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Zur politischen Partizipation von Jugendlichen im Kontext neuer Medien — Aktuelle Ansätze der Jugend(medien)forschung

  • Ingrid Paus-Hasebrink

Auszug

Der vorliegende Beitrag versteht sich — dies soll zum Verständnis und zur Einordnung vorweg deutlich gesagt werden — als ein Plädoyer für Veränderungen in der Jugend(medien)forschung, um Veränderungen im Jugendalltag auch im Hinblick auf den Umgang Heranwachsender mit neuen Medien gerecht werden zu können. Dies gilt auch und in besonderer Weise, wenn es um politische Partizipationschancen Jugendlicher mit Hilfe von Online-Medien wie dem Internet1 geht. Um adäquate Strategien zur Unterstützung junger Menschen im Aufbau von Partizipation anbieten zu können, bedarf es genauer Erkenntnisse, wie Jugendliche mit Politik umgehen, welches Verständnis von Politik sie haben und mit welchen Mitteln sie sich in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen — eine Herausforderung auch für die Jugend(medien)forschung. Sie ist aufgefordert, theoretische und methodologische Zugänge zu entwickeln, die ein adäquates Verständnis junger Menschen im Umgang mit Politik und eigenen Formen von gesellschaftlicher Partizipation — und dies im Kontext ihrer Umgangsweisen mit neuen Medien, allen voran dem Internet —, erlaubt.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  • Ingrid Paus-Hasebrink
    • 1
  1. 1.Universität SalzburgAustria

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