Chapter

Soziale Investitionen

pp 313-331

Social Return on Investment: auf dem Weg zu einem integrativen Ansatz der Wirkungsforschung

  • Konstantin Kehl
  • , Volker Then
  • , Robert Münscher

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Zusammenfassung

Im Gegensatz zu rein marktförmig handelnden Unternehmen sind gemeinnützige und gemeinwohlorientierte Organisationen nicht in erster Linie auf die Maximierung von Renditezielen, sondern auf die Erfüllung sozialer Zwecke ausgerichtet (vgl. etwa Anheier 2005; Zimmer/Priller 2007). Während das Verhältnis von Investitionen und Profit bzw. von Kosten und Nutzen mit gängigen Methoden der Betriebswirtschaft (Return on Investment, Cost-Benefit Analysis) zu bestimmen ist, fehlt ein allgemein akzeptiertes Verfahren für die Beurteilung von Organisationen und Maßnahmen, deren „Erfolg“ sich vorrangig am Wohle der Allgemeinheit orientiert. Da sich öffentliche und private Geldgeber in zunehmendem Maße nicht mehr mit der ordnungsgemäßen Ausgabe überlassener Mittel zufriedengeben, sondern verstärkt Nachweise über Effizienz und Effektivität der Ressourcenverwendung einfordern, wird mit SROI – dem Social Return on Investment – seit Mitte der 1990er Jahre eine Methode der Wirkungsforschung diskutiert und zur Anwendung gebracht, welche neben der ökonomischen Wertschöpfung die gesellschaftlichen Zusatzkosten und -erträge gemeinwohlorientierter Programme identifizieren helfen soll. Kosten-Nutzen-Analysen berücksichtigen im erweiterten Verständnis zwar durchaus ebenso nicht-monetäre Größen, setzen diese aber vor allem in Beziehung zu den Investitionen und Interessen der jeweiligen Unternehmen, Organisationen oder Programme. Auf betriebswirtschaftlicher Ebene arbeitet SROI mit ähnlichen Methoden, argumentiert jedoch neben der Beschreibung von konkreten Effekten für Träger und Klienten immer auch mit gesellschaftstheoretischem Anspruch. Dieser leitet sich aus dem legitimatorischen, sozial-innovativen und politischen Ehrgeiz der Stiftungen und Sozialunternehmen her, die das Instrument als Vorreiter vorangetrieben und in der Praxis erprobt haben (vgl. Kehl/Then 2009a).