Inhalts- und Schrankenbestimmungen des Grundeigentums zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen pp 61-194 | Cite as
Zusammenwirken von Art. 14 Abs. 1 und 2 GG und Art. 20a GG
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Auszug
Nachdem das Verhältnis von Staatszielbestimmungen und Grundrechten im Grundgesetz bereits beschrieben worden ist1, soll nunmehr das konkrete Verhältnis von Art. 14 GG und Art. 20a GG beleuchtet werden. In Bezug auf die Konflikte zwischen beiden Verfassungsgütern und -normen ist zu untersuchen, welche Lösungsmechanismen die Verfassung bereitstellt. Lassen sich solche auffinden, so gehen sie als ausdrückliche Regelung einer allgemeinen Abwägung zwischen den Verfassungsgütern vor.2
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Literatur
- 2.Ähnlich Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 269.Google Scholar
- 3.Vgl. statt aller Pieroth/Schlink, Grundrechte, Rn. 209 ff.Google Scholar
- 4.Zwischenbilanz nach einem Jahrzehnt Staatsziel Umweltschutz zieht in Bezug auf exekutivisches Handeln Große Hündfeld, in: FS Kutscheidt, S. 153 ff.Google Scholar
- 5.Böckenförde, NJW 1974, 1529.Google Scholar
- 6.Dazu Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 28.Google Scholar
- 7.C. Schmitt, Verfassungslehre, S. 126 f., 158 f.; Schlink, EuGRZ 1984, 457 [467]. Grundlegend zu Grundrechtstheorie und-interpretation Böckenförde, NJW 1974, 1529 ff.; Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 510 f.; Bethge, in: VVDStRL 57 (1998), S. 7 ff. Dazu, dass die Leistungsfähigkeit der Grundrechtstheorie mitunter überspannt wird, wodurch ihr Kern — der individuelle Freiheitsschutz — wegen der notwendigen Abwägung mit objektiven Gemeinwohlbelangen ins Hintertreffen gerät, Lepsius, EuGRZ 2004, 370 [380].Google Scholar
- 8.Böckenförde, NJW 1974, 1529 [1530]. Die Bestimmung dieser Verträglichkeitsgrenzen ist allerdings problematisch.Google Scholar
- 9.Kloepfer, in: Dolde, Umweltrecht, S. 745 [759]. Umweltmedien sind „freie Güter“ und als solche seit jeher eigentumsfrei, Kloepfer, Umweltrecht, § 5, Rn. 308. Die Luft als eigenständiges entziehungsfähiges Gut zu sehen, scheidet schon der Natur der Sache nach aus, weil es undenkbar ist, dass sie nach Art eines Ausschließlichkeitsrechts dem Einzelnen privat zugeordnet ist, BVerwGE 124, 47 [59]. Dies ändert allerdings nichts an der grundsätzlich auch auf sie bezogenen und vom Grundrechtsschutz umfassten Nutzungsbefugnis des Grundeigentümers, so auch Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [217 ff.]. Siehe auch Friauf, WiVerw. 1986, S. 87 [102], der für ein „Recht zur genehmigungskonformen Luftbenutzung“ als „notwendige(r) Bestandteil des Eigentums an einer genehmigten Anlage“ plädiert.Google Scholar
- 10.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 332; Isensee, in: Ossenbühl, Eigentumsgarantie, S. 3 [4 ff.] m.w.N.; Leisner, in: Isensee, Leisner, Rechtsschranken des Umweltschutzes, S. 414 [422]; Murswiek, JZ 1988, 985; R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [949]: „allgemeine Umweltverschmutzungsfreiheit“; ausführlich Haddenhorst, Umweltnutzungsfreiheit, der die Grundlage der allgemeinen Umweltnutzungsfreiheit vor allem in Art. 2 Abs. 1 GG sieht: „Die umweltbelastende Freiheitsverwirklichung ist grundrechtlich geschützt, denn die Inanspruchnahme der natürlichen Umweltgüter ist als schlichte Freiheitsausübung Bestandteil des jeweils einschlägigen Schutzbereichs“, a.a.O. S. 179. Nach Sendler gibt Art. 14 kein Recht auf Umweltverschmutzung, weil die Befugnisse des Grundstückseigentümers an der Grundstücksgrenze enden, ders., UPR 1983, 33 [41].Google Scholar
- 11.Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [216 ff.].Google Scholar
- 12.Vgl. dazu Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 280 ff.; unter dem Stichwort „ungeschriebene Grundrechtsbegrenzungen“ siehe auch Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 525 f. Zum Zusammenhang der weiten Tatbestandstheorie mit immanenten Grenzen sowie zur nicht immer eindeutigen Positionierung des BVerfG betreffend enge und weite Tatbestandstheorie Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 84 ff. und 103 ff.Google Scholar
- 13.Kahl, in: Der Staat 43 (2004), S. 167 [175f.]. Kritisch zu dieser Fundamentalkritik Hoffmann-Riem, in: Der Staat 43 (2004), S. 203 ff. Für einen engen Gewährleistungsgehalt, der zum Sach-und Lebensbereich hinzutritt und deshalb für dreigliedrige Grundrechtsprüfung Böckenförde, in: Der Staat 42 (2003), 165 [174]. Diese jüngere Diskussion zusammenfassend Wenger, in: AöR 130 (2005), S. 618 ff. Zur Zuordnung der Rechtsprechung des BVerfG zu enger und weiter Tatbestandstheorie Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 103 ff.Google Scholar
- 14.Ebenso Sieckmann, Modelle, S. 114.Google Scholar
- 15.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 33. Zur Funktion des verfassungsrechtlichen Eigentumsbegriffs als Vorgabe für den inhalts-und schrankenbestimmenden Gesetzgeber vgl. S. 97 ff. und 111 ff.Google Scholar
- 17.Zu diesen drei Punkten vgl. Pieroth/Schlink, Grundrechte, Rn. 912 ff.Google Scholar
- 18.Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 13, der das Problem der immanenten Beschränkung als solches der Begriffsbildung im Recht ansieht.Google Scholar
- 20.So BVerfGE 24, 367 [396]; Nüßgens/Boujong, Eigentum, Rn. 25 ff.; Sendler, DÖV 1974, 73 ff. Zur Diskussion dieses Problems ausführlich Appel, Entstehungsschwäche, S. 32; Bierlein, Ausgleich, S. 34 ff.; Grochtmann, Art. 14, S. 105 ff.; Kempen, Eingriff, S. 4 m.w.N. Insbesondere das BVerfG hat mit missverständlichen Aussagen mal der einen, mal der anderen Ansicht zugeneigt, wenn es einerseits betont, dass der Begriff des von der Verfassung gewährleisteten Eigentums aus der Verfassung selbst gewonnen werden müsse (BVerfGE 58, 300 [335]), andererseits in derselben Entscheidung betont, Eigentum im Sinne des Verfassungsrechts seien allein die einem Eigentümer in einem bestimmten Zeitpunkt gesetzlich zustehenden Befugnisse (BVerfGE 58, 300 [336]; dazu Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 37).Google Scholar
- 21.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [158f.].Google Scholar
- 22.BVerfGE 42, 263 [293].Google Scholar
- 23.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 33. Diese „Qualifikationsfunktion“ anhand der Rechtsprechung des BVerfG nachweisend: Appel, Entstehungsschwäche, S. 77 ff.Google Scholar
- 24.BVerfGE 37, 132 [140] und 58, 300 [345]: durch Privatnützigkeit und grundsätzliche Verfügungsbefugnis ausgezeichnet; 52, 1 [30f.]: Erhaltung der Substanz des Eigentums; Verfügungsbefugnis, die, wenn beschränkt, die Substanz des grundrechtlich garantierten Eigentums berühren kann. Vgl. auch BVerfGE 98, 17 [35]; 100, 289 [301]; 101, 54 [75]. Ausführlich Appel, Entstehungsschwäche, S. 41 ff.Google Scholar
- 25.Zur Frage der Wandelbarkeit der Eigentumsgarantie an sich bereits S. 26 ff. Für eine Wandelbarkeit des Eigentumsbegriffes Andersen, Wandlung, S. 69 ff.; Hesse, Grundzüge, Rn. 442 f.; Ossenbühl, Staatshaftungsrecht, S. 153; Saladin, Grundrechte im Wandel, S. 391 ff.; Schoch, JURA 1989, 113 [115]; Stein, in: FS Gebhard Müller, S. 503 [504f.]. A.A. Grochtmann, Art. 14, S. 251 f.; Schwerdtfeger, dogmatische Struktur, S. 16: die Vorstellung, „es gehe um Verfassungswandel, um einen Wandel des verfassungsrechtlichen Eigentumsinhalts, muss nach der neuen Rechtsprechung des BVerfG zur konstitutiven Zuständigkeit des inhaltsbestimmenden Gesetzgebers aufgegeben werden.“Google Scholar
- 26.Im Ergebnis ablehnend, allerdings ohne Begründung, Führ, NuR 1998, 6 [11].Google Scholar
- 27.BVerfGE 30, 1 [19]; 19, 206 [220].Google Scholar
- 30.Die „Einheit der Verfassung“ ist als Prinzip der Verfassungsinterpretation bedeutsam und wird vom BVerfG als Grundlage der Konfliktlösung bei uneinschränkbaren Grundrechten herangezogen, vgl. m.w.N. Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 550 ff., 560 f.; Hesse, Grundzüge, Rn. 71.Google Scholar
- 31.F. Müller, Juristische Methodik, S. 172; kritisch auch Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 561; Ossenbühl, DÖV 1965, 649 [655]: stellt eine Interpretationsrichtlinie dar. A.A. wohl Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 127, der meint, mit Stichworten wie „Praktische Konkordanz“ und „Einheit der Verfassung“ ließen sich Staatszielbestimmungen in ein in sich logisches und folgerichtiges Norm-und Zielgefüge, insb. bei Lösung von Zielkonflikten, bringen.Google Scholar
- 32.Herdegen, JZ 2004, 873 [876].Google Scholar
- 33.Grochtmann, Art. 14, S. 254 in Fn. 1183.Google Scholar
- 34.So auch Grochtmann, Art. 14, S. 254 in Fn. 1183 und Schwerdtfeger, dogmatische Struktur, S. 16.Google Scholar
- 35.In diesem Sinne auch Kutschera, Bestandsschutz, S. 21.Google Scholar
- 37.Breuer, Bodennutzung, S. 43 m.w.N.Google Scholar
- 38.Thormann, Abstufungen, S. 54.Google Scholar
- 39.Kimminich, in: Dolzer, BK, GG, Art. 14, Rn. 16. Nach Andersen, Wandlung, S. 138, besteht kein geringerer verfassungsrechtlicher Schutz der in Art. 15 aufgezählten Objekte.Google Scholar
- 40.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 52; Leisner, in: Isensee/Kirchhof, HStR VI, 2. Aufl., § 149, Rn. 53: Das Eigentumsgrundrecht ist ein Abwehrrecht mit einheitlichem Schutzbereich.Google Scholar
- 41.Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 661. Vgl. auch Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 41 f.; Winkler, Kollisionen, S. 25 f.; durchgehend kritisch Nieuwland, Grundrechtsschranken.Google Scholar
- 42.BVerfGE 58, 300 [338f.].Google Scholar
- 43.Wie hier Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 58, der von einer a-limine-Begrenzung des Grundrechtstatbestandes spricht.Google Scholar
- 44.Diese Rechtslage wurde durch das Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG) vom 16.10.1976, BGBl. I, S. 3017, geschaffen. Die Nassauskiesungsentscheidung des BVerfG erklärt dies für mit Art. 14 vereinbar; in Bezug auf die aus dem Schutzbereich sowieso heraus fallenden Nutzungsmöglichkeiten am Grundwasser war die gesetzliche Regelung allerdings nur deklaratorisch. Die Entscheidung war Gegenstand ausführlicher Erörterung im Schrifttum, vgl. zustimmend Salzwedel, ZfW 1983, 13 ff.; Soell, DVBl. 1983, 241 [243]; Wahl, NVwZ 1984, 401 [404 ff.]. A.A. Baur, NJW 1982, 1734 ff.; Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 336; Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 429; Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 211 ff.Google Scholar
- 45.Dafür König, Bodennutzung, S. 36 ff.; Leisner, BB 1992, 73 [78f.]; Leisner, Sozialbindung, S. 196 f.; Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 248 ff.; dagegen Appel, NuR 2005, 427 ff. Ebenso dagegen: Böhmer, NJW 1988, 2561 [2571f.]; Grochtmann, Art. 14, S. 115 ff.; Bryde, in: v. Münch/Kunig, GG I, Art. 14, Rn. 66: Eigentum berechtigt von Verfassungs wegen nicht zu einer Nutzung, die die Umwelt belastet. Vgl. auch Schönfeld, BayVBl. 1996, 721 [724], Sieckmann, Modelle, S. 205 und die Differenzierungsversuche bei Knauber, Struktur, S. 174 f., Maiwald, BayVBl. 1991, 101 ff. und Peter, Grundeigentum, S. 83.Google Scholar
- 46.BVerfGE 58, 300 [336]: Nutzungs-und Verfügungsrechte werden durch die jeweils geltenden rechtlichen Regelungen bestimmt. Der BGH stellt darauf ab, ob sich eine Nutzung objektiv anbietet, BGHZ 90, 17 [25]. Das BVerwG hat berücksichtigt, ob die Verkehrsauffassung die Nutzung geradezu vermisst, BVerwGE 67, 84 [92]; 67, 93 [96f.]. Vgl. auch Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 35 f. mit vielen Rechtsprechungsnachweisen.Google Scholar
- 47.Hösch, Eigentum und Freiheit, S. 268 f. Ähnlich auch Aicher, Eigentum als subjektives Recht, S. 77 f.Google Scholar
- 48.Wie hier auch Ossenbühl, in: FS Leisner, S. 689 [690f.]: Art. 14 verbürgt eine Nutzungsgarantie, die den gleichen Rang wie die Bestandsgarantie hat.Google Scholar
- 49.BVerfGE 52, 1 [31 f.].Google Scholar
- 50.BVerfGE 101, 54 [75].Google Scholar
- 51.Vgl. hierzu Appel, Entstehungsschwäche, S. 45.Google Scholar
- 52.Teilweise a.A. Appel, Entstehungsschwäche, S. 75, der das Kriterium der Verfügungsbefugnis als Definitionsmerkmal aufgeben und nur bei der Eigentumsrechtfertigung verwendet wissen will.Google Scholar
- 53.BVerfGE 50, 290 [339].Google Scholar
- 54.Appel, Entstehungsschwäche, S. 73. Zu den Merkmalen des verfassungsrechtlichen Eigentumsbegriffs als Grenze gesetzgeberischer Inhalts-und Schrankenbestimmungen vgl. im Folgenden S. 97 ff. und 111 ff.Google Scholar
- 55.BVerfGE 58, 300 [345].Google Scholar
- 56.BVerfGE 68, 193 [222]; 74, 129 [148].Google Scholar
- 57.Dass die Nutzungsbefugnis von Art. 14 geschützt wird, ergibt sich aus zahlreichen Entscheidungen, vgl. BVerfGE 21, 229 [239]; 81, 29 [33]; 88, 366 [377]; 98, 17 [35]; 101, 54 [75]. A.A. allerdings Appel, Entstehungsschwäche, S. 144 ff., der meint, das BVerfG beziehe sich auf Nutzungen immer nur zur Qualifikation einer einfachgesetzlichen Rechtsposition als Eigentum; insb. BVerfGE 21, 229 [239] widerlegt dies aber. Zweifelhaft ist allerdings, ob bei Entzug solcher Positionen von einer Enteignung auszugehen ist. Dies hat BVerfGE 58, 300 [338, 349] offen gehalten; es sei jedenfalls mit Art. 14 nicht vereinbar, wenn Grundstücksnutzungen, mit denen erheblicher Arbeits-und Kapitaleinsatz einhergegangen sei, abrupt und ohne Überleitung unterbunden würden. Daraus schließt Leisner, in: Isensee, Leisner, Rechtsschranken des Umweltschutzes, S. 414 [433], dass das BVerfG nur intensiv ausgeübten Nutzungen Eigentumsschutz gegen Enteignung zukommen lässt. Gänzlich gegen eine Interpretation des BVerfG dahingehend, dass Nutzungsmöglichkeiten verfassungsunmittelbaren Schutz des Art. 14 genössen, Appel, NuR 2005, 427 [430 f.], der allerdings von einer strengen Gesetzesabhängigkeit des Eigentums ausgeht. Im letzteren Sinne auch Grochtmann, Art. 14, S. 115 ff.Google Scholar
- 58.BVerfGE 58, 300 [338].Google Scholar
- 59.BVerfGE 89, 1 ff.Google Scholar
- 60.BVerfGE 31, 270 [274]; 83, 201 [211 f.]. Ähnlich Schönfeld, BayVBl. 1996, 673 [679].Google Scholar
- 61.Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 329.Google Scholar
- 62.BVerfGE 50, 290 [340]; 58, 137 [150].Google Scholar
- 63.So auch Sieckmann, Modelle, S. 193 in Fn. 37.Google Scholar
- 64.BVerfGE 58, 300 [341].Google Scholar
- 65.Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 59.Google Scholar
- 66.Zur „Knappheit“ bezogen auf das Grundeigentum siehe auch BVerfGE 21, 73 [82 f.].Google Scholar
- 68.So auch König, Bodennutzung, S. 31 ff. Über die hiesige Fragestellung hinaus geht die Frage nach der Nutzung öffentlicher Sachen, die nicht als Ausübung grundrechtlicher Freiheit anzusehen ist, sondern staatlicher Zulassung bedarf, vgl. Lorenz, NVwZ 1989, 812 [818], weil der Begründung einer öffentlichen Sache eine gesetzgeberische Entscheidung vorausgeht. Inwieweit Umweltmedien als öffentliche Sachen festgelegt werden dürfen, ist an späterer Stelle zu erörtern, vgl. S. 103 ff.Google Scholar
- 69.Chlosta, Wesensgehalt, S. 24: nach Art. 14 Abs. 2 S. 1 GG gibt es grundsätzlich kein ungebundenes Eigentum; Schneider, Güterabwägung, S. 95: „Art. 14 Abs. 2 GG positiviert eine immanente Grenze des Art. 14 Abs. 1 GG.“; dagegen Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 232 ff.Google Scholar
- 70.Michel, Staatszwecke, S. 288. Art. 20a GG als taugliche Grundlage für eine unmittelbare Beschränkung von Art. 14 befürwortet Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 194.Google Scholar
- 71.So zusammenfassend Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 997, 1019.Google Scholar
