Die Rationalität von Politik und Medien

  • Hans Mathias Kepplinger

Ein wichtiges Thema der wissenschaftlichen Analyse der Politikvermittlung ist seit einigen Jahren die Mediatisierung der Politik.1 Der Begriff bezeichnet die Anpassung der Politik an die Erfolgsbedingungen der Medien. Ein Beleg hierfür ist die seit den sechziger Jahren steigende Zahl der auf die Öffentlichkeit zielenden Aktivitäten des Deutschen Bundestages.2 Ein konkretes Beispiel liefern die Kleinen Anfragen der Parlamentarier, die zu ihrer Information eingerichtet, von ihnen heute aber vielfach als Mittel zur Selbstdarstellung in den Medien genutzt werden.3 Die wichtigste Ursache der Mediatisierung der Politik ist die im Laufe der Jahrzehnte ständig gewachsene Bedeutung der Medien als Mittler zwischen Politik und Bevölkerung: Weder mit öffentlichen Reden, noch mit Plakaten oder Inseraten können Politiker in kurzer Zeit so viele Menschen erreichen wie über die Medien, die zudem als neutrale und entsprechend glaubwürdige Quelle gelten. Deshalb passen Politiker sich aus Eigeninteresse den Erfolgsbedingungen der Medien an. Sie inszenieren medienwirksame Ereignisse, greifen Themen und Tendenzen auf, die positive Resonanz versprechen und vermeiden öffentliche Stellungnahmen, die negative Medienreaktionen hervorrufen können.

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  • Hans Mathias Kepplinger

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