Gestaltung von Siedlungsökosystemen am Beispiel der Valley View University (VVU)

  • Dietmar Simmering
  • Gunther Geller
  • Detlef Glücklich
  • Annette Otte
  • Laurent Richard
  • Reinhard Perfler
Chapter

Zusammenfassung

In diesem Kapitel dient die Valley View University (VVU) als der Modellfall, an dem der ganzheitliche Ansatz erprobt wurde und der im Einzelnen auch für die speziellen Bereiche des ökologischen Bauens, des Vegetationsmanagements, einer stadtnahen Landwirtschaft, des Wasser- und Stoffstrommanagements und des Informationsmanagements erläutert wird.

Zunächst werden die natürlichen und die technisch-kulturellen Rahmenbedingungen für die Valley View University (VVU), die größte private Universität Ghanas unweit der Hauptstadt Accra erläutert, sowie deren Entwicklung und Besonderheiten.

Danach wird an den für die Gestaltung des Siedlungsökosystems VVU besonders wichtigen Themenbereichen dargestellt, wie exemplarisch an diesem Beispiel VVU Vorgehen und dafür geeignete Werkzeuge ausschauen, sowie die jeweiligen Erkenntnisse zusammengefasst:

Bei der integrierten Gestaltung von Information und Qualität werden u.a. der spezielle soziokulturelle Rahmen herausgearbeitet und geeignete und hier teilweise erstmals so eingesetzte Methoden vorgestellt, z.B. die Kombination von Kreis, Appreciative Inquiry (Wertschätzender Erkundung) und Weltcafe in einer internen Klausur und einer internationalen Abschlussveranstaltung.

Bei der Gestaltung von Vegetation und Grünflächen ging es einerseits um Naturschutz und Biodiversitätsmanagement, also Erhaltung, andererseits aber auch um Neuanlage von Pflanzungen. Das Vorgehen umfasst u.a. Gefährdungsanalyse, Aufstellung von Schutzzielen, Planungen, die Umsetzung und Pflege, alles immer zusammen mit den örtlichen Beteiligten und bei den Pflanzungen eine Reihe beispielhafter Maßnahmen (Bauminseln, Alleen und ein Schulbaum-Projekt etc.), zu denen auch die Anlage einer Baumschule gehörte.

Bei der Gestaltung der Stoffströme wird das systematische Vorgehen mit Analyse, Szenarien, Ausweisung von Stoffstrom-Zellen und die Interaktion mit anderen Themen wie z.B. der Flächennutzung ausgeführt. Der Themenbereich der Stoffströme wird am Beispiel der Wasserkreisläufe und der Wasserversorgung weiter vertieft und an vielen ausgeführten Beispielen wie Regenwassernutzung, angepasster Wassseraufbereitung, Sachetwasser-Abfüllung erläutert. Dazu gehört an der VVU auch der Ansatz eines kreislauforientierten Siedlungshygienekonzeptes, von dem hier u.a. Urintrennung und -verwendung sowie Grauwassersammlung und -nutzung ausgeführt sind.

Das ökologische Bauen war an der VVU ein Themenbereich, der die anderen Bereiche im Verlauf des gesamten Entwicklungsprozesses und im ökologischen Gesamtentwicklungsplan der VVU integrierte. Innovative Ansätze wie das Leitbild der Stadtschaft und das Zellenmodell wurden hier angewandt und weiterentwickelt. Viele umgesetzte Maßnahmen sind Bestandteil der ökologischen Ausrichtung der VVU und werden erläutert, wie z.B. das neue Fakultätsgebäude und das Baobab-Umweltzentrum.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  • Dietmar Simmering
    • 3
  • Gunther Geller
    • 1
  • Detlef Glücklich
    • 2
  • Annette Otte
    • 3
  • Laurent Richard
    • 4
  • Reinhard Perfler
    • 5
  1. 1.Ingenieurökologische Vereinigung IÖVAugsburgDeutschland
  2. 2.Buchholz Holm-SeppensenDeutschland
  3. 3.Institut für Landschaftsökologie und RessourcenmanagementJustus-Liebig-Universität GießenGießenDeutschland
  4. 4.Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und GewässerschutzUniversität für Bodenkultur WienWienÖsterreich
  5. 5.Institut für SiedlungswasserbauIndustriewasserwirtschaft und GewässerschutzWienÖsterreich

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