Atemwegssicherung, Intubation und Beatmung

Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Auszug

Atemwegsmanagement und Beatmung gehören zu den wichtigsten notfallmedizinischen Maßnahmen und sind elementarer Bestandteil der kardiopulmonalen Reanimation. Atemwegsmanagement besteht aus dem Freimachen und dem Freihalten der Atemwege, ggf. mit der Möglichkeit zur Beatmung. Das Freimachen kann ohne Hilfsmittel durch digitales Ausräumen des Mundes erfolgen, im professionellen Rettungsdienst mit Hilfsmitteln wie Absaugpumpe oder Magill-Zange. In Erstickungssituationen aufgrund tiefer in die Atemwege eingedrungener Fremdkörper sind Schläge auf den Rücken, in schweren Fällen auch Thorax- oder Oberbauchkompressionen (Heimlich-Manöver) erforderlich. Das Freihalten erfolgt am sichersten durch die endotracheale Intubation. Alternativen zum Endotrachealtubus mit etwas geringerem Schutz vor Aspiration sind vor allem der Kombitubus und die Larynxmaske. Einfachere Mittel wie oro- oder nasopharyngealeTuben können ebenfalls ausreichend sein. Auch ohne Hilfsmittel können die Atemwege durch Seitenlagerung, Reklination des Kopfes und Anheben des Unterkiefers oder den sog. Esmarch-Handgriff meist offen und frei gehalten werden. Beatmet wird entweder über eine Beatmungsmaske oder — wegen des Aspirationsschutzes vorzugsweise — über einen Endotrachealtubus (bzw. eine Tubusalternative wie Larynxmaske oder Kombitubus). Die Beatmung kann mit einem manuellen Beatmungsbeutel oder einem transportablen Beatmungsgerät erfolgen, wenn immer möglich in Notfallsituationen mit erhöhter FiO2 von 50–100%. Hauptziele der Beatmung sind das Sicherstellen einer ausreichenden arteriellen Sauerstoffkonzentration (Oxygenierung) und einer ausreichenden Abatmung von Kohlendioxid (Ventilation) zur Vermeidung von Hypoxie, Hyperkapnie und respiratorischer Azidose.

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© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

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