Einleitung: Zur relationalen Soziologie Grundgedanken, Entwicklungslinien und transatlantische Brückenschläge

  • Sophie Mützel
  • Jan Fuhse

Zusammenfassung

In den letzten 20 Jahren hat sich die relationale Soziologie zum vielleicht wichtigsten und innovativsten Theorie-und Forschungsansatz in der nordamerikanischen Soziologie entwickelt. Ausgangspunkt und theoretischer Orientierungspunkt dieser Entwicklung war die Veröffentlichung der ersten Auflage von Harrison Whites Identity and Control (1992). Anders als in dem Verständnis des klassischen Strukturalismus der soziologischen Netzwerkforschung1 sind nun strukturelle und kulturelle Elemente konstitutiv für die Schaffung und den Erhalt von sozialen Netzwerken. Allgemein geht es somit in der relationalen Soziologie um die theoretische Modellierung und empirische Analyse von sozialen Netzwerken als sozio-kulturellen Formationen. Damit überwindet sie den reinen Strukturalismus, wie er in der Netzwerkanalyse hauptsächlich verfolgt wird (Emirbayer 1997; Emirbayer/Goodwin 1994; Fuhse 2008a; Mützel 2006) und steht für einen „cultural approach to social networks“ (Knox et al. 2006: 121, 128f). Mit diesem Ansatz, den wir in Anlehnung an Mustafa Emirbayers Manifesto (1997) als „relationale Soziologie“ zusammenfassen, und mit der damit begründeten „kulturellen Wende“ in der Netzwerkforschung beschäftigt sich dieser Band. Die verschiedenen Beiträge beleuchten unterschiedliche theoretische Konzepte oder Anwendungsfelder der relationalen Soziologie und knüpfen auch Verbindungen zu anderen soziologischen Schulen. Auf diese Weise werden sowohl die theoretische Tiefe als auch die Bandbreite in den Anwendungen der relationalen Soziologie ausgelotet.

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  • Sophie Mützel
  • Jan Fuhse

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