die Jn-anspruchnahme ausschließlicher Zuständig-feit durch einen Kreis zu entscheiden hat. Symptomatisch für die Bedeutung solch freiwilliger Zusammenschlüsse ist die Rege-lung der Sparfassenrevisionen gem. Erl. 30. Dez. 1925 (MBliV. 1926 S. 13), wonach mit dem Deutschen Sparkassen-und Giro-verbände ein „Abkommen“ geschlossen ist, aus Grund dessen die Sparkassenrevisionen von der Aussichtsbehörde gemeinsam mit den Revisionsbeamten des Berbandes vorgenom-men werden.Google Scholar
  595. 2.
    Berössentlichungsblatt: „Deutsche Ge-meindezeitung“.Google Scholar
  596. 3.
    Bundesblatt: „Der Deutsche Städte-tag“.Google Scholar
  597. 4.
    Bundesblatt:„Der Reichsstadtebund“.Google Scholar
  598. 5.
    Berösfentlichungsblatt: „Zeitschrift für Selbstverwaltung“.Google Scholar
  599. 6.
    Berbandsblatt: „Die Landgemeinde, Zeitschrift der Landgemeinden“. Deutscher Berband: Deutscher Landgemeindetag, in welchem die oben unter 5 und 6 genannten preußischen Berbande Preußen vertreten.Google Scholar
  600. 7.
    Seitschrift: „Preußische Gemeinde-zeitung“.Google Scholar
  601. 8.
    Die deutschen kommunalen Spitzen-verbände sind dem „Jnternationalen Ge-meindeverband“ — Sitz Brüssel — bei-getreten.Google Scholar
  602. 1.
    Koalitionsfreiheit, Beamtenvertre-tungen entsprechend den Betriebsräten, so-daß sogar die Frage des „Streikrechts“ er-ortert werden konnte.Google Scholar
  603. 2.
    Nach dem Haushaltsplan für 1929 hat der preußische Staat 155847 Beamte und Hilfsbeamte, 31876 Angeftellte, 17670 Arbeiter.Google Scholar
  604. 3.
    Gleichstellung der Staatsangestellten und Arbeiter mit den Beamten bei Aus-Übung von parlamentarischen Mandaten, Schaffung des Begriffs der „Dauerangeftell-ten“, besondere Pensionskassen neben der Sozialversicherung, Auserlegung von Be-amtenpslichten an die Angestellten gewisser Berwaltungen. Daß aber der Unterschied zwischen Beamten und Arbeitnehmern nach wie vor rechtlich und tatsächlich besteht, ist unzweifelhaft (DBG. Bd. 70 S. 117ff.).Google Scholar
  605. 1.
    Das — in Preußen noch maßgebende — ALR. stellt einen materiellen Begriff des Beamten auf, indem es auf die Tätigkeit — Berwaltung von Staatshoheitsrechten — abstellt. Diese Bestimmung ist jedoch zu eng. Das KommunalbeamtenG. knüpft an den formellen Akt der Übergabe einer Anstel-lungsurkunde an (vgl. § 79 d. W.), ohne damit für mehr aie seinen unmittelbaren Geltungs-bereich, nämlich die vermögensrechtlichen Angelegenheiten der besoldeten Beamten, Geltung zu beanspruchen, unb felbst hierbei geht das RG. neuerdings weit über das Ge-setz hinaus und auf einen materiellen Be-amtenbegriff (wie das ALR.) zurück. Das Schrifttum versteht unter Beamten Per-fonen, die einem politischen Gemeinwesen kraft eines einseitigen staatsrechtlichen Aktes (vgl. RG. in Rundschau für Kommunal-beamte 1922 G. 366, jedoch nicht unbestrit-ten!) zur Ableistung dauernder Dienste ver-pflichtet worden sind. Neben diesen staats-rechtlichen Begriff tritt der strafrechtliche (SGB. § 359), welcher, ohne auf die An-stellung ausschlaggebenden Wert zu legen, jedenfalls alle Personen umfaßt, die nach Borstehendem materiell Beamte sind, so-weit sie in ein Amt berufen sind.Google Scholar
  606. 2.
    Mittelbare Beamte sind diejenigen, die bei einer dem Staate untergeordneten, bei Erfüllung der staatlichen Aufgaben mit-wirkenden Körperschaft (Provinz, Kreis, Gemeinde, öffentlich-rechtliche Korporation usw.) im Beamtenverhaltnis angestellt sind. Auch die Bolksschullehrer gehören dazu: Disz Hof in PBBl. 47 S. 565. Die wichtigste Gruppe unter ihnen, die der Kommunal-beamten, wird in § 79 d. W. behandelt.Google Scholar
  607. 3.
    Zwar hat diese Unterscheidung nach Durchführung der neuen Besoldungsord-nung und Abschaffung der Titel und des Ran-ges (§72 d.28.) nicht mehr die gleiche Bedeu-tung wie früher — man unterscheidet auch vielfach zwischenleitenden Beamten, Bureau-beamten und Beamten mit mechanischen Dienftverrichtungen —, tatsächlich wird aber jene Einteilung immer noch die zweckmäßigste bleiben. Von den höheren Beamten wird in der Regel eine wissenschaftliche, von den mittleren eine geschaftsmaßige Borbildung vorausgesetzt, während eine bestimmte Bor-bildung für die unteren Beamten gewöhn-lich nicht verlangt wird. Vgl. Reg Jnstr. (§ 40 Anm. 2 d. W.) § 50, KD. 1825 Nr. IX.Google Scholar
  608. 4.
    Diese Unterscheidung deckt sich nicht mit der zwischen hauptamtlicher und neben-amtlicher Beschäftigung.Google Scholar
  609. 5.
    Je nachdem eine im Haushaltsplan vorgesehene, einem dauernden Bedürfnis dienende Stelle bekleidet wird oder nicht.Google Scholar
  610. 6.
    Der Unterschied zwischen Zivilbeamten und Militärpersonen hat nach der Umgestal-tung des Heeres an Bedeutung eingebüßt. Die Landiägereibeamten sind Zivilbeamte: BD. 10. März 1919 (GS. 37). Eine Sonder-gruppe bilden die Polizeibeamten des Boll-zugsdienstes (Schutzpolizei), vgl. § 192 d. W.Google Scholar
  611. 7.
    Art. 98; auch die neue Berfassung (Art. 80) sieht ein Beamtengesetz vor.Google Scholar
  612. 8.
    ALR. II 10, nebft Ergänzungen ein-geführt in Hohenzollern: Erl. 6. Febr. 1854 (GS. 80), in den neuen Provinzen VO. 23. Sept. 1867 (GS. 1619) und damit auch in Pyrmont BD. 31. März 1922 (GS. 70) Art. 1, Herzogtum Lauenburg G. 25. gebr. 1878 (GG.97), Helgoland BD. 22. März 1891 (GS. 39), in Maldeck G. 25. Jnli 1928 (GS. 179).Google Scholar
  613. 1.
    Die besonderen Berhältnisse der für einzelne Berwaltungszweige angestellten Beamten sind bei Behandlung jener Einzel-gebiete miterortert.Google Scholar
  614. 2.
    PrB.Art.52. Widerruf der Aufteilung bei arglistiger lauschung: Diszhos in PBBl.48 S.71.Google Scholar
  615. 3.
    Das Recht ist delegiert auch bezüglich einer Reihe derjenigen Beamten, die srüher der König unmittelbar ernannte („Grund-satze“ vgl. § 30 Anm. 2 d. W.). Wegen der staatlichen Polizeibeamten vgl. GS. 1928 S. 211. über die Mitwirkung des Provinz-zialausschusses bei der Ernennung gewisser leitender Beamten vgl. § 61 d. W.Google Scholar
  616. 4.
    Reg Jnstr. § 12. Die Ernennungen sollen möglichst zum Bersassungstage ver-öffentlich-werden Erl. 7. Juli 1927 (MBliV. 690).Google Scholar
  617. 5.
    Vgl. RV. Art. 129. Jm Amt bleibt der Beamte infolge des AltersgrenzenG, in der Regel nur bis zum 65. Lebensjahr.Google Scholar
  618. 6.
    G. 16. Aug. 1922 (GS. 251) vgl §192 d. W.Google Scholar
  619. 7.
    Reg Jnstr. § 12 Nr. 2 Abs. 3.Google Scholar
  620. 8.
    Die Kündigungsklausel wird nach einer gewissen Bewährungszeit bei plan-mäßig angestellten, über 32 Jahre alten Beamten gestrichen und damit die lebens-längliche Aufteilung ausgefprochen: Erl. 17. Nov. 1922 (MBliV. 1157). Die Kün-digung ist, soweit überhaupt, auch aus dienst-lichen Gründen zulässig: RG. in PBBl. 49 S. 633.Google Scholar
  621. 9.
    Form der Bestallungsurkunden Erl. 12. Juli 1922 (MBliV. 660), 16. März 1926 (PrBesBl.33); Aufnahme des Kündigungs-vorbehalts Erl. 31. Wai 1923 (MBliV. 873). Die Stempelpflicht ift aufgehoben.Google Scholar
  622. 10.
    RV.Art. 176, PrB.Art. 78, Form des Eides BD. 14. Aug. 1919 (RGB1. 1419) für die RV., und Erl. 28. Febr. 1921(Fin MBl. 126) für die PrB. Eidesformel LMBl. 1921 S.79. Bereinfachung: Erl.26.Juli, 15. Nov. 1926 (PrBesBl. 144, 197).Google Scholar
  623. 11.
    PrB. Art. 77. Die Boraussetzungen für die gewählten Ehrenbeamten decken sich mit der Wählbarkeit zu dem Wahlkorper, vgl. Abschn.III, 3.Google Scholar
  624. 12.
    RG. 22.Juli 1913 (RGBI. 583) §§ 14, 15. Anstellung naturalisierter Nichtdeutscher im preußifchen Staatsdienste (nickrt im Kom-munaldienste: Erl. 12. Febr. 1848 (MBliV. 2) fordert höhere Ermächtigung KD. 12. Okt. 1847 (MBliV. 305), Staatsmin Beschl. 21. Juli 1868 (MBliV. 197).Google Scholar
  625. 13.
    Vgl. Anm. 1. Keine Borlegung der Militärpapiere mehr: Erl. 18. Dez. 1920 (MBliV. 1921 G.5). Borlage ärztlicher Zeugnisse: Erl. 8. Aug. 1925 (LMBl. 389). Auch bei der Einstellung von Beamten ist das s. über die Beschäftigung der Schwer-beschädigten vom 12.Jan.1923 (RGBl.I 57) Ju beachten. Vgl. BD. 13. Febr. 1924 (RGBl. I 73) und § 413 d. W.Google Scholar
  626. 14.
    G. 10. Aug. 1906 (GS. 378) geänd. durch G. 8. Juli 1920 (GS. 388), AusfAnw. 15. Nov. 1923 mit Änderungen Erl. 26. April 1924 (Beschäftigung bei Finanzbehörden), 12., 18. Sept. 1924, 30. Dez. 1924 (Änderung der Prüfungsbestimmungen), 10. Febr. 1925, 24. Juni 1925, 20. Jam 1926 (MBliV. 1923 S.1131, 1924 S.485, 708, 911; 1925 S. 3, 177, 716,1926 S. 65). z. Zt. findet die Annahme von Regierungsreferendaren nicht mehr statt. Erl. 10. Jan. 1927 vgl. MBliV. 1928 S, 89. Die Anhaltischen Referendare sind zur Borbereitung und Prüfung zugelassen, Bertr. 11. Dez. 1899 (GS. 1900 S. 33); Beurlaubung von Regierungsassessoren zu Gewerkschaften usw. Erl. 19. Jan. 1922 (MBliV. 107), 24. Jam 1923 (MBliV.94). 6. Juni 1923 (MBliV. 657); zu größeren Kommunalverwaltungen 7. Jan., 30. Juli 1927 (MBliV. 27, 804). Über die juristische Borbereitung vgl. § 162 d. W.Google Scholar
  627. 15.
