Diskurse und Sozialer Wandel

  • Reiner Keller

Zusammenfassung

Im vorangehenden Kapitel 4 habe ich die Grundlagen sowie das Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse entwickelt. Bereits in der Einleitung und in verschiedenen Teilkapiteln der vorliegenden Arbeit wurde darauf verwiesen, dass die Wissenssoziologie im Allgemeinen und die Wissenssoziologische Diskursanalyse im Besonderen ein bislang nicht genutztes, aber hilfreiches Instrumentarium zur VerfUgung stellen, um die soziologischen Gegenwartsdiagnosen der Wissensgesellschaft, der Kommunikationsgesellschafi u.a. empirisch zu untersuchen. Diese These möchte ich im Folgenden exemplarisch erläutern. Die Wissenssoziologische Diskursanalyse analysiert gesellschafiliche Definitions- bzw. Wissensverhältnisse und die sich darin entfaltenden Wissenspolitiken sozialer Akteure als Diskurse, d.h. als historisch spezifische und spezifizierbare Prozesse und Praktiken im Medium sprachvermittelter Auseinandersetzungen. Sie nähert sich damit den Formen des sozialen Wandels, die in gegenwärtigen Zeitdiagnosen behauptet werden, auf der Ebene einer soziokulturellen Transformation der gesellschaftlichen wissensregime.425‘ Sozialer Wandel ist für Individuen und organisationen nicht nur ein ,,Handlungsproblem” (Hitzler 2000; Poferl2004), sondern ebenso sehr und vielleicht sogar primär ein Deutungsproblem Ich schlage deswegen vor, sozialen Wandel als soziokulturellen Transformations- Prozess zu begreifen, der durch Diskurse vermittelt wird Dies betrifft nicht nur die mit dem Konzept der Wissensgesellschaft meist angesprochenen Transformationen des Verhältnisses von Sozialstruktur, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, sondern auch bspw.

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  • Reiner Keller

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