- 72.Czybulka, NuR 1988, 214 [216]; Maiwald, BayVBl. 1991, 101 [102 f.]; Parodi, Eigentumsbindung, S. 94; vgl. auch die Nachweise bei Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 293 in Fn. 20. Anders z.B. König, Bodennutzung, S. 30: alle vom Gesetzgeber nicht ausgeschlossenen Nutzungsmöglichkeiten gehören zum Eigentum. Zu diesem Themenkomplex auch soeben unter (1)(a).Google Scholar
- 73.Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 194: der Eigentümer habe eine höhere Darlegungslast, warum sein Eigentum nicht entschädigungslos beschränkt werden dürfe.Google Scholar
- 74.BVerwGE 94, 1 [4]; 84, 361 [371].Google Scholar
- 75.Vgl. Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 292 ff. Auf letzteres wird erst auf S. 175 ff. zurückzukommen sein.Google Scholar
- 76.Albrod, Inhalts-und Schrankenbestimmungen, S. 101.Google Scholar
- 77.Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 293.Google Scholar
- 78.Kersting, in: Bitburger Gespräche, Jahrbuch 2004/1, S. 43 [44].Google Scholar
- 79.So auch König, Bodennutzung, S. 30.Google Scholar
- 80.Begriff übernommen von R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [952].Google Scholar
- 81.BVerwGE 2, 295 [300] (zu Art. 12 GG). In der jüngeren Rechtsprechung findet sich diese Sichtweise nicht mehr, vgl. bspw. BVerwG DVBl. 2005, 1455 [1458]: Der Geltungsgehalt einer Norm darf nur insoweit immanent beschränkt werden, wie das logisch und systematisch zwingend erscheint; die Aufgabe, widerstreitende Belange auszugleichen, obliegt in erster Linie dem Gesetzgeber. Dass jede Freiheit ihre Schranken bereits in ihrem Begriff trage, ist auch Grundlage der konservativen Grundrechtstheorie; vgl. zu dieser Depenheuer, in: Merten/Papier, HbGr I, § 11, Rn 32 ff.Google Scholar
- 82.Beispielhaft BVerfGE 28, 243 [260 f.]; BVerwGE 37, 265 [267 f.]; ausführlich Bamberger, Verfassungswerte, S. 52 ff.; Nieuwland, Grundrechtsschranken, S. 90 ff.; Winkler, Kollisionen, S. 47 f.Google Scholar
- 83.Jarass, in: ders./Pieroth, GG, Vorb. vor Art. 1, Rn. 47; Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 524 ff.Google Scholar
- 85.So auch Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 29 ff.Google Scholar
- 86.Lerche, in: Isensee/Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 121, Rn. 12.Google Scholar
- 87.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [953].Google Scholar
- 88.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [953].Google Scholar
- 90.Kloepfer/ Vierhaus, in: Kloepfer, Anthropozentrik, S. 29 [32]; R. Schmidt, a.a.O. Bosselmann, Im Namen der Natur, S. 211 ff., plädiert für die „Ökologiepflichtigkeit des Eigentums“. Es sei ein ökologisch erweiterter Eigentumsbegriff zugrunde zu legen, nach dem die Abwägung bei Inhalts-und Schrankenbestimmungen nicht mehr auf einseitig anthropozentrischer Grundlage vorgenommen werden dürfe, ders., Ökologische Grundrechte, S. 124. Insoweit wohl auch von der liberalen als der herrschenden Grundrechtstheorie abweichend Suhr, Diskussionsbeitrag, in: VVDStRL 38 (1979), S. 351; Weber DVBl. 1971, 806 [807]; Rupp, JZ 1971, 401 [402].Google Scholar
- 92.So auch Stoll, Sicherheit, S. 376. Vgl. zur öffentlichen Sache als Instrument des Umweltschutzes Lorenz, NVwZ 1989, 812 ff. Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 57, zieht allerdings Art. 20a GG in Betracht zur Begründung einer a-limine-Begrenzung des grundrechtlichen Schutzbereiches und spricht von einem neuartigen Spannungsverhältnis in der Verfassung zwischen Art. 14 und Art. 20a GG. Gänzlich gegen eine tatbestandliche Begrenzung Bamberger, in: Der Staat 39 (2000), S. 355 [372]: als taugliche allgemeine, bereits auf Tatbestandsebene angesiedelte Grenzen grundrechtlicher Freiheit erweisen sich allein kollidierende Grundrechte Dritter.Google Scholar
- 93.Vgl. aus der Rechtsprechung BVerwG, DVBl. 2007, 821 [831].Google Scholar
- 94.Matz, JöR n.F. Band 1 (1951), S. 154 ff.Google Scholar
- 95.Scheuner, in: FS Forsthoff, S. 325 [339].Google Scholar
- 96.So auch Bernsdorff, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 20a, Rn. 13; Jarass, in: ders./Pieroth, GG, Art. 20a, Rn. 17. Zu den Auswirkungen auf den verfassungsrechtlichen Eigentumsbegriff vgl. schon S. 64.Google Scholar
- 98.Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 13: „Das kann in letzter Zuspitzung zu einem schlechterdings leeren Rechtstitel führen, wenn und weil alles, was ihm an Inhalt zuzukommen scheint, durch begriffsimmanente Schranken wieder ausgeschieden wird“.Google Scholar
- 99.Ebenso Kahl, in: Der Staat 43 (2004), S. 167 [192], bei seiner Kritik an der Lehre vom engen Gewährleistungsgehalt der Grundrechte. Vgl. auch Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 288 ff.; v. Arnauld, Die Freiheitsrechte, S. 83; Haddenhorst, Umweltnutzungsfreiheit, S. 77.Google Scholar
- 100.A.A. Hoffmann-Riem, in: Der Staat 43 (2004), S. 203 [205].Google Scholar
- 101.Kloepfer, in: Dolde, Umweltrecht, S. 745 [761]; Bamberger, Verfassungswerte, S. 50 f., der z.B. missbräuchliches Handeln oder Bagatellfälle als Ausnahme nennt.Google Scholar
- 102.F. Müller, Juristische Methodik, S. 51 f.Google Scholar
- 103.Bamberger, Verfassungswerte, S. 52. A.A. z.B. Blaesing, Grundrechtskollisionen, S. 133 f., 160.Google Scholar
- 104.So aber Jarass, in: ders./Pieroth, GG, Vorb. vor Art. 1, Rn. 47; Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 119; wie hier Bamberger, Verfassungswerte, S. 109.Google Scholar
- 105.So R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [953], als Vertreter dieser Lehre, der gerade diesen Paradigmenwechsel als reizvoll ansieht.Google Scholar
- 106.Zu diesem Begriff vgl. Rüthers, in: FAZ v. 2. Februar 2005, S. 7.Google Scholar
- 108.Vgl. auch Böckenförde, in: Der Staat 42 (2003), S. 165 [169 f.]: Immanente Schranken führen zur Marginalisierung der ausdrücklichen Gesetzesvorbehalte bei verstärkter Betonung eines „Richtervorbehaltes“.Google Scholar
- 110.Lepsius, Sachherrschaft, S. 424, 443. Auf die begrenzende Wirkung einer Staatszielbestimmung weist auch Scheuner, FS Forsthoff, S. 325 [339], hin.Google Scholar
- 111.BVerfGE 12, 45 [51].Google Scholar
- 112.Vgl. z.B. von Arnauld, Die Freiheitsrechte, S. 27 ff., 78; Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 22 ff.; Lübbe-Wolff, Die Grundrechte, S. 98. Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 152, meint, das materielle Freiheitsverständnis sage für die Zulässigkeit von Grundrechtsbegrenzungen nichts aus. Dazu, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob Schutz gegen gesetzeswidrige Eingriffe grundrechtlich oder nur über den objektiv-rechtlichen Grundsatz des Vorbehalts des Gesetzes vermittelt wird, sehr deutlich Lübbe-Wolff, Die Grundrechte, S. 88.Google Scholar
- 113.Knauber, Struktur, S. 266; Parodi, Eigentumsbindung, S. 94 f.Google Scholar
- 114.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [956]. Ähnlich Czybulka, NuR 1988, 214 [216] und Maiwald, BayVBl. 1991, 101 [103].Google Scholar
- 115.Ausdrücklich Kloepfer, DVBl. 1996, 73 [75]. Insoweit zumindest missverständlich Epiney, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG II, Art. 20a, Rn. 96. Dies widerspricht der Natur einer Staatszielbestimmung ebenso wie der hier vertretenen Ansicht, dass Art. 20a GG eine Kombination aus Gesetzgebungsauftrag und Staatszielbestimmung ist.Google Scholar
- 116.Im Ergebnis ebenso Leisner, in: Isensee, Leisner, Eigentum, S. 21 [31 f.]; Huber, Politische Studien 1/2000, S. 45 [48].Google Scholar
- 117.Leisner, DÖV 1991, 781 [787]; Kloepfer, Beilage I Agrarrecht 1986, 3 [14]; Parodi, Eigentumsbindung, S. 46.Google Scholar
- 118.BGHZ 23, 30 [33]; BVerwGE 94, 1 [4].Google Scholar
- 119.BGHZ 23, 30 [32 f.].Google Scholar
- 120.BVerfGE 100, 226 [242].Google Scholar
- 121.BVerwGE 94, 1 [4].Google Scholar
- 122.Zum Vorstehenden und zur Kritik an diesem Begriff vgl. Bartlsperger, DVBl. 2003, 1473 [1481]; Gassner, NVwZ 1982, 165 [166 f.]; Parodi, Eigentumsbindung, S. 44 ff.; Rozek, Eigentumsbindung, S. 84, 261, 268 ff.; Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 179 ff. m.w.N.Google Scholar
- 123.BGHZ 90, 17 [25].Google Scholar
- 124.BGHZ 60, 145 [148].Google Scholar
- 125.BVerwGE 67, 84 [92]; 67, 93 [96].Google Scholar
- 126.Bartlsperger, DVBl. 2003, 1473 [1481].Google Scholar
- 127.Albrod, Inhalts-und Schrankenbestimmungen, S. 25.Google Scholar
- 128.BVerfGE 37, 132 [140].Google Scholar
- 129.Albrod, Inhalts-und Schrankenbestimmungen, S. 102; Schönfeld, BayVBl. 1996, 673 [674].Google Scholar
- 130.Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 122; Peter, Grundeigentum, S. 119 ff.Google Scholar
- 131.Schink, DVBl. 1990, 1375 [1382].Google Scholar
- 132.Schink, DVBl. 1990, 1375 [1382] mit Verweis auf Schmidt-Aßmann, DVBl. 1987, 216 [217].Google Scholar
- 133.Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 120.Google Scholar
- 134.Der Begriff „Situationsberechtigung“ findet sich aber immerhin bei BVerwGE 32, 173 [179]: ein Grundstück könne durch seine Einbettung in die entsprechende Situation auch angereichert werden. Vgl. auch BVerwGE 50, 49 [56].Google Scholar
- 135.So aber Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 172.Google Scholar
- 136.Leisner, Umweltschutz durch Eigentümer, S. 70.Google Scholar
- 137.So auch Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 186; Tsai, Umweltschutzpflicht, S. 138.Google Scholar
- 138.Erichsen, JURA 1992, 142 [144]; ablehnend Espinoza-Rausseo, Naturschutz, S. 41 ff. m.w.N. Aus der Rechtsprechung bspw. BVerfGE 47, 327 [369], wobei oft die dogmatische Verortung im Schutzbereich oder auf Schrankenebene nicht klar zu Tage tritt. Einen Überblick bietet Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 177 ff., 228 ff. Vgl. auch Murswiek, in: Der Staat 45 (2006), S. 473 [495], der das allgemeine Gewaltverbot als Gewährleistungsgrenze benennt.Google Scholar
- 139.Zu der von der Verfassung vorausgesetzten Güterordnung als Gewährleistungsgrenze spezieller Freiheitsrechte Murswiek, in: Der Staat 45 (2006), S. 473 [496 ff.]. Art. 20a GG enthält aber keine Festlegungen hinsichtlich der Zuordnung der natürlichen Lebensgrundlagen zu einzelnen Rechtsträgern, vgl. dazu oben S. 77 ff. und 103 ff.Google Scholar
- 141.Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 574.Google Scholar
- 143.Isensee, Grundrecht auf Sicherheit, S. 44. Rechtsausübungen mit Gefahren/Störungen zu Lasten Dritter sind nicht geschützt, Badura, in: Benda/Maihofer/Vogel, HVerfR, S. 348; R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [960].Google Scholar
- 144.Umfassend Stemmler, Das „Neminem-laedere-Gebot“, S. 210 ff.Google Scholar
- 145.Jarass, in: ders./Pieroth, GG, Vorb. Art. 1, Rn. 45 ff.: Aushebelung ausdrücklicher Gesetzesvorbehalte; Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 306 ff., 601 ff. Haddenhorst, Umweltnutzungsfreiheit, S. 117 ff., meint, aus dem Gebot der wertungsfreien Schutzbereichsbestimmung folge, dass Grundrechte nicht unter dem Vorbehalt der Achtung allgemeiner Freiheit anderer stünden. Bamberger, Verfassungswerte, S. 50, schließt missbräuchliche oder unfriedliche Grundrechtsausübung bzw. Bagatellfälle aus, Beschränkungen durch kollidierende Grundrechte Dritter nennt er Gegenseitigkeitsvorbehalt a.a.O. S. 52 ff. Vgl. auch Häberle, Wesensgehaltsgarantie, S. 57 in Fn. 318, S. 120. Grundrechtsmissbrauch als immanente Grenze ablehnend, weil er nicht vom Grundrechtsgebrauch exakt abzugrenzen sei, Nieuwland, Grundrechtsschranken, S. 76 ff.; vgl. auch Winkler, Kollisionen, S. 231 ff.Google Scholar
- 146.Söhnlein, Landnutzung im Umweltstaat, S. 41 ff.Google Scholar
- 148.Kahl, in: Der Staat 43 (2004), S. 167 [168], ordnet sie als enge Tatbestandstheorie ein.Google Scholar
- 149.Murswiek, DVBl. 1994, 77 [81].Google Scholar
- 150.Murswiek, in: Isensee/Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 112, Rn. 66 ff. Grundlegend zur teilhaberechtlichen Sicht der Grundrechte Haverkate, Rechtsfragen, S. 63 ff.Google Scholar
- 151.Vgl. Kloepfer/Vierhaus, in: Kloepfer, Anthropozentrik, S. 34 ff., zur Baufreiheit: „Schleuse zur Erosion der Grundrechte“. Ähnlich auch Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 56.Google Scholar
- 152.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [954].Google Scholar
- 154.Vgl. nur BVerfGE 53, 257 ff. Zum Aspekt der Teilhabe auch: BVerfGE 33, 303 [331 ff.].Google Scholar
- 155.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [176].Google Scholar
- 156.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [176].Google Scholar
- 157.Vgl. hierzu ausführlich Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [176].Google Scholar
- 158.So auch Tsai, Umweltschutzpflicht, S. 143.Google Scholar
- 159.Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 278.Google Scholar
- 160.So wie hier mit ausführlicher Argumentation auch Haddenhorst, Umweltnutzungsfreiheit, S. 127 ff.Google Scholar
- 161.BVerfGE 33, 303 [329 ff.].Google Scholar
- 162.Häberle, in: VVDStRL 30 (1972), S. 43 [95]; Friauf, DVBl. 1971, 674 [675]; Kratzmann, Grundrechte, S. 118; Leisner, DÖV 1975, 73 ff. Ablehnend Ossenbühl, NJW 1976, 2100 [2104 f.].Google Scholar
- 163.BVerfGE 33, 303 [334].Google Scholar
- 164.So Michel, Staatszwecke, S. 292, 314.Google Scholar
- 165.Vgl. nur Böckenförde, NJW 1974, 1529 [1538].Google Scholar
- 166.Vgl. die Entscheidung zur Nassauskiesung, BVerfGE 58, 300 ff.Google Scholar
- 167.A.A. wohl Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 189.Google Scholar
- 168.Dies wurde vor Einfügung von Art. 20a GG auch diskutiert, vgl. S. 30 in Fn. 72.Google Scholar
- 169.NVwZ 1990, 276 ff. Dazu Enders, AöR 115 (1990), S. 610 ff.; Gersdorf, DÖV 1990, 514 ff.; Scholz, in: FS Sendler, S. 93 ff.; Sendler, NVwZ 1990, 231 ff.; zustimmend: Eiberle-Herm, NuR 1990, 204 ff.Google Scholar
- 170.Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 70. Zum Vorbehalt des Gesetzes und seinem Verhältnis zum Richtervorbehalt Sendler, NVwZ 1990, 231 ff.Google Scholar
- 171.So auch Haddenhorst, Umweltnutzungsfreiheit, S. 77.Google Scholar
- 172.A.A. Grochtmann, Art. 14, S. 111; Pieroth/Schlink, Grundrechte, Rn. 899. Vgl. dazu schon S. 63.Google Scholar
- 173.Hierzu ausführlich Bumke, Grundrechtsvorbehalt. Zum Problem der Grundrechtsausgestaltung umfassend Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte; Gellermann, Grundrechte. Ausgestaltung wird als Gegenbegriff zur Grundrechtsbeschränkung verstanden, vgl. Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 300 ff.Google Scholar
- 174.Leisner, in: Isensee/Kirchhof, HStR VI, 2. Aufl., § 149, Rn. 60 ff.; ähnlich Kempen, Eingriff, Rn. 115 f.: Inhaltsbestimmung als die Herstellung neuer Eigentumsrechte.Google Scholar
- 175.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [149 f.].Google Scholar
- 176.Bryde, in: v. Münch/Kunig, GG I, Art. 14, Rn. 51; Nüßgens/Boujong, Eigentum, Rn. 128; Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 307; Rittstieg, in: Alternativkommentar, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 160 ff. A.A. mit jeweils eigenen Abgrenzungsvorschlägen: Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [225]; Chlosta, Wesensgehalt, S. 31; Kempen, Eingriff, Rn. 115 f.; Kutschera, Bestandsschutz, S. 72 ff.; Leisner, in: Isensee/Kirchhof, HStR VI, 2. Aufl., § 149, Rn. 63; Ramsauer, Beeinträchtigungen, S. 69 ff.; Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 405; Wendt, in: Sachs, GG, Art. 14, Rn. 55 ff. Vgl. auch die ausführliche Streitdarstellung bei Albrod, Inhalts-und Schrankenbestimmungen, S. 105 ff., Lee, Eigentumsgarantie, S. 86 ff. und Parodi, Eigentumsbindung, S. 68 ff.Google Scholar
- 177.Vgl. nur BVerfGE 52, 1 [27].Google Scholar
- 178.BVerfGE 52, 1 [27].Google Scholar