    G. § 13. Das gleiche gilt für Per-sonen, welche in einem anderen deutschen Lande die Befähigung zum höheren Ber-waltungs-oder Justizdienst erlangt haben. Die Ernennung zum Regierungsrat schließt die Befähigung nicht ein: Erl. 10. Sept. 1924 (MBliV. 897).Google Scholar
  628. 16.
    Zu Dirigenten der Schulabteilungen können außerdem noch Persönlichkeiten aus dem Schulfach ernannt werden. G. § 10 Nr. 1 (Novelle 1920), AusfAnw. 28. Aug. 1920 (MBliV. 335).Google Scholar
  629. 17.
    Wegen der Befähigung der Landräte im übrigen vgl. § 45 Anm. 5 d. W.Google Scholar
  630. 18.
    Bestimmungen über Ausbildung und Prüfung vom 25. April 1925 (PrBesBl. 117) nebst Prüfungsordnung 10. Mai,9.Juli 1928 (PrBeiBl. 143, 233), bei den Landes-kulturbehörden Erl. 16. Sept. 1920 (LMBl. 311), 9. Sept. 1925 (LMBl. 431). Sonder-Prüfung Erl. 13. Dez. 1928 (MBliV. 1185). Begriff des Beamtenanwärters Erl. 16. Aug. 1920 (FinMBl. 304). Der wissenschaftlichen Fortbildung der Beamtenschaft dienen die Berwal-tungsakademien, die von den Beamten-verbanden getragen in akademischen Formen Kenntnisse auf dem Gebiet der wirtschafte und Rechtswissenschaft zu vermitteln suchen. Es bestehen z. Zt. im Deutschen Reiche 23 Berwaltungsakademien (mit 30 Zweig-anstalten), die seit ihrer Gründung (1919) von 183000 Beamten besucht worden sind. Die Dozenten sind in der Mehrzahl Hochschullehrer, im übrigen besonders hervorragende höhere Berwaltungsbeamte und Richter. Der Besuch der Berwaltungs-akademien, die von Reich, Staat und Gemeinden Zuschüsse erhalten, ist erwünscht (vgl. Erl. v. 28. April 1925 — PrBesBl. 141 —, Erl. RMin. d. Jnn. 9. Ang. 1926 — I 6761/9. 8. — Erl. Preuß. Just. Min. 2. Juni 1924 — I 12402 — u. a.). Spitzen-organisation ist der Reichsverband Deutscher Berwaltungsakademien, BerlinW 8 (MBliV. 1926, S. 712). — Ausschließlich der Fort-bildung der höheren Berwaltungsbeamten und Richter dient die zweimal jährlich 3-wöchige Kurse veranstaltende Deutsche Bereinigung für Staatswissenschaftliche Fortbildung.Google Scholar
  631. 19.
    Diese Beamten werden nach Gruppe 6 und 5 (vgl. § 73) besoldet. PrüfungsD. für Regierungssekretare vom 3. Mai 1922 (Fin.-MBl. 308). Sonderprüfungen für die Übergangszeit: Erl. 9. Juli 1928 (PrBesBl. 233). (Jn anderen Berwaltungen gilt die gleiche Regelung.) Wegen der Beherrschung der Einheitskurzschriftvgl.§49Anm.12d.W.Google Scholar
  632. 20.
    Vgl. § 413 d. W.Google Scholar
  633. 21.
    Angehörige der neuen Wehrmacht vgl. § 413 d. W. Erl. 31. Okt. 1922 (MBliV. 1169).Google Scholar
  634. 22.
    Ausgeschiedene Schutzpolizeibeamte ögl. jedoch § 192. Abfindung: G. 10. Juni 1925 (GS. 69), Erl. 20. Aug., 4. Nov. 1925 (MBliV. 900, 1174).Google Scholar
  635. 23.
    Vgl. § 413 d. W.Google Scholar
  636. 24.
    Grundsätze für die Anstellung der Jn-haber eines Bersorgungsscheins (Anstellungs-grundfätze) Fafsung v. 31. Juli 1926 (RGBl. I S. 425); 18. Juli 1927 (RGBl. I 222); aligem. Ausf Anw. das.; PrAusf Best.4. Sept. 1923 (MBliV. 1006), 27. Mai 1925 (MBliV. 692), 12. März, 13. Okt. 1927 (MBliV. 341, 987), 5. Dez. 1925 (PBesBl. 308), Erl. 20. Dez. 1926 (PrBesBl. 213), 27. Juli 1929 (PrBesBl. 195) ähnlich für die anderen Ber-waltungen. Bezüglich des Gemeindedienstes Erl. 28. April, 21. Juli, 6. Aug. 1924 (MBliV. 487, 803, 823), 16. Mai 1925 (MBliV. 565), Borprüfung Erl. 28. Juni 1923 (FinMBl. 407). Ersatz für diese sind Zeugnisse ver Geeresfachschulen: PrBesBl. 1927 S. 30. Der RMrn. d. Jnn. veröffentlicht die freien Stellen wöchentlich in den „Anstellungen nachrichten“ (FinMBl. 1923 S. 54, 330). Bor-merkungs frist 2 lochen Erl. 20. Aug. 1926 (PrBesBl. 159). Stellenverzeichnis laufend im RMinBl.Google Scholar
  637. 25.
    Unter den unmittelbaren Staatsbeam-ten gibt es Ehrenbeamte nur selten; der er-nannte Amtmann und Landbürgermeister ist Kommunalbeamter, der Amtsvorsteher gilt als Beamter der Kreisverwaltung.Google Scholar
  638. 26.
    Abschiedsurkunden: Erl 16. März 1922 (vgl. MBliV. 594). 16. März 26 (PrBesBl.33). Zeugnisse Erl. 24. April 1926 (PrBesBl. 52), 5. Juli 1926 (MBliV. 651).Google Scholar
  639. 27.
    Mit dem auf die Bollendung des 65. Lebensjahres folgenden 1. April oder 1. Oft. G. 15. Dez. 1920 (GS.621) i.d. Fassg. des § 84 BD. 8. Febr. 1924 (GS. 73) Ausf Anw. 30. Dez. 1920, 1. gebr. 1921 (FinMBl. 1921 6.21, 92). In Dberschle-sien eingeführt G. 26. Juni 1923 (GS. 163). Nichtanwendung auf Standesbeamte Erl. 12. Sept. 1924 (MBHB. 909). Das (Staatsministerium kann die Grenze bis um drei Jahre hinausschieben: §8. Sonderregelung für Polizeibeamte G. 31. Juli 1927 (GS 151), Erl. 6. Jan. 1928 (MBHB. 35).Google Scholar
  640. 28.
    Vgl. § 76 d. W. Das Dienstverhältnis endigt nicht mit der Bersetzung in den einstweiligen Ruhestand.Google Scholar
  641. 29.
    DisziplinarG. (vgl. §§ 70, 88ff.)Google Scholar
  642. 30.
    Vgl. oben Anm. 8. Soweit die Kündi-gung hiernach noch in Frage kommt, darf sie nur aus erheblichen Gründen, bei Regierun-gen nur auf Grund eines Plenarbeschlusses, erfolgen: Erl.7. Juli 1845 (MBHB. 245), 21.Juli 1857 (MBHB. 141). Kündigung und Disziplinarverfahren: Erl. 23. April 1927 (MBliV. 465).Google Scholar
  643. 31.
    DisziplinarG. § 7.Google Scholar
  644. 32.
    Vgl.§ 70 d. W.Google Scholar
  645. 1.
    Vgl. über die allgemeinen Beamten-pflichten ALR. II 10 §§2, 3, 88ff., II 13 §§ 1, 16. Über das Maß des dem Beamten in politischer Hinsicht erlaubten vgl. DBG. Bd. 77 S. 509, 512; Bd. 78 S. 445, auch Pr StMin. in PBBl.47 S.481. Zur aktiven Unterstützung der Regierungspolitik ist nur der „politische“ Beamte (vgl. unten) verpflichtet. Auch die Ausübung des Petitionsrechts (RV. Art. 126) muß sich innerhalb der Gchranken der Dienstzucht halten (Disz.-Hos in PrBerwBl. Bd. 47 S. 69). Beamte dürfen im Dienst keine politischen Abzeichen tragen: Grl.15.Suli 1925 (MBliV. 857). 9. Juli 1927 (PrBefBl. 244). Die Teilnahme an der Berfassungsfeier fallt nicht unter „Dienst“: Pr. Justiz-Min. in Landtagsdrucks. 1925/26 Nr. 1988 ?. Berhalten gegenüber politischen Bereinigungen: Erl. 23. Juli 1924 (MBliV. 785). Teilnahme von Behordenvertretern an Beranstaltungen Staats-MmBeschl. 17. Okt. 1927 (MBliV. 1061) u. 14. März 1929 (MBliV. 374).Google Scholar
  646. 2.
    Reg Jnstr. § 8. Kein (Streikrecht, aber auch keine „Neutralität“ oder passive Resistenz, vgl. Erl 25. Febr. 1922 (MBliV. 259). Aktenheften ist Pflicht der Amtsgehilfen Erl. 10. Sept. 1923 (MBliV. 943). Mitteilung von Änderungen in den persönlichen Ber-haltnissen: Erl.18. Okt. 1926 (PrBesBl.179).Google Scholar
  647. 3.
    KD. 21. Nov. 1855 (GS. 237) und KD. 31. Dez. 1825 (GS. 1826 S. 5), Erl. 2.Febr.1926 (MBliV. 116). — Bernehmung als Zeuge und Sachverständiger § 168 d. W.Google Scholar
  648. 3a.
    Für die Polizei vgl. Erl. 9. Nov. 1927 (MBliV. 1061). Dienstweg bei Beschwerden: Erl. 28. Nov. 1928 (MBliV. 1140).Google Scholar
  649. 4.
    BGB. § 839. Die Amtspflicht erweitert die allgemeine Ersatzpflicht (§ 823 BGB.). Bei Haftung für Stellvertreter bleiben weitergehende, die Beamten betreffende landesrechtliche Borschriften (ALR. I 13 §§41-45) unberührt: EG. BGB. Art. 78, AG. BGB. Art. 891b. Mehrere Beamte haften dem Dritten als Gesamtschuldner BGB. § 840, im Jnnenverhältnis haftet der Beamte, der den Schaden verursacht hat: §841. Berjährungsfrist: drei Jahre § 852. Zuständig sind immer die Landgerichte: GBG. § 71 Abf. 3, G. 24. April 1878 (GS. 230) § 39 Abf. 12, 3. Ministerver-antwortlichkeit § 30 d. W.Google Scholar
  650. 5.
    Haftung für privatrechtliche Ber-tretuna durch die Beamten: BGB. §§31, 89; EG. BGB. Art. 17.Google Scholar
  651. 6.
