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Technik in der Informations- und Wissensgesellschaft

  • Nicole Zillien

Zusammenfassung

Nach Platons Protagoras gaben die Götter den Brüdern Epimetheus und Prometheus den Auftrag, alle Lebewesen der Erde mit den Eigenschaften auszustatten, die zum Überleben notwendig sind, wobei der Mensch eine übergeordnete Stellung erhalten sollte. Epimetheus fing mit der Ausstattung der Tiere an. Er folgte dabei dem Prinzip, jeweils die bestehenden Schwächen durch neue Stärken ausgleichen zu wollen. So erhielten die vergleichsweise wehrlosen Vögel beispielsweise Flügel zur schnellen Flucht und die trägen Elefanten wurden zur Verteidigung mit Stoßzähnen ausgestattet. Als Epimetheus – der, wie sein Name sagt, erst hinterher nachdenkt – zuletzt den Menschen mit überlebensnotwendigen Eigenschaften ausstatten wollte, stellte er fest, dass er mit seinen Mitteln zu leichtsinnig umgegangen war. Er verfügte über keine Eigenschaften mehr, die den Menschen im Sinne der Götter zum überlegenen Lebewesen hätten machen können. In dieser schwierigen Situation kam Prometheus zum Zug: „In seiner Verlegenheit nun, welche Mittel er zu seiner Erhaltung und zu seinem Schutz ausfindig machen sollte, stiehlt Prometheus dem Hephaistos und der Athene ihre Kunstfertigkeit samt dem Feuer und schenkt sie den Menschen“ (Popitz 1995: 44). Prometheus stattet den Menschen mit der Kunstfertigkeit des Schmiedehandwerks aus, das in Kombination mit dem Feuer zur Werkzeugherstellung diente. Der Mensch ist somit das einzige Lebewesen ohne natürliche Überlebenswerkzeuge; sein Überleben ist von künstlichen Hilfen, von Techniken abhängig, deren Urbild das von Prometheus geschenkte Feuer ist: „Technik stellt also – in der Diktion von Philosophen – ein Urhumanum dar, eine mit dem Menschen von Anfang an und unlösbar verbundene Fähigkeit, mit der er sich die Welt aneignet“ (König 1993: 256).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH 2009

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  • Nicole Zillien

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