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Stimuluskontrolle

  • M. Hautzinger

Auszug

Unter Stimuluskontrolle verstehen man die Beeinflussung von Verhalten, sei es direkt beobachtbar oder verdeckt, durch die geplante Anwendung und Kontrolle der dem Zielverhalten vorausgehenden Reizbedingungen. Stimuluskontrolle ist das häufigste und auch im Alltag gebräuchliche Mittel, bestimmte Reaktionen hervorzurufen oder zu unterbinden; z. B. bei Rot an der Ampel anhalten; wenn einer redet, schweigen die anderen; aufstehen beim Abspielen der Nationalhymne; den Hut abnehmen bei einer christlichen Beerdigung; anhalten bei der Sirene der Ambulanz; Verstummen der Schüler bei Erscheinen des Lehrers usw. Die lernpsychologische Erkenntnis der Situationsabhängigkeit von Verhalten aufgrund erfahrener positiver oder negativer Konsequenzen ist der hier zugrunde liegende Erklärungsmechanismus (▸ Kap. 17, Kap. 22 und Kap. 26). Durch diese Kupplung, vor allem nach mehrfacher Erfahrung, lernt das Individuum, dass bei bestimmten Reizbedingungen (z. B. Lächeln) ein bestimmtes Verhalten (z. B. Annäherung) die Wahrscheinlichkeit der positiven Konsequenzen (z. B. sexueller Kontakt) erhöht, ein anderes Verhalten diese reduziert.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2008

Authors and Affiliations

  • M. Hautzinger
    • 1
  1. 1.Psychologisches Institut Klinische Psychologie und PsychotherapieUniversität TübingenTübingen

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