Die Sozialarbeitswissenschaft und ihre Theorie(n) pp 199-208 | Cite as
Metatheoretische Überlegungen zu einem integrativen Theorieansatz für die Sozialarbeitswissenschaft als Auseinandersetzung mit Tillmanns Modell der Trajektivität
Zusammenfassung
Dieser Beitrag verspricht einen integrativen Theorieansatz für die Wissenschaft der Sozialen Arbeit und die als generalistisch zu verstehende Profession Sozialer Arbeit mit Hilfe einer Synthese, die dazu beitragen soll, die Besonderheit der Sozialarbeitswissenschaft in der „Subsumtion“ (Mühlum 2001, 13) von Sozialarbeit und Sozialpädagogik unter den Begriff der „Sozialen Arbeit“ metatheoretisch zu begründen. Genau genommen, handelt es sich dabei weniger um einen neuen Theorieansatz als vielmehr um auf der Metaebene angesiedelte Gedanken hinsichtlich eines Modells zur Theoriegenerierung für die Soziale Arbeit. Des weiteren enthält der hier aufgezeigte Weg auch Elemente einer gegenstands- und funktionsbezogenen Professionstheorie, die grundsätzlich von der Möglichkeit einer Vollprofessionalität und einer Wissenschaft der Sozialen Arbeit ausgeht. Wie kann ein solcher Anspruch eingelöst werden, ohne eine eklektizistische Position zu vertreten? Mithilfe des metatheoretischen Rahmens der Trajektivität (Tillmann 2007) soll der Versuch unternommen werden, eine Basis für die Theoriebildung der Sozialen Arbeit zu beschreiben, aus der sich im Weiteren handlungstheoretische Folgerungen und merkmalsanalytische Begründungsoptionen für die Profession der Sozialen Arbeit ergeben. Dabei nutze ich zwar die Grundidee der Trajektivität, werde jedoch auf die weiteren Kategorien Tillmanns, wie z.B. Dressate, Missbrauch, nicht zurück greifen, sondern die Trajektivität in der Verbindung von Individuum (Verhalten) und Umwelt (Gesellschaft, Verhältnisse) bestimmen.
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