Modernisierung kommunaler Sozialpolitik pp 99-140 | Cite as
Konzeptioneller und theoretischer Rahmen
Zusammenfassung
Die Perspektive dieser Arbeit ist policy-orientiert – sowohl Verwaltungsmodernisierung (vgl. Jann 2001) als auch die Ausgestaltung lokaler Wohlfahrtsarrangements (vgl. Kaufmann 1979, 1994) werden in ihrer materialen Ausgestaltung als Ergebnisse politischer Prozesse, des Policy-Making, betrachtet. Dabei ist der spezifische Fokus dieser Arbeit auf die Implementationsphase gerichtet (vgl. Mayntz 1980; Wollmann 1979; 1983). Als Implementationsphase wird in der Policyforschung die Phase der unmittelbaren Umsetzung von politischen Entscheidungen und Programmen verstanden. Im idealtypischen Policy-Zyklus (vgl. Windhoff-Héritier 1987; Jann/Wegrich 2003) ist sie am Ende einer Kette aus Problemdefinition, Agenda Setting und Politikformulierung angesiedelt. In der klassischen Dichotomie der „legislatorischen Programmsteuerung“ (vgl. Grauhan 1969) markiert sie die „Übernahme“ „Umsetzung“ und „Durchführung“ des politischen Willens durch die Verwaltung. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen also nicht die Phasen der Entscheidungsvorbereitung und -findung, sondern die Umsetzung von politischen Programmen. Nicht Regelgenese, sondern Regelanwendung steht im Fokus. Diese Prozesse spielen sich in zwei abgrenzbaren Arenen ab – der der allgemeinen Verwaltungsmodernisierung und der der Ausgestaltung lokaler Wohlfahrtsarrangements. Beide weisen jeweils verschiedene Akteurskonstellationen und Handlungslogiken auf (z.B. Effizienzorientierung einerseits, Orientierung an Problemlagen und Bestandsinteressen andererseits). Inwieweit beide Arenen verwoben sind, ist zunächst eine empirische Frage, die diese Arbeit anleitet. Insofern ist die Arbeit auch ein Beitrag, dem konstatierten Mangel an substantiellen Politikfeldanalysen auf lokaler Ebene (vgl. Bogumil/Holtkamp 2006: 126) ein kleines Stück weit zu begegnen.
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