- 179.Vgl. nur Appel, Entstehungsschwäche, S. 269; Gellermann, Grundrechte, S. 274 m.w.N.; Schmidt-Aßmann, in: FS Universität Heidelberg, S. 107 [115] m.w.N.Google Scholar
- 180.Zum Ausgestaltungsvorbehalt und seiner Abgrenzung zum Begrenzungsvorbehalt Bumke, Grundrechtsvorbehalt, S. 180 ff.; Häberle, Wesensgehaltsgarantie, S. 180 ff.; Haddenhorst, Umweltnutzungsfreiheit, S. 76; enger Lübbe-Wolff, Die Grundrechte, S. 59 ff.Google Scholar
- 181.Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 306.Google Scholar
- 182.Baur, NJW 1982, 1734 [1735].Google Scholar
- 183.Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 305 f.Google Scholar
- 184.BVerfGE 37, 132 [140].Google Scholar
- 185.Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 408. So auch Depenheuer, v. Danwitz, Bericht, S. 111 [168 f.].Google Scholar
- 186.Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 408. Ähnlich Hammann, Eigentum, S. 23 f.; Ramsauer, DVBl. 1980, 539 [540], der zwischen dem Institut Eigentum, das durch Inhaltsbestimmungen ausgeformt werde, und dem Individualrecht, welches durch Schrankenbestimmungen begrenzt werde, differenziert, und Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 148 f. Mit eigenem Abgrenzungsvorschlag — Inhaltsbestimmung als Ausgestaltung der Institutsgarantie — Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 258 f. Ähnlich wie hier auch Appel, Entstehungsschwäche, S. 177: er trennt zwischen Ausgestaltung und Umgestaltung, hält seine Unterscheidung aber nicht für kongruent mit der hiesigen Differenzierung zwischen Inhaltsbestimmungen und Schrankenbestimmungen, S. 177 ff., 271 f. Das BVerfG hat in E 58, 300 [337 f.] davon gesprochen, dass auf der Ebene des objektiven Rechts der Inhalt des Grundeigentums für die Zukunft neu bestimmt wird, weshalb eine konkrete, der Bestandsgarantie des Art. 14 Abs.1 S. 1 unterliegende Rechtsposition nicht betroffen sei. Im dortigen Zusammenhang begründet es damit allerdings die Abgrenzung zur Enteignung.Google Scholar
- 187.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [155].Google Scholar
- 188.So auch Hammann, Eigentum, S. 25; Parodi, Eigentumsbindung, S. 80.Google Scholar
- 189.Vor allem findet die Differenzierung zwischen Neu-und Altregelungen besondere Berücksichtigung. Bei Neuregelungen kann sich die typisch eingriffsrechtliche Wirkung des Verhältnismäßigkeitsprinzips nicht entfalten, bei Änderungen alter Rechte hat es dagegen eine ganz spezifische Bedeutung, Schmidt-Aßmann, in: FS Universität Heidelberg, S. 107 [117].Google Scholar
- 190.Wendt, in: Sachs, GG, Art. 14, Rn. 56; Hammann, Eigentum, S. 24.Google Scholar
- 191.Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 410.Google Scholar
- 192.Diesen Aspekt aufgreifend und entkräftend Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 262 ff., der insbesondere die deutlichere Klarheit für die Abgrenzung zur Enteignung als praktisch bedeutsam anführt. Für dogmatisch erforderlich halten eine Differenzierung auch Grochtmann, Art. 14, S. 284 und Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 150 ff. und 158 ff.Google Scholar
- 193.Vgl. exemplarisch den der Nassauskiesungsentscheidung des BVerfGE 58, 300 ff. zugrunde liegenden Fall.Google Scholar
- 194.Kloepfer, Umweltrecht, § 13, Rn. 57.Google Scholar
- 195.BVerfGE 37, 132 [140].Google Scholar
- 196.Ob Art. 19 Abs. 2 GG für die Eigentumsgarantie überhaupt gilt, ist strittig. Vgl. Hammann, Eigentum, S. 29 m.w.N. Keine Anwendung findet sie bei Ausgestaltungsgesetzgebung, vgl. Gellermann, Grundrechte, S. 213; Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 277 ff. Nach hier vertretener Auffassung geht sie in Art. 14 auf, wenn die verfassungsrechtlichen Anforderungen an Inhalts-und Schrankenbestimmungen eingehalten wurden. Ähnlich auch BVerfGE 58, 300 [348]: Die Wesensgehaltsgarantie ist nicht verletzt, wenn der Gesetzgeber die aus Instituts-und Bestandsgarantie folgenden Grenzen einhält.Google Scholar
- 197.Speziell zum unübersichtlichen Meinungsstand in Bezug auf dessen Geltung für den Ausgestaltungsgesetzgeber Gellermann, Grundrechte, S. 332 ff. mit zahlreichen Nachweisen, der selbst eine modifizierte Anwendung dieses Grundsatzes vorschlägt. Für dessen Anwendbarkeit Grochtmann, Art. 14, S. 35 ff., 90, und Pieroth/Schlink, Grundrechte, Rn. 900 sowie eingeschränkt auf Geeignetheit und Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 280 ff. sowie ders., in: Sachs, GG, Art. 14, Rn. 57.Google Scholar
- 198.Hammann, Eigentum, S. 28 f.; Parodi, Eigentumsbindung, S. 81 f. Für Bindung an die Institutsgarantie, Schutz-und Leistungspflichten sowie Verfahrenskomponente Gellermann, Grundrechte, S. 290.Google Scholar
- 199.Ursprünglich entwickelt von Wolff, FG für Kahl, S. 3 [5].Google Scholar
- 200.Sieckmann, Modelle, S. 222.Google Scholar
- 201.BVerfGE 24, 367 [389]; 58, 300 [348]; Herleitung einer Pflicht zur Zuweisung eines Vermögenswertes aus eigener Leistung: BVerfGE 31, 229 [240 f.]; 51, 193 [217]; BVerfG NJW 2001, [1783] 1784. Hammann, Eigentum, S. 25; Parodi, Eigentumsbindung, S. 81 f.; Sachs, in: Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 408 f.; Wendt, in: Sachs, GG, Art. 14, Rn. 57; ders., Eigentum und Gesetzgebung, S. 185. Dagegen im Ergebnis Albrod, Inhalts-und Schrankenbestimmungen, S. 71 ff. Als Schranke für den inhalts-und schrankenbestimmenden Gesetzgeber hat sie praktisch kaum Bedeutung erlangt, so Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 534 f. und Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 223. Gänzlich für deren Abschaffung als „dogmatisches Fossil“ Waechter, Die Verwaltung 29 (1996), S. 47 ff.Google Scholar
- 202.Papier, Wandel, S. 21: Es geht also um verschiedene Rechtsinstitutsgarantien im Rahmen des Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG.Google Scholar
- 203.Sieckmann, Modelle, S. 224 ff., der ein Abwägungsmodell vorschlägt, um sie inhaltlich zu bestimmen; zu sonstigen Ansätzen, insb. traditioneller und funktionaler Art, S. 225 ff. Zweifelnd auch Kutschera, Bestandsschutz, S. 123; Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 39.Google Scholar
- 204.Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 39.Google Scholar
- 205.So die Feststellung von Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 252.Google Scholar
- 206.BVerfGE 91, 294 [308]; 104, 1 [11]. Ausdrücklich gegen eine Aufspaltung des Art. 14 Abs. 1 in einen abwehrrechtlichen Gehalt — bezogen auf den vom Gesetzgeber geschaffenen Bestand — und die Bindung an die Institutsgarantie, Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 271 ff. Vgl. aber Schoch, JURA 1989, 113 [118], der die gesetzgeberische Definitionsbefugnis nur auf die Bestands-und nicht auf die Institutsgarantie bezieht.Google Scholar
- 207.BVerfGE 50, 290 [341].Google Scholar
- 208.BVerfGE 24, 367 [389]; 38, 348 [370 f.].Google Scholar
- 210.A. A. Grochtmann, Art. 14, S. 24, der meint, das BVerfG messe diesem allein als Abgrenzungskriterium für zu schützende Rechtspositionen Bedeutsamkeit zu.Google Scholar
- 211.Vgl. dazu Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 33.Google Scholar
- 212.In diesem Sinne für eine Gleichsetzung beider Chlosta, Wesensgehalt, S. 19; Gellermann, Grundrechte, S. 98; Wahl, NVwZ 1984, 401 [404 ff., 406]; Schoch, in: FS Boujong, S. 655 [659]. Zweifelnd Kutschera, Bestandsschutz, S. 22; dagegen Appel, Entstehungsschwäche, S. 82 f. und Grochtmann, Art. 14, S. 258 f.Google Scholar
- 213.Vgl. dazu oben S. 63 f. sowie sogleich S. 111 ff. Dies verkennt Appel, Entstehungsschwäche, S. 82 f.: Er weist — entgegen seiner Annahme a.a.O., der verfassungsrechtliche Eigentumsbegriff habe nur die Qualifikationsfunktion für Rechtspositionen und die Institutsgarantie nur die Funktion als Rechtsmäßigkeitsmaßstab im Rahmen von Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG Bedeutung — auf Seiten 68, 70 ff. nach, dass die Strukturmerkmale des verfassungsrechtlichen Eigentumsbegriffs auch bei der Eingriffsrechtfertigung zur Anwendung kommen. Dies entspricht auch hiesigem Verständnis, vgl. noch S. 111 ff.Google Scholar
- 214.Zum Vorstehenden Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [134].Google Scholar
- 215.BVerfGE 53, 257 [289 ff.]; 76, 256 [301].Google Scholar
- 216.Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 24 f. mit zahlreichen Nachweisen. Kategorisch gegen eine Aufspaltung des Eigentumsbegriffes in Einzelbefugnisse, die verfassungswidrig sei, auch speziell im Hinblick auf das Grundeigentum: Leisner, Sozialbindung, S. 197 f.Google Scholar
- 217.Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [220] m.N.Google Scholar
- 218.BVerfGE 24, 367 [389 f.] und ausführlich Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [167].Google Scholar
- 219.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [134 f.].Google Scholar
- 220.A.A. speziell zur Nassauskiesungsentscheidung: Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 225: das geeignete Instrument wäre die Schrankenbestimmung in Form des Verbotes mit Erlaubnisvorbehalt, S. 228.Google Scholar
- 221.Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 202, 224, der dies als legislative „Bestimmung unverfügbarer Naturgüter“ bezeichnet.Google Scholar
- 222.BVerfGE 15, 126 [138].Google Scholar
- 223.Wienholtz, Normative Verfassung, S. 81.Google Scholar
- 224.Zum Problem der Definierbarkeit bzw. rechtssprachlicher Nichtfassbarkeit Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 220.Google Scholar
- 225.BVerfGE 58, 300 ff.Google Scholar
- 226.Bis zum Zeitpunkt der gesetzgeberischen Regelung zählten die betreffenden Nutzungsbefugnisse zum Grundeigentum. Betroffen in einer individuellen Rechtsposition sind nur die Eigentümer, die die Nutzung verwirklicht hatten. Dort stellte sich dann die Frage, ob durch Schrankenbestimmung oder Enteignung vorgegangen werden musste. Diese Abgrenzung überschreitet hiesige Aufgabenstellung, vgl. deshalb statt aller Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 253 ff. mit zahlreichen Nachweisen.Google Scholar
- 227.Erheblich weitergehend — aufgrund eines weiten Inhaltsbestimmungsbegriffes — Kloepfer, Umweltrecht, § 13, Rn. 57 ff., der in § 1a Abs. 4 WHG, nach dem das Grundeigentum nicht zur Benutzung des Grundwassers berechtigt, eine gebietsspezifische Formulierung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums sieht, die dem Inhaltsbestimmungsrecht des Gesetzgebers und dem dadurch bestehenden gesetzgeberischen Mandat zur Verfassungskonkretisierung im Rahmen des Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG entspreche.Google Scholar
- 228.Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 268 ff.Google Scholar
- 229.So Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 276.Google Scholar
- 230.Insoweit ist Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 202, beizupflichten.Google Scholar
- 232.Vgl. Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 231 ff. Letzteres setzt eine Widmung als Kreationsakt voraus, hierzu grundlegend Axer, Widmung als Schlüsselbegriff, S. 30 ff. Vgl. im übrigen Papier, Recht der öffentlichen Sachen. A.A. dagegen Peine, JZ 2006, 593 [604], der in Bezug auf das Regelungsregime des WHG von einer öffentlichen Sache im Sondergebrauch ausgeht.Google Scholar
- 233.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [961]. „Öffentliches Eigentum“ an natürlichen Lebensgrundlagen impliziert die Annahme eines Teilhaberechts an diesen, Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 239. Vgl. schon S. 87 ff. sowie Murswiek, JZ 1988, 985 ff. und DVBl. 1994, 77 ff. Die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Benutzungsordnung — wie durch das WHG — führt allerdings zum Ausschluss des Grundrechtsschutzes, so BVerfGE 58, 300 [328].Google Scholar
- 234.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [961 f.]; Lorenz, NVwZ 1989, 813 [818].Google Scholar
- 235.R. Schmidt, in: FS Zacher, S. 947 [962].Google Scholar
- 236.Lorenz, NVwZ 1989, 813 [818].Google Scholar
- 238.Vgl. statt aller Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 253 mit zahlreichen Nachweisen. Zur Zulässigkeit der Schaffung öffentlichen Eigentums an Hochwasserschutzanlagen durch Legalenteignung vgl. BVerfGE 24, 367 ff. Zur Diskussion betreffend die Luft als Umweltmedium Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [221].Google Scholar
- 240.Lorenz, NVwZ 1989, 813 [819].Google Scholar
- 241.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 19.Google Scholar
- 242.Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 320.Google Scholar
- 243.Hier zeigt sich eine weitere Konsequenz der bereits abgelehnten Ansicht, Art. 20a GG enthalte die Festschreibung eines Umweltschutzniveaus entsprechend dem, das bei seiner Aufnahme in das Grundgesetz bestand (dazu schon S. 51). Dies würde bedeuten, dass für jede staatliche Maßnahme, die die natürlichen Lebensgrundlagen in Anspruch nimmt, ein verfassungsrechtliches Kompensationsgebot gilt. Auf einfachgesetzlicher Ebene ist ein Verschlechterungsverbot bspw. normiert in § 19 BNatSchG. Umfassend zu den verschiedenen Kompensationsregelungen und dem Kompensationsprinzip an sich Voßkuhle, Kompensationsprinzip.Google Scholar
- 244.BVerfGE 78, 58 [71].Google Scholar
- 245.Depenheuer, v. Danwitz, Bericht, S. 111 [168 f.].Google Scholar
- 246.Anders für das Staatsziel Tierschutz: Caspar/Schröter, Staatsziel, S. 62 ff.Google Scholar
- 247.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 286 f.Google Scholar
- 248.Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 167: Gleichheitssatz, Vertrauensschutzprinzip, Bestimmtheitsgrundsatz.Google Scholar
- 249.BVerfGE 50, 290 [340].Google Scholar
- 250.BVerfGE 37, 132 [140].Google Scholar
- 251.BVerfGE 58, 300 [335].Google Scholar
- 252.BVerfGE 52, 1 [29].Google Scholar
- 253.Zu den allgemeinen Voraussetzungen vgl. v. Arnauld, Die Freiheitsrechte, S. 141 ff.Google Scholar
- 254.Vgl. dazu allgemein v. Arnauld, Die Freiheitsrechte, 170 ff.; Denninger, Normsetzung, S. 160 ff.Google Scholar
- 255.BVerfGE 17, 67 [82]. Einen Fall von Verfassungswidrigkeit wegen Unbestimmtheit behandelt z.B. OVG Münster, NuR 1995, 301 [305 f.].Google Scholar
- 256.Kloepfer, Umweltschutzrecht, § 3, Rn. 71 ff.Google Scholar
- 258.Vgl. auch die Beispiele bei Weyreuther, Situationsgebundenheit, S. 17. Die tatsächliche Lage sieht freilich anders aus; vgl. die Angaben des Bundesamtes für Naturschutz auf seiner Internetseite. Danach lag im Dezember 2005 in Deutschland der Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche bei 3,3%.Google Scholar
- 259.Zum Vorstehenden BVerfGE 37, 132 [142].Google Scholar
- 260.Vgl. dazu Erbguth, Raumbedeutsames Umweltrecht, S. 436. Hier tut sich auch ein Problem mit dem Parlamentsvorbehalt auf, der bei grundrechtsrelevanten Maßnahmen eine gesetzgeberische Entscheidung erfordert, vgl. die Wesentlichkeitsrechtsprechung: BVerfGE 34, 165 [192]; 40, 237 [248 ff.]; 68, 1 [108 f.].Google Scholar
- 261.BVerfGE 6, 32 ff.Google Scholar
- 262.BVerfGE 6, 32 [41]. Michel, Staatszwecke, S. 290; Schlaich/Korioth, BVerfG, Rn. 212 f.; Scholz, AöR 100 (1975), S. 80 [84]. Vgl. auch Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 419 ff., der diesen Begründungsansatz am Beispiel des von Dirnberger, Recht auf Naturgenuß, S. 260 ff., entwickelten Grundrechts widerlegt.Google Scholar
- 263.Murswiek, NVwZ 1996, 222 [230]; Steinberg, NJW 1996, 1985 [1992]. Es ist allgemein anerkannt, dass die Elfes-Doktrin nicht als Spezifikum ausschließlich bei Art. 2 Abs. 1 GG Anwendung findet, sondern auch für die anderen speziellen Freiheitsgrundrechte einschlägig ist, Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 418.Google Scholar
