Gesundheitsökonomische Evaluationen pp 321-334 | Cite as
Lebensqualität als Ergebnisparameter in gesundheitsökonomischen Studien
Wirtschaftliche Zwänge bestimmen immer stärker ärztliches Handeln sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung. Die Implementierung ökonomischer Prinzipien und Handlungsweisen ist für das Gesundheitswesen mittlerweile unabdingbar. Um neben der medizinischen Wirksamkeit (Effektivität) von medizinischen Maßnahmen, beispielsweise für eine bestimme Therapieform, auch deren Wirtschaftlichkeit (Effizienz) beurteilen zu können, bedarf es ökonomischer Studien, um die Kosten und Nutzen der medizinischen Behandlungsmethode in Beziehung zu setzen. Während die Ermittlung der Kosten relativ unproblematisch ist, wird die Wissenschaft bei der Erfassung der Nutzenkomponente vor große Herausforderungen gestellt.
Neben den chronischen Erkrankungen gibt es viele Krankheitsbilder, beispielsweise Hautleiden, Zahn- und Rückenschmerzen, die zwar keinerlei Einfluss auf die Lebenserwartung haben, aber nachhaltig auf das Wohlbefinden von Menschen wirken. Viele medizinische Programme zielen nicht ausschließlich auf die Lebensverlängerung, sondern haben die Heilung nichttödlicher Krankheiten und die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zum Ziel. Leben hat also zwei Dimensionen: Quantität und Qualität. Um dieser Eigenschaft gerecht zu werden, bedarf es eines Bewertungsansatzes, der den Output medizinischer Maßnahmen nicht allein nach quantitativen Beurteilungskriterien (Lebenserwartung) beurteilt, sondern auch Änderungen der Qualität des Lebens berücksichtigt.
Aus dieser Notwendigkeit zu einer qualitätsorientierten Betrachtungsweise folgt die Relevanz der Lebensqualität für gesundheitsökonomische Fragestellungen. Nur bei ihrer Berücksichtigung können Änderungen des Wohlbefindens von Patienten sichtbar gemacht und diese Nutzenkomponente in Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen aussagekräftig bewertet werden.
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