Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie pp 591-595 | Cite as
Pilze: Vorkommen und Bedeutung für den Menschen
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Zusammenfassung
Da Pilze ca. 25 % der Biomasse der Erde ausmachen, ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch permanent und in vielfältiger Weise Kontakt mit ihnen hat, z. B. durch Inhalation pilzsporenhaltiger Luft oder durch Lebensmittel, die mithilfe von Pilzen hergestellt wurden (z. B. Bier, Käse, Wurst). Außerdem werden Pilze im großen Maßstab biotechnologisch zur Herstellung diverser Biochemikalien eingesetzt, u. a. von Pharmaka wie Antibiotika. Demgegenüber ist die direkte Schädigung des Menschen durch Pilze als sehr gering einzustufen; hier lassen sich 4 Erkrankungsformen (Mykopathien) unterscheiden:
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Mykoallergosen – allergische Reaktion auf inhalierte oder ingestierte Pilzbestandteile
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Mykotoxikosen – chronische Schädigung durch Kontakt mit Mykotoxinen (z. B. mit toxinbildenden Pilzen kontaminierte Lebensmittel)
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Myzetismus – akute Vergiftung durch Verzehr von Giftpilzen
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Mykosen – Bildung von Pilzmyzel (»fungus ball«) in luftgefüllten Hohlräumen ohne größere Schädigung des Wirtes (Mykotisation), mukokutane Besiedlung (Soor, Tinea) und davon ausgehend invasive Mykosen mit Wachstum des Pilzes in inneren Organen und weiterer Dissemination über das Blutgefäßsystem.
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