- 265.Dies führt allerdings nicht zu einer Subjektivierung und Prozessualisierung objektiven Verfassungsrechts, weil vom Erfordernis der persönlichen Betroffenheit (Beschwer) nicht befreit wird, vgl. zum Ganzen jüngst Bethge, in: FS Isensee, 2007, S. 613 ff.Google Scholar
- 269.Vgl. nur BVerfGE 14, 263 [278]; 34, 139 [146].Google Scholar
- 270.Obwohl es dies auch nicht durchgängig beibehält, vgl. BVerfGE 18, 121 [124], wo Art. 3 GG isoliert geprüft wird. Zur geringen Bedeutung der Gleichheitswidrigkeit, weil regelmäßig gleichzeitig Unverhältnismäßigkeit vorliegt, Kischel, JZ 2003, 604 [613].Google Scholar
- 271.So auch Uhle, JuS 1996, 96 [99]; Ekardt, SächsVBl. 1998, 49 [51].Google Scholar
- 272.Die Pflichten von Exekutive und Judikative aus Art. 20a GG sind nicht Gegenstand vorliegender Untersuchung, vgl. hierzu z.B. Steinberg, NJW 1996, 1985 [1992].Google Scholar
- 273.NVwZ 1998, 952.Google Scholar
- 274.BVerwG a.a.O.Google Scholar
- 275.So tatsächlich das BVerfG in einer Entscheidung, ZOV 2000, 23 f.: Hier überprüfte es Vorschriften des VermRÄndG nicht anhand von Art. 14, sondern an Art. 2 Abs. 1 GG; problematisch war insbesondere die Einhaltung der Vorgaben des Rechtsstaatsprinzips und des Grundsatzes des Vertrauensschutzes. Mit der Prüfung des Art. 2 GG entzog sich das BVerfG den besonderen Anforderungen des Vertrauensschutzes in Art. 14. Vgl. auch Sendler, UPR 1983, 33 [34, 37]: Im Wasserrecht gibt es nur äußerst beschränkten Eigentumsschutz, weil nur Verfassungsgebote zur Anwendung kommen, die außerhalb des Art. 14 wurzeln, wie bspw. der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz. Dem kann allerdings auch entgegengewirkt werden, wenn dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz im Rahmen des Art. 14 eine spezielle Struktur gegeben wird, dazu S. 120 ff.Google Scholar
- 276.Da das BVerfG nicht in der hier vertretenen Form zwischen Inhalts-und Schrankenbestimmungen trennt, werden die vom BVerfG an beide gestellten Anforderungen hier nur auf die Schrankenbestimmungen bezogen. Grochtmann, Art. 14, S. 102 f., meint, das BVerfG habe eine durchgängig wirksame eigentumsgrundrechtliche Verhältnismäßigkeitsprüfung entwickelt, so dass jede Grenze abgesehen von Art. 14 Abs. 2 GG-also insbesondere Institutsgarantie oder verfassungsrechtlicher Eigentumsbegriff-ohne Bedeutung seien.Google Scholar
- 279.So auch Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [135].Google Scholar
- 281.BGBl. I S. 3017 und BVerfGE 58, 300 ff.Google Scholar
- 282.BVerfGE 79, 292 [304].Google Scholar
- 283.BVerfGE 50, 290 [339]. Zur Differenzierung zwischen den beiden Merkmalen Verfügungsbefugnis und Privatnützigkeit schon S. 70 ff. Veräußerungsverbote sind im Rahmen des Verhältnismäßigkeitsgebotes nur in extremen Ausnahmefällen zulässig, vgl. etwa BVerfGE 26, 215 [222]. Ausführlich zum Kriterium der Verfügungsbefugnis Appel, Entstehungsschwäche, S. 43.Google Scholar
- 284.BVerfGE 50, 290 [339].Google Scholar
- 285.Albrod, Inhalts-und Schrankenbestimmungen, S. 70.Google Scholar
- 286.BVerfGE 37, 132 [140]; 53, 257 [290].Google Scholar
- 288.Sendler, DÖV 1974, 73 [85]. Vgl. auch BVerfGE 45, 297 [332], 58, 300 [350f.] und S. 26 ff.Google Scholar
- 289.BVerfGE 58, 300 ff. Vgl. auch die Nachweise bei Ossenbühl, in: FS Leisner, S. 689 [692 in Fn. 13]; Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 60 f. So wird in der Praxis davon ausgegangen, Regelungen im Natur-und Landschaftsschutz stellten regelmäßig keine Enteignung, sondern eine konkrete Ausgestaltung der Sozialgebundenheit des Eigentums und damit Inhalts-und Schrankenbestimmungen dar, vgl. etwa BVerwGE 94, 1 ff [5]. Anders wohl BVerwGE 84, 361 ff. [367].Google Scholar
- 290.Ossenbühl, in: FS Leisner, S. 689 [697]. Zur Einwirkung des Art. 20a GG auf Ausgleichspflichten bei Inhalts-und Schrankenbestimmungen auf S. 130 ff.Google Scholar
- 291.König, Bodennutzung, S. 26 ff.Google Scholar
- 292.BVerfGE 58, 300 [336].Google Scholar
- 293.Burmeister, in: FS Leisner, S. 657 [661].Google Scholar
- 294.Früher war die Bezeichnung Aufopferungsenteignung gebräuchlich; gemeint war damit die Aufhebung oder Beschränkung eigentumsrechtlicher Positionen ohne Übertragung des Eigentumsobjektes, vgl. Peter, Grundeigentum, S. 79.Google Scholar
- 295.BVerfGE 100, 226 [243].Google Scholar
- 296.BVerfGE 100, 226 [240]: kein Entzug konkreter Eigentumspositionen; BVerwG, BayVBl. 1997, 249 f.; Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 62.Google Scholar
- 297.Offengelassen von BVerfGE 79, 174 [192]; vgl. auch Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 62 ff.Google Scholar
- 298.Ossenbühl, in: FS Leisner, S. 689 [699].Google Scholar
- 299.EGMR, NJW 2004, 923 [924]. Zur De-facto-Enteignung in der Rechtsprechung des EuGH Jarass, NVwZ 2006, 1089 [1092].Google Scholar
- 300.BVerfGE 42, 263 [295].Google Scholar
- 301.Ähnlich Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 63, und Roller, NJW 2001, 1003 [1007]. Zum Problem des Wahlrechts des Gesetzgebers auch Nolden, Ausgleichspflichtige Inhalts-und Schrankenbestimmung, S. 129 f. Ähnlich für das Denkmalschutzrecht auch BVerfGE 100, 226 [243]: wenn aus dem Recht eine Last wird, die der Eigentümer allein im öffentlichen Interesse zu tragen hat, ohne selbst private Nutzung genießen zu können, kann die Erhaltung des entsprechenden Kulturdenkmals nur durch Enteignung erreicht werden.Google Scholar
- 302.So auch BVerfGE 31, 270 [274]; Schönfeld, BayVBl. 1996, 673 [679]. Vgl. dazu die Ausführungen S. 97 ff.Google Scholar
- 303.So in BVerfGE 58, 300 ff. aber für verfassungsgemäß erklärt; offen gelassen von BVerfG, NJW 1989, 1271 [1272], für den Fall, dass die Nutzung des geschützten Rechts praktisch schlechthin unmöglich gemacht und das Recht damit völlig entwertet würde.Google Scholar
- 304.So Schönfeld, BayVBl. 1996, 673 [681] unter Bezugnahme auf BVerfGE 83, 201. Auch nimmt es immer wieder materielle Kriterien in Bezug, so z.B. in BVerfGE 100, 226 [243].Google Scholar
- 305.Gesetz zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität v. 22.4.2002, BGBl. I, 1351.Google Scholar
- 306.Die in diesem Rahmen vorgesehenen Strommengenbegrenzungen sind eine gesetzlich angeordnete zeitliche Begrenzung der Eigentumsnutzung, die der Eigentumsgarantie des Art. 14 Abs. 1 GG unterfällt: Ossenbühl, in: FS Kutscheidt, S. 213 [216].Google Scholar
- 307.Eine Enteignung bejahen auch Di Fabio, Der Ausstieg, S. 36 f.; v. Komorowski, JURA 2001, 17 [19]; Ossenbühl, AöR 124 (1999), 1 [29 ff.]. A.A. Denninger, Verfassungsrechtliche Fragen des Ausstiegs, S. 51 ff.; Roßnagel/Roller, Beendigung der Kernenergienutzung, S. 34, 86 ff.; Stüer/Loges, NVwZ 2000, 9 [13]. Der Fall des § 7 Abs. 1 S. 2 AtG — dem Verbot der Erteilung neuer Genehmigungen § ist als zulässige Inhaltsbestimmung einzuordnen, vgl. nur Kloepfer, Umweltrecht, § 15, Rn. 54. Vgl. auch die Diskussion um die Zulässigkeit des Emissionshandels vor dem Hintergrund des Art. 14 GG: Roller, in: FS Rehbinder, S. 87 [93 ff.].Google Scholar
- 308.Vgl. ausführlich Ossenbühl, AöR 124 (1999), S. 1 [8, 26].Google Scholar
- 309.BVerfGE 37, 132 [140].Google Scholar
- 310.BVerfGE 100, 226 [244]; 79, 174 [198]; 52, 1 [29f.]; 42, 263 [295].Google Scholar
- 311.So in BVerfGE 42, 263 [295].Google Scholar
- 312.BVerfGE 79, 292 [304].Google Scholar
- 313.Appel, Entstehungsschwäche, S. 259.Google Scholar
- 314.Vgl. dazu und zum Zusammenhang von Eigentum und Freiheit bereits S. 6 f. Als Strukturmerkmal des Eigentumsbegriffes wird das Wurzeln in eigener Leistung von Ramsauer, Beeinträchtigungen, S. 133, bezeichnet.Google Scholar
- 315.Grundsätzlich zum Gemeinwohlbegriff Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 76 ff. und Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR IV, 3. Aufl., § 71, Rn. 7 ff.Google Scholar
- 316.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 79.Google Scholar
- 317.So aber Sieckmann, Modelle, S. 391 f., unter Hinweis auf den fehlenden normativen Gehalt von Art. 14 Abs. 2 GG.Google Scholar
- 318.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 225.Google Scholar
- 319.BVerfGE 100, 226 [241].Google Scholar
- 320.Grochtmann, Art. 14, S. 12.Google Scholar
- 321.So Grochtmann, Art. 14, S. 16 f.Google Scholar
- 322.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 299 ff.; Huber, Politische Studien 1/2000, S. 45 [51]; Rill, Politische Studien 1/2000, S. 6. Ob man deshalb — wie Huber — von einem ökologischen Vorbehalt des Art. 14 bzw. — wie Brönneke — von Ökologiepflichtigkeit des Eigentums sprechen sollte, erscheint allerdings zweifelhaft, weil diese Begrifflichkeit unergiebig ist.Google Scholar
- 323.Ähnlich Huber, Politische Studien 1/2000, S. 45 [59].Google Scholar
- 324.Henneke, NuR 1995, 325 [332].Google Scholar
- 326.Vgl. dazu statt aller Pieroth/Schlink, Grundrechte, Rn. 279 ff.Google Scholar
- 327.BVerfGE 50, 290 [340 f.]; 52, 1 [32].Google Scholar
- 328.So die herrschende Meinung: Bryde, in: v. Münch/Kunig, GG I, Art. 14, Rn. 62; Grochtmann, Art. 14, S. 43 ff.; Heintzen, DVBl. 2004, 721 [722], der auf die Enteignungstheorien abstellt; Jochum/Durner, JuS 2005, 320 [321]; König, Bodennutzung, S. 78 f.; eine besondere Struktur bejahend Thormann, Abstufungen, S. 210; Wieland, in: Dreier, GG I, Art. 14, Rn. 127; bei Sellmann, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 41 [53], bezeichnet als eigentumsrechtliche „Stufentheorie“. Dagegen Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 226, 256: es besitze keine besondere Struktur, die Abgrenzungstheorien zwischen Enteignung und Inhaltsbestimmung seien sachbereichsspezifische Ausprägungen des Verhältnismäßigkeitsprinzips; Papier, in: v. Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 38. Vgl. auch den Vorschlag von Peter, Grundeigentum, S. 156 ff.: „abgestuftes Sozialmodell“ dergestalt, dass sich die Verhältnismäßigkeitsanforderungen an einer Skala entlang bewegen, von Eigentumsobjekten mit existenzsichernder Funktion bis hin zu rein ästhetischen Belangen und Erholungsfunktion.Google Scholar
- 329.BVerfGE 50, 290 [340 f.]; 52, 1 [32]. Vgl. dazu Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 169, der dies als „gleitende Sozialbindung“ bezeichnet.Google Scholar
- 330.BVerfGE 53, 257 [292]; 102, 1 [17] st. Rspr. Vgl. aber Wieland, in: FAZ v. 19. Juli 2006, S. 21 — unter Bezugnahme auf BVerfGE 115, 205 ff.: Eine besondere Sozialpflichtigkeit der Eigentümer früherer Staatsbetriebe und damit eingeschränkter Grundrechtsschutz gegenüber Regulierungsmaßnahmen ist nicht ohne weiteres gerechtfertigt, die Berücksichtigungsfähigkeit der Art des Eigentumserwerbs insoweit eingeschränkt.Google Scholar
- 331.Sieckmann, Modelle, S. 365 f. Kritisch zu diesem Kriterium Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 354 ff.Google Scholar
- 332.Sieckmann, Modelle, S. 369.Google Scholar
- 333.BVerfGE 101, 54 [76].Google Scholar
- 334.Welche Determinanten im Rahmen der Verhältnismäßigkeit zu prüfen sind, wird unterschiedlich beurteilt. Ausführungen des BVerfGE 58, 300 [348], die gesetzgeberischen Grenzen ergäben sich unmittelbar aus der Instituts-und Bestandsgarantie des Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG und dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, deuten darauf hin, dass Art. 14 Abs. 2 GG im Rahmen der Verhältnismäßigkeit Platz findet. Grochtmann, Art. 14, S. 29, will Privatnützigkeit und grundsätzliche Verfügungsbefugnis — Begriffsmerkmale des verfassungsrechtlichen Eigentumsbegriffs bzw. der Institutsgarantie — in die Verhältnismäßigkeit eingliedern. Auch Vertrauensschutzerwägungen werden hier eingestellt, vgl. König, Bodennutzung, S. 81 f.Google Scholar
- 335.Pieroth/ Schlink, Grundrechte, Rn. 279.Google Scholar
- 336.Führ, Eigen-Verantwortung, S. 359.Google Scholar
- 337.Vgl. aus der Rechtsprechung z.B. BVerfGE 70, 278 [286]; 72, 9 [23]. Aus der Literatur vgl. statt aller Pieroth/Schlink, Grundrechte, Rn. 279 ff.Google Scholar
- 338.In diese Richtung auch Leisner, DÖV 1991, 781 [785].Google Scholar
- 339.BVerfGE 92, 262 [273]; 87, 114 [138].Google Scholar
- 340.BVerfGE 87, 114 [138]. Angestrebt werden muss dabei, dass jedes Verfassungsprinzip seine größtmögliche Wirksamkeit entfaltet, auch umschrieben als „der nach beiden Seiten hin schonendste Ausgleich“, „Harmonisierung“, „Optimierung“ bzw. die Herstellung „praktischer Konkordanz“, so die vom BVerfG verwandten Begrifflichkeiten, zitiert bei Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 929.Google Scholar
- 341.BVerfGE 101, 239 [259]; 104, 1 [10] st. Rspr.Google Scholar
- 342.Leisner, DÖV 1991, 781. Gleichwohl kommt es auch darauf an, welche Nutzungsrechte dem Betroffenen verbleiben: Sellmann, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 41 [53].Google Scholar
- 343.Sellmann, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 41 [53]. Dies erfordert ausreichende Sachverhaltsermittlung, eine sachlich vertretbare Einschätzung und einen angemessenen bzw. verhältnismäßigen Ausgleich. Vgl. auch BVerfGE 77, 240 [255].Google Scholar
- 344.Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [226].Google Scholar
- 345.König, Bodennutzung, S. 79.Google Scholar
- 346.BVerfGE 25, 112 [118]; 50, 290 [340].Google Scholar
- 347.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 127. Allerdings ist zu bezweifeln, dass die Gesetzgebung in jedem Falle das richtige Forum ist und die Abwägung in diesem Sinne optimale Problemlösungen hervorbringt. Prämisse hierfür ist, dass der Staat das beste Wissen für Wahrscheinlichkeitsannahmen bzw. die Möglichkeit, dieses zu beschaffen, hat. Dies geht aber in Bezug auf den modernen Interventionsstaat fehl, so Ladeur, Kritik der Abwägung, S. 16 f.Google Scholar
- 348.Vgl. König, Bodennutzung, S. 80.Google Scholar
- 349.Als immanente Grenze des Schutzbereiches wurde er dagegen abgelehnt, s.o. S. 83 ff.Google Scholar
- 350.Vgl. dazu König, Bodennutzung, S. 89.Google Scholar
- 351.BVerfGE 21, 73 [82 f.].Google Scholar
- 352.Sellmann, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 41 [53]. Auch wenn Wertschutz an sich kein eigenständiges Prinzip in der verfassungsrechtlichen Abwägung ist, weil primär der Bestand des Eigentumsrecht gewährleistet ist, ist die Wertminderung ein Kriterium für das Maß der Beeinträchtigung von Eigentumsrechten in der Verhältnismäßigkeitsprüfung: Sieckmann, Modelle, S. 382.Google Scholar
- 353.Vgl. BVerfGE 50, 290 [340].Google Scholar
- 354.Das Merkmal der Eigenleistung wird vom BVerfG besonders bei der Frage des Eigentumsschutzes öffentlich-rechtlicher Positionen herangezogen, vgl. hierzu ausführlich Appel, Entstehungsschwäche, S. 56 ff. Darüber hinaus hat es aber auch bei der Eingriffsrechtfertigung bezogen auf privatrechtliche Positionen Bedeutung: BVerfGE 31, 229 [240 f., 243]; 77, 263 [271].Google Scholar
- 355.Söhnlein, Landnutzung im Umweltstaat, S. 180. Beispielsweise für den Fall der gesetzlichen Beendigung der Kernenergienutzung wird vertreten, dass das „personale Element bis zur Bedeutungslosigkeit“ zurückgeht: Roller, in: Roßnagel/ders., Beendigung der Kernenergienutzung, S. 96.Google Scholar
- 356.So auch Lubberger, Eigentumsdogmatik, S. 172. Auch das BVerfG nimmt keine erkennbare Trennung zwischen Verhältnismäßigkeit und Vertrauensschutz vor, Grochtmann, Art. 14, S. 51 mit Nachweisen. A.A. Eschenbach, Schutz des Eigentums, S. 451.Google Scholar
- 357.Leisner, Sozialbindung, S. 215.Google Scholar
- 358.BVerfGE 58, 81 [120]; 64, 87 [104]. Weitere Nachweise bei Grochtmann, Art. 14, S. 44, Fn. 189 und 190.Google Scholar
- 359.König, Bodennutzung, S. 82 unter Hinweis auf die ständige Rechtsprechung des BVerfG; Kube, Eigentum an Naturgütern, S. 51 f.Google Scholar
