Der Online-Wahlkampf im Superwahljahr 2009

  • Christoph Bieber

Zusammenfassung

Der lange Online-Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 begann an einem ungewöhnlichen Ort: in Wiesbaden. Die Neuauflage der hessischen Landtagswahl brachte einen ebenso unerwarteten wie unwahrscheinlichen Vorläufer des digitalen Bundestagswahlkampfes hervor. Nach der gescheiterten Regierungsbildung von Andrea Ypsilanti, der Wahlsiegerin vom Januar 2008, rückte Anfang November ein gewisser Thorsten Schäfer-Gümbel in die Rolle des Herausforderers von Roland Koch – und obwohl der Nobody aus dem traditionsreichen SPD-Unterbezirk Hessen-Süd keine Chance hatte, nutzte er sie. In dem nur 71 Tage dauernden Sprint-Wahlkampf setzte der neue Spitzenkandidat auf das Internet als zentrale Kampagnenplattform und konnte so die Eigenmarke „TSG“ dauerhaft auf der politischen Landkarte platzieren. Trotz der von seiner Vorgängerin „geerbten“, nahezu zwangsläufigen Wahlniederlage vom 18. Januar 2009 übernahm er nicht nur den Fraktions- und Landesvorsitz, sondern rückte gleich auch in den Bundesvorstand und das SPD-Präsidium auf.

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  • Christoph Bieber

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