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Die Rolle der Kommunen in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik

  • Petra Kaps

Zusammenfassung

Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik lagen und liegen in der Verantwortung der Bundesebene. Den Kommunen standen und stehen dennoch verschiedene Aktivitäten in diesem Politikfeld zur eigenen Gestaltung offen:
  1. a

    Sie konnten bis zur Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Rahmen des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) aktive Beschäftigungspolitik für SozialhilfeempfängerInnen gestalten.

     
  2. b

    Die Kommunen sind an der lokalen Selbstverwaltung der Arbeitsagenturen beteiligt und können auf diesem Wege die lokale arbeitsmarktpolitische Programmatik mitgestalten.

     
  3. c

    Sie können sich als Träger von Maßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt nach dem SGB III an der Umsetzung dieser Programmatik beteiligen. So können sie die eigene Personalpolitik durch temporäre Beschäftigung von geförderten Arbeitnehmer/innen flexibilisieren oder in kommunalen Beschäftigungsgesellschaften und Jugendwerkstätten Beschäftigungsprojekte umsetzen.1

     
  4. d

    Die Kommunen sind nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) für die Jugendsozialarbeit (§ 13) sowie für Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Jugendliche (§ 35 a) und Hilfen für junge Volljährige (§ 41) zuständig. Alle drei Felder enthalten arbeitsweltbezogene Elemente (Braun et al. 2001; Weber 2001).

     
  5. e

    Kommunen sind im Rahmen der kommunalen Wirtschaftsförderung struktur- und beschäftigungspolitische Akteure (Grabow/Henckel 1998; Haug 2004).

     
  6. f

    Kommunen können beschäftigungspolitische Projekte freier Träger durch Befürwortung gegenüber Fördermittelgebern und durch zusätzliche Ressourcen fördern.

     
  7. g

    Sie können zivilgesellschaftliche Prozesse im Bereich der Beschäftigungs- und Sozialpolitik moderieren und lokale Netzwerke fördern.2

     

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Literatur

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  • Petra Kaps

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