In seiner Dissertation über „Theorien der Sozialpädagogik“ (1981) ist Hans- Ludwig Schmidt zu dem ernüchternden Ergebnis gelangt, dass alle von ihm untersuchten Ansätze zur ozialpädagogik „keine umfassende Sinndeutung des sozialpädagogischen Gesamtanliegens “ (294) zu leisten vermögen – und zwar vor allem deshalb, weil sie das Verhältnis von Theorie und Praxis nicht angemessen entfaltet haben. Für chmidt sind Theorie und Praxis aufeinander verwiesen und in der Entscheidung des Erziehers als freiem Entschluss „dialektisch vermittelt“: „…, in der Person des Erziehers als des in Erziehungssituationen Handelnden erfährt Theorie ihre Begrenzung“ (37). In seiner abschließenden Kritik an einer von Habermas inspirierten dialektisch-kritischen Sozialpädagogik verdeutlicht Schmidt ieses Verständnis, indem er an abermas ' nur bewusstmachender Theorie bemängelt, sie enthalte keine Informationen, die das ünftige Handeln der Betroffenen präjudiziere. Damit werde sie „undialektisch und zur bloßen ‚Theorie der sozialen Evolution‘ … ohne die Einsicht, daß es vernünftige Praxis ohne Theorie nicht geben kann“ (265).

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Authors and Affiliations

  • Helmut Richter

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