- 360.BVerfGE 31, 229 [239]; 50, 290 [340]; Sieckmann, Modelle, S. 193 in Fn. 37.Google Scholar
- 361.Zur Rückwirkungsproblematik vgl. nur Grochtmann, Art. 14, S. 48 ff.; Kutschera, Bestandsschutz, S. 163 ff. Problematisch ist insoweit beispielsweise § 4 Abs. 3 S. 1, Abs. 6 BBodSchG, der die Haftung des Gesamtrechtsnachfolgers des Verursachers bzw. eine nachwirkende Sanierungsverantwortlichkeit früherer Grundstückseigentümer regelt. BVerwG, NVwZ 2006, 928 ff. lehnt eine Rückwirkung dieser Norm gänzlich ab; vgl. die Urteilsbesprechung von Palme, NVwZ 2006, 1130 ff. Zu Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit des § 4 Abs. 3 S. 1, Abs. 6 BBodSchG Grzeszick, NVwZ 2001, 721 ff. und die Nachweise von Duesmann, Verantwortlichkeit für schädliche Bodenveränderungen, S. 154 ff. in Fn. 502, der die Vorschrift selbst aber für verfassungsgemäß hält. Zusammenfassend Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 68 und § 12, Rn. 170 ff.Google Scholar
- 362.In diese Richtung auch Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 211 [229] und Thormann, Abstufungen, S. 146.Google Scholar
- 363.Beispielsweise werden umweltschützende Ziele der einfachen Gesetzgebung im Nachhinein zu Verfassungskonkretisierungen: Kloepfer, DVBl. 1996, 73 [80].Google Scholar
- 364.So Sellmann, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 41 [54].Google Scholar
- 365.Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 194; Sommermann, in: v. Münch/Kunig, GG II, Art. 20a, Rn. 28, 35.Google Scholar
- 366.Grzeszick, Agrarrecht 2003, 165 [166]: Gewichte in der Abwägung zwischen Eigentümer-und Umweltschutz werden verschoben; Kloepfer, DVBl. 1996, 73 [78]; Sellmann, NVwZ 2003, 1417 [1419]. A.A. Murswiek, in: Gesellschaft für Umweltrecht, S. 40 [67].Google Scholar
- 368.So Sellmann, NVwZ 2003, 1417 [1419] unter Hinweis auf BVerfG NJW 2000, 798 [799] im Telekommunikationsrecht. Fraglich ist allerdings schon, ob Art. 87f GG eine Staatszielbestimmung in diesem Sinne darstellt.Google Scholar
- 369.Bartlsperger, DVBl. 2003, 1473 in Fn. 4.Google Scholar
- 370.BVerfGE 100, 226 [241].Google Scholar
- 372.Vgl. die zusammenfassende Darstellung bei Schmidt-Aßmann, ZHR 170 (2006), 489 ff.Google Scholar
- 373.Für eine Entwässerungseinrichtung BVerwG NVwZ 1998, 1080 [1081].Google Scholar
- 374.BVerwG NVwZ 1998, 1080 [1081]; Schmidt-Aßmann/Röhl, in: Schmidt-Aßmann, Besonderes Verwaltungsrecht, 1. Kap., Rn. 116; Hünnekens/Kröcher, NWVBl. 2004, 88 [89]; Faber, Der kommunale Anschluss-und Benutzungszwang, S. 134; Wagener, Anschluss-und Benutzungszwang, S. 92 ff. A.A. — bezogen auf Betriebseigentum — Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 138, 361; Starck, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 2, Rn. 141. Vgl. auch BVerwG NVwZ 2006, 690 [692], das auf Art. 2 Abs. 1 GG abstellt: Art. 14 GG scheide von vornherein aus, weil das klägerische Grundstück bereits vor dem Erwerb durch die Klägerin dem Anschluss-und Benutzungszwang unterlegen hätte.Google Scholar
- 375.Zu den Anforderungen an die Satzung, die den Anschluss-und Benutzungszwang festlegt, vgl. Wagener, Anschluss-und Benutzungszwang, S. 39 ff.Google Scholar
- 377.Z.B. § 9 GO NW, § 11 Abs. 1 GO BW; Art. 24 Bay GO: „aus Gründen des öffentlichen Wohls“. In Bezug auf Schleswig-Holstein: BVerwG NVwZ 2006, 690 [691].Google Scholar
- 378.BVerwG DVBl. 2006, 779 [780].Google Scholar
- 379.Faber, Der kommunale Anschluss-und Benutzungszwang, S. 79.Google Scholar
- 380.NuR 2003, 55 ff.Google Scholar
- 381.VBlBW 2004, 337 [339].Google Scholar
- 382.VGH BW VBlBW 2004, 337 [339].Google Scholar
- 383.Dass. DVBl. 2006, 779. Zu Auswirkungen kommunaler Privatisierungsaktionen auf den Anschluss-und Benutzungszwang und die dabei bestehenden grundrechtlichen Bindungen vgl. BVerwG NVwZ 2005, 963 und 1072 sowie Schmidt-Aßmann, ZHR 170 (2006), 489 [490 ff.].Google Scholar
- 384.BVerwG, DVBl. 2006, 779 [781].Google Scholar
- 385.A.A. dagegen Faber, Der kommunale Anschluss-und Benutzungszwang, S. 80: Die Ausstrahlungswirkung des Art. 20a GG geht weiter als die der kommunalen Selbstverwaltungsgarantie und erfasst umfassend alle relevanten Umweltschutzaspekte unabhängig von ihrer örtlichen Verankerung.Google Scholar
- 386.Zur Zulässigkeit dessen: BVerwG NVwZ 2006, 690 ff. Z.B. § 17 Abs. 2 SchlH GO wurde vom Landesgesetzgeber dergestalt ergänzt, dass die Gemeinden auch zum Zwecke des Schutzes der natürlichen Grundlagen des Lebens tätig werden können. Vgl. auch § 14 GO Sachsen: „... dem öffentlichen Wohl, insbesondere dem Umweltschutz dienende Einrichtungen“.Google Scholar
- 387.Vgl. dazu ausführlich Wagener, Anschluss-und Benutzungszwang, S. 123 f.Google Scholar
- 388.BVerwG NVwZ 2004, 1131. In diesem Fall musste sich eine Gemeinde an dem selbstgesetzten Zweck, konkrete Verbesserungen des Immissionsschutzes auf ihrem Gebiet zu erzielen, festhalten lassen.Google Scholar
- 389.BVerwG NVwZ 1998, 1080 [1081].Google Scholar
- 390.Schmidt-Aßmann/ Röhl, in: Schmidt-Aßmann, Besonderes Verwaltungsrecht, 1. Kap., Rn. 116. Vgl. noch den S. 192 f. zu besprechenden Fall.Google Scholar
- 392.So auch Grochtmann, Art. 14, S. 35.Google Scholar
- 394.Vgl. Nolden, Ausgleichspflichtige Inhalts-und Schrankenbestimmung, S. 121 und Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 194.Google Scholar
- 395.Zuletzt BVerfGE 100, 226 [244]. Vgl. allgemein Kischel, JZ 2003, 604 ff.; Kleinlein, DVBl. 1991, 365 ff.; Ossenbühl, in: FS Friauf, S. 391 ff. Zur Einordnung der ausgleichspflichtigen Inhaltsbestimmung in das Staatshaftungsrecht Kischel, VerwArch 2006, 450 ff.Google Scholar
- 396.Bedenken gegen Ausgleichspflichten im Rahmen von Inhalts-und Schrankenbestimmungen ergeben sich unter dem Blickwinkel von Bestands-und Wertgarantie im Rahmen des Eigentumsgrundrechts. Der individualschützende Aspekt des Eigentumsgrundrechts ist auf die Abwehr von Eingriffen in den geschützten Freiheitsbereich gerichtet, nicht aber auf deren Zulassung unter Gewährung von Ausgleich. In diesem Sinne kritisch zu dieser Rechtsfigur: König, DVBl. 1999, 954 [958]; Kempen, Eingriff, S. 96 f.: „Abkauf von Grundrechtsschutz“; Axer, DVBl. 1999, 1533 [1538]: „als Schlupfloch wird sie zum Umgehungsgeschäft“ der Enteignung. Kritisch auch Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 346 ff. Gänzlich für deren Aufgabe: Ekey, Verminderung, S. 272 ff.; Eschenbach, JURA 1998, 401 ffGoogle Scholar
- 397.BVerfGE 100, 226 [245 f.].Google Scholar
- 398.Vgl. z.B. Papier, DVBl. 2000, 1398 [1403].Google Scholar
- 399.Nolden, Ausgleichspflichtige Inhalts-und Schrankenbestimmung, S. 113 m.w.N. Für den Fall der Aufhebung jeglicher Privatnützigkeit auch de Witt, DVBl. 1995, 107 [108]. Dagegen wird die Vielgestaltigkeit der Fälle vorgebracht, durch die der Gesetzgeber rein praktisch überfordert sein könnte, Ausgleichspflichten nach den Voraussetzungen des Art. 14 Abs. 3 zu normieren: Nolden, Ausgleichspflichtige Inhalts-und Schrankenbestimmung, S. 113 f.Google Scholar
- 400.Vgl. dazu König, Bodennutzung, S. 92 ff. Gegen die Heranziehung der alten „Schwellenkriterien“ Kischel, JZ 2003, 604 ff. Für eine grundsätzliche Orientierung der — entschädigungslosen — Sozialbindung an rein quantitativen Grenzen Leisner, Sozialbindung, S. 234 ff., der aber Inhalts-und Schrankenbestimmungen von der Enteignung allein durch die geringere Eingriffstiefe unterschieden wissen will. Aus Gleichheitsgesichtspunkten ist die Orientierung an Wertgrenzen durchaus eine erwägenswerte Vorstellung.Google Scholar
- 401.Insbesondere die Substanz des Eigentums wahren und dem Gleichheitsgebot entsprechen: BVerfGE 100, 226 [244].Google Scholar
- 402.König, DVBl. 1999, 954 [958]; Leisner, DÖV 1991, 781 [786]. Zu Art und Inhalt von Ausgleichsleistungen umfassend Nolden, Ausgleichspflichtige Inhalts-und Schrankenbestimmung, S. 132 ff.Google Scholar
- 403.BVerfGE 100, 226 ff.Google Scholar
- 404.Für das Naturschutzrecht ausdrücklich eine Übertragung bejahend Grzeszick, Agrarrecht 2003, 165 [166]; Hönes, NuR 2002, 324 [332]; einschränkend im Detail Roller, NJW 2001, 1003 [1008 f.].Google Scholar
- 405.Nolden, Ausgleichspflichtige Inhalts-und Schrankenbestimmung, S. 121; Sellmann, Nutzungsbeschränkungen, S. 194: der Eigentümer habe höhere Darlegungslast, warum sein Eigentum nicht entschädigungslos beschränkt werden dürfe; vgl. auch ders., in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 41 [55 ff.].Google Scholar
- 406.Söhnlein, Landnutzung im Umweltstaat, S. 76.Google Scholar
- 407.Die Verwandlung der Eigentumsgarantie in eine bloße Wertgarantie ist nach Art. 14 ein Ausnahmefall, Ehlers, in: VVDStRL 51 (1992), S. 213 [233].Google Scholar
- 408.So als allgemeine Kritik an dieser Rechtsfigur — wegen der Zahl eventuell drohender Ausgleichsleistungen: Kimminich, NuR 1994, 261 [262]; Maiwald, BayVBl. 1991, 101 [104].Google Scholar
- 409.Schmitt Glaeser, AgrarR 1995, 161 [165].Google Scholar
- 411.BVerfGE 39, 1 [41]. Die Rechtsprechung des BVerfG zu den Schutzpflichten hat sich u.a. wesentlich anhand umweltrelevanter Fälle entwickelt, vgl. BVerfGE 49, 89 [141 f.] — Kalkar; BVerfGE 53, 30 — Mülheim-Kärlich. Zur Übersicht der einschlägigen BVerfG-Entscheidungen Ruffert, Vorrang, S. 141 f. Allgemein zur Dogmatik der Schutzpflichten Dirnberger, Recht auf Naturgenuss, S. 98 ff., 119 ff.; Hermes, Das Grundrecht auf Schutz; Krings, Grund und Grenzen, S. 60 ff., 142 ff., 164 ff. Zu den zahlreichen Herleitungsversuchen im Schrifttum vgl. den Überblick bei Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 314 f. sowie S. 437 ff. mit Kritik an der verfassungsgerichtlichen Konzeption; Di Fabio, Risikoentscheidungen, S. 43 ff.; Dietlein, Schutzpflichten, S. 34 ff. Grundsätzlich kritisch zur Lehre von den grundrechtlichen Schutzpflichten Preu, JZ 1991, 265 ff.; Starck, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 1, Rn. 193 ff.; Schenke, VersR 2006, 871 [874]: Aufladung grundrechtlicher Schutzpflichten führt zwangsläufig zur Veränderung des Verhältnisses von Verfassungs-und Fachgerichtsbarkeit.Google Scholar
- 412.BVerfGE 39, 1 [42]; 49, 89 [142].Google Scholar
- 413.BVerfGE 39, 1 [44].Google Scholar
- 414.BVerfGE 39, 1 [47].Google Scholar
- 415.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 317 ff.Google Scholar
- 416.Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 89, 106 ff.Google Scholar
- 417.Dirnberger, Recht auf Naturgenuss, S. 169 ff.; Dreier, in: ders., GG I, Vorb. vor Art. 1, Rn. 95; Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 8. Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 414, begründet die Subjektivierung mit dem Prinzipiencharakter der Grundrechte: Nur eine solche werde dem ursprünglichen und bleibenden Sinn der Grundrechte als individuelle Rechte gerecht.Google Scholar
- 418.Vgl. nur BVerfGE 77, 170 [214 f.]; 79, 174 [201 f.] und die herrschende Meinung im Schrifttum, vgl. dazu die Nachweise bei Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 316 in Fn. 415. Zum subjektiv-rechtlichen Geltungsgehalt ausführlich Dietlein, Schutzpflichten, S. 144 ff. und Krings, Grund und Grenzen, S. 234 ff. Kritisch zur Herleitung konkreter Leistungsansprüche Michel, Staatszwecke, S. 291; Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 979 ff.Google Scholar
- 419.BVerfGE 56, 54 [80 f.]; 79, 174 [202]. Dies ist nach Ansicht von Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 162 ff., sogar verfassungsrechtlich geboten. Das BVerfG hat aber auch schon sehr genaue Vorgaben an den Gesetzgeber aufgestellt, wie er zur Erfüllung einer Schutzpflicht ein Gesetz auszugestalten habe, so z.B. in der zweiten Abtreibungsentscheidung — BVerfGE 88, 203 ff., wo es sich als „Ersatzgesetzgeber“ betätigte. Zum letzten Aspekt ausführlich G. Blasberg, Verfassungsgerichte als Ersatzgesetzgeber.Google Scholar
- 420.BVerfGE 56, 54 [81].Google Scholar
- 421.BVerfGE 88, 203 [254, 262]. Dieser Maßstab ist allerdings die Ausnahme geblieben; das BVerfG hat später wieder ausschließlich auf die Evidenzkontrolle abgestellt, so in JZ 1997, 897 und NJW 1998, 3264 [3265]. Kritisch dazu Steinberg, NJW 1996, 1985 [1988]. Zum Untermaßverbot vgl. schon S. 54.Google Scholar
- 422.Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 162. Einen Gleichlauf beider fordert aber Krings, Grund und Grenzen, S. 260. Vgl. auch O. Klein, JuS 2006, 960 [964], nach dem die Handlungsnorm auf optimalen Schutz ziele, die Kontrollnorm dagegen nur ein evidentes Verfehlen des Schutzzieles erfasse.Google Scholar
- 423.NJW 1998, 3264 [3265 f.]. Vgl. auch BVerfGE 49, 252 [257], wo die Schutzpflichtdimension auf Art. 14 übertragen wird, allerdings nur bezogen auf den Rechtsschutz für Eigentümer. Offen gelassen wurde die Frage von BVerfG [Vorprüfungsausschuss], NJW 1983, 2931 [2932].Google Scholar
- 424.NJW 1998, 3264 [3265 f.].Google Scholar
- 425.NJW 1989, 470 [475].Google Scholar
- 426.Berkemann, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 222; Bryde, in: v. Münch/Kunig, GG I, Art. 14, Rn. 31; Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 317; Lühle, Beschränkungen, S. 125 ff.; Steinberg, NJW 1996, 1985 [1987 ff.]; Trute, Vorsorgestrukturen, S. 237 ff.; Wieland, in: Dreier, GG I, Art. 14, Rn. 176.Google Scholar
- 427.Steinberg, NJW 1996, 1985 [1987]; zum Schutz von Nutzpflanzen vor Straßenverkehrsabgasen Lühle, Beschränkungen, S. 125.Google Scholar
- 428.So Berkemann, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 227.Google Scholar
- 429.Zum ersten Punkt Berkemann, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 225; Gusy, Polizeirecht, Rn. 390 ff.; zum letzteren Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 47.Google Scholar
- 430.So Isensee, in: Ossenbühl, Eigentumsgarantie, S. 3 [8].Google Scholar
- 431.So auch Berkemann, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 228.Google Scholar
- 432.BVerfG, NJW 1998, 3264 [3265].Google Scholar
- 433.So Trute, Vorsorgestrukturen, S. 243.Google Scholar
- 434.Gellermann, Grundrechte, S. 147; Manssen, Privatrechtsgestaltung, S. 146.; in diese Richtung auch die Ausführungen von Thiele, DÖV 1979, 236 [239 f.]; Wasmuth, NVwZ 1988, 322 [323]. Ausdrücklich für eine Erstreckung auch auf diese Dirnberger, Recht auf Naturgenuss, S. 154 ff.; Heinrich, Formale Freiheit, S. 109 in Fn. 244; Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 93; einschränkend Krings, Grund und Grenzen, S. 181 und Ruffert, Vorrang, S. 186 ff., 336 f.: Intensität der Schutzpflicht des Gesetzgebers sei geringer als bei Grundrechten mit „natürlichen“ Schutzgütern. Praktische Bedeutung anzweifelnd und insgesamt kritisch hinsichtlich der Ausdehnung und Uminterpretation der Grundrechte: Schwabe Grundrechtsdogmatik, S. 240.Google Scholar
- 435.Dietlein, Schutzpflichten, S. 78 f.: eigentumsgrundrechtliche Schutzpflicht nur nach Maßgabe des einfachen Rechts; Erichsen, JURA 1997, 85 [86], der aber Schutzpflicht für Exekutive und Judikative annimmt; Steinberg, NJW 1984, 457 [459], der bei Verfehlen des Schutzes durch den Gesetzgeber negatorischen Schutz gewährt sieht.Google Scholar
- 436.Ruffert, Vorrang, S. 191 f., 337. Normgeprägte Schutzgüter als Gegenstand grundrechtlicher Schutzpflichten seien „schwieriger zu erfassen“, weshalb die Intensität der Schutzpflicht hier geringer sei als bei Grundrechten mit natürlichen Schutzgütern [336].Google Scholar
- 437.Vgl. nur BVerfGE 37, 132 [140].Google Scholar
