Integrative Suchttherapie pp 271-304 | Cite as
Theoriearbeit, Praxeologie und „Therapeutische Grundregel“
Auszug
- 1.
Integrative Therapie ist „theoriegeleitet“. Theorie als „mental durchdrungene, komplex betrachtete und erfaßte Wirklichkeit“ bestimmt auf dem Boden koreflexiver und diskursiver Auseinandersetzung die Interventionen und muß in der Praxis selbst zur Intervention werden.
- 2.
Integrative Therapie ist im konkreten Vollzug „angewandte Theorie“, die sich in der Praxis und durch die Praxis immer wieder koreflexiv und ko-respondierend weiterentwickelt, eine transversale Qualität gewinnt, und sie ist in diesen Überschreitungen „Praxeologie“.
- 3.
Integrative Therapie als Praxeologie ist „kreative Therapie“, die Theorien, Methoden, Techniken und Medien in kreativer/kokreativer Weise einsetzt und entwickelt und den Therapeuten/die Therapeutin selbst als „kreatives Medium“ und koaktive Gestalter sieht.
- 4.
Integrative Therapie ist „ethikgeleitete Therapie“, die ihr Handeln an Werten orientiert, welche in einer „Grundregel“ für die Praxis umrissen wurden.
- 5.
Integrative Therapie gründet in systematischer „methodischer Reflexion/Metareflexion“ und zielt auf sorgsame, für neue Impulse, Ideen, Forschungsergebnisse offene, gemeinsame, korespondierende Weiterentwicklung des Verfahrens und seiner Methoden.
- 6.
Integrative Therapie ist differentiell und integrierend auf „komplexes Lernen“ (Sieper/Petzold 2002) auf der kognitiven, emotionalen, volitiven und Handlungsebene gerichtet (Heuring/Petzold 2003; Petzold, Engemann, Zachert 2003).
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