Die Europäisch-Russischen Beziehungen — eine Europäische Perspektive

  • Margareta Mommsen

Auszug

Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und dem postsowjetischen Russland sind keine Erfolgsgeschichte. Sie zeugen eher von einer Abfolge gegenseitiger Fehlwahrnehmungen und enttäuschter Erwartungen als von konkreten Verständigungen und einer tatsächlichen Annäherung. Seit der Osterweiterung der EU haben sich die Vorbehalte auf beiden Seiten noch verstärkt. Während sich in Brüssel schon im Vorfeld der Erweiterung eine „Russland-Müdigkeit“ breitmachte, wuchsen in Moskau die Zweifel über den Nutzen engerer Beziehungen zu den immer mehr als „normatives Imperium“ wahrgenommenen europäischen Einrichtungen, ob Europäische Union oder Europarat. Zweifellos schlägt in dem „Mismatch“ des Verhältnisses der Umstand zu Buche, dass beide Akteure noch ihre Identität und ihren Platz in der Welt suchen (Skak: Oktober 2005). Weder hat die EU ihre endgültige äußere und innere Gestalt erlangt, noch hat das postsowjetische Russland seine Systemtransformation beendet. Es kann daher wenig überraschen, dass das Verhältnis der beiden Akteure ähnlich verschwommen ist wie das je eigene Profil. Die Interaktionen zwischen der EU und Russland bringen diese Prozesse der Selbstfindung und internationalen Standortbestimmung deutlich an den Tag.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  • Margareta Mommsen
    • 1
  1. 1.LMU MünchenDeutschland

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