- 438.Zu kapitalbildenden Lebensversicherungen BVerfGE 114, 1 [37]. Danach muss der Gesetzgeber Vorsorge treffen, dass durch Prämienzahlung geschaffene Vermögenswerte erhalten bleiben und bei Bestandsübertragung von Lebensversicherungsverträgen ein angemessener Vermögensausgleich erfolgt. Eine Schutzpflicht wurde insb. hinsichtlich von im Werden begriffener Positionen hinsichtlich der Überschussbeteiligung angenommen. Vgl. auch BVerfGE 114, 73 ff.: Pflicht zur angemessenen Berücksichtigung von erbrachten Prämien bei Schlussüberschuss am Vertragsende. Diese das Versicherungsrecht betreffenden Schutzpflichten sind allerdings zum einen nur objektiv ausgerichtet und zum anderen so speziell formuliert, dass sich daraus keine abstrakten Schlüsse auf sonstige Schutzpflichten im Rahmen des Art. 14, insbesondere die umweltrelevanten Schutzpflichten, ziehen lassen. Vgl. zu letzteren auch Murswiek, Die Verwaltung 33 (2000), S. 241 [262].Google Scholar
- 439.So zählt bspw. Murswiek, Staatliche Verantwortung, S. 107, die Pflichten des Staates dazu, das Eigentum als Privatrechtsinstitut einzurichten und Abwehransprüche gegen Einwirkungen Dritter bereitzustellen. Aus der Rechtsprechung des BVerfG werden den Schutzpflichten zugeordnet die Bereitstellung einer funktionsfähigen Privatrechtsordnung (E 24, 367 [388 ff.]) sowie die Zurverfügungstellung verfahrensrechtlicher Vorschriften zur effektiven Durchsetzung materieller Rechtsansprüche (BVerfGE 37, 132 [148]; 46, 325 [334]; 49, 252 [257]). Vielen dieser Einordnungsversuche liegt aber eine fehlerhafte Vermischung von Institutsgarantie und Schutzpflichtdimension des Art. 14 zugrunde, vgl. dazu gleich S. 152 ff. bzw. wird man die Beispiele weniger der Schutzpflicht, als vielmehr einem eigenen Komplex zuzuordnen haben, nämlich dem des Grundrechtsschutzes durch Verfahren, vgl. dazu S. 155 ff. Ähnlich wie hier Ladeur, DÖV 1986, 445 [451].Google Scholar
- 440.Isensee, in: Ossenbühl, Eigentumsgarantie, S. 3 [8].Google Scholar
- 441.Steinberg, NJW 1984, 457 [458]. Trute, Vorsorgestrukturen, S. 238, nimmt nur Teilidentität mit der Inhalts-und Schrankenbestimmungsbefugnis an.Google Scholar
- 442.In diese Richtung auch Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 337. Ebenso Trute, Vorsorgestrukturen, S. 239, der sich aber selbst widerspricht, wenn er vorher nur Teilidentität angenommen hat, weil es auch Freiheitsgebrauch aus anderen Grundrechten zu berücksichtigen gäbe.Google Scholar
- 444.In diesem Sinne auch Gellermann, Grundrechte, S. 241.Google Scholar
- 445.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 97. Anders Trute, Vorsorgestrukturen, S. 238.Google Scholar
- 446.Depenheuer, a.a.O.: Deshalb zielt ein solcher subjektiver Schutzanspruch des Eigentümers nur auf sachgerechte Ausübung des Ermessens.Google Scholar
- 447.Dietlein, Schutzpflichten, S. 171.Google Scholar
- 448.Dietlein, Schutzpflichten, S. 171 f. In diese Richtung geht auch die Erwägung des BVerfG, NJW 1998, 3264 [3265], Eigentumsbeeinträchtigungen, die in Form einer Inhaltsbestimmung hingenommen werden müssten, seien auch bei der Frage nach einer Schutzpflicht unerheblich.Google Scholar
- 449.So Dietlein, Schutzpflichten, S. 172, der den von der Rechtsprechung aus Art. 14 abgeleiteten Anspruch des individuell betroffenen Nachbarn nennt, der gegen ein genehmigtes Bauvorhaben vorgehen können soll, wenn es seine Grundstückssituation nachhaltig verändert und ihn schwer und unzumutbar beeinträchtigt.Google Scholar
- 450.Berkemann, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 228; Steinberg, NJW 1996, 1985 [1988]. Dies setze aber eigentumsrechtlich fassbare Auswirkungen, wie Vermögensminderungen, sowie die Zurechnung der Belastungsursachen an den Staat voraus, so Hattenberger, Umweltschutz, S. 43.Google Scholar
- 451.Hierzu und zu dessen gerichtlicher Geltendmachung Dietlein, Schutzpflichten, S. 175 ff.Google Scholar
- 452.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 319; die Notwendigkeit einer Differenzierung prägnant aufzeichnend Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 141; Steinberg, NJW 1996, 1985 [1988]; Trute, Vorsorgestrukturen, S. 239.Google Scholar
- 454.Trute, Vorsorgestrukturen, S. 239, der damit auch begründet, dass kein vergleichbar weiter Vorfeldschutz notwendig sei wie beim Grundrecht aus Art. 2 Abs. 2 GG. Würden Ersatzansprüche dagegen versagen, wie bei großräumig verursachten Eigentumsschäden, für die keine Gefahrenschwellen fixiert werden könnten, müssten Schutzpflichten in Form von Vorsorgepflichten bestehen [240]. Dies verkennt aber die grundgesetzliche Aufgabenteilung in diesem Zusammenhang: Wenn keine gesetzliche Fixierung möglich ist, treten zwingend die Gerichte ein und erkennen Schutzpflichten an, was wiederum dem Inhalts-und Schrankenbestimmungsrecht des Gesetzgebers gem. Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG widerspricht.Google Scholar
- 455.In diese Richtung auch Steinberg, NJW 1996, 1985 [1988].Google Scholar
- 456.Epiney, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG II, Art. 20a, Rn. 57 m.w.N.Google Scholar
- 457.Steinberg, NJW 1996, 1985 [1989f.].Google Scholar
- 458.Vgl. soeben S. 142. Eine solche Tendenz lässt sich in der Schutzpflichtdogmatik auch daran beobachten, dass die Subjektivierung von Schutzpflichten im organisations-und verfahrensrechtlichen Bereich am weitesten fortgeschritten ist, Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 986, unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des BVerfG.Google Scholar
- 459.BVerfGE 100, 226 [245f.]. Zu den ausgleichspflichtigen Inhaltsbestimmungen vgl. bereits S. 130 ff.Google Scholar
- 460.So auch Lühle, Beschränkungen, S. 126.Google Scholar
- 461.Zur Frage, ob aus Schutzpflichten überhaupt Ersatzansprüche für entstandene Schäden hergeleitet werden können, Trute, Vorsorgestrukturen, S. 243; ausdrücklich dafür Murswiek, Die Verwaltung 33 (2000), S. 241 [259]. Verletzt der Staat das subjektive Schutzrecht bzw. unterlässt er Schutz und tritt dadurch ein Schaden ein, so besteht ein Anspruch auf Schadensersatz bzw. Entschädigung, unter Hinweis auf die Amtshaftung bei polizeilicher Untätigkeit, Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 185.Google Scholar
- 463.Vgl. dazu bereits S. 106 ff. Auch zwischen der Abwehrdimension des Art. 14 und der Gewährleistung des Instituts Eigentum durch Art. 14 (Institutsgarantie) sind Verschiebungen erkennbar. Aus der Tatsache, dass der Eingriff in eine konkrete Rechtsstellungsgarantie (Abwehrrecht des Eigentümers) der Wahrung des Rechtsinstituts selbst dienen könne (dazu Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 16), wird beispielsweise abgeleitet, dass im Interesse zukünftigen Eigentumsgebrauchs derzeitige Eigentumsnutzungen stärker beschränkt werden dürften: Trute, Vorsorgestrukturen, S. 240. Im verfassungsrechtlichen Umweltschutz kommt dieser Gedanke des Nachweltschutzes nunmehr ausdrücklich in Art. 20a GG mit der Bezugnahme auf die künftigen Generationen zum Vorschein. Was den Eigentumsschutz durch Umweltschutz angeht, erscheint die Berücksichtigung bei Art. 20a GG überzeugender, weil sich objektive und subjektive Grundrechtsdimension des Art. 14 so nicht gegeneinander ausspielen; vgl. dazu gleich S. 160.Google Scholar
- 464.Zum historischen Aspekt (auch rechtsvergleichend) Krings, Grund und Grenzen, S. 87 ff. und im Übrigen grundsätzlich zum angesprochenen Verhältnis S. 102 ff., 124 ff. Zum Primat der Abwehrfunktion BVerfGE 7, 198 [204f.]. Vgl. jüngst Ladeur, DÖV 2007, 1 ff., insb. zu Art. 12 GG.Google Scholar
- 465.So die herrschende Meinung, vgl. nur Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 119; i.E. auch Hermes, Das Grundrecht auf Schutz, S. 93 ff.Google Scholar
- 466.Schenke, VersR 2006, 871 [873].Google Scholar
- 467.BVerfGE 115, 118 ff.Google Scholar
- 469.Eine Gleichwertigkeit von Schutzpflicht und Abwehrrecht wird wegen des Verletzungsverbots in Art. 2 Abs. 2 GG abgelehnt bei Höfling/Augsberg, JZ 2005, 1080 [1084] (zum Luftsicherheitsgesetz).Google Scholar
- 470.Eine generelle Abgrenzbarkeit verneinend und auf den Einzelfall abstellend Dirnberger, Recht auf Naturgenuss, S. 205 ff.Google Scholar
- 472.Vgl. zur kumulativen Belastung durch staatliche Eingriffe G. Kirchhof, NJW 2006, 732 ff.Google Scholar
- 473.So im Verfahren zum Waldsterben, NJW 1998, 3264.Google Scholar
- 474.Vgl. hierzu die Ausführungen des BVerfG, ebd.Google Scholar
- 477.Zusammenfassend Dirnberger, Recht auf Naturgenuß, S. 83 ff. Vgl. auch die neuere Untersuchung von Poscher, Grundrechte, S. 100, 182, 193 ff., der die Grundrechtsfunktionen — vor allem die Schutzpflicht — auf die abwehrrechtliche Konzeption zurückführt, weil kein Bedarf für andere Grundrechtsfunktionen bestehe.Google Scholar
- 478.Murswiek, WiVerw 1986, 179 [182f.] und ders., Staatliche Verantwortung, S. 89 ff. in Anlehnung an Schwabe, Grundrechtsdogmatik, S. 213 ff. In Weiterführung dieser Ansicht für eine im Grundsatz abwehrrechtliche Lösung umfassend Szczekalla, Schutzpflichten, S. 404 ff.Google Scholar
- 479.Murswiek, a.a.O.Google Scholar
- 480.Zum Vorstehenden Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 429; Alexy, Theorie der Grundrechte, S. 417 ff.Google Scholar
- 481.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 430; Krings, Grund und Grenzen, S. 104 ff.Google Scholar
- 482.BVerfGE 7, 198 ff. — Lüth.Google Scholar
- 483.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 431; vgl. ders., a.a.O., zu ähnlicher Konstruktion im sog. Gentechnik-Beschluss des VGH Kassel (NVwZ 1990, 276 ff.), der die Nutzung der Gentechnologie ohne gesetzgeberische Zulassung als nicht von grundrechtlicher Freiheit umfasst ansah.Google Scholar
- 484.Die Schutzpflicht als Handlungsnorm geht entscheidend weiter als die als Kontrollnorm. Zum großen Teil wird man dies auf die streitige dogmatische Herleitung und Grundlegung eines subjektiven Rechts auf staatlichen Schutz zurückführen können, vgl. dazu Dietlein, Schutzpflichten, S. 144 ff.Google Scholar
- 485.So mit der Bezeichnung dieses Dreiecks als mehrpoliges Verfassungsrechtsverhältnis Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 410. Er plädiert für die dogmatische Gleichberechtigung beider Grundrechtsdimensionen, so jüngst in JZ 2006, 321 [327].Google Scholar
- 486.Dieses Problem wird aber auch häufig im Zusammenhang mit der Frage der Anerkennung grundrechtlicher Schutzpflichten bei normgeprägten Grundrechten behandelt, vgl. dazu schon die Nachweise oben Fn. 434.Google Scholar
- 487.Statt aller Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 855 und S. 756 ff. zu den Ursprüngen der Lehre von der Institutsgarantie.Google Scholar
- 488.Böhmer, NJW 1988, 2561 [2563] m.w.N.; Gellermann, Grundrechte, S. 92 ff.; Stern Staatsrecht, Bd. III/1, S. 871 f.; a.A. Ruffert, Vorrang, S. 84 f. In diesem Zusammenhang kommt es oft zu Vermischungen zwischen Institutsgarantie und grundrechtlichen Schutzpflichten. Beispielsweise leitet Lerche, zitiert nach Schwabe, Grundrechtsdogmatik, S. 230, aus grundrechtlichen Schutzpflichten ab, dass es eine Norm wie § 242 StGB geben müsse. Das Fehlen einer solchen Vorschrift würde aber auch die Institutsgarantie verletzen, denn das Eigentum, das nicht gegen rechtswidrigen Entzug durch Dritte geschützt ist, wäre als solches — auch als privatrechtliches Institut-gefährdet.Google Scholar
- 489.Krings, Grund und Grenzen, S. 180.Google Scholar
- 490.Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 111, Rn. 136.Google Scholar
- 491.Ruffert, Vorrang, S. 189.Google Scholar
- 492.Für eine deutliche Abgrenzung Dietlein, Schutzpflichten, S. 79 ff.; Dreier, in: ders., GG I, Vorb. vor Art. 1, Rn. 107. Ähnlich Trute, Vorsorgestrukturen, S. 238.Google Scholar
- 493.Ruffert, Vorrang, S. 189, der die Trennung beider für dogmatisch zwingend notwendig hält. A.A. de Wall, in: Der Staat 38 (1999), S. 377 [397 in Fn. 80], der eine Verkürzung der Drittschutzrichtung des Eigentums als Eingriff in das Institut ansieht und deshalb das Zusammenfallen von Schutz-und Abwehraspekt annimmt.Google Scholar
- 495.Dürig, in: Maunz/ders., GG, Erstkommentierung Art. 1 Abs. 3, Rn. 98; Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 875; de Wall, in: Der Staat 38 (1999), S. 377 ff. A.A. Ruffert, Vorrang, S. 86, nach dem aus der Institutsgarantie selbst — also ohne Einbettung in Abwehr-oder Schutzperspektive des Grundrechts — keine subjektiv-rechtlichen Gewährleistungen folgen. Verstöße gegen die Institutsgarantie (unzureichende gesetzliche Zuweisung von Eigentumsrechten) sollen verfassungsprozessual mit der Verfassungsbeschwerde — gestützt auf Art. 2 Abs. 1 GG — gerügt werden können, bzw. gestützt auf ein aus ihr selbst herzuleitendes subjektives Abwehrrecht, Appel, Entstehungsschwäche, S. 220 ff.Google Scholar
- 496.Vgl. zum Beispiel Ladeur, DÖV 1986, 445 [452].Google Scholar
- 497.Eine genau umgekehrte Meinung, nämlich dass die Institutsgarantie wegen der Anerkennung der grundrechtlichen Schutzpflichten obsolet sei, vertritt Waechter, Die Verwaltung 29 (1996), S. 47 [55f.]. O. Klein, JuS 2006, 960, hält grundrechtliche Einrichtungsgarantien für einen Unterfall der Schutzpflicht im weiteren Sinne.Google Scholar
- 498.Berkemann, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 14, Rn. 222; Wieland, in: Dreier, GG I, Art. 14, Rn. 176.Google Scholar
- 499.Siehe BVerfG NJW 1998, 3264 [3265].Google Scholar
- 500.Ruffert, Vorrang, S. 86. Ähnlich auch Trute, Vorsorgestrukturen, S. 238, der die Institutsgarantie als Anknüpfungspunkt für die Bestimmung der Schutzpflicht heranzieht.Google Scholar
- 501.Dagegen Ruffert, Vorrang, S. 186 ff.Google Scholar
- 502.Dietlein, Schutzpflichten, S. 80 f.: auch „die institutionelle Gewährleistung“ als solche sei nicht Schutzgut, sondern erst das durch den einfachen Gesetzgeber geschaffene Institut. Vgl. auch schon die Diskussion des Problems, ob bei normgeprägten Grundrechten überhaupt Schutzpflichten anzuerkennen seien, s.o. Fn. 434.Google Scholar
- 503.Dietlein, Schutzpflichten, S. 79; Gellermann, Grundrechte, S. 240.Google Scholar
- 504.De Wall, in: Der Staat 38 (1999), S. 377 [397].Google Scholar
- 505.Dass es aus der Schutzpflicht über Existenz-und Kernbereichsschutz der Institutsgarantie hinausgehende objektive Bindungen des Gesetzgebers gibt bejaht dagegen Ruffert, Vorrang, S. 82. Für eine Bedeutungserhöhung der Institutsgarantie: Windel, Der Staat 37 (1998), S. 385 [400].Google Scholar
- 506.Vgl. dazu allgemein Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 953 ff. und speziell zu Art. 14 Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 93 ff. Aus der Rechtsprechung: BVerfGE 37, 132 [141, 148]; 46, 325 [334]; 53, 30 [65]; 65, 76 [94]. Vgl. insb. auch BVerfGE 24, 367 [401]: „Nach der grundgesetzlichen Konzeption ist... ein effektiver — den Bestand des Eigentums sichernder — Rechtsschutz ein wesentliches Element des Grundrechts selbst.“Google Scholar
- 507.Vgl. zu der Entwicklung Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 953 ff.Google Scholar
- 508.Das Grundgesetz gestaltet in Art. 14 Abs. 3 in Bezug auf die Enteignung freilich schon selbst in ganz besonderer Weise grundrechtlichen Schutz durch Form und Verfahren aus. Teilweise sichern allein bestimmte organisatorische Strukturen die effektive Grundrechtsrealisierung: BVerfGE 57, 295 [320 ff.] (zur Rundfunkfreiheit). Kritisch zu einer solchen Entwicklung Schmidt-Aßmann, in: FS Universität Heidelberg, S. 107 [123 f.].Google Scholar
- 509.Hesse, EuGRZ 1978, 427 [434].Google Scholar
- 510.Vgl. nur Starck, in: v. Mangoldt/Klein/ders., GG I, Art. 1, Rn. 201 m.w.N.; Gellermann, Grundrechte, S. 255 ff.; Goerlich, Grundrechte als Verfahrensgarantien, speziell zu Art. 14 auf S. 121 ff.; Häberle, in: VVDStRL 30 (1972), 43 [81 ff., 90], der meint, im Leistungsstaat hänge der Umfang grundrechtlicher Freiheit nur noch teilweise von materiellen Normen ab, im Übrigen von einem vielgliedrigen Verfahren; J. Held, Grundrechtsbezug des Verwaltungsverfahrens, S. 175, 183 ff.Google Scholar
- 511.So BVerfGE 63, 131 [143].Google Scholar
