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Frieden und Sport

  • Claus Tiedemann

Zusammenfassung

Sport wird von vielen als ein Mittel zur Förderung des Friedens betrachtet. Besonders in den Zeiten olympischer Spiele reden Sportfunktionäre und Politiker oft von der Frieden stiftenden Funktion des Sports. In vielen Projekten der Vereinten Nationen (UNO)1, des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)2 und auf lokaler Ebene verfolgen Organisationen und Menschen das erklärte Ziel, die Welt mit Hilfe von Sport friedlicher zu machen. Hat Sport tatsächlich eine solche Wirkung? Woher kommt die Annahme, dass Sport friedensstiftend sei? Welche Art Frieden ist gemeint: Frieden als ein Zustand der Abwesenheit von Krieg oder als eine gewaltfreie, konstruktive Beziehung zwischen Staaten und Völkern? Oder wäre ein allgemeinerer Begriff von Frieden angemessen? Um das Verhältnis von Sport und Frieden – aber auch von Frieden und Sport – besser zu verstehen und die Wechselwirkungen zwischen beiden erfassen zu können, ist es zunächst notwendig, sich über die begrifflichen Zusammenhänge zu verständigen.

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Literatur

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Weiterführende Literatur

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Weiterführende Internetquellen

  1. International Olympic Committee (IOC): http://www.olympic.org
  2. Deutscher Olympischer Sportbund (DOS): http://www.dosb.de/de
  3. Peres Center for Peace: http://www.peres-center.org
  4. Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. (IFT): http://www.friedenspaedagogik.de

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Claus Tiedemann
    • 1
  1. 1.Emeritus für SportwissenschaftUniversität HamburgHamburg

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