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Islam-bashing für jedermann

Onlinekommentare und Leserbriefe als Orte privater Stimmungsmache
  • Markus Gerhold

Zusammenfassung

Spätestens seit dem 11. September 2001 sieht sich die Öffentlichkeit weltweit einer zunehmenden Polarisierung ausgesetzt. Sie betrifft vor allem das Verhältnis des Islam und der Muslime zu anderen Religionen, Weltanschauungen und deren Anhängern. Die Frontenbildung findet auf beiden Seiten statt und wird von Gruppen, Organisationen, Regierungen und Regimes ausgenutzt, um Menschen auf die eine oder andere Seite zu bringen und deren Gefühle und Ängste für theologischen, politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder militärischen Machtgewinn zu nutzen. Das führt oft dazu, dass eine differenzierte Sichtweise kaum noch möglich ist oder nicht mehr wahrgenommen wird. So gehören mittlerweile Begrifflichkeiten wie „der Islam”, „die Muslime”, „das Christentum”, „die Christen” oder „der Westen” zum alltäglichen Sprachgebrauch (siehe hierzu auch den Beitrag von Wagner in diesem Buch). Menschen, die egal auf welcher Seite dazu aufrufen, Nuancen wahrzunehmen, sich vor Verallgemeinerungen zu hüten und jemanden erst einmal als „Mensch” zu betrachten, statt ihn auf die eine oder andere Religion festzulegen beziehungsweise ihm nicht zuzutrauen, sich von bestimmten Haltungen oder Traditionen seiner „Glaubensbrüder” distanzieren zu können, werden als „Gutmeiner”, „naive” Anhänger des Multikulti- Gedankens oder als unverantwortlich abgetan.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

Authors and Affiliations

  • Markus Gerhold

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