    RV. Art. 131, welcher unmittelbar anwendbares Recht enthält (RGZ. Bd. 103 S. 430; Bd. 104 S. 291; RGBl. 1923 I 292). Jnf olgedefsenist zwar das HaftungsG.1. Aug. 1909 (GS. 691), erg. 14. Mai 1914 (GS. 117) aufrechterhalten, es sind aber diejenigen Borschriften außer Kraft getreten, welche den Rechtsweg befchränkten, so daß die Konfliktserhebung (G. 13. Febr. 1854, GS. 86, auch in den neuen Provinzen in Kraft) nicht mehr stattfinden kann: G. 16. Nov. 1920 (GS. 1921 S.65), und daß insoweit auch § 5 des G. 1909 unanwendbar geworden ist (damit auch § 114 LBG.).Google Scholar
  652. 7.
    RV. Art. 131; G. 1909 § 3. Sonstige Haftung des Beamten gegenüber dem Staate ALR. II 10 §§ 88-91 und (für Kollegien) §§ 127-145. Aufrechnung gegen Gehalt: Erl. 5. Jan. 1928 (MBliV. 18). Rechtskraft der Amtshandlungen minderjähriger Beamter ALR. II 18 § 810. Pflicht zur Stempelverwendung: StempelG. 27. Okt. 1924 (GS. 627) § 13 Abs. 2, § 19.Google Scholar
  653. 8.
    Kassendefekte sind Fehlbetrage an dem Sollbestand des Staatseigentums in-folge von Untreue, Jrrtum, Dienstvernach-lässigung, aber auch von Zufall, Diebstahl, Brand oder sonstigen Ereignissen.Google Scholar
  654. 9.
    BD. 24. Jan 1844 (GS.52); auch für die Kommunalbeamten gültig. Ber-fahren: städtische Beamte ZustG. §175, ländliche § 325, Beamte der Amtsverbande östl. KrD. §55b Nr. 2, Kreisbeamte das. § 128a. Für Provinzialbeamte ist mangels anderer Regelung die Aufsichtsbehörde zu-standig. Niederschlagung Staatshaus-haltsG. ll.Mai 1898 (GS. 77) § 38, Erl. 14. Mäxz 1924 (MBliV. 325), bei der staatlichen Polizei: MBliV. 1926 S.803, De-fektenbeschlüsse bei der Schutzpolizei: Erl. 21. Aug. 1926 (MBliV. 803).Google Scholar
  655. 10.
    Staatsmin.Beschl. 31. Aug. 1863 (MBliV. 194). Da§ Berfahren ist gebühren-frei Erl. 16. Febr. 1925 (PrBesBl. 28).Google Scholar
  656. 1.
    Daher keine Bezahlung von „Über-stunden“. Regelung der Arbeitszeit Erl. 10. Juli 1924 (BesBl. 240). Für Polizei-vollzugsbeamte: Erl. 2. Sept., 24. Dez. 1925 (MBliV. 939, 1305).Google Scholar
  657. 2.
    ALR. I 13 §§ 41-45, fortdauernd gültig G. 20. Sept. 1899 (GS. 177) Art. 891b und (Haftung für Stellvertreter) EG.BGB. Art. 78.Google Scholar
  658. 3.
    ALR. II 10 §§ 92, 99. DisziplinarG. §§ 8-13. — Die Aufsichtsbehörde kann die Niederlassung in einer anderen Gemeinde, als der des Amtssitzes, hindern (Residenz-pflicht). ALR. II 10 § 92; Erl. 24. Febr. 1863 (MBliV.67); DBG. Bd. 41 S. 425.Google Scholar
  659. 4.
    RV. Art. 39. Der zur Borbereitung der Wahl erforderliche Urlaub ist zu gewäh-ren. Das Gehalt wird weitergezahlt: Erl. 26. Jan. 1921 (FinMBl. 90), PrB. Art. 11, 36. Auch zur Ausübung der Tätigkeit als Mitglied einer Provinzial-, Kreis-und Ge-meindevertretung bedarf es keines Urlaubs, das Gehalt wird weitergezahlt: PrB. Art. 75. Urlaub zur Borbereitung der Wahl 1925: Erl. 21. Nov. 1925 (MBliV. 1211). Zur Ausübung der Tatigkeit in den Ber-waltungsorganen der Selbstverwaltung ist aber Urlaub nötig. (Herhandelt es sich um eine Nebenbeschäftigung): Staatsmin.-Be-schlug 8. Okt. 1921 (ZBIU. 403), Erl. 4. Juni 1921 (MBliV. 188), 7. Aug. 1922 (MBliV. 795).Google Scholar
  660. 5.
    Erl. 24. Aug. 1849 (MBliV. 189). — Gewisse Beamte sind zu diesem Dienst über-haupt nicht heranzuziehen GBG. § 34, AG. §33.Google Scholar
  661. 6.
    DBG. Bd. 16 S. 399.Google Scholar
  662. 7.
    Erl. 13. ?ai 1922 (MBliV. 573); Ber-langerung des Urlaubs für Schwerkriegs-beschädigte und Schwerunfallverletzte: Erl. 21. Aug. 1925 (PrBesBl. 187).Google Scholar
  663. 8.
    Vgl. RegSnstr. § 39, DP Jnstr. § 114b Erl. 29. Juni 1856 (MBliV. 194).Google Scholar
  664. 9.
    KD. 15. Jumi 1863 (MBliV. 137). 10) VO. 31. Juli 1920 (GS. 417). Be-griff der Nebenbeschäftigung: DiszG. in D JurZ-23 S. 1201. Delegation unb Grundfätze für die Übertragung und Ge-nehmigung zur Übernahme Erl. 3. Aug. 1921 (FinMBl. 415), 10. März 1923 (MBliV. 284). Für die staatlichen Kassen: Erl. 21. Juli, 29. Nov. 1922 (FinMBl. 417, 864), 7. Dez. 1923 (FinMBl. 537). Juftiz-verwaltung Vf. 13. Dez. 1921, 17. Dez. 1923 (JMBl. 654, 762). Über die Berpflichtung zur Übernahme von Nebenämtern vgl. §78 d.W.Google Scholar
  665. 11.
    Staatsmin.Befchl. 2. März 1851 (MBliV. 38), vgl. Anm. 4.Google Scholar
  666. 12.
    BGB. §§ 1784, 1888, AG. Art.72.Google Scholar
  667. 13.
    RGewO. § 12; PrGewO. 17. Jan-1845 (GS. 41) — auch in den neuen Provinzen gültig — § 19; auch Betriebe der Ehesrau — selbst bei Gütertrennung — sind danach verboten. Gewerbsmäßige unb nicht-gewerbsmäßige Musikausübung von Beam-ten: Erl. 9. Okt. 1926 (PrBeSBl. 176); Wa-renversorgungsanftalten der Beamten: Erl. 17. April 1929 (PrBeSBl. 102).Google Scholar
  668. 14.
    G.10. zuni 1874 (GS. 244). Die staatlichen Beamten für die Wahrnehmung der Bertretung des Staate in Wirtfchafts-Organisationen (Auffichtsräten u. ä.) zu-fließenden Bergütungen werden zur Staats-kaffe vereinnahmt. Der Beamte erhält ledig-lich Reisekosten usw., g. F. auch eine gewisse Aufwandsentschädigung.Google Scholar
  669. 15.
    Erl. 7. April 1897 (MBliV. 52).Google Scholar
  670. 16.
    ALR. II 20 § 360, Erl. 9. Febr., 8. Aug., 2. Nov. 1921 (MBliV. 56, 278, 356), 1. Aug. 1922 (MBliV. 778), 9. Jan. 1923 (MBliV. 46), 6. Febr. 1924 (MBliV. 137).Google Scholar
  671. 1.
    Vgl. § 67 Anm. 31 d. W.Google Scholar
  672. 2.
    Der latbeftand ist weiter nicht um-rissen. KO. 12. Mai, Erl. 24. Sept. 1841 (MBliV. 202, 262) rechnen darunter Schul-denmachen, KO. 24. Dez. 1836 (KA. 31, 13) Trunkenheit,derDisz.-Hof(i. PrBerwBl.Bd. 46, S.571) Ehebruch; jedenfalls gehört dazu auch Berletzung der Amtsverschwiegenheit, der dienstlichen Wahrhaftigkeit (StMin. in PrBerwBl. 49 S.402), dagegen nicht vor-dienstliche Berfehlungen (Difsh. in Pr-BerwBl. 48 S. 71). Absolute Strafrahmen (Dienstentlassung) Sind für längere Urlaubs-Überschreitung und für republikfeindliche Be-strebungen im Rückfall gegeben.Google Scholar
  673. 3.
    DisziplinarG. 21. Juli 1852 (GS. 465 gültig auch in den neuen Provinzen. Änd. G. 25. März 1917 (GS. 49) Bereinfachungs-G., VO. 18. Febr. 1919 (GS. 29), G. 4.Aug. 1922 (GS. 208), dazu AusfB. vom gleichen Sage (das.), Personalabbau VO. G.15.Juli 1924 (GS. 578). Das materielle und for-melle Recht der erwähnten Gesetze (mit Ausnahme der Zuständigkeiten) gilt auch für besoldete Gemeindebeamte und — mit ge-wissen Sich aus der Sache ergebenden Ab-weichungen — für Sämtliche (Shrenbeamte.Google Scholar
  674. 4.
    DisziplinarG. §§ 14-17. Durch ihren Sweck (Reinhaltung des Beamtenstandes) unterscheiden sich die Disziplinarstrafen sowohl von den auf Grund der allgemeinen Strafgesetze verhängten Strafen als von den behufs Durchführung einer Anord-nung auch gegen Beamte anwendbaren Zwangsstrafen (§ 48. 51 Anm. 6). §öhe der Geldstrafen in RM. so viel, wie die Gesetze in M. vorsehen: Grl. 22. Dez. 1924 (PrBesBl. 393) und 5. Jan. 1925 (MBliV. 19), für mittelbare Beamte: Erl.23. Okt., 27. Nov. 1926 (MBliV.963, 1049). Umwandlung unbeitreibbarer Geldstrafen in Haft findet nicht statt: StaatsminBeschl. 2. März 1850 (MBliV. 93). — Gewährung eines Teils des Ruhegehalts bei Dienstentlassung G. § 16 Abs. 3, Erl. 18.Nov.1898(MBliV. 1899 S. 1). Wiederangestellte Beamte erlangen den im Disziplinar-oder Strafverfahren verlorenen Ruhegehaltsanspruch wieder, Erl. 22. April, 24. Mai, 24. September 1901 (MBliV. 153, 160, 220).Google Scholar
  675. 5.
    G. §§ 18-21. Die Befugnis der Provinzialbehörden, die bei ihnen angestell-ten „unteren“ Beamten mit Geldstrafen zu belegen, betrifft alle bei der Behörde beschäf-tigten Beamten mit Ausnahme der Mit-glieder und in deren Stelle beschäftigten Hilfsarbeiter, StaatsMinBeschl. 2. Mai 1853 (MBliV. 114). ZuM Begriff des „Borgesetzten“ vgl. RGZ. Bd. 10 S. 105; DBG. Bd. 65 S. 430.Google Scholar
  676. 6.
    §§83-86; vgl. §67 Anm. 8 d. W. Betrifft nicht Lehrer an öffentlichen Schulen Erl. 9. Nov. 1863 (MBliV. 231). Denselben Grundsatz enthalt das KommunalbeamtenG. vgl. § 79 Anm. 8 d. W.Google Scholar
  677. 7.
