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Psychiatrie und Psychotherapie

pp 669-690

Sonstige biologische Therapieverfahren (EKT, Schlafentzugsbehandlung, Lichttherapie, TMS, VNS) — Theoretische und empirische Grundlagen sowie klinische Anwendungsprinzipien

  • S. KasperAffiliated withUniversitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universität Wien

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Auszug

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden mehrere pharmakologische, aber auch nichtpharmakologische, biologisch fundierte Therapien zur Behandlung der Depression eingeführt (⊡ Abb. 28.1). Unter den nichtpharmakologischen Behandlungen hat sich die Elektrokrampftherapie (EKT) weltweit als eine effektive Behandlungsform bei einer spezifischen Indikationsstellung etabliert (ECT Review Group 2003; American Psychiatric Association/APA 2001; Folkerts et al. 1996). Der therapeutische Schlafentzug (SE) wird hingegen vorwiegend in Deutsch land und mit wenigen Ausnahmen, hauptsächlich in Forschungszentren, auch in den USA, durchgeführt. Das therapeutische Potenzial sowie die darin einbegriffenen Wirkmechanismen sind monografisch zusammengefasst worden (Kasper u. Möller 1996). Untersuchungen über die Lichttherapie (LT) wurden von der Gruppe am NIMH (National Institute of Mental Health, USA) um Rosenthal (Rosenthal et al. 1984) zuerst veröffentlicht, jedoch auch umfangreich im deutschsprachigen Raum durchgeführt (Winkler et al. 2002). Sie gilt heute als die Standard behandlung für die Herbst-Winter-Depressionen (saisonal abhängige Depression/ SAD) und deren subsyndromale Form. Durch eine klinische Beobachtung und durch Hinweise aus der Literatur, dass bei gesunden Kontrollpersonen eine Veränderung der Befindlich keit auftritt, wurde die bei den Neurologen als Diagnostikum angewandte transkranielle Magnetstimulation (TMS) erstmals von der Bonner Arbeitsgruppe um Kasper und Möller bei depressiven Patienten eingesetzt (Höflich et al. 1991).