Gewerkschaften im Umbau des Sozialstaats pp 15-56 | Cite as
Gewerkschaftliche Dachverbände im Wohlfahrtsstaat
Zusammenfassung
In der „goldenen Phase“ des Auf- und Ausbaus moderner Wohlfahrtsstaaten galten mitgliedsstarke und politisch einflussreiche Gewerkschaften als Garanten für einen hohen sozialen Schutz. Insbesondere in den nordeuropäischen Ländern konnten die mitgliedsstarken Gewerkschaften den politischen Prozess beeinflussen (Korpi 1978; ders. 1983). Sowohl in Dänemark als auch in Schweden sind die Bezugszeiten und die Höhe des Arbeitslosengeldes vergleichsweise hoch (Kautto 2002; Kuhnle 2000). Zudem waren zu Beginn der 1990er Jahre etwa 75 % der Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft. Im Vergleich dazu sind die Höhe und die Bezugszeiten von Sozialleistungen und die Zahl gewerkschaftlich organisierter Arbeitnehmer in liberalen und kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsregimen deutlich niedriger (OECD Employment Database).
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