    G. § 22. Ablehnung des Untersuchungs-kommissars ist nicht möglich (Disz.-Hos in PrBerwBl. 47 S. 95). Jm Disz.-Bersahren ist die StPD. zur Ergänzung von Lüden des G. heranzuziehen, aber keine zwangsweise Borführung Disz§. in PrBerwBl. 50 S. 96. Ablehnung der Bereidigungvon Zeugen: Disz.-Hof in PrBerwBl. 47 S. 480; Wie-dereinsetzung ders. 48 S. 213.Google Scholar
  678. 8.
    G. §§ 24-31. Bei der Regierung welche allgemeine Disziplinarbehörde ist (Be-amte im Auslande: Regierung Potsdam: G. § 25, Berliner Beamte: LBG. § 47) ist durch das BereinfachungsG. ein siebenköpfi-ges Disziplinargericht eingerichtet, vgl. § 40 Anm.26d, W. Die örtliche Zuständigkeit muß in jeder Lage des Berfahrens geprüft werden: Disz.-Hof in PrBerwBl. Bd. 47 S. 95. Sonstige Provinzialbehörden sind die Landeskulturamter, Provinzialschulkollegien Dberbergamter. Das DBG. und die Ober-rechnungskammer bilden für ihre mittleren und unteren Beamten selbst die erste Jnstanz. Die Zustandig!eit der Provinzialbehörden ist auf Grund G. § 26 weiter ausgedehnt: StaatsminBeschl. 23. Aug. 1853 (MBliV. 227), 16. März 1854 (MBliV. 75), 30. Mai 1864 (MBliV. 137), 5. Nov. 1877 (MBliV. 1878 S. 24) und 5. Okt. 1894 (ZBIU.730). Disziplinarbehörden für Waldeck BD. 18. Jan. 1869 (GS. 209) und (Anwendung auf Lehrer) 2. Nov. 1874 (GS. 353) und 25. März 1885 (GS. 67). Ablehnungsgründe vgl. Disz-Hos in PrBerwBl. Bd. 46 S.571; Bd. 47, S.95). Ausschluß von Borgesetzten als Richter: Disz.-Hof in Pr.-BerwBl. 47 S. 480. — Vgl. auch PrBerwBl 50 S. 316.Google Scholar
  679. 9.
    G. § 41. Vgl. § 36 d. W. Wegen der richterlichen Beamten vgl. § 155 d. W. Die Berufungsschrift ist durch den Ressort-chef zu leiten Erl. 7. Juni 1927 (MBliVl. 609), 21. Aug. 1925 (MBliV. 884). Untersuchung in der Berufungsinstanz Erl. 7. Juni 1927 (MBliV. 609), Einlegung der Berufung Erl. 18. Not). 1898 (MBliV. 1899 S. 1), 11. Jan., 22. März 1929 (MBliV. 39, 265), für Kommunal-Beamte 5. Aug. 1924 (MBliV. 236). Be-rufung des Staatsanwalts auch zugunsten des Angeschuldigten: Disz§. in PrBerwBl. 49 S. 773.Google Scholar
  680. 10.
    G. §§ 23, 32 Abs. 2. Die Einleitung bei Bergehen gegen die Republik erfolgt jedoch immer durch den Minister: § 23 a i. d. Fassg. G. 4. Aug. 1922 (GS. 208). Jm Disziplinarverfahren ist jetzt öffentliche Berhand-lung eingeführt: G. 23. Dez. 1927.Google Scholar
  681. 11.
    Die Frage, ob der Disziplinarrichter an die tatsächlichen Feststellungen eines vor-hergegangenen strafrechtlichen Berfahrens, welches mit Berurteilung endete: § 5 Abs. 2 gebunden sei, wurde vom Staatsministerium — welches früher die zweite Jnstanz bil-dete — verneint, während das DBG. und der Reichsdisziplinarh of sich für die Bindung ausgesprochen haben. — Das Berfahren ist noch nach den Regeln des schriftlichen Jnqui-sitionsprozesses aufgebaut und entspricht nicht mehr den heute für Strafverfahren geltenden Grundsätzen. insbesondere fehlt es noch an dem durch RV. Art. 129 Abs. 3 vorgesehenen Wiederaufnahmever-fahren, und auch die Borschrift, daß eine zweite Jnstanz vorhanden sein müsse, gilt nicht bezüglich der vom Minister verhängten Ordnungsstrafen. Die Neuregelung ist im Gange. Beschränkung des Disziplinargerichts auf die in der Anklageschrift (des Beamten bet Staatsanwaltschaft) enthaltenen Bunkte: Disz.-§of in PrBerwBl. Bd. 46 S. 571.Google Scholar
  682. 12.
    G. §§ 32-40. Bei Stimmengleich-heit entscheidet die Stimme des Borsitzenden StMB.24.Mai 1865 (MBliV. 177). Abweichend bei der Berhandlung vor den Ber-waltungsgerichten LBG.§1572. Jm Ber-fahren festgesetzte Ordnungsstrafen dürfen den Hochftbetrag von 90 RM. (G. § 19 Abs.7, (?. 22. Dez. 1924, Anm. 4) nicht übersteigen (Staatsmin. Beschl. 31. Mai 1898 (MBliV. 502).Google Scholar
  683. 13.
    G. § 47, ßrl. 12. Sept. 1925 (MBliV. 970). Begnadigung vgl. § 30 d. W. a. E. Wmnefiie BD. 16. Febr. 1919 (GS. 27), Grl. 23. Juli 1921 (MBliV. 253), Grundsätze des Staatsmin. für die Löschung von Disz.-Strafen 18. Juli 1917 (MBliV. 1921 S. 253). Dazu Erl. 10. Juni 1926 (PrBesBl. 82). Dienststraflisten bei der Polizei Erl. 17. April 1928 (MBliV. 444).Google Scholar
  684. 14.
    Kinderzulage gehört nicht dazu; Erl. 16. April 1923 (MBliV. 438).Google Scholar
  685. 15.
    G. §§ 48-55.Google Scholar
  686. 16.
    Vgl. §79 d. W. Das Disziplinarrecht der richterlichen Beamten ist mit Rücksicht auf die ihnen gewährleistete Unabhängig-keit anders geordnet. Bei ihnen ist neuer-dings die öffentliche Behandlung ein-geführt: G. 23. Dez. 1927 (GS. 294). Jhnen stehen aus der Berwaltung gleich die Mit-glieder des DBG., des Dberlandeskultur-amts, des Bezirksausschusses, des Bergaue-schusses, der Spruchkammer und des Ber-bandsrats des Siedlungsverbandes Ruhr-kohlenbezirk. Die Mitglieder des Provinzial-rats, Kreis-und (Stadtausschusses unter-liegen dem Disziplinarrecht für nichtrichter-liche Beamte. Provinzialbeamte: östl. PrD. §§51, 98; Kreisbeamte und Amtsvorsteher: ostl. KrD. §§ 68, 134 Nr. 5; städtische Be-amte: ZustG. §20; Beamte der Landgemein-den, Smter, Landbürgermeistereien und Gutsvorsteher: ZustG. § 36. — Auch die Be-amten anderer Selbstverwaltungskorper (als der Gemeinden usw.) unterliegen dem DifzG. Vgl.G.11.Mai 1916 (GS.96). Soweit besondere Zustandigkeitsvorschriften fehlen, gelten diejenigen des G. (also Difz.-(Bericht der Regierung usw.). Zusammen-Stellung der für die Kommunalbeamten gel-tenden Disziplinarvorschriften vgl. Peters i. Beamtenjahrbuch 1925 S. 147.Google Scholar
  687. 1.
    DisziplinarG. §§ 871 96, OBG. Bd. 52, S. 436; Bd. 43, S. 438. Diese an sich nur für unmittelbare Staatsbeamte geltende Borschrift (DisziplinarG. § 16 Nr. 1 Abf. 2) ist auch auf die Provinzialbeamten ausge-dehnt worden: ostl. PrD. §98 Nr. 6. Der „Rang“ ergibt sich heute aus der Ober-und Unterordnung der einzelnen Beamten-kategorien und ist durch Bergleich der Ämter feststellbar. — Abweichung für Richter § 155 d. W. Ebenso für die ihnen gleichgestellten Mitglieder des DBG., der Bezirksausschüsse, der Dberrechnungskammer, des Dberlandes-kulturamts.Google Scholar
  688. 2.
    DisziplinarG. §872, BD. 26. Febr. 1919 (GS. 33), Erl. 12. Juli 1919 (FinMBl. 337),G. 31. Dez. 1922(GS.1923S 1),4.Juli 1923 (GS. 301).Google Scholar
  689. 3.
    DisziplinarG. §§ 873, 88-96 (§§ 88 bis 93 auf Lehrer an höheren, nicht vom Staat allein unterhaltenen Schulen an-wendbar: G. 25. April 1896, GS. 87 —Art. VII), Staatsmin Beschl. 3. Jan., 9. März 1859 (MBliV.45 109). Berfahren bei widerruflich angestellten Beamten Erl. 12. Nov. 1873 (MBliV.1874 S.23). An-wendung auf städtische Beamte ZustG. § 21 Nr. 3 Abs. 2, Beamte von Landgemeinden usw. ZustG. § 36 Nr. 4 Abs. 2. Rechtskraft der ministeriellen Vf.: Erl. 14. Juli 1922 (MBliV. 703).Google Scholar
  690. 1.
    Vgl. § 128 Abs. 2, § 129 Abs. 2, § 155 Nr. 3, § 174 Nr. 2, 3, §§ 222, 230, 232, 331 bis 359 StGB.Google Scholar
  691. 2.
    ALR. II 13 § 16.— Vgl. §§ 113, 114, 134, 196 StGB. — Über das Recht zum Waffengebrauch vgl. MBliV. 1922 S. 787, Erl. 1. Juni 1923 (MBliV. 646), Erl. 3.Juli 1926 (MBliV. 674). Forst-und Jagdschutz-beamte Erl. 8. Aug. 1919 (LMBl.234), private uud Kommunal-Fotstbeamte Erl. 27. Okt. 1919 (MBliV.479).Google Scholar
  692. 3.
    Es werden nur noch „Amtsbezeich-rnrngen“ geführt; RV. Art. 109 (akademische Grade fallen nicht unter das Berbot: daselbst) Erl. 10., 23. Juni 1920 (MBliV. 218, FinMBl.229). Berwendung von Dienstgrad-bezeichnungen des früheren Heeres: Erl. 12. Juli 1921 (MBliV. 226). Wegen der Or-den vgl. § 30 d. W. Anm. 11. Die Abschaffung des Ranges, wie er früher in der Hofrangord-nung festgelegt war, hindert naturgemäß nicht, daß innerhalb des Beamtenkorpers — neben den verschiedenen Besoldungs-gruppen, wenn auch in Anlehnung an sie — eine Rangordnung im Sinne einer Über-und Unterordnung besteht.Google Scholar
  693. 4.
    Die Uniform der Polizei-, Forst-usw. Beamten ist Dienstkleidung. Früher gab es eine allgemeine Beamtenunisorm.Google Scholar
  694. 5.
