Auszug
Die Bundestagswahl 2005 war eine Überraschungswahl. Das galt für die Ankündigung ebenso wie für das Ergebnis der Wahl. Die Ankündigung des Bundeskanzlers am Abend der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai kam nicht nur für die Öffentlichkeit überraschend, seine Partei traf sie ebenfalls unerwartet. Auch im Nachhinein, bei dem Versuch, das Zustandekommen der Entscheidung und nicht zuletzt die Beweggründe zu analysieren, sah es nach einer recht einsamen Entscheidung von Gerhard Schröder und Franz Müntefering aus, obwohl angeblich erste Überlegungen dafür schon nach dem Debakel um die Ministerpräsidentinnenwahl in Schleswig-Holstein stattgefunden haben sollen. So war dann auf diese Wahl keiner vorbereitet, die Parteien nicht und auch nicht ihre Wahlkampfberater. Dieser Wahlkampf musste gleichsam aus dem Boden gestampft werden. Auch wenn die Parteien und ihre professionellen Unterstützer mit ihren Kampagnenplänen nicht erst warteten, bis Bundespräsident und Bundesverfassungsgericht den Weg für die Neuwahl freigemacht hatten, sie hatten wenig Zeit. Gerade mal dreieinhalb Monate standen ihnen zur Verfügung.
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