Barack Obama und die Macht der Worte pp 158-172 | Cite as
Obama und das Selbstvertrauen Philosophische Überlegungen
Zusammenfassung
Wie wohl kaum je eine Präsidentschaftskampagne zuvor war diejenige von Barack Obama auf einen einzelnen slogan zugespitzt: die drei Worte, die ein gemeinsames Können bejahen: „Yes, we can!“ Das Motto hat eine gewaltige, emotional, spirituell und gedanklich aufgeladene mobilisierende Kraft entfaltet. Diese Kraft erklärt sich wohl daraus, dass dieses Motto erstens die Person bzw. Familiengeschichte Obamas mit dem traditionellen amerikanischen Selbstverständnis als Land der unbegrenzten Möglichkeiten verband und zweitens diese unbegrenzten Möglichkeiten auf ein gemeinsames Projekt, die individuellen Eigeninteressen auf die nationale Einheit und sogar die globale Einheit der Menschheit hin zu überschreiten erlaubte. Damit ist es Obama in drei Worten gelungen, die demokratischen politischen Sonderanliegen nach größerer innergesellschaftlicher (und, in geringerem Maß, auch globaler) Solidarität und mehr Umverteilung scheinbar nahtlos mit dem semantischen Kern des amerikanischen Selbstverständnisses zu verbinden und zugleich mit seiner eigenen Person zu identifizieren.
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