    RV. Art. 130, 159. Damit wurde der Weg frei, neben den auch schon früher bestehenden wirtschaftlichen Organisationen beamtenpolitische Berbanoe nach Art der Gewerkschaften der Arbeiter zu gründen, welche allmählich eine große Bedeutung erlangt haben. Einziehung von Mitglieds-beitragen durch staatliche Kasfen: vgl. Erl. 3. Mai, 6. Sept. 1928 (MBliV. 506, 929). „Spitzenorganisationen“ sind der Deutsche Beamtenbund, der Allgemeine Deutsche Be-amtenbund, der Reichsbund höherer Beam-ten, der Ring deutscher Beamtenverbande, der Reichsbund deutscher Berufsbeamten im Nationalverband deutscher Berufsverbande. Alle diese Organisationen gliedern sich fach-lich und örtlich (preußische Landes-, Pro-vinzial-usw. Gruppen). Besondere Belange vertreten der Reichsverband der Ruhestands-beamten und Hinterbliebenen und derReichs-bund der Zivildienstberechtigten. — Die Beamtenorganisationen sind nicht dazu be-rusen, den Behörden gegenüber die Be-lange einzelner Mitglieder zu wahren — das ist Aufgabe der Beamtenvertretungen (Anm. 6) —; sie haben sich vielmehr aus allgemeine Fragen zu beschranken, Erl. 18. Jan. 1922 (MBliV.180). — Zentrale Beamtenwir tschaft§ Organisationen sind der Deutsche Beamtenwirtschastsbund und das §eimstattenamt der deutschen Be-amtenschaft und die Beamtenhochschulen. Berwaltungsakademien vgl. §67 Anm. 18 d.W.Google Scholar
  695. 6.
    RV. Art. 130. Das G. ist noch nicht ergangen, das Gebiet daher bisher durch Berwaltungsanordnung geregelt. Bestim-mungen der Staatsregierung vom 24. März 1919 (RAnz.Nr. 71); AusfBest. 9. Aug. 1919 (MBliV. 382). Landjägern Erl. 27. Jan. 1920 (MBliV. 55). Aufgaben und Abgren-zung gegenüber den Beamtenverbünden Erl. 22. Okt. 1922 (MBliV. 1082), 9. April 1923 (FinMBl.263). Mitwirkung bei der Ber-teilung von Belohnungen Erl. 9. Febr. 1921 (MBliV. 56).Google Scholar
  696. 7.
    RV. Art. 129; Erl. 26. Aug 1926 (Pr-BesBl.160). In die Personalnachweise sind dem Beamten ungünstige Tatsachen (nicht Werturteile) erst einzutragen, nachdem ihm Gelegenheit zur Äußerung gegeben war. Arztliche Zeugnisse sind vertraulich §u behandeln: Erl. 28. April 1928 (PrBesBl. 139). Mit Genehmigung des Beamten sind seine Personalnachweise auch dem Bor-sitzenden des Beamtenausschusses (Anm. 6) vorzulegen: Erl. 25. Jan. 1921 (ZBIU. 89). Ausdehnung auf Kommunalbeamte: Erl. 8./19. Nov. 1920 (MBliV. 395).Google Scholar
  697. 8.
    VO. 4. Mai 1920 (RGBl. 858) Art. 2 zu VIII.Google Scholar
  698. 9.
    RV. Art. 10 Nr. 3. Es besteht heute noch eine allgemeine reichsrechtliche Bindung bezüglich des Wohnungsgeldzuschusses: G. 27. März 1926 (RGBl. I 180), des Stellen-abbaus: §40 G. 16. Dez. 1927 (RGBl. I 349), Erl. 24. März 1928 (MBliV. 312) und für Kommunalbeamte eine landesrechtliche Bindung bezüglich der Höhe des Gehalts (vgl. § 79 d. W.) und der Zahlungsaxt (ögl. § 73 Anm. 3 d. W.). — Die neuere Rechtsprechung erkennt auf Grund der RV. dem Beamten auch ein wohlerworbenes Recht auf ein Amt zu, welches allerdings der Klagbarkeit entbehrt: RGZ. Bd. 104 S. 62. Gutachten der Just Min. in Landtagsdrucks. 1921/24 Nr. 8320? Sp.492f. — (Seit 1920 ist die gesetzliche Änderung der Beamtenbezüge (also auch ihre Herabsetzung) vorbehalten.Google Scholar
  699. 1.
    Rechtsweg G. 24. Mai 1861 (GS. 241); RV. Art. 129; PrB. Art. 79. Klage-voraussetzung ist ein Borbescheid des Ber-waltungschess, Klagefrist sechs Monate. Der Klageantrag fann nur auf Zahlung der Bezüge der verliehenen Stelle lauten, nicht auf Eingruppierung in eine höhere Besol-dungsgruppe unb die Bezüge aus diefer: RGZ. Bd. 107 S. 326 unb PrBerwBl. Bd. 46 S. 551. Die Ansprüche sind zwar ver-mogensrechtlicher Art, aber nicht folche des bürgerlichen, sondern des öffentlichen Rechts: RGZ. Bd. 68 S. 214. Das BGB. überlaßt die vermögensrechtlichen Ansprüche und Ber-bindlichieiten der Beamten, Geistlichen unb Lehrer und ihrer Hinterbliebenen aus dem Amts-unb Dienstverhältnis der landesgesetz-lichen Regelung, soweit es nicht selbst darüber besondere Beftimmungen trifft: EG.BGB. Art. 80. Solche Bestimmungen ergingen über die Berjährung der Ansprüche (vier Jahre) BGB. § 197 unb über die Haftung des Fiskus für Beamte und der Beamten gegenüber Privaten, vgl. § 68 d. W. Nicht der Pfändung unterworfene Forderungen (Anm. 2) können nicht abgetreten werden, BGB. §§400, 411; die Aufrechnung gegen sie ist unzulässig § 394 das. Abtretung ist zugelassen zum §eimstättenbau G. 30. Juni 1927 (RGBl. I 133) Durchf BD. (das. 1928 S. 61) Erl. 30. Nov. 1928 (PrBesBl.318). Nach EG. BGB. Art. 81 bleiben für die Abtretung wei-tergehende landesgesetzliche Einschränkungen (Unabtretbarkeit der Ansprüche auf Ruhe-gehalt: G. 27. Mai 1872, GS. 268, § 26 und auf Witwen-unb Waisengeld: G.20. Mai 1882, GS. 298, § 17) unb für die Aufrech-nung alle abweichenden landesgesetzlichen Bestimmungen in Kraft. — Zuständig sind ohne Rücksicht auf den Wert die Land-gerichte: G.24. April 1878 (GS.230) §39 Abs. 1 (aber nicht bei Bolksschullehrern:RG. in Jur.Wochenschr. Bd.25, S. 1616). Über Berzugszinfen und Berzugsfchaden vgl. BD. 12. Dez. 1923 (RGBl. I 1181) Art. VII; Erl. 15. April 1925 (PrBesBl. 96, 132), 18. Juli 1925 (MBliV. 815). Der Einwand des Wegfalls der Bereicherung gegenüber dem Anspruch aus Zurückerstattung zuviel er-haltener Bezüge ist beseitigt: PrBefG. § 39. Die Frage, ob ein Berzicht aus das Gehalt oder Ruhegehalt möglich ist, wird überwiegend verneint.Google Scholar
  700. 3.
    ZPD. §§811, 832-834, 850, G. 27. Febr. 1928 (RGBl. I 45). (G. 18. Mai 1907 (GRBl. 245); StPD. § 495; BGB. § 400. Für die alteren Provinzen gilt nach EG § 400. Für die alteren Provinzen gilt nach EG. BGB. Art. 80, 81 noch die weitere Einschränkung der allgem. Gerichtsordnung Anhang §§ 160ff. nebst KO. 23. Mai 1826 (GS. 54), wonach ebenso wie nach dem Pen-sionsG. und dem HinterbliebenenG. (Anm. l) jede Übertragung und Berpfandung des Ge-halts wirkungslos ist. Über die Beschlagnahme wegen öffentlich-rechtlicher Ansprüche vgl. BD. 15. Nov. 1899 (vgl. §48 Anm. 32 d. W.) § 46.Google Scholar
  701. 3.
    Für das Gehalt, Wartegeld undRuhe-gehalt planmäßiger Beamter ist an sich vierteljährliche Zahlung vorgesehen, zur Zeit aber auf Grund G. 12. April 1926 (GS. 133) verboten. Die Wiederaufnahme der alten Zahlungsweise ist in Aussicht genommen. Berechnung für Monatsteile Erl. 21. Juli 1924 (PrBesBl. 266). Borfchüsse Erl. 30. April, 22. mai 1924 (PrBesBl. 116, 215) und die MBliV. 1925 S. 1218 angeführten und nicht veröff. Erlasse. Abrindung G.7.März 1908 (GS. 35) § 1, 3. zan. 1924 (GS. 9) Art. 1 §1. Erl.25. Nov. 1924 (RBesBl. 355). Steuerabzug bei Behörden Erl. 30. Mai 1928 (PrBesBl. 215). Buchung der Dienstbezüge Erl. 6. Jan. 1923 (FinMBl. 38).Google Scholar
  702. 4.
    Die Gruppen 1–2 umfassen die akademisch gebildeten Beamten des höheren Dienstes, die Gruppen 3 unb 4 diejenigen de§ oberen Dienstes, die Gruppen 5-8 diejenigen des mittleren Bureau-(und Kassen-) und des Kanzleidienstes, die Gruppen 9 bis 12 die Beamten mit mechanischen Dienst-verrichtungen. Jeder Beamte bleibt jetzt im allgemeinen in der Eingangsgruppe seiner „Laufbahn“, soweit er nicht befördert wird (Keine „Ausrückung“), Eine Reihe wichtigerer Stellen ist mit ruhegehaltsfähigen Zulagen ausgestattet. — Eine Reihe von Beamtinnen erhalten nur 90% ihrer Gehaltsgruppe. — Neben diefer Besoldungeordnung besteht noch eine solche mit Mindest-grundgehaltssätzen für Beamte mit künstlerischer oder wissenschaftlicher Tätigkeit. — Abgrenzung der Arbeitsgebiete zwischen Dberfekretären und Sekretären Erl. 18. Dez. 1925 (MBliV. 1285).Google Scholar
  703. 5.
    Erl. 19. Aug. 1925 (MBliV. 925).Google Scholar
  704. 1.
    Der Grund zu der jetzigen Regelung wurde nach dem Borgange des Reichs durch die Gesetzgebung vom 7. Mai 1920 gelegt. Die jetzt gültige Fassung des PrBefG. ist vom 17. Dez. 1927 (Gr. 223). AusfB. (PrBefVorschr.) 19. Mai 1928 (PrBesBl. 151).Google Scholar
  705. 2.
    Auf das Aufrücken in den Dienst-altersstufen besteht jetzt ein Rechtsanspruch PrBefG. §2, welcher nur während eines disziplinaren oder strafrechtlichen Berfahrens ruht.Google Scholar
  706. 3.
    G. § 3, PBB. Nr. 6-44. Frühere Dienstzeiten werden angerechnet. Bezüge ehem. elfaß-lothringifcher Beamten G. 11. Jan. 1922 (RGBl. 29), Erl. 15. Juni 1922 (MBliV. 728). Stellenverleihung mit rücf-wirkender Kraft: PBB. Nr. 14.Google Scholar
  707. 4.
    G. §§ 15ff. PBB. Nr. 82ff. Aufstieg nach dem Anwarterdienstalter, welches im allgemeinen mit dem lage der Übernahme in den Staatsdienst nach erlangter Befähi-gung beginnt.Google Scholar
  708. 5.
    Aus sie besteht kein Rechtsanspruch. Grundfätze Erl. 16. Nov. 1928 (PrBefBl. 314).Google Scholar
  709. 6.
