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Fremderfahrung, Fremdbilder und Fremdorte. Phänomenologische Perspektiven der Interkulturalität

  • Bernhard Waldenfels

Zusammenfassung

Dass Interkulturalität mannigfach geprägt ist von Handelsbeziehungen, politischen Verträgen und internationalem Recht, von wissenschaftlicher und technischer Kooperation, von kulturellen Kontakten und – leider nicht zu vergessen – von kriegerischen Auseinandersetzungen, liegt auf der Hand. Legt man einen weitgefassten Kulturbegriff zugrunde, so hat dies alles etwas mit Interkulturalität zu tun. Spricht man heute von einer kulturellen Wende oder von Cultural Studies, so ist die Vielfalt der Kulturen ebenso darin beschlossen wie die Vielfalt der Sprachen. Doch Interkulturalität meint mehr als ein Nebeneinander und Miteinander von Kulturen, es meint ein Ineinander, das in den gewaltig angewachsenen Strömen der Ein- und Auswanderung bestehende Grenzen überschreitet oder unterläuft. Sofern die Wanderbewegungen durch Ausweisung und Vertreibung gewaltsam erzwungen werden, haben sie teil an dem Umschlag von Fremdheit in Feindschaft. Der interkulturelle Austausch und die interkulturelle Auseinandersetzung, die in aller Munde sind, erreichen allererst ihren Tiefgang in einer radikalen Form von Fremderfahrung, die sich als permanente Unruhe in der jeweiligen Eigensphäre bemerkbar macht. Diese Erfahrung des Fremden soll im folgenden ein Stück weit ausgelotet werden.

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Authors and Affiliations

  • Bernhard Waldenfels

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