- 512.Schmidt-Aßmann, in: FS Universität Heidelberg, S. 107 [124].Google Scholar
- 513.Vgl. die Ausführungen bei Rechtsfolgen von Schutzpflichten auf S. 144. In diese Richtung auch Dreier, Dimensionen, S. 46 in Fn. 176. Speziell hierzu und auch insgesamt kritisch zur Schutzpflicht Böckenförde, in: Der Staat 29 (1990), S. 1 [12 ff., 29 f.].Google Scholar
- 514.BVerfGE 53, 30 [57 ff.].Google Scholar
- 515.BVerfGE 69, 315 [355 f.].Google Scholar
- 516.Grimm, NVwZ 1985, 865 [867]; Badura, in: Erichsen, Allgemeines Verwaltungsrecht, § 33, Rn. 31; R. Held, UPR 1999, 210. Teilweise wird die Verfahrenskomponente leistungsrechtlich im weiteren Sinne gedeutet, weil dem Staat die Pflicht auferlegt sei, grundrechtssichernde und-schützende Verfahrensstrukturen zu schaffen, vgl. Denninger, in: Isensee/Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 113, Rn. 4.Google Scholar
- 517.Gellermann, Grundrechte, S. 265.Google Scholar
- 518.Jarass, in: AöR 120 (1995), 345 [353].Google Scholar
- 519.Kloepfer, Entstehenssicherung, S. 16. Zu den Grundrechtsvoraussetzungen auch: Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 670; Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 115, Rn. 4. Gellermann, Grundrechte, S. 117, sieht die „Grundrechtsvoraussetzungen“ durch die Institutsgarantie gewährleistet, meint dabei aber wohl nur die normativen Grundbedingungen.Google Scholar
- 520.Vgl. allgemein Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 511 ff.; Gellermann, Grundrechte, S. 243 ff.; unter dem Gesichtspunkt der Teilhabe betrachtet von Haverkate, Rechtsfragen, S. 74 ff. Sehr weitgehend Häberle, in: VVDStRL 30 (1972), S. 43 [80 ff., 95], der Leistungsansprüche annimmt, und Sailer, DVBl. 1976, 521 [529], der ein subjektives Recht auf Umweltschutz und damit Gewährung der tatsächlichen Voraussetzungen der Grundrechtsausübung befürwortet. Ruffert, Vorrang, S. 265 f., hält nur zwei Leistungsansprüche durch BVerfG und Schrifttum für anerkannt: das materielle Existenzminimum und das Förderungsgebot für Privatschulen.Google Scholar
- 521.BVerfGE 82, 60 [80].Google Scholar
- 522.Wolf, KritV 1997, 280 [302 f.].Google Scholar
- 523.Ruffert, Vorrang, S. 267; in diese Richtung Isensee, Diskussionsbeitrag, in: VVDStRL 57 (1998), S. 107 [111].Google Scholar
- 524.Vgl. zum Überblick Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 923 ff.Google Scholar
- 525.Cornils, Ausgestaltung der Grundrechte, S. 515.Google Scholar
- 526.Dazu sogleich unter 3. Vgl. auch Wolf, in: Alternativkommentar, GG, Art. 20a, Rn. 16, der den „Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“ primär als „Grundrechtsvoraussetzungsschutz“ versteht, allerdings nicht mit den hier aus dieser Prämisse gezogenen Konsequenzen.Google Scholar
- 527.Böckenförde, NJW 1974, 1529 [1538].Google Scholar
- 528.In diese Richtung — gelöst von Art. 14 — geht auch die Fundamentalkritik von Böckenförde, in: Der Staat 29 (1990), S. 1 [18]: sie dirigiert „mögliche Vorkehrungen organisatorischer, verfahrensmäßiger oder stützender Art, entbehrt aber — notwendigerweise — der inhaltlichen Gewissheit, die die Ableitung konkret bestimmter Rechtfolgen erlaubt, und verliert so ihren (ausgrenzenden) Anspruchscharakter.“Google Scholar
- 529.Dazu Krings, Grund und Grenzen, S. 49 ff.Google Scholar
- 530.Auf den Unterschied zwischen explizit genannten und erst interpretativ abgeleiteten Schutzpflichten hebt das BVerfG ab, indem es im Falle letzterer besonders strenge Anforderungen an die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde stellt, so in BVerfGE 56, 54 [71].Google Scholar
- 532.Für die Schutzpflichten BVerfGE 49, 89 [140]; 77, 381 [404]. Für Art. 20a GG vgl. nur Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 26.Google Scholar
- 533.BVerfGE 46, 160 [165].Google Scholar
- 534.Aufgrund der Anbindung der Schutzpflichtdimension an die Grundrechte lebender Grundrechtsberechtigter kann die Schutzwirkung in die Zukunft aber auch nur als Reflex betrachtet werden. Anders aber wohl Steinberg, NJW 1996, 1985 [1987].Google Scholar
- 536.Ebenso Michel, Staatszwecke, S. 230; Müller-Bromley, Staatszielbestimmung, S. 57. Zur Übertragbarkeit der Schutzpflichtdogmatik auf die Staatszielbestimmung Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 233 ff.Google Scholar
- 537.Steinberg, NJW 1996, 1985 [1991].Google Scholar
- 538.Ekardt, SächsVBl. 1998, 49 [54].Google Scholar
- 539.Für die Schutzpflichten BVerfGE 56, 54 [80 f.]; 79, 174 [202]; für Staatszielbestimmungen Bernsdorff, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 20a, Rn. 16; Sommermann, Staatsziele, S. 437. Zur Vergleichbarkeit der Rechtsfolgen aus grundrechtlichen Schutzpflichten und Staatszielbestimmungen Stern, Staatsrecht, Bd. III/1, S. 921 f.Google Scholar
- 540.Sommermann, in: v. Münch/Kunig, GG II, Art. 20a, Rn. 34.Google Scholar
- 541.Steinberg, NJW 1996, 1985 [1991], der als Hintergrund nicht das Problem der Annahme von Handlungspflichten an sich sieht, sondern die Frage, welchen Zielen sie gölten, wobei konkret im Umweltschutz Individualinteressen verfassungsrechtlich stärkeres Gewicht als Kollektivinteressen zugedacht werde.Google Scholar
- 542.Starck, in: v. Mangoldt/Klein/ders., GG I, Art. 1, Rn. 194, 196.Google Scholar
- 543.Vgl. dazu schon S. 143 ff. Grundlegend Dietlein, Schutzpflichten, S. 144 ff., sowie Krings, Grund und Grenzen, S. 234 ff.Google Scholar
- 544.Lübbe-Wolff, in: Hansjürgens/dies., Symbolische Umweltpolitik, S. 217 [220 ff.].Google Scholar
- 545.So insbesondere Michel, Staatszwecke, S. 313.Google Scholar
- 546.Siehe BVerwGE 101, 73 [83]; BVerfG NVwZ 2001, 1148 [1149]. Zur Verbandsklage vgl. Alleweldt, DÖV 2006, 621 ff.Google Scholar
- 547.Anders aber — bezogen auf sozialstaatliche Schutz-und Förderaufträge und entsprechende grundrechtliche Schutzpflichten — Dietlein, Schutzpflichten, S. 105, der aber mit der damals noch wenig ausgereiften Dogmatik grundrechtlicher Schutzpflichten argumentiert.Google Scholar
- 548.Grundsätzlich umfasst eine staatliche Pflicht zum Schutz der grundrechtlichen Individualrechtsgüter nicht den Schutz von Gemeinschaftsgütern, Murswiek, Staatliche Verantwortung, S. 225.Google Scholar
- 549.Wolf, KritV 1997, 280 [298]. Für Art. 20a GG als Interpretationshilfe bei Bestimmung des Schutzumfanges des Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG Lühle, Beschränkungen, S. 115.Google Scholar
- 550.Ablehnend VGH BW, NuR 2005, 37 [38]: keine Verdichtung zu einer Vorsorgepflicht. A.A., insbesondere für eine Verstärkung, Sommermann, in: v. Münch/Kunig, GG II, Art. 20a, Rn. 34 und Bernsdorff, in: Umbach/Clemens, GG, Bd. 1, Art. 20a, Rn. 13.Google Scholar
- 551.So befürwortet Däubler, Grundrecht, S. 129 ff., für das Grundrecht auf Mitbestimmung eine Subjektivierung.Google Scholar
- 552.Lücke, in: AöR 107 (1982), S. 15 [48 f.] m.w.N. unter Hinweis auf BVerfGE 26, 66 [71]. Als Ausgangspunkt wird vielfach auf die bundesverfassungsgerichtliche Rechtsprechung zur staatlichen Schutz-und Fürsorgepflicht bei materieller Not (BVerfGE 1, 97 ff.) Bezug genommen. Die Ansicht, in BVerfGE 17, 337 [355] erkenne das BVerfG mittelbar an, dass die Herleitung individueller Berechtigungen aus dem Sozialstaatsprinzip nicht unmöglich sei (so Lücke, in: AöR 107 (1982), S. 15 [49]), ist aber eine Überdehnung der Aussagen des Gerichts.Google Scholar
- 553.Das Existenzminimum stellt eine anerkannte materielle Grenze sozialstaatlich geprägter Gesetzgebung dar: Ruffert, Vorrang, S. 266 unter Hinweis auf BVerfGE 82, 60 [80]. Die Kreierung neuer Grundrechte muss die „extreme Ausnahme“ bleiben: Herzog, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 20 VIII, Rn. 49 ff.Google Scholar
- 554.Uhle, JuS 1996, 96 [101].Google Scholar
- 555.So auch Wolf, KritV 1997, 280 [298].Google Scholar
- 556.A.A. Ekardt, SächsVBl. 1998, 49 [51]: subjektivrechtliche Gewährleistung in Form eines Leistungsrechts. So wie hier: Uhle, JuS 1996, 96 [101] und Söhnlein, Landnutzung im Umweltstaat, S. 87 f.: weder das Notwendige für den Einzelnen, noch das für die Gesellschaft ist bestimmbar.Google Scholar
- 557.BVerfGE 97, 169 [185]. In diese Richtung bezogen auf Art. 20a GG Ossenbühl, NuR 1996, 53 [58]: enthält keine über die sich aus grundrechtlichen Schutzpflichten ergebenden hinausgehenden verfassungsrechtlichen Vorgaben.Google Scholar
- 558.Dietlein, Schutzpflichten, S. 105.Google Scholar
- 560.Ruffert, Vorrang, S. 165.Google Scholar
- 561.So auch das BVerfG in der Entscheidung zum Waldsterben, NJW 1998, 3264 [3265 f.].Google Scholar
- 562.BVerfGE 52, 1 [29].Google Scholar
- 563.BVerfG, NJW 1998, 3264 [3265].Google Scholar
- 564.Murswiek, in: Gesellschaft für Umweltrecht, S. 40 [48]: Der verfassungsrechtliche Umweltschutz sollte nicht in Art. 20a GG monopolisiert werden, er könne deshalb auch nicht die staatlichen Umweltschutzpflichten, die sich aus Grundrechten ergäben, abschwächen.Google Scholar
- 565.Vgl. dazu schon ablehnend S. 51. Daran ändert sich auch nichts, wenn man es auf den Zustand der natürlichen Lebensgrundlagen im Ganzen bezieht, so aber Ekardt, SächsVBl. 1998, 49 [55]. Die Einschätzung, dass der Gesamtzustand der Umwelt sich nicht verschlechtert, wenn ein Eingriff in sie an einer Stelle durch „Wiedergutmachen“ an anderer Stelle kompensiert wird, ist im Anblick der Komplexität der Umweltabläufe schlechterdings nicht vorstellbar.Google Scholar
- 566.Dreier, Dimensionen, S. 49 f.Google Scholar
- 567.Grundrechte haben ihre Bedeutung primär in der Sicherung der Distanz von Staat und Gesellschaft; insbesondere die ausdehnende Anerkennung von Schutzpflichten führt zur Negierung dieser Funktion und damit zu einer Aufweichung der Trennung von Staat und Gesellschaft: Ladeur, Kritik der Abwägung, S. 47.Google Scholar
- 568.Brohm, JZ 1994, 213 [216].Google Scholar
- 572.Vgl. BVerwG, NVwZ 1998, 1080.Google Scholar
- 573.Vgl. dazu die Erwägungen im Verfahren vor dem OVG Frankfurt/O., Entscheidung v. 31.7.2003 — 2 A 316/02 — JURIS.Google Scholar
- 574.Dass., ZuR 2006, 495 ff.Google Scholar
- 575.Vgl. z.B. dass. NVwZ 1991, 781.Google Scholar
- 576.BVerwG a.a.O. S. 784.Google Scholar
- 577.BVerwG DVBl. 2006, 60 [62].Google Scholar
- 578.BVerfGE 104, 337 ff. Vgl. die kritischen Urteilsbesprechungen hierzu: Spranger, NJW 2002, 2074 ff.; Sydow, JURA 2002, 615 ff.; Volkmann, DVBl. 2002, 332.Google Scholar
- 579.Vgl. zum Vorstehenden Spielmann, JuS 2004, 371 ff.Google Scholar
- 581.Deshalb ist das Ergebnis des OVG Lüneburg, ZUR 2006, 495 ff., abzulehnen, weil es Regel und Ausnahme umkehrt. Zwar nahm es eine Einzelfallabwägung vor und wies den Kläger darauf hin, dass auf der straßenabgewandten Seite der Anbringung von Kollektoren keine Denkmalschutzgründe entgegenstünden. Dem Gesichtspunkt, dass dort u.a. durch Verschattung geringere Gewinnungsmöglichkeiten bestehen, hat das OVG aber zu wenig Gewicht beigemessen.Google Scholar
- 582.Ablehnend auch Faller, Staatsziel, S. 254 f., der von „Anreicherung und Ausdehnung“ spricht, aber die inhaltliche Verstärkung der Grundrechte durch eine Staatszielbestimmung meint.Google Scholar
- 583.Calliess, Rechtsstaat und Umweltstaat, S. 412 ff., zweifelt selbst die (rechtstechnische) Möglichkeit an, ein Umweltgrundrecht verfassungsrechtlich niederzulegen. Sähe man dies anders, könnte es — entsprechend BVerfGE 104, 337 [346 f.] — tatsächlich zu einer Verstärkungswirkung kommen, allerdings zwischen zwei Grundrechten, nämlich Art. 14 und dem Umweltgrundrecht.Google Scholar
- 584.Sommermann, Staatsziele, S. 445. Vgl. auch jüngst Bethge, in: FS Isensee, 2007, S. 613 [617 ff.] und S. 48.Google Scholar
- 586.In diesem Sinne auch Faller, Staatsziel, S. 192.Google Scholar
- 587.Scheuner, in: FS G. Müller, S. 379. Die Verantwortung als verfassungsrechtliche Kategorie nachweisend Michael, Rechtsetzende Gewalt, S. 294 ff. Zur Bürgerverantwortung vgl. auch Depenheuer, in: VVDStRL 55 (1996), S. 90 ff.Google Scholar
- 588.Sachs, DVBl. 1995, 873 [874], der die unterschiedlichen Verwendungen des Begriffs im GG aufzeigt; Saladin, Verantwortung als Staatsprinzip, S. 26. Zum Verantwortungsbegriff auch Murswiek, Staatliche Verantwortung, S. 39 ff.; Pestalozza, JuS 1975, 366 [371]; Voßkuhle, in: VVDStRL 62 (2003), S. 266 ff. Der Schöpfung von Begriffszusammensetzungen mit ‘Verantwortung’ sind scheinbar keine Grenzen gesetzt: Verwaltungsverantwortung, Ergebnisverantwortung, Verfahrensverantwortung, Erfüllungsund Beratungs-, Überwachungs-, Organisations-, Einstandsverantwortung, Gewährleistungsverantwortung seien beispielhaft genannt, vgl. mit weiteren Beispielen und dem Versuch einer Systematisierung Michael, Rechtsetzende Gewalt, S. 296 ff.Google Scholar
- 589.Dazu jüngst Mückl, in: FS Isensee, 2007, S. 183 ff.Google Scholar
- 590.Sachs, DVBl. 1995, 873 [879], der die Bedeutung dieses Elements des Verantwortungsbegriffes für gering hält.Google Scholar
- 591.Die haftungsrechtliche Seite des Verantwortungsbegriffs soll vorliegend außer Betracht bleiben, vgl. dazu Murswiek, Staatliche Verantwortung, S. 41 f. Zu den Strukturen des Verantwortungsbegriffs mit den Einzelelementen Trägerschaft, sachlicher Bezugspunkt, Maßstab, Adressaten, Sanktionierung, ausführlich Sachs, DVBl. 1995, 873 [876 ff.].Google Scholar
- 592.In diesem Sinne auch Saladin, Verantwortung als Staatsprinzip, S. 77: Lehre von der Staats-Verantwortung ist notwendig eine Lehre der Staatsaufgaben.Google Scholar
- 593.Zu sonstigen Normen des Umweltverfassungsrechts — so vor allem den Kompetenzvorschriften — Kloepfer, Umweltrecht, § 3, Rn. 1; Breuer, in: Schmidt-Aßmann, Besonderes Verwaltungsrecht, 5. Kap. Rn. 35.Google Scholar
- 595.Vgl. insoweit S. 137 ff. A.A. Stoll, Sicherheit, S. 352, der allgemein den vorrangigen Grund staatlicher Verantwortung in den grundrechtlichen Schutzpflichten sieht.Google Scholar
- 597.Hoppe, in: VVDStRL 38 (1980), S. 211 [232].Google Scholar
- 598.Berg, in: FS Stern, S. 421 [438].Google Scholar
- 599.Gusy, ZUR 2001, 1 [5]: „Letztverantwortlichkeit des Staates“; Kloepfer, in: ders., Umweltstaat, S. 39 [46].Google Scholar
- 600.Berg, in: FS Stern, S. 421 [438].Google Scholar
- 601.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 210 f.Google Scholar
- 602.Sachs, DVBl. 1995, 873 [881].Google Scholar
- 603.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 210; Schink, DÖV 1997, 221 [223].Google Scholar
- 604.Sachs, DVBl. 1995, 873 [893 f.].Google Scholar
- 605.Badura, DVBl. 1982, 861 [868]; Götz, in: VVDStRL 41 (1983), S. 7 [12]; vgl. auch Saladin, Verantwortung als Staatsprinzip, S. 212 ff. Zur Herleitung Hofmann, in: VVDStRL 41 (1983), S. 42 [74 f.].Google Scholar
- 606.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 306. Anders Führ, NuR 1998, 6 [8 f.], der abweichend von der h.M. auch gesetzlich festgelegte Verhaltenspflichten, mithin nicht nur verfassungsrechtliche, als Grundpflichten bezeichnet.Google Scholar
- 607.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 308.Google Scholar
- 608.Badura, DVBl. 1982, 861 [869 f.].Google Scholar
- 609.In diese Richtung — „stillschweigend mitgeschriebene“ Grundpflichtenbegründung — vorsichtig Führ, NuR 1998, 6 [10].Google Scholar
- 610.Er entfaltet auch keine Drittwirkung: Schulze-Fielitz, in: Dreier, GG II, Art. 20a, Rn. 66.Google Scholar
- 611.Winkler, Kollisionen, S. 219 f. Allgemein zu den Grundpflichten Badura, DVBl. 1982, 861 ff.; Bethge, JA 1985, 249 ff.; Hofmann, in: Isensee/Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 114; Luchterhandt, Grundpflichten.Google Scholar
- 612.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [189 f.].Google Scholar
- 613.Sachs, DVBl. 1995, 873 [891 f.]; Winkler, Kollisionen, S. 219.Google Scholar
- 614.Sachs, DVBl. 1995, 873 [889].Google Scholar