    G. § 6; PBB.Nr.46ff. Außerplan-magige Beamte erhalten den gleichen Be-trag. Ledige Beamte und verheiratete Be-amtinnen erhalten einen geringeren Betrag. Das Drtsklaffenverzeichnis wird von Reichs wegen festgeftellt: 17. Aug. 1929 (RBesBl. 111). Wirtung von Eingemein-dungen: Erl. 19. Dez. 1927 (PrBefBl. 260). Der Wohnungsgeldzufchuß wird in einer vom Fin Min, je nach der Entwicklung der Mieten festzufetzenden Höhe ausgezablt: G. 6. Juni 1925 Art. IV; zur Eeit 120%: Erl. 26. Sept. 1927 (PrBefBl 129). Dienstwohnungen sind mit einem Betrage, der der in Miet-wohnungen zu zahlenden Miete entspricht, bis zur Höhe des Wohnungsgeldzufchuffes anzurechnen G. § 7, PBB. Nr. 59 vgl. Erl. 20. Jan. 1928 (PrBefBl. 25). Fernfprech-anfchlüffe in Beamtenwobnungen Erl. l. März 1929 (MBliV. 191). Beflaggen von Dienstwohnungen durch die Jnhaber Erl. 27. Aug. 1925 (PrBefBl. 129), 26. Mai 1926 (MBliV. 552). Wafferverbrauch in Nutzgarten Erl. 3. Febr. 1928 (PrBefBl. 56), Zentralheizung Erl. 20. Jan. 1928 (PrBefBl. 25).Google Scholar
  710. 7.
    G. § 1, PBB. Nr. 62-77, 124. Erl. 21. Mai 1928 (PrBefBl. 193), 28. März 1929 (PrBefBl. 58). Sie find nicht der Pfändung unterworfen.Google Scholar
  711. 8.
    Erl. 22. Dez. 1928 (PrBefBl. 342). Zum Ausgleich der durch die Befatzung hervorgerufenen Teuerung wird in den be-fetzten Gebieten eine Befatzungszulage, zu vier Fünfteln auf Kosten des Reichs, ge-wahrt: (G. 23. Dez. 1920 RGBl. 1921 S. 1), Erl. 22. Dez. 1928 (PrBefBl. 340).Google Scholar
  712. 9.
    Vgl. Schlußbemerkung der Anlage 1 des G.: Die Gefandten, Landräte, Regie-rungs-und Dberpräfidenten, der Polizei-präfident von Berlin, die Präfidenten des Dberverwaltungsgerichts unb Kammerge-richts, des Gvangelifchen Oberkirchenrats, der Ministerpräfident und die Staatsminister. §öhe Erl. 17. März 1928 (PrBefBl. 104). Die Dienstaufwandsentfchadigungen, welche durch Gewäbrung eines Paufchbetrags den Beamten zur Borhaltung des Bureaus ufw. verpflichten, fallen nicht hierunter. Dienstaufwandsentfchadigungen der Land-räte Erl. 9. April 1925 (MBliV. 414). Die landratliche Fahrkostenentfchadigung für Reifen innerhalb des Kreifes betragt 1800 RM., Erl. 22. Juli 1925 (PrBefBl. 172). Sonftige Bergütungen dürfen, foweit fie nicht in der Besoldungsordnung vor-gefehen find, aus dem Hauptamt nicht ge-zahlt werden. Für Nebenämter find sie noch zulässig. $BB. Nr. 79. Für gewahrte Dienstkleidung, Wirtschastsland usw. find Ent-schadigungen feitens der Beamten zu zahlen: G. § 14, PBB. Nr. 81. Berlustentschädigung der Kaffenbeamten Erl. 25. März 1924 (MBliV. 470). Die frühere „Dienstprämie“ für langjährigen Dienst in der Polizei oder Landjägerei wird jetzt als einmalige oder außerordentliche Zuwendung gezahlt: BD. 19. Juli 1928 (ES. 190), Erl. 26. Okt 1928 (PrBefBl. 305).Google Scholar
  713. 10.
    Staatsmin Beschl. 27. Sept. 1922 (Fin..: MBl.1923 S.3),Erl.28.April1927(PrBes.-Bl. 82), bei der Kreiskassenverwaltung: Erl. 10. Jan. 1924 (FinMBl. 3).Google Scholar
  714. 1.
    G. 3. Jan. 1923 i. d. Fassg. der Bek. 1. Dez. 1924 (RBefBl. 213), AussVorschr. 17, Jan. 1923 (FinMBl. 28), Bek. 25. Jan. 1923 (FinMBl. 43), 23. Jan., 8. April, 24. Juni, 1. Dez. 1924 (PrBesBl. 18, 100, 229. 363), 28. März 1925 (PrBesBl. 80), 24. Jan., 2. Okt. 1928 (PrBesBl. 28, 271) 19. Juli 1929 (PrBesBl. 153) Genehmigung: Erl. 12. Febr. 1929 (MBliV. 311). Dazu eine Reihe von Sonderbestimmungen für die ein-zelnen Berwaltungen. Reisen zum Eintritt in den Staatsdienst Erl. 3. Okt. 1924 (PrBesBl. 323), Prüsungsreisen Erl. 19. Dez. 1923 (PrBesBl. 1924 S. 1), Reisekosten bei der Schutzpolizei Erl. 12. Sept. 1925 (MBliV. 974), Entschädigungen bei Berkehrsstreik: Erl. 22. Aug. 1922 (FinMBl. 540), Bergü-tung im Auslandsgrenzverkehr: Erl. 27. Juli 1925 (PrBesBl. 175). Dienstreisen nach dem Ausland: 10. Juni 1926 (PrBesBl. 80). Reisen mit eigenem Kraftwagen: Erl. 20. Okt. 1926 (PrBesBl. 179). Dienstkrastwagen Erl. 30. Dez. 1926 (LmBl. 1927 S. 12). Beamte im Borbereitungsdienst Erl. 25. Nov. 1926 (PrBesBl. 205).Google Scholar
  715. 2.
    G. 24. Febr. 1877 (GS. 15), im wesentlichen überholt. Neuregelung Erl. 30. Mai 1928 (PrBesBl. 201). Einschränkung von Besetzungen: Erl. 27. Dez. 1928 (Pr-BesBl. 349). Bersetzte Beamte, welche noch keine Wohnung am neuen Dienstort (An-zeigepslicht: Erl. 18. Okt. 1926, PrBesBl. 179) haben, erhalten Beschäftigungs-tagegelder und Wohnungsbeihilfen längstens auf ein Jahr: PrBesBl. 1925: 47; 1926: 28, 216; 1927: 1; 1928: 29, 114; 1929: 71. Dfenbeihüfen: Erl. 19. Juli 1929 ( PrBesBl. 153). Bevorzugte Wohnungs-zuteilung an versetzte Beamte BD. 29. Max 1925 (GS. 55). Außerordentliches Kündigungsrecht BGB. §§ 570, 565, 596.Google Scholar
  716. 3.
    Grundsätze 25. März 1929 (PrBesBl. 47). — Gehaltsvorschüsse Erl. 30. April, 22 Mai 1924 (PrBesBl. 116, 215).Google Scholar
  717. 4.
    PBG. § 12 und Schlugbemerkungen Abschn. ?, C.Google Scholar
  718. 1.
    G. 27. März 1872 (GS. 268) mit zahl-reichen Änderungen, zuletzt PBG. In diesem (§§ 19ff.) sind die Bersorgungsgebührnisse der Altruhegehaltsempfänger besonders ge-regelt. Sie erhalten die frühere Frauen-beihilfe weiter, Höchstgrenze 13200 RM. Für die andern Ruhegehaltsempfänger vgl. G. § 29. Ausf Richtl. 21. Jan. 1928 PrBesBl. 5). Bersorgung der Staats-minister: G. 13. Juni 1924 (GS. 547) und PBG. Räumung der Dienstwohnung Erl. 24. Juli 1923 (MBliV. 805). Umzugskosten-beihilfen: wie Anm. 2. Wohnungsbeihilfe: Erl. 30. Dez. 1926 (PrBesBl. 1927 S. 1) Merkblatt: Erl. 24. Febr. 1928 (PrBesBl. 95). Zahlung an die Erben Erl. 15. März 1924 (PrBesBl. 73); im Auslande Erl. 28. Okt. 1926 (PrBesBl. 187).Google Scholar
  719. 2.
    Die ruhegehaltsfähige Dienstzeit rech-net vom Tage der Ablegung des Diensteides G. § 14, zuzüglich der Militärdienstzeit, wobei Kriegsjahre doppelt — G. § 16 — und die wahrend des letzten Krieges im Zivil-dienst oder in Kriegsgefangenschaft ver-brachte Dienstzeit 1½ fach gerechnet werden G. 28. Nov. 1920 (GS. 1921 S. 89), PBG. §29. Das G. gilt auch für Beamte, die vor seinem Erlaß verabschiedet waren. Dienst-zeit im Hofdienste wird angerechnet: Erl. 15. Sept. 1922 (FinMBl. 574). Zahlung eines Anteils für übernommene elsaft-lothringische Beamte durch das Reich Erl. 17. April 1923 (FinMBl. 178), 30. Noo. 1923 (PrBesBl. 215). Anrechnung der Dienstzeit bei der früheren staatlichen (Sicher-heitspolizei usw.: Erl. 14. Jan. 1926 (M-BliB. 40).Google Scholar
  720. 3.
    Tritt die Dienstunfähigkeit infolge eines Dienstunfalles ein, so wird Ruhegehalt auch vor Ablauf der zehnjährigen Wartezeit gewahrt: G. § 1. Begriff der Dienstbeschädi-gung Erl. 13. Okt 1920 (MBliV. 379) vgl. Anm. 12. Ferner kann auch ohne diese Boraussetzung im Gnadenwege bei Bedürf-tigkeit Ruhegehalt zugesprochen werden G. § 7. Wegen der auf Widerruf oder Kündi-gung angestellten Beamten (G. § 2. gwangs-weise Bersetzung dienstunfähiger Beamten in den Ruhestand vgl. § 71 d. W.Google Scholar
  721. 4.
    Vgl. § 67 d. W. Anm. 27.Google Scholar
  722. 5.
    Daneben ohne Rüdsicht auf den tat-sächlichen Wohnort — Wohnungsgeldzu-schuß der Ortsklasse ?. Dazu tritt ein ent-sprechender Bruchteil der Besatzungszulage. Ruhegehaltsfähig sind auch die in der Be-soldungsordnung oder dem Haushaltsplan als solche bezeichneten Beträge und Neben-bezüge. Abtretung zum Geimstättenban vgl. § 73 Anm. 1 d. W. Das Ruhegehalt sollidas letzte ruhegehaltsberechtigte Diensteinkom-men nicht übersteigen. G. § 11.Google Scholar
  723. 6.
    G. § 8, G. 12. Zuli 1923 Art. IV. Sonderregelung für die Schutzpolizei: (G. 16. Aug. 1922 (GS. 251), G. 12. Juli 1923 Art. VI. Ruhegehattsrechnung Erl. 3. Okt. 1925 (PrBesBl. 201).Google Scholar
  724. 7.
    G.§§21, 22.Google Scholar
  725. 8.
