Analyse demokratischer Regierungssysteme pp 611-626 | Cite as
Politische Kultur und Demokratieforschung
Zusammenfassung
In der Anfangszeit der Politikwissenschaft, setzte sich die Analyse politischer Systeme hauptsächlich mit den Institutionen und systemischen Gegebenheiten politischen Handelns auseinander. Der Bürger kam in diesen Betrachtungen häufig nur am Rande vor und spielte für das politische Geschehen eine untergeordnete Rolle. Er war ja diesen Ansätzen zufolge überwiegend von Außenbedingungen determiniert und entsprechend handlungsbeschränkt. An dieser Sichtweise änderte sich erst mit Beginn der 1960er Jahre etwas. Abgeleitet aus den Grundgedanken der Systemtheorie Talcott Parsons (1951), den Erfahrungen der Entwicklungsländerforschung, dem Behaviorismus verbunden mit den neuen Möglichkeiten der Surveyforschung, entwickelten verschiedene angelsächsische Politikwissenschaftler (Gabriel Almond, Sidney Verba, David Easton, Seymour M. Lipset) Konzepte, die den Bürgern einen größeren Einfluss auf Stabilität und Wandel politischer Systeme zuwiesen. Diese Konzepte wurden in der Folgezeit unter dem analytischen Ansatz der politischen Kulturforschung zusammengefasst. Sie stellten den Rahmen für eine Vielzahl theoretischer Überlegungen und empirischer Analysen, die versuchten, Aussagen über die Verankerung der politischen Systeme in ihren Gesellschaften vorzunehmen.
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