Umschichtungen: Lernen im Wandel

Auszug

Forschritt von Wissenschaft und Technik ist offensichtlich nicht mehr wie früher mit gesellschaftlichem Fortschritt gleichzusetzen. Doch heißt dies gleich, dass Fortschritt für Menschen und Gesellschaften nicht mehr zu denken ist? In jedem Fall verändern sich Lernprozesse. Karl Popper hat Zeit seines Lebens auf die Notwendigkeit von Lernprozessen hingewiesen und für einen aktiven Umgang mit Fehlern votiert (vgl. Popper 1997). Sein Ausgangspunkt ist, dass alle Lebewesen auf der „Suche nach einer besseren Welt“ seien und auf dieser Suche notwendigerweise Fehler machten. Das habe mehr oder weniger schlimme Wirkungen zur Folge, wichtig und nützlich im Sinne einer allgemeinen Fortentwicklung aber sei allein das Prinzip, dass Fehler korrigiert werden könnten. „Die Fehlerkorrektur ist die wichtigste Methode der Technologie und des Lernens überhaupt. In der biologischen Evolution scheint sie die einzige Methode des Fortschritts zu sein. Man spricht mit Recht von der Methode, von Versuch und Irrtum, aber man unterschätzt dabei die Wichtigkeit des Irrtums oder des Fehlers - des fehlerhaften Versuchs.“ (ebd., S. 256) Diese Methode der Fehlerkorrektur ist allem Leben zu Eigen. Beim Menschen allerdings, meint Popper, bestehe eine Besonderheit, die ihm einen entscheidenden Vorteil vor allen anderen Lebewesen einräume. Aufgrund seines Geistes sei es ihm möglich, bestimmte Strategien, Erfindungen oder Ideen im Geiste durchzuspielen, ohne sie und ihre Wirkungen in der Realität auch erfahren zu müssen. Er habe die Chance zum Probehandeln und exemplarischen Durchspielen von Situationen.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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