Chapter

Sicherheit und Medien

pp 161-182

Gezielte Krisenkommunikation im Spannungsfeld von medienökonomischen Zwängen und politischen Imperativen

  • Christoph Rohde

* Final gross prices may vary according to local VAT.

Get Access

In diesem Artikel geht es um die Frage, ob und in welcher Form eine gezielte mediale Krisenkommunikation im Falle einer die gesellschaftliche Stabilität eines Staates bedrohenden Krise möglich ist und welche institutionellen Bedingungen dafür erforderlich sein könnten. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Mediensystem (1) in Bezug auf die soziale Konstruktion einer Gesellschaft spezifische orientierungsstiftende Funktionen übernimmt, andererseits jedoch (2) ökonomischen Nutzenkalkülen folgen muss, die die mediale Produktion sozialer Konstruktionen maßgeblich beeinflusst. Anhand des volkswirtschaftlichen Modells externer Effekte, welches vor allem von Ruß-Mohl/Fengler (2005) auf das Mediensystem angewandt wurde, wird gezeigt, dass sich die Medienproduktion unter strukturell problematischen Bedingungen vollzieht, was zu manipulativen Praktiken und suboptimalen gesellschaftlichen und sozialpsychologischen Ergebnissen führen kann. Umrahmt wird diese Problematik von der Tatsache, dass die Prozesse der Digitalisierung und damit verbundenen Privatisierung von Kommunikation das „labile Gleichgewicht zwischen Medien und politischem System beim Kampf um die öffentliche Agenda stören werden“ (Rössler 1997: 94).