Die Zukunft der Reform der „Reformschulen“

  • Herbert Schnell

Es war irgendwann in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als der Reformbegriff einen Bedeutungswandel erlebte. Stand er bis dahin für Verbesserungen der sozialen Verhältnisse zum Beispiel in der Bildung (mehr Lehrer, kleinere Klassen, höhere Bildungsabschlüsse für alle Kinder), wurde er in den 16 Jahren der konservativen Regierung Kohl mehr und mehr zu einem negativ besetzten Begriff. Der Prozess des Bedeutungswandels bezog sich zuerst auf den großen Bereich der Gesundheitsvorsorge und begann 1982 mit dem „Kostendämpfungs- Ergänzungsgesetz“, das die Zuzahlungen bei Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln wie Brillen einführte. 1989 wurde der Begriff „Reform“ sogar in die Formulierung des „Gesundheitsreformgesetzes“ (GRG) eingeführt und stand damit symbolisch für die Veränderungen im Zusammenhang mit Verschlechterungen oder sozialen „Härten“. In diese Zeit fällt auch die Verwendung des veränderten – man könnte auch sagen pervertierten – Reform-Begriffs auf den Bildungssektor. In der ersten konservativ-liberalen Regierung in Hessen (1987– 1991) wurde mit einer „Reform des Schulgesetzes“ die „verpflichtende Förderstufe“ wieder abgeschafft.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Aebli, H. (1983): Zwölf Grundformen des Lehrens. Stuttgart.Google Scholar
  2. Ahlring, I. & Messner, R. (2003): Hessische Versuchsschulen – eine Bilanz. Kassel (nicht veröffentlicht).Google Scholar
  3. Fullan, M. (2001): The New Meaning of Educational Change. Toronto.Google Scholar
  4. Hentig, H. von (1993): Die Schule neu denken. München.Google Scholar
  5. Köller, O. & Trautwein U. (2003): Schulqualität und Schülerleistung. Weinheim.Google Scholar
  6. Luhmann, N. (2004): Schriften zur Pädagogik. Frankfurt.Google Scholar
  7. Schnell, H. (2006): Schulaufsicht und die Steuerung der Schulentwicklung. Norderstedt.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

Authors and Affiliations

  • Herbert Schnell

There are no affiliations available

Personalised recommendations