Zusammenfassung
Mag Wissenschaftstheorie oft den Eindruck erwecken, in elfenbeinernen Türmen betrieben zu werden, ihren Gegenstand gewinnt sie nicht aus reinem Nachdenken, sondern findet ihn ebenso vor wie den konkreten philosophischen Turm, in dem sie ihrer analytischen Tätigkeit nachgeht. Der Gegenstand, die Objekttheorie, ist im aktuellen Fall die Biologie, bzw. sind biowissenschaftliche Theorien in einem recht weiten Sinne. Der zu ihrer Untersuchung eingesetzte wissenschaftstheoretische Ansatz hat diesbezüglich den Status einer Metatheorie. Er darf nicht dazu verführen, die Objekttheorie einem Theorieideal unterzuordnen, das z. B. aus der Struktur physikalischer Theorien abgeleitet werden könnte. Nur so kann der von Schaffner aufgezeigten Gefahr entgangen werden, Eigenheiten biowissenschaftlicher Theorien zu übersehen: „Characterizing as ‚legitimate‘ biomedical theories only those theories that fit the analyses more appropriate for physics and chemistry would impoverish existing biomedical sciences and would methodologically misdirect ongoing research“ (Schaffner 1993: 125 f.). Statt dessen ist die Metatheorie so zu gestalten, dass die bestehenden biologischen Theorien in ihrer Vielfalt zur Kenntnis genommen werden können. Zur ihrer Rekonstruktion und zur Analyse ihrer Struktur sind auch im philosophischen Turm außer einem bisweilen dennoch hilfreichen Lehnstuhl vor allem analytische Werkzeuge vonnöten. Die in Teil III verwendeten speziellen metatheoretischen Begriffe werden erst bei Bedarf in Abschn. 8.1 eingeführt. Im aktuellen Kapitel wird nur das durchgehend benötigte analytische Instrumentarium zusammengestellt.
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