    Das ist in weitem umfange geschehen. Allgemeine Berwaltung Erl. 29. Juli, 20. Okt 1884 (MBliV. 194, 231), erstere geändert Vf. 22. April, 24. Mai 1901 (MBliV. 153, 160) — und (Geltung im Geschäftsbereich des unterrichtsministers) 11. Okt. 1884 (ZBIU. 1885 8.136), der Forstverwaltung 12. Nov. 1884 (MBliV. 266), landwirtschaft-liche Berwaltung 30. Mai 1902, 11. April 1905 (LMBl. 1905 S. 105), Justizverwal-tung 17. März 1885 (JMBl. 104), Land-Jägerei 9. Sept. 1911 (MBliV. 246).Google Scholar
  726. 9.
    AltruhegehaltsG. §§ 3, 4.Google Scholar
  727. 10.
    (G. §§ 27-29. Ausf Best. 22. Jan. 1909 (MBliV. 63), 19. Juli 1919 (MBliV. 355); G. 12. Jnli 1923 ((GS. 310) Art. IV. Die Ruhegehaltskürzung bei Privateinkom-men findet nicht mehr statt, vgl. S. 166 oben. 11) Unterstützungen für ausgeschie-dene Beamte: Erl. 24. Jan. 1928 (PrBesBl. 27), Umzugskostenbeihilfen Erl. 30. Mai 1928 (PrBesBl. 201) Nr. 19ff. Räumung der Dienstwohnung Erl. 11. Aug. 1923 (LMBl. 728). Wohnungsbeihüfen vgl. Anm. 1.Google Scholar
  728. 12.
    G. 2. Juni 1902 (GS. 153), G.3.Jan. 1924 (GS. 9) Art. III. Ausdehnung auf die Revolutionsunruhen 24. Jan., 7. Aug. 1919 (GS. 18, 151), Ausf. im Bereich der Bauverwaltung 16. Sept. 1887 (MBliV. 207), der Berwaltung des Jnnern und der Landwirtschaft 24. März 1905 (MBliV. 537) und 6. Juli 1907 (MBliV.254), Richtlinien 22.-März 1920 (FinMBl.118), Begriff der Dienstbeschädigung Erl. 13. Okt. 1920 (MBliV.379), wegen der Schutzpolizei-beamten Erl. 25. Febr. 1923 (MBliV. 192) Nr. 17. — Deu Schutzpolizeibeamten — und sogar ihren Angehörigen — gewahrt der Staat in gewissem Umfange eine §eilfür-sorge auch ohne Borliegen eines Dienst-Unfalls: Erl. 7. Jan. 1926 (MBliV. 28).Google Scholar
  729. 1.
    G. 7. März 1908 (GS. 35 §§ 2-6, Ausf Best. 11. April 1908 (MBliV. 131), Ruhegehaltsempfänger: PensionsG. (§ 76 Anm. 1) §31, Ausf Best. 11. April 1908 (MBIiB. 131, 255). Richtlinien 21. Jan. 1928 (PrBesBl. 5). Auch hier die Scheidung zwischen Alt-und Neu-Bersorgungsberech-tigten (vgl. § 76 Anm. 1 d. W.) Hinterbliebenenversorgung d. Staats-minister: G. 13. Juni 1924 (GS.547) §§ 6, 9. Vgl. oben § 76 Anm. 1.Google Scholar
  730. 2.
    Vgl. Erl 17. März 1925 (PrBesBl. 47) Nr. 43.Google Scholar
  731. 3.
    zu berücksichtigen sind alle allgemeinen Änderungen der Gebührnisse, nicht aber solche, die in den persönlichen Berhaltnissen des Beamten eingetreten waren, falls er noch gelebt hätte, Erl. 22. Sept. 1923 (PrBesBl. 89).Google Scholar
  732. 4.
    HinterbliebenenfürsorgeG. 30. Mai 1882 (GS.298), 1.Juni 1897 (GS. 169), 27. Mai 1907 (GS. 99), 26. Mai 1909 (GS. 85), weiter geändert durch die neueren Be-soldungsgesetze, zuletzt G. 21. Nov. 1922 (GS. 431) Art. IV, 12. Juli 1923 (GS.305) Art. V, BD. 8. Febr. 1924 (GS. 73) Art. 4, G.6. Juni 1925 (GG. 61) Art. VI. Stiftung (vormals König-Wilhelm-Stiftung) für erwachsene Beamtentöchter: Erl. 20. Juni 1927 (MBliV. 729).Google Scholar
  733. 5.
    Das Witwengeld wird gekürzt bei erheblichem Altersunterschiede zwischen den Ehegatten, es erhöht sich wieder entspre-chend der Dauer der Ehe. Witwengeld tann auch gewährt werden, wenn ein Beamter vor Erreichung der Mindestruhegehalts-dienstzeit stirbt, G. § 14. Unterstützungen werden auch an Hinterbliebene gewahrt.Google Scholar
  734. 6.
    Witwenbeihilfen an schuldlos ge-schiedene Witwen von Pensionären und an wiederverheiratete und von neuem ver-witwete Witwen: §§ 13a unb 18a in der Fassung des G. 25. März 1926 (GS. 105). 7) Diejenigen Beamten, welche bei Ein-führung der staatlichen Hinterbliebenenver-sorgung bereits Mitglieder einer Militär-oder Staatsbeamtenwitwenkasse waren, konnten diese Mitgliedschaft aufrechterhalten: PensionsG. §§ 22, 23. Jnsoweit bleibt auch die allgemeine Witwenverpflegungsanstalt (vgl. § 35 zu e d. W.) in Wirksamkeit, Auf-Wertung dieser Pensionen: PrBesBl. 1925 S. 75. Kein Steuerabzug: Erl. 28. März 1929 (PrBesBl. 59).Google Scholar
  735. 1.
    VO. 26. Febr. 1919, G. 31. Dez.1922 (GS. 1923 S. 1), 12. Juli 1923 (GS. 305). VO. 8. Febr. 1924 (GS. 73) § 83. AbwG. §28. PrBesG. Ausf Best. 5. März 1926 (PrBesBl. 28). Um die Siedereinstellung früherer Staatsbeamter unb Wartestands-beamter zu erleichtern, werden zwischen den einzelnen Berwaltungen Listen aus-getauscht, aus die bei Bedars zurückzugreifen ist. Erl. 2. Dez. 1925 (PrBesBl. 307). Sta-tistik (?. 17. Juni 1927 (PrBesBl. 91).Google Scholar
  736. 2.
    An die Stelle de§ Schutzpolizei-beamten G. 16. Aug. 1922 (GS. 251) mit mehreren Änderungen, AB. 4. Juni 1928 (MBliV. 606) ist für die Regelfälle jetzt das PolizeibeamtenG. 31. Juli 1927 (GS. 151), AB. 3. Jan. 1928 (MBliV. 41) ge-treten; beide Gesetze enthalten in vielen Punkten Abweichungen von dem oben ge-schilderten Beamtenrecht, wie sie sich aus der besonderen Stellung dieser Beamten ergeben. Vgl. hierzu unten § 192 d. W.Google Scholar
  737. 3.
    Die BD. ist im besetzten Gebiet nicht durchgeführt worden (§ 108 Abs. 2 das.).Google Scholar
  738. 1.
    ALR. II 10 § 68, 69, vgl. § 66 d. W. Anm. 1. Der Begriff der mittelbaren Be-amten umsagt außer den Kommunalbeamten auch die Beamten anderer öffentlicher Kor-perschaften.Google Scholar
  739. 2.
    Gs wurde das Disziplinarrecht mate-riell wie für die Staatsbeamten geregelt, unter Betonung des rein staatlichen Strasan-spruchs (vgl. § 51 Anm. 8 d. W.), lediglich die Zuständigkeit (Ordnungsstrafen: Gemeinde-behorde, wogegen Beschwerde an die Auf-sichtsbehorde möglich ist, oder Aufsichts-behorde mit Schlußklage vor dem Berwal-tungsgericht, förmliches Berfahren: Ber-waltungsgerichte) anderweit geordnet, der Ginstellungszwang für Militäranwärter G. 21. Juli 1892 (GS. 214), vgl. jetzt Erl. 28. April 1924 (MBliV. 487) eingeführt, das Pr. BeamtenhaftpflichtG. (vgl. § 68 Anm. 6. d. W.) auch auf Gemeinden und Gemeindeverbande erstreckt (§ 4). Jm Juter-esse der durch die Abtretung preußischen Ge-biets vertriebenenKommunalbeamten wurde den Gemeinden und Gemeindeverbanden eine Einstellungspflicht auserlegt, die von dem Fürsorgeamt (§ 35 Anm. 29 d. W.) durch-geführt wird G.30.März 1920 (GS. 63), G. 5. Aug. 1924 (GS. 593), AussAnw.30. März 1920 (RAnz. Nr. 107), Erl. 5. Febr. 1921 (MBliV.48). Anmeldepflicht Erl. 26. Moi 1923 (MBliV. 619). Beschluß behorde zweiter Jnstanz ist das Oberfür-sorgeamt. Vgl. RG. in BrBerwBl. 48 S. 247.Google Scholar
  740. 3.
    Jnsbesondere gelten die Grundvor-schristen der RV. über die Bereinigungs-freiheit, Schutz wohlerworbener Rechte usw. auch für die Kommunalbeamten.Google Scholar
  741. 4.
    StGB. § 359, § 72, äöaffengebrauchs-recht (vgl. § 72 Anm. 2 d. W.).Google Scholar
  742. 6.
    KBG (vgl. Anm. 12) § 1. Dieser for-male, staatsrechtliche, Beamtenbegriff gilt Jedoch nicht ohne weiteres für das Strafrecht, so pflegt das Reichsgericht den materiellen Beamtenbegriff auf solche Personen zu er-strecken, welche, ohne eine Anstellungs-urkunde erhalten zu haben, hoheitliche Funk-tionen ausüben. Diesen materiellen Maß= stab legt das RG. (90 G. 260; 99 S.265; 108 S. 418, auch inRundschau für Kommu-nalbeamte 1926 S. 473 (vgl. auch PrBerwBl. 48 S. 248) jetzt auch für die bürgerlich-recht-lichen Streitigkeiten an, wahrend das DBG. ausschließlich auf die Anstellungsurkunde ab-stellt (Bd. 18 S. 55); vgl. § 66 Anm. 1 d. M.Google Scholar
  743. 6.
    Vgl. §§ 55, 56, 61. Auf Lebenszeit werden ietzt nur noch die oberen Provinzial-beamten gewählt.Google Scholar
  744. 7.
    Nach Bernehmung der Stadtverord-netenversammlung ostl. StO. § 56 Nr. 6, nach Beschluß der Gemeindevertretung (Gemeindeversammlung) östl. LGO. § 88, Abs.4, Nr. 5, ohne Mitwirkung des Kreistages östl. KrO.§ 134 Nr. 3. Provinzialbeamte vgl. östl. PrD. §§ 87ff.Google Scholar
  745. 8.
