„Natürlich stört das Leben ständig“ pp 15-33 | Cite as
Wenn man das Fremde verstanden hat, ist es nicht mehr fremd – Über Zugänge zum methodischen Verstehen
Mit diesem Text sollen Wege des Verstehens knapp aufgezeigt werden, um damit gleichzeitig einen bescheidenen Beitrag zu der Hommage für den Jubilar Detlef Garz zu leisten. Dieser vollendet im Jahre 2009 sein 60. Lebensjahr. Mit ihm verbindet mich eine Freundschaft, für die ich sehr dankbar bin und die mir Wege des Verstehens eröffnet hat – im praktischen Verstehen wie im Theorieverstehen. Zunächst war mir sein Gedankengut zur moralischen Erziehung mit dem Ziel der Entwicklung, welches ich zu der Zeit unseres Zusammentreffens an der Universität in Osnabrück kennenlernen konnte, noch fremd – späterhin wurde es mir vertraut. Besonders beeindruckt hat mich seine Orientierung an Lawrence Kohlberg und an dessen Auffassung, „dass die Trennung von Wissenschaft und Philosophie kontraproduktiv ist, weil sie den Zugang zur Wirklichkeit restriktiv handhabt und auf eine Wahrnehmungs- und Erkenntnisform allein beschränkt“ (Garz 1992). Aus den Gedanken, die während unserer gemeinsamen Zeit geboren sind, möchte ich einige in dem folgenden Text vortragen. Neben den furchtbaren Momenten, die wir auch gemeinsam durchlebt haben, sind diese ‚fruchtbaren Momente im Bildungsprozess’ hervorzuheben. Dieser Bildungsprozess ist Teil der Biographie, wenn „Wissenschaft als Beruf“ das Leben ‚stört’. „Wissenschaft als Beruf“ charakterisiert Oevermann in seiner revidierten Version der Professionstheorie so, dass dieser fachübergreifend durch eine Einheit eines Forschungsethos und eine Hingabe an die Sache konstituiert ist.
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