Protozoen- und Helminthen-Infektionen

  • R. Bialek

Auszug

Global betrachtet tragen Parasitosen erheblich zur Morbidität und Mortalität bei. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) sterben jährlich 1–2 Mio. Kinder unter 5 Jahren an Malaria, deren Fallzahl auf insgesamt 300 Mio. pro Jahr geschätzt wird. Etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung, also 600 Mio. Menschen, tragen Hakenwürmer. Auch Spul-, Peitschen- und Zwergfadenwurminfektionen sind mit jeweils etwa 350–500 Mio. Infizierten keineswegs selten. Etwa 250 Mio. Menschen sind mit dem Pärchenegel infiziert, weitere 80 Mio. Menschen ertragen die Folgen der lymphatischen Filariasis — alles Erkrankungen, die heute in unseren Breiten eine Rarität darstellen. Einerseits verhindert unser Klima die Entwicklung von Parasiten in auch bei uns heimischen potenziellen Vektoren (Mücken) andererseits haben einfache Hygienemaßnahmen, wie Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, Benutzung von Toiletten und das Tragen fester Schuhe geholfen, die Infektionsketten vieler intestinaler Parasiten zu unterbrechen. In Zeiten zunehmender Globalisierung mit Verlagerung des Arbeitsplatzes auch in tropische Regionen, bei zunehmender Migration, aber auch infolge des zunehmendem Ferntourismus ganzer Familien werden Parasitosen neben den bei uns unverändert beheimateten, wie der Oxyuriasis und Giardiasis, auch in Kinderarztpraxen und -kliniken im deutschsprachigen Raum immer wieder beobachtet werden. Dieses Kapitel soll helfen bei einem parasitologischen Stuhlbefund, aber auch bei einer möglichen, potenziell tödlichen Malaria tropica eine adäquate Therapie einzuleiten.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bialek R (2006) Prophylaxe und Therapie der Malaria. Monatsschr Kinderheilkd 154: 229–236CrossRefGoogle Scholar
  2. Bialek R, Knobloch J (1999) Parasitäre Infektionen in der Schwangerschaft und konnatale Parasitosen. I. Teil: Protozoeninfektionen. Z Geburtsh Neonatol 203: 55–62Google Scholar
  3. Bialek R, Knobloch J (2000) Schistosomiasis in German children. Eur J Pediatr 159: 530–534PubMedCrossRefGoogle Scholar
  4. Bogdan C (2006) Leishmaniosen im Kindesalter. Monatsschr Kinderheilkd 154: 221–228CrossRefGoogle Scholar
  5. Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (2007) Handbuch. Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 5. Aufl. Futuramed, München (im Druck)Google Scholar
  6. Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) (2005) Empfehlungen zur Malariavorbeugung für beratende ärzte. http://www.dtg.mwn.de. Gesehen Oktober 2006Google Scholar
  7. Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) (2005) Leitlinien der DTG zur Diagnostik und Therapie der Malaria, Schistosomiasis, Viszeralen Leishmaniasis. http://www.awmf-online.de.Gesehen Oktober 2006Google Scholar
  8. Farthing MJG, Keusch GT, Wakelin D (eds) (1995) Enteric infection 2: intestinal helminths. Chapman & Hall Medical, LondonGoogle Scholar
  9. Knobloch J (Hrsg) (1996) Tropen-und Reisemedizin. Gustav Fischer, JenaGoogle Scholar
  10. Lang W, Löscher T (Hrsg) (2000) Tropenmedizin in Klinik und Praxis, 3. Aufl. Thieme, StuttgartGoogle Scholar
  11. Robert Koch-Institut (2001) Merkblatt für Ärzte: Toxoplasmose bei Mutter und Kind — Erkennung, Behandlung und Verhütung. http://www.rki.de/INFEKT/INF_A-Z/MBL/TOXOPLAS.HTM. Gesehen Oktober 2006Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007

Authors and Affiliations

  • R. Bialek
    • 1
  1. 1.Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift gGmbHKindermedizinisches VersorgungszentrumHamburg

Personalised recommendations