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Gewalt im Geschlechterverhältnis

  • Michael Meuser

Zusammenfassung

Geschlecht: männlich - so stellt sich das typische Profil des Gewalttäters in der Polizeilichen Kriminalstatistik dar. Bei 83 Prozent der im Jahr 2008 polizeilich registrierten Körperverletzungen, 87 Prozent der Morde, 99 Prozent der Vergewaltigungen sind Männer die Tatverdächtigen (BKA 2009). Diese Werte weisen, nicht nur für Deutschland, eine hohe Konstanz über Jahre und Jahrzehnte hinweg auf. Mithin lässt sich Geschlecht als der stärkste Prädiktor von Gewaltkriminalität ausmachen (Messerschmidt 1993: 1). Zwar ist die Polizeiliche Kriminalstatistik kein getreues Abbild der gesellschaftlichen Realität der Kriminalität, sondern sagt vor allem etwas aus über die Selektivität des polizeilichen Handelns und die Anzeigenbereitschaft der Bevölkerung. Doch dürfte die ungleiche Verteilung der Gewalt auf die Geschlechter kein bloßer statistischer Artefakt sein. Dafür sprechen Dunkelfeldstudien und zahlreiche empirische Studien zu unterschiedlichen Gewaltkulturen (s.u.). Gewalt ist in vielfältiger Weise in das Geschlechterverhältnis eingelassen. Im Folgenden soll, beginnend mit der feministischen Skandalisierung von Männergewalt gegen Frauen, dargestellt werden, wie sich die Thematisierung von Gewalt in der Geschlechterforschung entwickelt hat (von einer anfänglichen Fokussierung auf die Konstellation männlicher Täter und weibliches Opfer hin zu einer differenzierten Analyse unterschiedlicher Konstellationen vergeschlechtlichter Gewalt sowohl in der heterosozialen als auch in der homosozialen Dimension) und welche Fragestellungen für eine geschlechtersoziologische Analyse von Gewalt bedeutsam sind.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010

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  • Michael Meuser

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