    Diesen Grundsatz, von welchem eine Reihe von Stadteordnungen (vgl. ostl. StO. § 56 Nr. 5) Ausnahmen nur hinsichtlich der Beamten mit mechanischen Dienstverrich-tungen zuließ, hat das KBG. dahin ergänzt, daß auch die Betriebsbeamten auf Zeit an-gestellt werden können (§ 8ff.). Jm allge-meinen müssen als Beamte alle diejenigen Personen angestellt werden, welche hoheit-liche Funktionen auszuüben haben, ohne daß jedoch bisher eine nähere Regelung vor-genommen ist, so daß tatsachlich das Ber-hältnis der öffentlich-rechtlich Angestellten zu den privatrechtlich Angestellten in den einzelnen Berwaltungen noch recht verschieden ist. Einwirkung der Aussichtsbehörde vgl. AussAnw. zum KBG. Art. I Nr. 5. — Soweit Kündigung zugelassen ist, erfolgt sie durch Kollegialbeschluß (KBG. § 9). — Aus-nahmen von der Freiheit in der Anstellung bestehen für Polizeibeamte vgl. § 195 d. W. und Forstbeamte KBG. § 23: Alle Kom-munalforstbeamtenstellen mit mehr als 750 RM. Anfangsgehalt waren den Jnhabern des Forstversorgungsscheins vorbehalten: vgl. Best 1, Okt. 1905 §§ 26ff. Etl 18. Dez.1925 (MBliV. 1926 S. 117). In Zukunft bildet der Staat soviel Forstbeamte aus, daß auch der Bedarf der Gemeinden gedeckt werden kann. Nebenbezüge Erl. 29. Juli 1922 (MBliV. 734). Portepee für Kommunalförster: Erl. 25. April 1922 (MBliV. 515). Dienstkleidung Erl. 7. Aug. 1929 (MBliV. 727).Google Scholar
  746. 9.
    Vgl. § 68 d. W. Die Regelung de§ Urlaubs, der Dienstzeit und die Genehmigung zur Übernahme von Nebenämtern bleibt der Anstellungsbehörde überlassen, vgl. Erl. 29. Okt. 1902 (MBliV. 180). Für Gewerbebetrieb durch mittelbare Staatsbeamte gilt die Pr. GewO. (§ 69 Anm. 13 d. W.). Für die Übernahme öffentlicher Ämter gilt das für unmittelbare Staatsbeamte Gesagte (§69 d. W.) RV.Art. 39, PrB. Art.11, 36, 75, wegen der Kaution der Kommunalbeamten vgl. Erl. 26. Mai 1928 (MBliV.575). Amtsbezeichnung „Rat“ vgl. §56 Anm.7 d. W.Google Scholar
  747. 10.
    Strafversetzung als Disziplinarstrafe ist nur für Provinzialbeamte vorgesehen: östl. PrO. § 98 Nr. 6. (Ausnahme für die oberen Provinzialbeamten.) Bestätigung von Disziplinarurteilen nach § 47 DiszG.: Erl. 12. Sept. 1925 (MBLiB. 970).Google Scholar
  748. 11.
    Städte: ZustG.§20 Abs. 2, Land-gemeinden ZustG. § 36 Abs. 2, Kreise: östl. KrO. §§ 134, 68, Provinzen: östl. PrO. § 98-Geldstrafen: Erl. 27. Not). 1926 (MBliV. 1049). — Zusammenstellung der Disziplinarvorschriften für Kommunalbeamte vgl. Peters im Beamtenjahrbuch 1925, Gest 4.Google Scholar
  749. 12.
    30. Juli 1899 (GS. 141), in Hohen-zollern eingeführt durch GemO. und Amts-und LandesO. (vgl. § 55 Anm. 20, § 62 Anm. 6 d. W.) Ausf Anw. 12. Okt. 1899 (MBliV. 192).Google Scholar
  750. 13.
    G.§§12-15, 18, 21, vgl. auch bezüglich der Gnadenbeaüge für alle Be-amten, der Zahlungsweise (jetzt monatlich: Erl. 24. Jan. 1925, MBliV. 141) und der Reisekosten für alle Beamten, auch diejenigen der Provinzialverbände, deren Rechtsverhältnisse im übrigen der freien Regelung durch Provinzialreglement überlassen bleiben (G.§22, östl. PrO. §96): G.§§3-6.Google Scholar
  751. 14.
    G. § 11, nicht gültig für Provinzialbeamte.Google Scholar
  752. 15.
    BDG. usw. vgl. § 74 d. W.Google Scholar
  753. 16.
    G. 8. Juli 1920 (GS.383),Ausf Anw., 6. Okt. 1920 (MBliV. 359). Es sind dadurch aber wests. KrO. § 27, rhein. GemO. § 107 nicht ausgehoben, wonach nicht das Amt selber, sondern der Kreisausschuß die Be-soldung des Bürgermeisters festzusetzen hat: Landesschiedsgericht in PrBerwBl. 46, 561. Die in § 64 ostl. KrO. vorgesehene Ge-nehmigung jeder Einzelseftstellung von Be-soldungen der Gemeindevorstandsbeamten ist unnötig geworden: Grl. 15. Mai 1925 (Kommunale Rundschau 1925 S. 334).Google Scholar
  754. 17.
    Von dauernder Bedeutung ist die Berbesserung des Besoldungsdienstalters der Militäranwärter und die Anrechnung der Kriegszeit wie bei den Staatsbeamten (§§ 4. 5). Das G. gilt für alle, auch sür die Provin-zialbeamten. Einschneidende Eingriffe in das Kommunalbeamtenrecht brachte die Pers.-Abbau BD. — Ruhegehalt der Magistrats-mitglieder: Erl. 8. Okt. 1928 (MBliV. 1020).Google Scholar
  755. 18.
    Vgl. § 72 Anm. 9 d. W. Mit dem 1. April 1926 ist an Stelle des Besoldungs-sperrgesetzes bezüglich des einheitlichen Woh-nungsgeldzuschusses da§ G.27. März 1926 (RGBl. I 180) in Krast getreten (Erl. 30. April 1926, MBliV. 428). Gehaltszah-lung muß monatlich erfolgen: G. 12. April 1926 (GS. 133). —Setzt ist maßgebend § 43 PBesG., Erl 27. Jan. 1928 (MBliV. 71). Berlangt wird, daß die Bezüge „den Grundsätzen“ für die Staatsbeamten „entsprechen“. Bei „erheblicher Berletzung“ (nach oben oder unten) kann die Aufsichtsbehörde einschreiten (keine Beanstandung: Erl. 29. Juli 1929, MBliV. 727); die Beschlußbehörden entscheiden. Besondere Bindung sür die Polizeibeamten: G. 31. Juli 1927 (GS. 150) §2; Erl. 5. Jan. 1928 (MBliV. 19).Google Scholar
  756. 19.
    KBG. § 7. Jedoch hat die RV. (Art. 129 Abs. 1) die Tragweite dieser Borschrist zugunsten einer erweiterten Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte eingeschränkt: RG. 109 S.286.Google Scholar
  757. 1.
    Bgl§§276ff. d. W.Google Scholar
  758. 2.
    Sondernummer des PrBesBl. vom 19. Juli 1924, 28. Avril 1926 (PrBesBl. 53), 7. März, 22. Juni 1928 (PrBesBl. 63, 224). Borschüsse: Erl. 20. Nov. 1924 (PrBesBl. 353). Die Zahl der Angestellten ist vor allem durch die Übernahme der früher von den Kreisbehörden als Privatgehilfen aus der Dienstaufwandsentschädigung besoldeten Personen aus den Staat gestiegen.Google Scholar
  759. 3.
    Auch die Angestelltensteilen unter-liegen jetzt wie die Beamtenstellen den An-stellungsgrundsatzen (vgl. § 67 d. W.) Erl. 26. Jan. 1928 (MBliV. 75). Woh-uungsbeihilfen für Bersorgungsan-warter Erl. 29. Jan. 1927 (PrBesBl. 17). Angestellte sollen den Arbeitsnachweisen entnommen werden Erl. 11. Dez. 1926 (Pr.-BesBl. 212). Doppelverdiener sind nicht einzustellen (Sri, 8. Jan. 1927 (MBliV. 50).Google Scholar
  760. 4.
    Urlaub: Erl. 20. April 1925 (Pr.-BesBl. 98). Vgl. PrB. Art. 11, 36, 75; für den Reichstag fehlt eine solche Borschrift (Art. 39 spricht nur von Beamten); vgl. aber Art. 160.Google Scholar
  761. 5.
    Vgl. auch G. 9. Jnli 1926 (RGBl. I S. 399) Mitwirkung der Zentralbehörde bei Kündigungen: Erl. 16. Febr. 1927 (PrBes.-Bl.29). Berheiratung einer weiblichen standig Angestellten ist ein wichtiger Grund zur Kündigung nach §626 BGB.: RG. in Rundschau für Kommunalbeamte 1925 S. 484. Siedereinstellung früherer Staats-angestellter (Listenaustausch wie bei Beamten, vgl. § 78 Anm. 1 d. W.) Erl. 5. Dez. 1925 (PrBesBl. 308). Übergangsgeld: Erl. 22. März 1926 (PrBesBl. 37).Google Scholar
  762. 6.
    Nur aus die preußische Berfassung.Google Scholar
  763. 7.
    Gemäß BD. 3. Mai 1917 (RGBl. 393) i. d. Fassg. 12. Febr. 1920 (RGBl. 230) Angestellte, welche hiernach durch Handschlag aus gewissenhaste Erfüllung ihrer Obliegen-heiten verpflichtet sind, werden wegen passi-ver Bestechung und Geheimnisverrat in ähnlicher Weise wie Beamte bestrast. Vgl. Erl. 10. April 1918 (MBliV.64), 11. Juli 1922 (MBliV. 715).Google Scholar
  764. 8.
    Geschäftsordnung Erl. 29. Aug. 1924 (PrBesBl. 301).Google Scholar
  765. 9.
    Vgl. §278 d. W. Geschäftsordnung für den Hauptbetriebsrat beim Finanzministe-rium: FinMBl. 1921 S. 508 Erl.7. Okt. 1926 (MBliV. 913). Ebenso gilt naturge-mäß das SchwerbeschädigtenG. Entlohnung Schwerbeschädigter: Erl. 7. Dez. 1925 (Pr.-BesBl. 310). Anrechnungsbetrag für Werk-wohnungen: Erl, 23. Jan. 1928 (PrBesBl. 33). Personalakten der staatlichen Arbeit-nehmer: Erl. 20. Juli 1927 (PrBesBl. 105).Google Scholar
  766. 10.
    Erl. 23. April, 23. Mai 1927 (Pr.-BesBl. 72, 87); gilt vom 5. Juni 1927 ab. Lohnsätze ab 1. April 1928: BesBl. 119. 182Google Scholar
  767. 11.
    Erl. 22. Okt. 1928 (PrBesBl. 286) mit mehreren Ergänzungen. Satzung das. S.289. Geschäftsordnung usw. PrBesBl. 1929 S. 75, 161.Google Scholar
  768. 12.
    Diesen Begriff fuhrt das G. 1920 § 1 Nr. 4 ein. Er umfaßt nach Ausf Anw. alle diejenigen standig Angestellten, die nach den gesamten Berhältnissen der Ber-waltung zur Befriedigung eines dauernden Bedürfnisses dienen und sich in einer den bestehenden Amtseinrichtungen einfügenden amtsartigen Stellung befinden. Entschei-dend für den Begriff dürfte aber sein, ob dem Angestellten nur aus wichtigem Grunde gefündigt werden darf. Andere Bestimmung: § 69 der Anst Grunds. Die Bek. 3. Mai 1917 (Anm. 7) gilt auch für Angestellte der Ge-meinden: Erl. 11. Juni 1928 (MBliV. 619). 13) Aber bez. der Angestellten auch dem Einstellungszwang zugunsten der Bers An-warter: Erl. 14. Jan. 1927 (MBliV. 51).Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1930

Authors and Affiliations

  • Graf Hue de Grais

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