- 615.Brönneke, Umweltverfassungsrecht, S. 213 f.; Stern, Staatsrecht, Bd. III/2, S. 1025, 1043 ff. Grundlegend Isensee, DÖV 1982, 609 ff.Google Scholar
- 616.BVerfGE 69, 315 [356].Google Scholar
- 617.Führ, Eigen-Verantwortung, S. 122, zur damit einhergehenden Appellfunktion S. 192 ff. Hinsichtlich Grundlage und Funktion geht ders. von einer weitgehenden Übereinstimmung von Grundpflichten und Rücksichtnahmegebot aus, S. 208.Google Scholar
- 619.Badura, in: Benda/Maihofer/Vogel, HVerfR, S. 341; Breuer, Bodennutzung, S. 42, der sich dann aber selbst widerspricht, wenn er meint, dass weder die Eigentumsgarantie aus sich heraus ein praktikables System subjektiver Rechte gewährleiste, noch die Sozialpflichtigkeit für sich allein ein durchgestaltetes System von Eigentümerpflichten schaffe; Bryde, in: v. Münch/Kunig, GG I, Art. 14, Rn. 69; zuerst Dürig, JZ 1953, 193 [197]; Hofmann, in: Isensse/Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 114, Rn. 18; Kimminich, JuS 1978, 217 [222]; ders., NuR 1979, 45 [46]; ders., in: Dolzer, BK, GG, Art. 14, Rn. 152 ff.; Nüßgens/Boujong, Eigentum, Rn. 141; Stein, in: FS Gebhard Müller, S. 503 [523]; Wieland, in: Dreier, GG I, Art. 14, Rn. 90.Google Scholar
- 620.Bryde, in: v. Münch/Kunig, GG I, Art. 14, Rn. 69 m.w.N.Google Scholar
- 621.Vgl. nur Wendt, Eigentum und Gesetzgebung, S. 297 f.Google Scholar
- 622.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 201; Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 306; Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 115, Rn. 172 ff.; Wolf, KritV 1997, 280 [300].Google Scholar
- 623.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [164]. Vgl. auch schon S. 64 ff.Google Scholar
- 624.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [164].Google Scholar
- 625.BVerfGE 20, 351 [361].Google Scholar
- 626.BVerfGE 21, 73 [83], in der es aber gleichzeitig von Art. 14 Abs. 2 GG als Richtschnur für den Gesetzgeber ausgeht.Google Scholar
- 627.BVerfGE 37, 132 [140]; 56, 249 [260]; ferner 21, 73 [83]; 58, 300 [338]; 70, 191 [200]; 95, 64 [84]. Zur Funktion des Art. 14 Abs. 2 GG als Richtschnur vgl. schon S. 118.Google Scholar
- 628.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 206; Papier, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 14, Rn. 306; Schmidt-Aßmann, in: FS Universität Heidelberg, S. 107 [115 f.]. Umfassend Thormann, Abstufungen, S. 132 ff.Google Scholar
- 629.Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 204. Gleichwohl könnte die Rechtsprechung den Art. 14 Abs. 2 GG mangels konkreter gesetzgeberischer Vorgaben einer unmittelbaren Anwendung im hier gemeinten Sinne zuführen. Darin wird eine gegenüber Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG bestehende Eigenständigkeit des Art. 14 Abs. 2 GG gesehen, die in einem zwar eng begrenzten Umfang, aber dennoch unmittelbare Rechtswirkungen gegenüber dem Einzelnen bedeuten kann, so Luchterhandt, Grundpflichten, S. 556.Google Scholar
- 630.BVerfGE 33, 303 [334].Google Scholar
- 631.Leisner, Umweltschutz durch Eigentümer, S. 73 f.Google Scholar
- 632.Böckenförde, NJW 1974, 1529 [1530].Google Scholar
- 635.Elicker, NJW 2005, 2052 [2053]: d.h. auch, dass sozialnützliche Eigentumssubstanz aus verfassungsrechtlicher Sicht geschont werden muss als Umkehrschluss aus der stärkeren Inanspruchnahme von sozialschädlichem, gefährlichem Eigentum.Google Scholar
- 636.Isensee, in: Ossenbühl, Eigentumsgarantie, S. 3 [17].Google Scholar
- 637.Isensee, in: Ossenbühl, Eigentumsgarantie, S. 3 [18].Google Scholar
- 638.Vgl. dazu Volkmann, JZ 2004, 696 [699]. Grundlegend zum Wandel der Staatsaufgaben Grimm, in: ders., Staatsaufgaben, S. 613 ff.Google Scholar
- 639.So die Prognose von Michel, Staatszwecke, S. 336.Google Scholar
- 640.So auch Führ, Eigen-Verantwortung, S. 50.Google Scholar
- 641.Damit erweisen sich die Verfassungstechniken für eine selbständige Grundpflicht — ein im Grundrecht angesiedelter Pflichtenvorbehalt oder eine Staatszielbestimmung — als austauschbare Werkzeuge des Verfassungsgebers: Badura, DVBl. 1982, 861 [872].Google Scholar
- 642.Das Verhältnis von Staat und Gesellschaft, das dem hier gestellten Problem zugrunde liegt, ist im Detail höchst umstritten, vgl. dazu Depenheuer, in: Zöller, Betreuungsstaat, S. 19 ff.; Di Fabio, in: VVDStRL 56 (1997), S. 235 [253]. Zu der vom GG vorausgesetzten Unterscheidung von Staat und Gesellschaft vgl. auch Herzog, in: Maunz/Dürig, GG, Art. 20, I Rn. 45, II Rn. 25 und Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 115, Rn. 131.Google Scholar
- 643.Di Fabio, NVwZ 1999, 1153 [1157].Google Scholar
- 644.Krings, Grund und Grenzen, S. 99. Insbesondere die ausdehnende Anerkennung von Schutzpflichten — vgl. dazu bereits S. 137 ff. — führt zur Negierung dieser Funktion und damit zu einer Aufweichung der Trennung von Staat und Gesellschaft: Ladeur, Kritik der Abwägung, S. 47. Gerade für das Eigentumsgrundrecht kann dies in besonderem Maße ein ausuferndes staatliches Auftreten auf Kosten des Eigentümers bedeuten, dessen eigene Verantwortlichkeit zurückgedrängt wird.Google Scholar
- 645.Ausführlich zum Ganzen Böckenförde, Recht, Staat, Freiheit, S. 219.Google Scholar
- 646.Voßkuhle, in: Schuppert, Privatisierung, S. 47 [49].Google Scholar
- 647.Kirchhof, Verwalten, S. 176: die Mitverantwortlichkeit des Staates wird im Bereich des Eigentumsgrundrechts insbesondere daran deutlich, dass die verbindliche Verfügung über Eigentum erst durch eine Rechtsordnung möglich ist bzw. Eigentum erst nach staatlicher Hilfe zur Vermögensbildung erworben werden kann. Kritisch Pietzcker, JZ 1985, 209: Geteilte Verantwortung ist unklare Verantwortung. Zum Begriff der Verantwortungsteilung Trute, in: Schuppert, Privatisierung, S. 13 ff. Zur Privatisierung als besonderer Form der Verantwortungsteilung Sanden, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 87 ff.Google Scholar
- 648.Berg, in: FS Stern, S. 421 [438]; Schulze-Fielitz, in: Dreier, GG II, Art. 20a, Rn. 66: vielmehr wird die staatliche Letztverantwortung hervorgehoben; Kloepfer, DVBl. 1996, 73 [74]; Wolf, KritV 1997, 280 [305].Google Scholar
- 649.Sanden, in: Brandt/Smeddinck, Grundgesetz und Umweltschutz, S. 87 [97].Google Scholar
- 651.Leisner, Umweltschutz durch Eigentümer, S. 42.Google Scholar
- 652.BVerfGE 98, 106 [121]. Ausführlich Trute, in: Schuppert, Privatisierung, S. 31 ff. Verschiedene Verantwortungskonstellationen hat das BVerfG geschaffen: Eine Mitverantwortung des Staates gibt es im Kernenergierecht. Diese komme ihm wegen seines finanziellen Engagements und der gesetzlichen Ermöglichung zu. Rechtsfolge ist, dass nicht weniger strenge Maßstäbe für die verfassungsrechtliche Beurteilung von Genehmigungen für Kernkraftwerke gölten, als bei staatlichen Eingriffsgesetzen (BVerfGE 53, 30 [57f.]). Das Problem verbleibender Verantwortung des Staates wird für Bereiche diskutiert, in denen der Staat privatisiert oder jedenfalls Aufgaben überträgt. Zu finden sind hier — je nach Materie und abhängig vom Risikopotential — Begriffe wie Erfüllungs-, Gewährleistungs-und Auffangverantwortung, vgl. dazu Stoll, Sicherheit, S. 416 f.Google Scholar
- 653.Trute, DVBl. 1996, 950 [956].Google Scholar
- 654.Kirchhof, Verwalten, S. 181.Google Scholar
- 655.Kirchhof, Verwalten, S. 180; Trute, DVBl. 1996, 950 [956]. Vgl. auch Rengeling, Das Kooperationsprinzip, S. 82.Google Scholar
- 656.Vgl. dazu Voßkuhle, in: Schuppert, Privatisierung, S. 47 [64 ff.].Google Scholar
- 657.Di Fabio, in: VVDStRL 56 (1997), S. 235 [262].Google Scholar
- 658.Kloepfer, in: ders., Umweltstaat, S. 39 [50], der diese Aussage auch auf das Eigentum überträgt. Dies widerspricht dem Ergebnis vorliegender Untersuchung unter II., weil Schutzpflichten aus Art. 14 gänzlich abzulehnen sind. Vgl. auch Murswiek, JZ 1988, 985 [987].Google Scholar
- 659.BVerfGE 53, 30 [58].Google Scholar
- 661.Di Fabio, in: VVDStRL 56 (1997), S. 235 [258].Google Scholar
- 662.Ossenbühl, in: VVDStRL 29 (1971), S. 137 [181]: weil damit in der Regel Sonderbelastung einzelner oder einzelner Gruppen einhergehen.Google Scholar
- 663.So jüngst Ekardt, UTR Band 90, S. 63 [66, 76 ff.]: der Staat muss dem Einzelnen eine Einstandspflicht für Folgen seiner frei gewählten Handlungen auferlegen.Google Scholar
- 664.Murswiek, in: Gesellschaft für Umweltrecht, S. 40 [57].Google Scholar
- 665.Murswiek, in: Gesellschaft für Umweltrecht, S. 40 [58]. Vgl. auch die Begründung dess. in: Sachs, GG, Art. 20a, Rn. 34 f.Google Scholar
- 667.Gaentzsch, in: Gesellschaft für Umweltrecht, S. 96 [100], in Zusammenfassung der Diskussion von Murswieks Referat.Google Scholar
- 668.Ebenso Kloepfer, in: ders., Umweltstaat, S. 39 [50], der es im Einzelfall allerdings für möglich hält, dass sich im Hinblick auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip aus Grundrechten eine solche Pflicht ergeben kann.Google Scholar
- 669.Vgl. dazu grundlegend Isensee, Subsidiaritätsprinzip.Google Scholar
- 670.Vgl. dazu nur Isensee, Subsidiaritätsprinzip, insb. S. 318, 220 ff. Das BVerfG hat in E 58, 233 [253] offen gelassen, ob ihm Verfassungsrang zukommt.Google Scholar
- 672.Zum Vorstehenden Depenheuer, in: v. Mangoldt/Klein/Starck, GG I, Art. 14, Rn. 205 und Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 115, Rn. 175.Google Scholar
- 673.Waechter, NuR 1996, 321 [322].Google Scholar
- 674.So im Grundsatz auch Krings, Grund und Grenzen, S. 280.Google Scholar
- 675.Hermes, Das Grundrecht auf Schutz, S. 245.Google Scholar
- 676.Vgl. dazu Sieckmann, Modelle, S. 277. Als Beispiele der Aufhebung von Eigentümerkompetenzen nennt er die Erforderlichkeit einer Grundstücksverkehrsgenehmigung (wegen der Abhängigkeit von der Zustimmung der Behörden), die Aufhebung von Abwehrrechten gegenüber Dritten (BVerfGE 72, 66 ff.) sowie Enteignungen, weil das Verfügungsrecht beseitigt wird.Google Scholar
- 677.Denninger, Normsetzung, S. 125; Waechter, NuR 1996, 321 [322].Google Scholar
- 678.Hermes, Das Grundrecht auf Schutz, S. 246.Google Scholar
- 679.In Anknüpfung an die obige Problemstellung des Verhältnisses von Abwehr-und Schutzdimension des Eigentumsgrundrechts Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 115, Rn. 142. Zu Begriffsklärung und verfassungsrechtlichen Problemen von Eigensicherungsmaßnahmen Ossenbühl, Eigensicherung, S. 17 ff., 52 ff.Google Scholar
- 680.Hermes, Das Grundrecht auf Schutz, S. 245. Zur Frage des Verhältnisses von privatem Schutz zu staatlichen Handlungspflichten aus Grundrechten vgl. Krings, Grund und Grenzen, S. 281, der die Herabsetzung staatlicher Pflichten ablehnt. Allein die Möglichkeit zum Selbstschutz soll die Intensität und Qualität staatlichen Schutzhandelns beeinflussen, nicht der tatsächlich erfolgende Selbstschutz. Letzterer befürwortet das Subsidiaritätsprinzip als Auswahlkriterium für Schutzinstrumente bei grundrechtlichen Schutzpflichten, a.a.O. S. 278 ff.Google Scholar
- 681.Isensee, in: ders./Kirchhof, HStR V, 2. Aufl., § 115, Rn. 175.Google Scholar
- 682.Führ, Eigen-Verantwortung, S. 194.Google Scholar
- 683.Kloepfer, Umweltrecht, § 4, Rn. 56; Breuer, in: Schmidt-Aßmann, Besonderes Verwaltungsrecht, 5. Kap. Rn. 18; Huber, DVBl. 1999, 489. Vgl. auch Depenheuer, in: Huber, Kooperationsprinzip, S. 17 ff.; Rengeling, Das Kooperationsprinzip, S. 13 und allgemein zu Formen von Kooperation a.a.O. S. 58 ff. Kritisch zum Kooperationsprinzip als politischem und rechtlichem Prinzip Murswiek, ZUR 2001, 7 ff.Google Scholar
- 684.Michael, Rechtsetzende Gewalt, S. 315.Google Scholar
- 685.BVerfGE 98, 106 [121] — kommunale Verpackungssteuer; vgl. auch BVerfGE 98, 83-landesrechtliche Abfallabgabe.Google Scholar
- 686.Murswiek, ZUR 2001, 7 [12f.]. Kloepfer, DVBl. 1996, 73 [74], sieht es allerdings als Grundprinzip der Umweltpolitik an. A.A., ausdrücklich für Qualität als Rechtsprinzip: Di Fabio, NVwZ 1999, 1153 [1156f.].Google Scholar
- 687.Gusy, ZUR 2001, 1 [5]: Kooperationsverhältnisse sind gesetzlich begründungs-und ausgestaltungsbedürftig. Siehe auch Murswiek, ZUR 2001, 7 [12 f.].Google Scholar
- 688.Rengeling, Das Kooperationsprinzip, S. V. Insbesondere können sich Verhaltensweisen von Grundrechtsträgern im Rahmen von Kooperation als Ausübung grundrechtlicher Freiheit darstellen, Kirchhof, Verwalten, S. 208. Zur „Kooperationsfunktion der Grundrechte“ im Leistungsrecht vgl. Hill, in: VVDStRL 47 (1988), S. 172 [194].Google Scholar
- 689.Vgl. Di Fabio, NVwZ 1999, 1153 [1157]; Rengeling, Das Kooperationsprinzip, S. 84 f.Google Scholar
- 690.Trute, UTR Band 48, S. 13 [20], der vor allem anzweifelt, ob die staatliche Letztverantwortung als Sicherung der Gemeinwohlerfüllung ausreicht.Google Scholar
- 691.Murswiek, ZUR 2001, 7 [12], der dies aber für Verursacher-und Vorsorgeprinzip anders sieht, weil die Orientierung an diesen Prinzipien für einen effektiven Umweltschutz unerlässlich sei; Sommermann, in: v. Münch/Kunig, GG II, Art. 20a, Rn. 13; Waechter, NuR 1996, 321 [322]; Wolf, KritV 1997, 280 [305].Google Scholar
- 692.Gusy, ZUR 2001, 1 [5]. A.A. Koch/Laskowski, ZUR 1997, 182 [184], die es wegen Art. 20a GG ausschließen, dass der Schutzauftrag auf Private übertragen werden kann.Google Scholar
- 693.Ausnahmsweise soll er dann bestehen, wenn sich durch Kooperation ein Rechtsproblem vollständig und auf Dauer lösen lässt, eine Prognose freilich, die im Einzelfall schwer zu treffen sein wird: Trute, UTR Band 48, S. 13 [18 in Fn. 23].Google Scholar
- 694.Waechter, NuR 1996, 321 [322].Google Scholar
- 695.So auch Huber, Politische Studien 1/2000, S. 45 [58].Google Scholar
- 697.BVerfGE 98, 106 ff.Google Scholar
- 698.Di Fabio, NVwZ 1999, 1153 [1156].Google Scholar
- 699.Vgl. auch Isensee, Subsidiaritätsprinzip, S. 366: Der grundrechtliche Rechtfertigungszwang sichert den Vorrang des privaten vor staatlichem Handeln; die Anforderungen der Grundrechte sind durchwegs konkreter und differenzierter.Google Scholar
- 701.So auch Isensee, Subsidiaritätsprinzip, S. 376 f.Google Scholar
- 702.Zur Rolle des Rechts für die Strukturierung der Kooperation Schuppert, Die Verwaltung 31 (1998), 415 [435 ff.].Google Scholar
- 703.Depenheuer, in: v. Danwitz, Bericht, S. 111 [154].Google Scholar
- 704.In diesem Sinne auch Leisner, Umweltschutz durch Eigentümer, S. 76 f.Google Scholar
- 705.Hoffmann-Riem, Die Verwaltung 28 (1995), 425 [427].Google Scholar
- 706.Kloepfer, in: ders., Umweltstaat, S. 39 [46].Google Scholar
- 707.So für die Gesundheit Stoll, Sicherheit, S. 356 ff. Der Gedanke ist ohne weiteres auch auf Eigentümerinteressen übertragbar.Google Scholar
- 708.Von einer Motivationsgarantie, die dem Staat gegenüber Eigentümer und Allgemeinheit obliegt, spricht Leisner, Umweltschutz durch Eigentümer, S. 74.Google Scholar
- 709.So aber Hoffmann-Riem, Die Verwaltung 28 (1995), 425 [430].Google Scholar
- 711.BVerwG, NVwZ 1998, 1080 [1081].Google Scholar
- 712.Vgl. BVerwG, NVwZ-RR 1990, 96 m.w.N.Google Scholar
- 713.BVerwG, NVwZ 1998, 1080 [1081].Google Scholar
- 714.BVerwG a.a.O.Google Scholar
- 715.So auch Koch, BayVBl. 2002, 9 [10]. Vgl. auch OVG NRW, NWVBl. 2003, 380 [381]: Anschluss-und Benutzungszwang darf nicht aus gebührenrechtlichen Gründen angeordnet werden. A.A. die wohl herrschende Meinung, z.B. VGH BW VBlBW 2004, 337 [339] und Gruber, BayVBl. 2000, 453 ff. in Fn. 8 m.w.N.Google Scholar
- 717.BVerwG, NVwZ 2004, 1131. Anders zu beurteilen ist allerdings der Fall, dass ein bereits an die Fernwärmeversorgung angeschlossener Grundstückseigentümer eine Befreiung vom Anschluss-und Benutzungszwang beantragt, vgl. BVerwG NVwZ 2006, 690 ff. — dann ist davon auszugehen, dass kein Anspruch auf Befreiung besteht. Vgl. dazu schon S. 127 ff.Google Scholar
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